Forum Wissenschaften Geisteswissenschaft / Philosophie Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen

Geisteswissenschaft / Philosophie Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen

olga64
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Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 † vom 09.01.2013, 16:45:04
Ich kann das gut verstehen, wenn frühere DDR - Bürger sich auf alles Lesbare stürzten, weil ja fast alles verboten war (dies war ja nach dem 2. Weltkrieg nicht anders als die Nazis die Aktion Bücherverbrennung durchführten und die besten Autoren Deutschland verlassen mussten).
Aber diese stories von wundersamen Erscheinungen und auch die sog. Nahtoderfahrungen bezweifle ich oft als selbsterlebt. Wahrscheinlich ist es auch her so, dass jemand davon erzählt, es andere fasziniert und diese dann als eigenes Erlebnis weiterverbreiten. Es schadet aber niemanden und ich denke, in der ersten Zeit einer Trauer kann es hilfreich sein, sich auf diese Weise von einem geliebten Menschen zu verabschieden. Es darf nur nicht ausarten,dass es das weitere Leben bestimmt - sonst wird man schon sehr wunderlich und vermutlich auch vereinsamt, weil realistisch denkende Dritte dies nicht allzu lange akzeptieren. Auch der vielgebrauchte Spruch: "es gibt vieles zwischen Himmel und Erde,das der Mensch nicht versteht" ist hier nicht hilfreich - soweit ich es fachlich kapiere, orientiere ich mich schon lieber an seriösen Wissenschaftlern, für den Fall, das mich ein solches Thema weitergehend interessieren sollte. Olga
yuna
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Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von yuna
als Antwort auf justus39 † vom 09.01.2013, 16:45:04
Ich bin mal aus Gründen versehentlich in einem Esoteriker-Forum gelandet (meine Recherche galt ursprünglich der Schlafparalyse). Und ich bin ja wirklich für vieles offen und höre mir alles erst mal geduldig an, versuche nicht zu bewerten oder zu urteilen über Dinge, von denen ich nun mal nicht das Gegenteil eindeutig beweisen kann.
Aber was in diesem Forum vor sich ging, war meiner Ansicht nach jenseits von Gut und Böse.

Und wie du schon schreibst: Mit welcher Selbstsicherheit da selbsternannte Gurus/Experten auftreten und die Funktionsweisen von Engeln und Lichtern und Regenbogenkindern erklären... oder Wasser mit Erinnerung - ich habe damit echte Probleme.

Es gibt Dinge, da bin ich auch geneigt sie zu glauben oder sie zumindest nicht auszuschließen. Eines davon ist Karma. Denn es erscheint mir logisch und folgt einem einfachen Prinzip: Ursache - Wirkung.

Mit den meisten anderen Dingen dort war ich völlig überfordert.
Bestes Beispiel, meiner Meinung nach, wie angeblich göttliche (also esoterische) Erfahrungen auch eine ganz einfache neurologische Ursache haben können ist die OBE - Out of body Experience, sprich eine außerkörperliche Erfahrung.

Was da beschrieben wird ist, so denke ich, nichts weiter als eine kurzzeitige (bei Narkoleptikern bspw. eine dauerhafte) Funktionsstörung des Gehirns während des Schlafes.
Normal verfällt der Körper während des REM-Schlafs in eine Starre während derer nur noch die Augen bewegt werden können. Diese Starre löst sich für gewöhnlich, bevor der Schlafende erwacht.
Bei Narkoleptikern und oft auch bei sehr übermüdeten oder gestressten Menschen kann eben das gestört sein - die Starre kann schon vor dem REM-Schlaf einsetzen oder sie löst sich beim Erwachen nicht rechtzeitig, so dass man zwar wach ist, sich aber absolut nicht bewegen kann.

Während so eines Zustandes kann es auch zu hypnagogen Halluzinationen kommen.
Das ist meiner Einschätzung nach genau das, was die Esoteriker dann als OBE bezeichnen - wenngleich sie behaupten, das sei etwas völlig anderes.
Die Zustandsbeschreibungen lesen sich allerdings identisch.
Ein Zustand auf den wohl nahezu jeder Narkoleptiker liebend gern verzichten würden.
karl
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Administrator

Off topic
geschrieben von karl
als Antwort auf olga64 vom 09.01.2013, 17:03:50
Ich kann das gut verstehen, wenn frühere DDR - Bürger sich auf alles Lesbare stürzten, weil ja fast alles verboten war (dies war ja nach dem 2. Weltkrieg nicht anders als die Nazis die Aktion Bücherverbrennung durchführten und die besten Autoren Deutschland verlassen mussten).
geschrieben von olga

Dieser hanebüchene Unsinn gehört nicht hier her, aber er kann auch nicht so unbemerkt vorbeischlüpfen.

1. Die Lesekultur in der DDR war sehr gut entwickelt, eher weiter entwickelt als bei uns.

2. Bücherverbrennungen durch die Nazis nach dem 2. Weltkrieg? Ist hier Deine Zeitskala durcheinander gekommen?

Vielschreiben kann offenbar zu Nebenwirkungen führen. Vielleicht die Handbremse etwas anziehen und vor dem Schreiben zwei Sekündchen länger nachdenken?

karl

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hobbyradler
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Re: Off topic
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf karl vom 09.01.2013, 17:26:25
In den 60er Jahren gab es viele Bücher aus der DDR in der BRD zu kaufen. Vorwiegend im Bereich technischer Grundlagen. Oft aus dem VEB Fachbuch Verlag Leipzig.

Ciao
Hobbyradler
karl
karl
Administrator

Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von karl
als Antwort auf yuna vom 09.01.2013, 17:18:57
@ yuna,

während meines Studiums der Biochemie in London hatte ich folgendes Problem des Öfteren. Ich wachte auf und konnte mich nicht bewegen. Die Sensorik war wach, die Motorik konnte ich nicht ansteuern. Das führte zu keiner Out of Body Erfahrung, aber ich erinnere mich an meine zähen Kämpfe, die Kontrolle über meine Motorik zurück zu gewinnen. Da dies mir oft für gefühlte Minuten nicht gelang, erzeugte das Panik. Ich wusste um das Locked-in Syndrom. Es soll bedauernswürdige Menschen geben, die zeitlebens in diesem Zustand verharren müssen.

Natürlich war mir klar, dass dieses mein Problem etwas mit der räumlichen Trennung der sensorischen Areale in unserem Gehirn von den motorischen Arealen zu tun hat. Offensichtlich kann ein Teil des Gehirns noch im Schlaf verharren, während das Bewusstsein und die Sensorik bereits wach sind. Glücklicherweise hat sich dieses Problem bei mir seit 1971 nicht mehr gezeigt und ich rätsele noch heute, ob dies etwas mit den Arbeiten im biochemischen Labor zutun gehabt, es sich also um eine Art Vergiftung gehandelt haben könnte.

Karl
yuna
yuna
Mitglied

Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von yuna
als Antwort auf karl vom 09.01.2013, 17:41:26
(...) Glücklicherweise hat sich dieses Problem bei mir seit 1971 nicht mehr gezeigt und ich rätsele noch heute, ob dies etwas mit den Arbeiten im biochemischen Labor zutun gehabt, es sich also um eine Art Vergiftung gehandelt haben könnt.
geschrieben von karl


Ohne eine Ferndiagnose zu stellen (das kann ich nicht): Vorausgesetzt deine Beschreibung stimmt so, denke ich, dass es ein völlig normaler Vorgang war. Wie gesagt, diese Störung kann auch bei gesunden Menschen auftreten (dann temporär), besonders wenn er einen gestörten Schlafrhythmus hat beispielsweise durch Stress, Schichten, Übermüdung etc.
Ändern sich die Umstände günstig, lassen auch diese Fehlfunktionen für gewöhnlich wieder nach.
Ausnahmen sind aber beispielweise die bereits erwähnten Narkoleptiker, die sich ihr Leben lang damit fast jede Nacht rumplagen.

Hypnagoge Halluzinationen sind kein zwingendes Kriterium, sie können begleitend erscheinen.
Manchmal hat man sie sogar und merkt es gar nicht, da sie sich in die realen Sinneswahrnehmungen nahtlos einfügen können. So kann es z.B. dazu kommen, dass man in seinem Zimmer den Fernseher sieht, der ein Programm zeigt, was perfekt zu dem passt, was man gerade hört - die Bilder sind Halluzinationen, das Gehörte kann real sein.
Denn, auch wenn man da liegt und sich nicht bewegen kann, bekommt man vieles, oft auch alles, um sich herum glasklar mit.
Nur ist einem nicht immer gleich bewusst, dass man eigentlich noch daliegt und die Augen geschlossen hat. Man merkt zwar, dass man sich nicht bewegen kann, aber man glaubt häufiger mal man läge mit offenen Augen da.

Ein Trick da schneller rauszukommen ist die Augen zu bewegen und sich dann an der Bewegung der Fingerspitzen zu versuchen.
Direkt aufstehen zu wollen führt irrwitzigerweise eher dazu, dass man in so einer Halluzination landet - man glaubt man laufe durch das Zimmer, aber im Endeffekt liegt man noch im Bett.
Eben dieser Punkt wird dann von Esoterikern als eine außerkörperliche Erfahrung beschrieben.

Faktisch laufen sie aber nur innerhalb ihres Geistes herum - verlassen also den Körper nachweislich nicht.

Am schnellsten kommt man übrigens aus dem Zustand, wenn jemand einen berührt. Problem ist nur, man sieht von außen aus, als schliefe man friedlich. Wenn es nicht gerade etwas wichtiges gibt - wer sollte einen dann berühren und wecken?

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2.Rosmarie
2.Rosmarie
Mitglied

Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von 2.Rosmarie
als Antwort auf yuna vom 09.01.2013, 18:40:38
Danke, Yuna, für deine hochinteressante, ausführliche Antwort! Da ein Bekannter von uns auch schon mal über solch eine Schlafparalyse (so nannte er das) berichtet hat und von seiner großen Panik berichtete, da wieder herauszukommen, finde ich deine Erklärung besonders erhellend.
yuna
yuna
Mitglied

Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von yuna
als Antwort auf 2.Rosmarie vom 10.01.2013, 08:08:48
Gerne 2.Rosmarie :)
Die Angst bzw Panik, die dein Bekannter und auch Karl beschrieben empfinden übrigens fast alle, die sich das erste Mal in so einer Schlafparalyse wiederfinden.
Bis sie dann erfahren, dass es keine so schlimme Sache ist, wie sie einem erscheint.
Im Endeffekt dauert es manchmal nur wenige Sekunden bis man sich wieder bewegen kann, es erscheint einem aber trotzdem endlos lange.
Und wirklich frei von Angst wird man sie wohl nie erleben (oder zumindest nicht dauerhaft).
Ist aber leider auch ein anderes Thema :)
2.Rosmarie
2.Rosmarie
Mitglied

Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von 2.Rosmarie
als Antwort auf yuna vom 10.01.2013, 15:02:17
Yuna, für mich ist deine Erklärung doppelt interessant. Einmal beruhigt mich der Gedanke, dass - falls mir mal so etwas passieren sollte - ich schon davon gehört habe und mich an dein Augen- und danach Fingerbewegen erinnern werde.

Unserem Bekannten wurde von einem Freund der Tipp gegeben, im allgemeinen helfe es, wenn der Betroffene versuche, wieder einzuschlafen. Ein wenig später könne es durchaus sein, dass er normal aufwache.
Als Erklärung bekam er gesagt, dass beim Schlafen die Muskeln erschlafften. Beim Aufwachen käme es halt in seltenen Fällen zu Fehlleistungen...
Ich könnte mir denken, dass diese Erklärung auch stimmig ist. ? Aber deine geht mehr in die Tiefe.

Um im großen Bogen wieder in die Nähe des Ausgangsthemas zu kommen, möchte ich zu derlei veränderten Bewusstseinszuständen noch etwas erzählen. In einem Buch (von einem Kulturanthropologen geschrieben) las ich mal folgendes. In dem Indianerdorf, in dem der Autor in jungen Jahren zwecks Studien lebte, wurden einmal so gut wie alle Hunde des Dorfes von einem Fanatiker vergiftet.

Ein wenig später traf sich der Anthropologe mit Indianerschamen, die einige hundert km weg in einem anderen Areal wohnten. Plötzlich sagte der eine: "Sag mal, was ist in eurem Dorf los? Wieso gibt es da keine Hunde mehr? Wir sind (zu der und der Gelegenheit bei einer schamanischen Reise) über euer Dorf geflogen und dabei ist uns aufgefallen, dass kein einziger Hund mehr herumlief.

Irre nicht? Aber sicher fällt dir und euch auch eine mögliche Erklärung dazu ein?

Wichtigmachen oder bewusste Täuschung des Autors halte ich für ausgeschlossen. Außerdem wurde diese Anekdote nur mal so am Rande erzählt. Die Hauptthemen des Buches waren ganz andere und völlig "unesoterische".
yuna
yuna
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Re: Mysteriöse Erscheinungen - nach dem Tod eines Familienangehörigen
geschrieben von yuna
als Antwort auf 2.Rosmarie vom 10.01.2013, 16:11:05

Unserem Bekannten wurde von einem Freund der Tipp gegeben, im allgemeinen helfe es, wenn der Betroffene versuche, wieder einzuschlafen.(...)

Problem dabei sehe ich vorrangig darin, dass es sich schwierig gestalten könnte, einfach wieder einzuschlafen, wenn man furchtbare Angst hat, weil man nicht versteht, was gerade passiert. Besonders in Kombination mit Halluzinationen (die ja auch aus einem Albtraum heraus entstehen können). Da möchte man dann oft einfach nur flüchten, was schlecht geht, wenn man sich nicht bewegen kann. Letzten Endes entscheidet das aber jeder für sich selbst - was für ihn besser funktioniert sollte die erste Wahl sein. :)

Irre nicht? Aber sicher fällt dir und euch auch eine mögliche Erklärung dazu ein?

Wichtigmachen oder bewusste Täuschung des Autors halte ich für ausgeschlossen. Außerdem wurde diese Anekdote nur mal so am Rande erzählt. Die Hauptthemen des Buches waren ganz andere und völlig "unesoterische".

Irgendwelche Erklärungen kann man sich sicher immer irgendwie aus den Fingern saugen - ob die dann aber stimmen kann man wohl schlecht mit Sicherheit sagen, besonders, wenn man nicht dabei war.

Ich präzisiere mal meine Aussagen aus dem vorangegangenen Beiträgen: Ob es letztendlich etwas wie eine OBE gibt (definiert danach, wie sie in Esoterikerforen besprochen wird, dass man tatsächlich seinen Körper verlässt und nicht nur das Gefühl hat, man verlasse ihn) kann wohl gegenwärtig niemand mit Sicherheit sagen.
Allerdings lassen mich bisherige Versuchsreihen daran zweifeln, dass zumindest jene, die von sich behaupten es zu können und sich dazu der Wissenschaft zur Verfügung stellen, es auch tatsächlich können.
Insgesamt kann ich sagen, ich stehe dem äußerst skeptisch gegenüber, insbesondere da die Wissenschaft bzw. Neurologen ausreichende Erklärungen dafür anbieten, was im Gehirn während einer solchen "Erfahrung" geschieht.

Und zwei Völker die mehrere 100km auseinander liegen zwischen denen die Schamanen im Geiste hin und her reisen - ob die nicht doch entfernt etwas davon mitbekommen haben, dass da jemand umgeht und Hunde vergiftet...
Ich kann es überhaupt nicht beurteilen.

Spannend, wenn das alles so wäre :)
Aber auch beunruhigend - ich muss mich doch fragen ob so ein umherschwirrender Astralkörper von Hauswänden aufgehalten werden kann. Auf Klo bin ich gerne alleine, sonst kann ich nicht Pipi. =/

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