Geisteswissenschaft / Philosophie Einsamkeit

Lilith
Lilith
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Einsamkeit
geschrieben von Lilith
Einsamkeit

Ich bin gerne alleine – meistens…..
Aber manchmal fühle ich mich schrecklich einsam und verlassen ! Das sind die Zeiten der Depression, in denen ich mich selbst nicht leiden mag und mein ganzes eigenes Dasein in Frage stelle.

: Ich halte es mit Hermann Hesse – JEDER IST ALLEIN

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freuden war mir die Welt,
Als noch mein Leben Licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkle kennt,
Das unentrinnbar und leise.
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein


(Hermann Hesse)

Es ist wunderschön, Menschen, die man liebt und von denen man geliebt wird, um sich zu haben. Aber sein Leben muß man ganz alleine leben. Es entwickelt sich genau so – und nur so – wie ich selbst es entscheide. Selbst von außen aufgezwungene Ereignisse entfalten ihre Wirkung nur dadurch, wie ich selbst damit umgehe, was ich daraus mache ! Diese Entscheidungen kann mir niemand abnehmen.
Ich ganz alleine entscheide auch, ob ich einsam bin, ob ich mich in mich selbst zurück ziehe, mich gegen die Umwelt abschotte. Dann kann kein noch so lieber Freund zu mir vordringen.
Der Einsamkeit kann man nur entfliehen, wenn man sich selbst öffnet……

nasti
nasti
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von nasti
als Antwort auf Lilith vom 06.10.2010, 10:08:41
Hi Lilith!

Wir sind allein geboren, und gehen wir auch alleine in Jenseits......

Diese Erkenntnis besitzen nicht alle Menschen, ich staune immer nur wie ist das möglich das Sie nicht eine Minute können alleine existieren.....

Alleine leben können ist das größte Trumpf in Hände haben.......denke ich wenigstens so. All-ein in All-----
Allein leben--ein Wahl oder Zwang? Ich glaube das ist ein kluger Wahl, ich kenne viele unglückliche Menschen, welcher sich von einer Beziehung nach Zweite reinwerfen nur deswegen---sie können nicht alleine existieren.

Zwang ist in meinen Augen ewig nach jemandem suchen, welcher SOLLTE die innere Leere fühlen......die gefundene Partnern merken die innere Leere sowieso, und flüchten davon.
Ausnahmen sind die ältere Menschen , wo ein Partner erkrankt und plötzlich bekommt Er/Sie die innere Leere /Demenz/ .....und der treue Partner natürlich bleibt.

Manchmal alleinesein scheint negativ, jeder bekommt solche Stunden, der gesündere findet immer in diesen Momente jemandem, mit welcher ausgeht...oder...oder....der Depressive / kranke/ Mensch schreit um Hilfe..das ist noch positiv. Einige schreien nicht in die Welt, und gehen unten.....
Ich kenne eine 24 jährige Mädchen, Sie lebt lieber in Krankenhaus oder in Psychiatrie statt Sie alleine das Leben meistern könnte.....natürlich ist Sie nach kürzere Zeit entlassen, die Psychiatrien können auch nicht alle Patienten für längere Zeit behalten.Ihr hilft garnichts, Sie klammert, und ich tippe--Sie wird als Pflegefall in einem Heim enden. Eine sehr talentierte und schöne Blondine. Sie hat viele Talente in sich - kann sie das nicht koordinieren und bleiben bei einem--höchstens 2 Talente--Sie bezog Hartz4!!!
Sie spricht 4 Sprachen perfekt,sie malt und musiziert, /neulich lernt Piano/ singt, schreibt Roman....und jammert ohne ende.
Nichts kann Sie zum Ende führen.... ob das daran liegt --ihre eigene Mutter hatte Sie schon lange abgelehnt???? Null Ahnung, was ich merke, Sie ist eine Ich bezogene Egoistin.

Nasti sehr gerne alleine





caya
caya
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von caya
*Pitschurin ein Held unserer Zeit*

hieß ein Buch, welches ich, eine damalige Leseratte, mit 16/17 Jahrenn, gelesen habe.
Ich weiß nicht, von wem es war, damals las ich ALLES was mir in die Hände fiel.

Ich schrieb folgendes auf einen grauen Schreibblockrücken :

"Man ist allein im Leben, je früher man das einsieht, desto besser tut man daran,
desto mehr Chancen hat man, glücklich zu werden."


Damals stand ich am Anfang meines Lebens und heute???
.....erstaunt es mich, wie ich als ein so junges Mädchen, das als wahr erkennen konnte.

Dieser Schreibblockrücken ist mir jetzt wieder in die Hände gefallen bei meiner Aktion *alles muss raus*

Caya

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julchentx
julchentx
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von julchentx
als Antwort auf nasti vom 06.10.2010, 12:55:41
..Eine sehr talentierte und schöne Blondine. Sie hat viele Talente in sich - kann sie das nicht koordinieren und bleiben bei einem--höchstens 2 Talente--Sie bezog Hartz4!!!
Sie spricht 4 Sprachen perfekt,sie malt und musiziert, /neulich lernt Piano/ singt, schreibt Roman....und jammert ohne ende.
Nichts kann Sie zum Ende führen.... ob das daran liegt --ihre eigene Mutter hatte Sie schon lange abgelehnt???? Null Ahnung, was ich merke, Sie ist eine Ich bezogene Egoistin. ......


Hallo Nasti, ich nicht im Entferntesten ein Experte, aber was Du beschreibst sind symptome
die ein Mensch der "Bi-Polar" ist zeigt. Ich glaube in DE heisst das doppelpolig oder so?

Diese Menschen sind hoechst intelligent, sehr kuenstlerisch veranlagt, aber sie kriegen
absolut nichts fertig was sie anfangen. Koennen nichts coordinieren, sich nicht an irgendeine
art von Plan halten. Oft kommen noch obsessive/compulsive tendenzen dazu. War es Erich
Kaestner der in irgendeinem Gedicht den Ausdruck "Himmelhochjauchzend-zutodebetruebt"
verwendete? Das ist die Welt in der Bi-Polar Menschen leben.

Ich habe einen Onkel der ist beschrieben bis auf den letzten Tuepfel von Dir, inclusive dass
er sich unter psychiatrischer Behandlung wohler fuehlte als sich selbst zu Hause ueberlassen.
Er hat sich sein ganzes Leben lang im Psychiatrischen Krankenhaus gemeldet, wenn er merkte
er verliert seinen Kontakt zu irgendeiner handfesten Realitaet wieder.
Leider wusste man vor 50 Jahren nicht um was es ging. Damals war er nur ein ungezogenes,
merkuerdiges, ungehorsames, wirklich schwieriges Kind der mit zunehmendem Alter schlimmer
wurde und irgendwann nicht mehr zu baendigen war.

Heute, mit den richtigen Medikamenten, lebt er alleine und fragt sich was mit seinem
Leben passiert ist....:( Er ist ein sehr tragischer, trauriger Fall.
Re: Einsamkeit
geschrieben von meli
als Antwort auf julchentx vom 06.10.2010, 16:35:38
Hallo Julchen,

ich setz Dir hier mal einen link über die bipolare Störung bzw. manisch-depressive Erkrankung rein.

Meli

Bipolare Störung
nasti
nasti
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von nasti
als Antwort auf meli vom 06.10.2010, 20:10:46
Danke Julchen und Meli


teilweise durchgelesen die Diagnose. Diese äußerst kluges Mädchen hat schon eine Diagnose aus der Berliner Psychiatrie: burn ot
Auch bisschen ähnliche Krankheit wie die bipolare

Bisschen gesckizt hatte ich das mädchen mit burn out




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Sonny
Sonny
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von Sonny
Vor 17 Jahren als die unerkannte Chr. Borreliose mein Leben vollkommen zerstörte wurde die Einsamkeit zum täglichen Begleiter.

Wegen entsetzlicher Nervenschmerzen in der Wohnung eingesperrt verabschiedeten sich nach und nach Freunde,Bekannte,Kollegen/innen der Firma und Nachbarn.

Keine Ursachen-Diagnose für eine Frau die sich inzwischen auf Knieen in der Wohnung mühselig fortbewegte.
Die Menschen werden unsicher,können sich nicht vorstellen, daß eine Frau trotz med. Fortschritt keine Hilfe erfährt.

Selbst meine Familie wendete sich zum teil ab. Täglich waren meine Tagebücher und meine Tränen die einzigen
Freunde

Ein Freund verabschiedete sich mit den Worten:
" Ein Tier würde man erschießen"

In diesem Moment war ich eigentlich froh, daß ich jetzt völlig alleine war. Ich war nicht mehr gezwungen meine Tränen zurückzuhalten und irgendwie war ich endlich frei. Ich weiß das klingt jetzt nicht logisch,trotzdem konnte ich mich jetzt auf den Tod und das Sterben vorbereiten.

Heute nach 10 jähriger Therapie konnte ich wieder einige Türen öffnen, Bekannte und evtl. Freunde erkennt meine Seele, außerdem kann man sich auch in Gesellschaft anderer sehr einsam fühlen.

[i]Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich von innen öffnen lässt.[/indent]
( Alfredo Le Mont )

[i]Einsamkeit ist der Weg, auf dem das Schicksal den Menschen zu sich selber führen will. [/indent]
( Hermann Hesse )

Meine Seele lernte in diesen schweren Jahren unendlich viel.Ohne dieses Schicksal hätte ich das Wunder des Lebens sicher niemals in dieser Itensivität erkannt.

viele Grüße
Sonny
Lilith
Lilith
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von Lilith
als Antwort auf Sonny vom 07.10.2010, 14:54:53
Ja , Sonny, Dein Schicksal ist tragisch und keiner Deiner Freunde oder Bekannten hätte es für Dich tragen können, selbst, wenn sie es gewollt hätten. Du musstest dieses Leben selbst und ganz alleine leben. Du selbst musstest der Krankheit Paroli bieten und lernen, Dein Dasein sinnvoll zu gestalten.
Bemerkenswert, wenn Du schreibst, Du habest Dich frei gefühlt, als der Freund Dich verließ:
Erst im Alleine-sein kann man zu sich selbst finden und damit die Kraft schöpfen, sich zu öffnen, um der Einsamkeit zu entfliehen.
Alleine-sein bedeutet, die Seele regenerieren zu können, wenn man es will. Einsamkeit ist, sich willenlos einem scheinbar widrigen Schicksal zu unterwerfen.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße
Lilith

Re: Einsamkeit
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf meli vom 06.10.2010, 20:10:46
Hallo alle zusammen,

"Der Einsamkeit kann man nur entfliehen, wenn man sich selbst öffnet……"

Wie wahr und für viele eine Selbstverständlichkeit! Allerdings scheint ein bipolar gestörter, hypomanischer Mensch mit der 'Selbstöffnung' große Schwierigkeiten zu haben. Wie können Freunde, Verwandte, Ehepartner helfen und ihn/sie dazu bewegen sich zu öffnen, wenn derjenige die Krankheit nicht selbst erkennt bzw. sie nicht wahr haben will? Jegliche Überzeugungsarbeit scheint nutzlos.

Ich bin ebenfalls kein Experte auf diesem Gebiet, mich beschäftigt diese Frage jedoch aus geg. Anlaß schon sehr lange.

Gruß
Lorbas
helga122
helga122
Mitglied

Re: Einsamkeit
geschrieben von helga122
als Antwort auf vom 08.10.2010, 12:10:59
Ich sage dazu, die Hoffnung keinesfalls aufgeben, es könnte der Tag kommen, wo sich der Mensch blitzartig öffnet, und wenn nicht, genügt es dem Betroffenen so zu leben. - Jeder Mensch hat seine besondere Geschichte und man kann nicht verallgemeinern. Zur gesellschaftlichen menschlichen Arbeit gehören allerdings einige Grundprinzipien.

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