Forum Wissenschaften Geisteswissenschaft / Philosophie Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?

Geisteswissenschaft / Philosophie Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?

fenna
fenna
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von fenna
als Antwort auf hugo vom 02.10.2010, 16:28:52
ist das Stärke ?? ist das Schwäche ?? (hugo)

Ich weiß es nicht, aber auch mir wurde auch keine "Antenne" mitgegeben. Vielleicht liegt es an der Erziehung. Ich bin zwar in einem kath. Haushalt aufgewachsen, aber niemand bei uns war sehr religiös. Kirchgang war bei uns nicht angesagt. Weder bei meinen Eltern, noch bei meinen Großeltern.
Bei einer Kirche Mitglied zu sein war ein "muß". Atheismus wäre undenkbar gewesen zur damaligen Zeit auf dem Land. Das hat sich Gott sei Dank geändert, und ich darf mich heute zu meinem Atheismus bekennen ohne "Sanktionen" befürchten zu müssen.
eko †
eko †
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von eko †
als Antwort auf fenna vom 03.10.2010, 10:33:29
Zitat:

"aber auch mir wurde auch keine "Antenne" mitgegeben."

Meine Meinung:

Niemandem wird eine "Antenne" mitgegeben. Wer sich ernsthaft um die Hintergründe des Glaubens bemüht und sich Gedanken darüber macht, wie das alles zusammenhängt und was nun wirklich den "Glauben" und auch die Existenz eines "Gottes" ausmacht, der findet sich alsbald von Fragen jeglicher Art umgeben.

Manche Menschen geben dann auf und lassen es sein.

Andere suchen und suchen, oft über Jahrzehnte hinweg, nach der Lösung.

Ich kann von mir sagen, dass ich mich zu diesen Suchenden zähle und bis heute noch nicht zu einem endgültigen Ergebnis gekommen bin.

Jedoch: Das, was Lilith in ihrem "Credo" jedoch geschrieben hat, stimmt buchstäblich mit dem überein, was ich mir selbst auch (O-Ton hugo):"zusammengeschustert" habe. Insofern sehe ich in Liliths Bekenntnis eine Bestätigung meiner eigenen Gedanken und Erkenntnisse, zu denen ich auch keine Antenne gehabt habe.

Es wird wohl jeder Mensch zu einem anderen Resultat kommen. Das ist auch gar nicht wichtig.

Wichtig ist, dass man den für sich selbst richtigen Weg findet. Dabei können einem andere Menschen und auch Institutionen wie die Kirche nicht weiterhelfen. Man muss das für sich selbst erarbeiten, ganz ohne Antenne.

Wenn sonntags Gläubige in ihren Gottesdienst gehen, weil es ihnen ein Bedürfnis ist, dann ist das vollkommen in Ordnung. Dass darunter auch solche Menschen sind, die das nur deshalb tun, weil "man" es tut, ist mir auch klar. Aber das muss jeder für sich selbst ausmachen. Es gibt viele Menschen, die eine Gemeinde um sich haben müssen als Stütze und Sicherheit für sich selbst.

Es wäre aber falsch, diese Kirchgänger alle im Bausch und Bogen verurteilen zu wollen als Heuchler. Es gibt da eben auch alle Schattierungen darunter von den Heuchlern bis hin zu ernsthaft Gläubigen.

Was mir an den ganzen Diskussionen hier im ST missfällt, ist, dass stets Verhältnisse der katholischen Kirche herangezogen und kritisiert werden. Deutschlandweit aber gibt es etwa gleichviel Katholiken und Protestanten. Ich bin in der evangelischen Kirche groß geworden, das katholische ist mir immer fremd geblieben. Und die ev.Kirche ist in vielem wesentlich toleranter als die katholische.

Schönen Restsonntag wünscht

der e k o
Urego
Urego
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von Urego
als Antwort auf adam vom 03.10.2010, 09:43:44
@ Adam

Als ich dies Thema in das Forum einbrachte, war es nicht meine Absicht, den christlichen Glauben auf "Deubel komm raus" zu verteidigen. Eben so wenig wollte ich, daß er nur runtergeputzt würde, denn er hatte und hat seine guten und (segensreichen) Seiten.

Es war mir auf gefallen, daß der Glaube und alle damit verbundenen Verpflichtungen innerhalb meiner geschichtlich kurzen Lebenszeit fast bis zur Bedeutungslosigkeit mutiert ist. Ich perönlich bedauere das nicht. Aber ich verstehe nicht, warum die Kirche nichts dagegen unternimmt.

Ihr Standpunkt ist ja bekannt: "Was 2000 Jahre wahr und richtig war, kann heute nicht falsch sein". Das mag aus ihrer Sicht richtig sein, aber was bringt's, wenn ihr Einfluß immer weiter sinkt?
Dann erhebt sich nämlich die Frage des "Teilens und Herrschens", die Du ansprichst. Die moralische Kraft der Kirchen war immer ein starkes Gegengewicht gegen den Machtanspruch des Staates. Wer soll dann mahnend aufstehen und ihn in die Schranken verweisen?

Ich glaube nicht, daß politische Kräfte den Mut dazu haben werden, denn sie sind immer irgendwie mit in die Geschehnisse verwoben (um das Wort "korrumpiert" zu vermeiden).

Abgesehen von diesen eher "staatspolitischen" Überlegungen empfinde ich es auch als wohltuend, daß die Kirchen nicht mehr so stark in das Privatleben, ja sogar ins Seelenleben, reinreden können. Sie versuchen es zwar, aber jeder tut, was er will und hat kein "schlechtes Gewissen" dabei.Über das Thema "schlechtes Gewissen" könnte man stundenlang referieren, aber das verstehen nur Mitmenschen, die streng katholisch erzogen wurden.

Urego

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nasti
nasti
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von nasti
als Antwort auf ehemaligesMitglied27 vom 02.10.2010, 11:49:07
Ich gebe eine Chance für Gott und christliche Glaube ----kann sein das es Ihn wirklich gibt. Diese Worte bin ich fähig ohne Schuldgefühle niederschreiben in den Glaube, das unser Gott:

1. ist großzügig und verzeiht für ihre Kindern die menschliche Fehlern

2.ist nicht arrogant und ironisch, also wird nicht beleidigt wenn ich sage das Ihn eine Chance gebe. ICH—ein Ameisen oder ein winziges Bakterien in Universum, trotzdem kann er hören meine Stimme.

3.Er reitet NICHT auf einem hohem Pferd, also ich kann glauben oder auch nicht, ist Ihn das egal, sozusagen Wurst. Oder????

Eine Seite in meiner über zivilisierten „gekränkten“ Seele widmet sich zu Ihn, geht ins Kirche und zündet die Kerzen an für Ihn, für die heilige Maria und für alle Geister welcher sich durch Universum bewegen in Zeit und Raum, sind die Temponauter-die Zeitreisenden.
Die Zeitreisende sind unsere Helfer, das sind die Engel, Heilige Maria und ähnliche Erscheinungen. Und einmal waren Sie vielleicht auch Menschen? Sie besitzen die menschliche Schwächen, sind schwach und unbeholfen gegen Dämonen und Dunkle Kräften, sind UNFÄHIG diese Kräfte binden oder annullieren, Sie kommen immer-wieder zur Schein in menschlichen Form /Osama bin LADEN; Stalin; Hitler…../
Sie zerren die Zähne ……Sie setzen uns in Angst und entsetzen.
Ich glaube an heiligen Empfang ohne ein körperlichen Akt, Beweise dafür gibt es genügend wo die Wissenschaftler stellen fest, einige Fischarten sind fähig sich ohne liebesAkt vermehren.
Oder künstliche Befruchtungen sind heutige Zeit nur ein Kinderspiel, wo steht das geschrieben das die fremde Intelligenz wäre unfähig die irdische Frauen in Schlaf befruchten?
Irgendwo hab ich gelesen, das sogar Noa /noah/hatte eine ganz andere visuelle Erscheinung wie die anderen, er war blond, blauäugig und hatte er die Fähigkeit mit Außerirdische Intelligenz /Engel?/ kommunizieren.
Die christliche Glaube weicht die Seele, es hobt in unbekannte Dimensionen /Raumschiff Gefühle, oder Paradies Gefühle, Sehnsucht???/, es ist schööööööön, warum nicht glauben ohne Fanatismus, nur so o-la-la---ist dat schön.
Wer verlangt von uns ein Opfer wegen Christentum? Nur die Fanatiker glauben es das wir ankommen schneller in Paradies wenn wir uns opfern in irgendwelche weise. Die Fanatiker können nie einmal in Paradies landen, weil Sie schon jetzt planen Ihr Zukunft und versuchen mit Gott poppulistische Spiele führen *ggg*
Das Paradies steht für uns offen--steht auch in Bibel---für die Naive und Barbarastisch veranlagte Kinder des Gottes, wir drängen uns nicht in sein Reich----und wir werden DOCH seinen Reich erreichen.

adam
adam
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von adam
als Antwort auf Urego vom 03.10.2010, 12:38:53
Dann erhebt sich nämlich die Frage des "Teilens und Herrschens", die Du ansprichst. Die moralische Kraft der Kirchen war immer ein starkes Gegengewicht gegen den Machtanspruch des Staates. Wer soll dann mahnend aufstehen und ihn in die Schranken verweisen?


Dem möchte ich widersprechen Urego.

Staat und Kirche waren in Europa in ihrem Machtanspruch über Jahrhunderte nahezu identisch. Das wurde durch den demokratischen Rechtsstaat beendet. Der Machtanspruch des Staates ist durch die Verfassung begrenzt.

Der Machtanspruch der Kirche ist immer noch totalitär, wird aber durch die Verfassung begrenzt. Ich glaube nicht, daß sich eine Glaubensinstitution, im Interesse für ihre "Schäfchen", gegen den Machtanspruch des Staates wendet. Im Gegenteil: Jahrhunderte war es ja so, daß die Glaubensinstitution auch die Mächtigen der Staaten als ihre Untertanen ansah und die kirchliche Macht über die weltliche Institution stellte.

Das Liberale für einen Glauben kann m. E. nur aus einem liberalen Staat entstehen.

--

adam

Urego
Urego
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von Urego
als Antwort auf adam vom 03.10.2010, 13:06:38
Lieber Adam,

der Machtkampf zwischen Kirche und Staat ist mir natürlich auch ein Begriff. Es ging immer hin und her. Nagele mich jetzt bitte nicht fest(ich habe hier kein Geschichtsbuch, um nachzuschlagen), aber ich meine sagen zu können, daß diese Zeit spätestens mit der Reichsgründung vorbei war.

Seitdem entwickelte sich das Papsttum doch immer mehr zu einer moralischen Instanz, wenn es auch leider zu Hitlers Zeiten merkwürdig leise Töne von sich gab.

Der Vatikan kann sich natürlich nicht im Interesse seiner Schäfchen gegen die Macht eines Staates wenden, wie sollte er auch? Die Schweizer Garde hat da ja nur symbolischen Wert. Ich bin nicht der Meinung, daß man dem Vatikan heute noch den Machthunger, wie Du ihn interpretierst, zuschreiben darf.Ich meine er ist heute eine moralische Institution, der besonders im Zeitalter der elektronischen Medien das Ohr geschenkt wird und somit nicht ohne ausgleichenden Einfluß ist.

Deinem letzten Satz bezüglich der Liberalität kann ich nur zustimmen. Das wäre aber zu viel verlangt vom "Heiligen Vater". Er müßte sich ja selbst aufgeben. Aber etwas könnte er sich schon bewegen meint

Urego

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ehemaligesMitglied54
ehemaligesMitglied54
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Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von ehemaligesMitglied54
als Antwort auf Lilith vom 02.10.2010, 10:32:13
Ich bin eine Christin
Christus brachte uns die Gewissheit der Erlösung durch seine Worte (1.Joh.1.1: Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort), nicht durch seinen Tod!
Nicht der gütige Gott forderte als Preis für unsere Erlösung den Tod „seines Sohnes“ , sondern wir haben Jesus ans Kreuz geschlagen mit unserer Unfähigkeit, die Wahrheit zu erkennen und tun es noch heute.
Du meinst also den heidnischen Mithras, Deinen Jesus hat es nie gegeben

Der Mithras-Kult entsteht 1800-600 v.C. im persischen Baktrien, er wird wesentlich von Zarathustra ausgeformt und besonders im römischen Militär bis etwa 400 n.C. praktiziert. Der Gott der Welten Ahura-Mazda bekommt am 25. Dezember durch unbefleckte Geburt den Sohn Mithras (Anahita). Zum Kult gehören Apostel, 7 Sakramente, ein Abendmahl, Wundertaten von Saoschjant, Seelenkult als Auferstehung der Toten, Sintflut und jüngstes Gericht, Taufe, Kommunion, Leben in Keuschheit, Eucharistie mit Brot und Wein und der Teufel als bösen Geist Anromainyus. Weinachten wird ab 200 v.C. im Januar (11 Tybi) als Geburt des ägyptischen Gottes Osiris gefeiert. Im Jahr 353 n.C. verlegen die Christen Weihnachten als Geburt ihres fiktiven Jesu auf den Geburtstag von Gott Mithras.

Andere Mythen um Apollonius, Eleusius, Menachem, Asklepios, Dionysos und Orphism, Isis und Osisris, Cybela, Adonis usw. enthalten ähnliche Elemente. Die einzig originäre Leistung des Christentums sind neue Namen und Handlungsorte, ergänzt durch Erbsünde und Beichte der Sünden als ewiges Schuldgefühl für Analphabeten.

Pontifex Maximus nennt sich der mit Fischschwanztalar und Fischkopfhut bekleidete oberste Baalpriester Babylons, der als unfehlbarer Stellvertreter Gottes gilt und sich Ring und Schuhe küssen läßt. Seine Priester sind zöllibatär wie katholische Priester heute. Die Perser erobern 539 v.C. unter Kyros II Babylon, der Pontifex flieht nach Pergamon. Der letzte dort ist Atallus III und überträgt seinen Titel 133 v.C. dem römischen Kaiser. Kaiser Flavius Gratianus (359-383 n.C.) akzeptiert den Titel nicht, der Bischof von Rom ursupierte ihn mitsamt dem Mummenschanz aus Fischhut, Talar, Hirtenstab und den 2 Schlüsseln des Gottes Janus. Erst 431 n.C. werden die Schlüssel angeblich zu den Schlüsseln Petri. Der christliche Gott und sein irdischer Stellvertreter sind nur eine heidnische Baal-Kopie.


nasti
nasti
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von nasti
als Antwort auf ehemaligesMitglied54 vom 12.11.2010, 15:00:44
Die christliche Glaube wird überleben, ich betrachte die Religionen als eine wunderschöne Tradition.......eine Kulturerbe.....wie die Museen. Ohne wäre unsere leben viel ärmer....außerdem weckt die Phantasien.....

In Vatikan erlebte ich eher eine Enttäuschung als Begeisterung.

Nasti
Lilith
Lilith
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von Lilith
als Antwort auf nasti vom 12.11.2010, 15:19:07
Lieber emporda,

es ist unbestritten, dass unsere christlichen Mythen in früheren Kulturen ihre Entsprechung haben. Und mir persönlich ist es egal, ob ein Messias Jesus Christus tatsächlich gelebt hat oder nicht.
Für mich ist alleine die Lehre von der Liebe maßgeblich. Alles andere ist (ich betone nochmals: nur nach meiner eigenen Auffassung!) schmückendes Beiwerk, von Menschen erdacht und aufgeschrieben.
Urego
Urego
Mitglied

Re: Hat der christliche Glaube eine Überlebenschance in der "aufgeklärten" Welt?
geschrieben von Urego
als Antwort auf ehemaligesMitglied54 vom 12.11.2010, 15:00:44


@ emporda

Ich frage mal vorsichtig für die, die keine Altphilologen oder Historiker sind: "Empora, was möchtest Du uns mitteilen? Jedenfalls ich habe fast kein Wort verstanden."

Urego

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