Forum Gesundheit und Fitness Gesundheit Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen

Gesundheit Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen

aixois
aixois
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von aixois
als Antwort auf karl vom 12.09.2020, 11:39:05

Eine zweite Welle sehe ich aber auch - nach der jüngsten Forderung Streecks nach einem Strategiewechsel in Richtung "Herdenimmunität" - was die Diskussion über die Art, den Umfang und der Dauer der staatlichen Beschränkungen angeht. Eine Diskussion,  die - ein paar Wochen vor dem Beginn der Grippesaison 2020/2021 - völlig zur Unzeit kommt und dazu angetan ist, weiter zu 'entsolidarisieren' bzw, die kruden Positionen der Querbrettler zu 'objektivieren ' und zu 'verwissenschaftlichen' - "sogar Streek sagt ..."

Streek will weg von den (in der Mehrzahl ohnehin symptomlosen) Infizierten, hin zu den Todesfallzahlen bzw. die Aus-/Überlastung der intensive care Kapazitäten in den Kliniken.
Höhere Infektionsraten seien gesellschaftlich nicht 'unbedingt' negativ zu sehen. Man könne nicht das ganze  Leben 'pausieren' lassen. Es müsse eben Sorge getragen werden, dass die vulnerablen Gruppen sich besonders schützen bzw. geschützt würden.

Ganz so, als ob die Inzidenz des Virus 'steuerbar' wäre und erst gegengehalten werden müsse, wenn die Symptome schwerer werden bzw. die freien Betten knapp werden.

(Lt Die Zeit:) Streeck: "Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind – zumindest für einen kurzen Zeitraum – immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen."

Streeck reklamiert auch für sich ausdrücklich  das Recht auf Irrtum - auf den Anstieg der Toten zu warten, birgt das Risiko dem Virus hinterherlaufen zu müssen. Die Frage, welcher Preis dafür zu  zahlen wäre (auch für die Wirtschaft) , stellt sich Streeck nicht. Und da fängt sein Irrtum schon an.

 
Michiko
Michiko
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von Michiko
als Antwort auf aixois vom 13.09.2020, 18:07:36
(Lt Die Zeit:) Streeck: "Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind – zumindest für einen kurzen Zeitraum – immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen."
 

Und damit ist jede Statistik hinfällig. Und wie lange die so erworbene Immunität vorhält, das weiss auch keiner. Aber die Überlegungen Streecks sind nicht von der Hand zu weisen, auch wenn uns die nächste Grippewelle und wahrscheinlich nicht nur die, noch bevorsteht.
Eigentlich gibt es nur ein Mittel, das schützen kann, das ist ein Impfstoff, leider immer noch nicht in Sicht.
vivienne
vivienne
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von vivienne
als Antwort auf aixois vom 13.09.2020, 18:07:36

Hallo @aixois,

Prof. Streecks Auffassung ist für mich nicht so recht nachvollziehbar.

Nach meiner Ansicht darf man auf gar keinen Fall warten, bis die Krankenhauseinweisungen und damit auch die Todesfälle wieder zunehmen.
Das Ziel muss vielmehr sein, die Zahl der täglichen Neuinfektionen möglichst niedrig zu halten, denn nur so ist gewährleistet, dass die Gesundheitsämter die Ausbreitung des Virus einigermaßen unter Kontrolle behalten können.
Wenn die Zahlen wieder stärker ansteigen, werden auch wieder mehr alte Menschen schwer erkranken mit der Folge, dass unsere Krankenhäuser sehr schnell in eine ähnlich schwierige Situation kommen wie schon mal im März/April erlebt und wie der Blick auf das augenblickliche Infektionsgeschehen in Frankreich, Spanien, UK zeigt.
Warum sollte sich das Virus bei uns weniger stark ausbreiten, wenn es dazu die Gelegenheit bekommt als bei unseren europäischen Nachbarn??

Ich verstehe auch nicht, wie harmlos Prof. Streeck die im Augenblick eher jüngeren Covid-19-Patienten mit den meist milderen Krankheitsverläufen einschätzt. Prof. Lauterbach beispielsweise weist immer wieder darauf hin, dass auch Covid-Patienten mit milden Verläufen nach überstandener Krankheit unter sehr schwerwiegenden Langzeitfolgen zu leiden haben...

vivienne



 


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Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf vivienne vom 13.09.2020, 21:05:55

Kann es nicht auch sein, dass Herr Streeck durch diese ständig von allen anderen Forschern abweichenden Meinungen seine noch junge Karriere puschen will? Warum sonst hat er beispielsweise damals im April oder Mai bei seinen "Studien" in Heinsberg eine Werbeagentur (oho!) mitlaufen lassen?

Quellen:

Artikel in der Süddeutschen

Artikel auf BR24

JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von JuergenS

Für mich ist Drosten nach wie vor der ausreichende Maßstab, weil ich ja Laie bin und er es mir trotzdem sinnvoll erklären kann.

Wenn man die neuen Ansteckungszahlen von Israel und Spanien, Frankreich etc. sieht, könnte es statt einer zweiten Welle eher der Anfang eines Tsunami sein, weil die weltweite Seuche erst jetzt richtig in Fahrt kommen könnte. Auch D. ist hochgradig gefährdet, wir sind ein internationaler Drehpunkt, wo alles möglich ist, sogar diese überflüssigen Demos gegen corona, also nicht gegen etwas, was man abschalten kann.

Via
Via
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von Via

Ein interessanter Beitrag von Mai Thi Nguyen-Kim auf ihrem youtube-Kanal maiLab.

Wie können wir die befürchtete zweite Corona-Welle verhindern? Das Testen spielt dabei eine große Rolle. Aber dazu müssen wir verstehen, welche Tests es gibt und wie man Kennwerte wie Sensitivität und Spezifität bewerten muss. Gleichzeitig machen Tests Hoffnung, die zwar eine geringe Sensitivität haben, aber schneller und billiger eingesetzt werden könnten.


Frau Nguyen-Kim ist eine deutsche Wissenschaftsjournalistin, Fernsehmoderatorin, Chemikerin, Autorin, Webvideoproduzentin und seit Juni 2020 Mitglied im Senat der Max-Planck-Gesellschaft (Wikipedia)
 

Wer sich nicht für den wissenschaftlichen Hintergrund interessiert, kann sich ab 14:43 die Zusammenfassung und einen positiven Ausblick anschauen.

INHALT
0:00 Intro
1:36 Was ist der Corona-Masterplan?
2:52 Infektionen niedrig halten
4:10 Test & Kontaktverfolgung ausbauen
4:38 Das Problem mit den Virustests
6:24 Das Problem mit den Anitkörpertests
7:50 Yay Statistik! Sensitivität & Spezifität
9:36 Sehr wichtig: Der positiv prädiktive Wert
14:43 Corona-Schnelltests: Die neue Hoffnung
19:19 Keksempfehlung

VG - Via
 

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Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf JuergenS vom 14.09.2020, 10:20:55
Wenn man die neuen Ansteckungszahlen von Israel und Spanien, Frankreich etc. sieht, könnte es statt einer zweiten Welle eher der Anfang eines Tsunami sein, weil die weltweite Seuche erst jetzt richtig in Fahrt kommen könnte.
 

So sehe ich das auch. Und wenn dann in 3-6 Wochen die Grippewelle aufkommt, dann wird es "interessant"...
aixois
aixois
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von aixois
als Antwort auf Der-Waldler vom 14.09.2020, 09:18:45

"... seine noch junge Karriere puschen will ..."

Mit 41 Jahren Nachfolger von Drosten - der sich 2017 an die Charité berufen liess -   Direktor des Instituts für Virologie in Bonn geworden zu sein (vor knapp einem Jahr), ist ja auch nicht gerade eine 'langsame' Karriere !
OK, Drosten hat diesen Posten schon mit  35  bekommen, d.h. 6 Jahre früher. Dafür hatte Streeck etwas später mit dem Medizinstudium angefangen.

Ob es da 'persönliche' Karrierevergleiche zwischen den beiden, doch noch recht jungen (Drosten ist  5 Jahre älter als Streeck) Professoren gibt und diese möglicherweise eine kleine Rolle spielen, bei den oft gegensätzlichen Positionen der Bonner vs. die Drosten Anhänger in Sachen Corona, kann man, von außen betrachtet, nicht sehen.
Konkurrenz muss ja nicht schlecht sein, wenn es denn dem wissenschaftlichen Fortschritt dienlich ist. Sie gehört zum Alltag, auch (und gerade) im Bereich der Wissenschaft.

Im Corona Fall aber,  wo es darum geht, die Öffentlichkeit von der Sinnhaftigkeit der staatlich verordneten Kontakteinschränkungsmassnahmen zu überzeugen, halte ich die auf allen Media Kanälen präsente Vielstimmigkeit aber eher für kontra-produktiv, weil sie  die Bürger, auf deren Vertrauen der Staat (= politischen Parteien) angewiesen ist, verunsichert und teilweise sogar über das Thema Corona hinaus rebellisch werden lässt.

Ich wünschte mir, die Fachleute würden ihre profilierungsbedingten (oder auch nicht) Meinungsdifferenzen in internen Zirkeln austragen, nicht aber in der breiten Öffentlichkeit. Auch von vom Schaffensdrang getriebenen Wissenschaftlern, die erst in ihren  40-er sind, sollte man erwarten können, sich verantwortlich zu zeigen, was die Wirkung ihrer Überzeugungen angeht.
Besonders wenn zugegeben wird, dass man sich natürlich auch irren kann und eigentlich noch keiner so recht Ahnung über die junge Covid19 Krankheit  hat (haben kann).
 
vivienne
vivienne
Mitglied

RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von vivienne
als Antwort auf aixois vom 14.09.2020, 11:44:08

@aixois, @Der-Waldler,

ich glaube, dass bei Streeck auch seine missglückte "Gangelt-Studie", mit der er sich als wissenschaftlicher Politik-Berater profilieren wollte (war jedenfalls mein Eindruck), heute noch nachwirkt. Ab Mitte April ist Streeck wegen seiner "wissenschaftlich unüblichen", voreiligen Veröffentlichung von letztlich nicht haltbaren Ergebnissen und Verallgemeinerungen immer wieder massiv kritisiert worden - u.a. auch von Drosten...

(vgl.auch Drostens Corona-Update 31 v. 14.04.2020)

vivienne

digi
digi
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RE: Die zweite Corona-Welle ist in Europa angekommen
geschrieben von digi

Einstein hat Recht.

Bei uns im Nachbarort (Hanau) schlägt die Statistik Kobolz.
Es war offensichtlich doch zu kurzsichtig, die Schulen wieder zu öffnen.

Aus meinem Bekanntenkreis ist vorige Woche der Vater gestorben an Corona, 47 Jahre.
Familie steht allein da.

Nur gut, dass wir keine Flöhe und Ratten mehr haben,
die ehemals die Spanische Grippe verbreitet haben.
Heutzutage übernehmen das Demonstrationen und 'Happenings'.
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