Forum Gesundheit und Fitness Gesundheit Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit

Gesundheit Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit

Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von lara
als Antwort auf det vom 09.09.2014, 11:22:23

Da Du ja angeblich in der Suchttherapie gearbeitet hast, da solltest Du wissen, daß der Beitrag von Schorsch der Glaube von Otto Normalverbraucher ist, mehr auch nicht. Mit deiner angeblichen Erfahrung hättest Du den Artikel der Süddeutschen eigentlich verstehen müssen. Das Medikament setzt genau an einem der Punkte an, an denen Sucht entsteht, dem Belohnungszentrum. Es sorgt dafür, daß Alkohol nicht mehr die gewohnte Wirkung dort entfalten kann.
Wenn Du wirklich Ahnung von Sucht hättest, dann würdest Du die gängigen Theorien dazu kennen und wüstest auch, warum das Medikament genau an diesem Punkt ansetzt. Aber anscheinend hast Du den Artikel nicht verstanden, sondern nur die altbewährten Vorurteile ausgepackt.
det
geschrieben von det

Hallo det, mir scheint der letzte Absatz in dem Artikel sehr wichtig zu sein.

Ich denke auch dass es gut wäre, wenn Menschen die zu viel trinken sich behandeln ließen, bevor die Sucht sie voll im Griff hat, aber auch mein Ex behauptete immer, wieso ich trinke ganz normal.

Aus meiner Erfahrung, und ich kenne viele Alkoholiker, gehen sie erst zur Entgiftung und zur Therapie wenn sie ganz unten sind, wenn der Job weg ist, wenn die Familie geht und sie körperlich am Ende sind.
Was der Alkohol nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei den Familien anrichtet, ist oft unerträglich.

Ich bin kein Otto Normalverbraucher, war verheiratet mit einem Alkoholiker.

Hier kannst Du lesen wie Kinder von alkoholkranken Eltern leiden.

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article9477993/Was-Kinder-von-Alkoholikern-
Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von meli
als Antwort auf lara vom 09.09.2014, 11:57:06
Lara,

ich habe mir erlaubt, den Link anklickbar zu machen.

Meli

Kinder von Alkoholikern
Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von lara
als Antwort auf meli vom 09.09.2014, 12:03:04
Liebe Meli,
ich danke Dir.
Lara

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Drachenmutter
Drachenmutter
Mitglied

Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von Drachenmutter
als Antwort auf lara vom 09.09.2014, 12:05:06
Deinem Link folgend, habe ich noch dieses gefunden:

Klinik therapiert Alkoholiker – und zwar mit Alkohol

Es gibt wohl doch noch andere Wege, als die sofortige Abstinenz.

LG,
woelfin
Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von meli
als Antwort auf Drachenmutter vom 09.09.2014, 12:11:00
Klar, Woelfin, das ist innerhalb einer Klinik sehr einfach unter Kontrolle zu halten, zumal ja auch regelmäßig die Alkoholkonzentration im Blut gemessen wird.

Und was ist, wenn der Kranke wieder außerhalb der Klinik ist?

Such doch mal weiter, vielleicht findest Du dazu auch noch was.

Ich befürchte allerdings, dass erst noch sehr viel kaputt gehen wird, bis sich das Ganze als Unsinn herausstellt.

Nehmen wir z.B. die Heroinsucht und das Methadonprogramm.

Hier wird die Sucht bekämpft, die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt, Kinder können bei ihren Eltern bleiben.

Aber!!!

An das Methodan kommen Süchtige nur unter strengster Kontrolle. Sie bleiben vom "Stoff" weg.

Und sie schaffen diesen Weg, weil sie ganz unten waren und die Krankheitseinsicht und -akzeptanz entwickelt haben.

Bei Alkoholikern, die es schon nicht schaffen, dem gesellschaftlichen Druck und Stigma zu begegnen, steht der "Stoff" jederzeit bereit.
Und die auf dieser Krankheitsstufe sind, haben noch keine Einsicht und Akzeptanz entwickelt.

So viel Selbstdisziplin werden die wenigsten aufbringen, dafür gehen viele vollends kaputt.

Ich denke, ich habe hier jetzt genügend Argumente eingegeben und werde mich jetzt den erfreulichen Dingen des Lebens zuwenden.
Macht mal schön weiter, vielleicht kommt ja noch was Neues hinzu.

Meli
Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von ehemaliges Mitglied_84475
als Antwort auf det vom 06.09.2014, 12:03:17
Hallo det,

Nalmefen ist nicht mehr als eine Notlösung für diejenigen Alkoholkranken, die eine Abstinenz nicht schaffen und durch ihren exzessiven Alkoholkonsum von schweren gesundheitlichen Schäden bedroht sind; eine echte Alternative ist es nicht. Erstes Ziel der Suchtbehandlung ist und bleibt die vollkommene Abstinenz. Mit Nalmefen lässt sich allenfalls eine Art Schadensbegrenzung erreichen und dies auch nur vorübergehend.

Das Mittel ist übrigens uralt und wurde ursprünglich als Gegenmittel gegen Opiatüberdosierung entwickelt (etwa 1970), konnte sich aber nicht gegen Naloxon, ebenfalls ein Opioid-Antagonist, durchsetzen.

Ursula

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sissismam
sissismam
Mitglied

Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von sissismam
als Antwort auf det vom 09.09.2014, 09:44:20
[Du hast die nötige Qualifikation um zu beurteilen, daß das im Artikel genannte Medikament nicht wirkt - Pharmakologin zum Beispiel?

det
geschrieben von det


aber sicher
lebenserfahrung und gesunder menschenverstand
solltest du vielleicht auch mal ausprobieren
det
det
Mitglied

Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von det
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 09.09.2014, 12:31:11
Hallo Ursula,

das ist doch klar, wofür das Medikament dienen soll. der Artikel sagt aber auch deutlich daß es dazu verwendet werden soll, ein Angebot für diejenigen zu schaffen, die - aus welchen Grund auch immer - für eine lebenslange Abstinenz nicht ansprechbar sind. Die Selbsthilfe, wie auch die professionelle Hilfe, wie meli sie darstellt, stehen diesem Personenkreis doch völlig hilflos gegenüber.
Dass Nalmefen nun von den Kassen erstattet wird, ist in erster Linie ein Signal, dass die Latte in der Alkoholtherapie nicht immer ganz oben hängen muss. Damit könnte es auch Hausärzten leichter fallen, Patienten auf deren Alkoholprobleme anzusprechen. Das wäre durchaus ein Gewinn, denn sie sind häufig die ersten und oft genug auch die einzigen Mediziner, die den problematischen Konsum entdecken. "Wir haben die Chance, statt zehn Prozent nun 20 bis 30 Prozent der Patienten in Behandlung zu bringen", hofft Mann.

Zum anderen ist das reduzierte Trinken für die, die es ernst meinen, keine fröhliche Augenwischerei. Das Konzept beinhaltet in der Regel psychosoziale Unterstützung, mit deren Hilfe Ziele für die Reduktion definiert und eingehalten oder aber angepasst werden.
geschrieben von Artikel der Süddeutschen


Ich verstehe absolut nicht, daß dann Panik aufgebaut wird, die bislang trocken lebenden Alkoholiker könnte wieder auf die schiefe Bahn geraten. ich bin sicher, daß diejenigen, die durch so ein Medikament verführt werden, ohnehin auf sehr wackeligen Beinen stehen. Soll man tatsächlich die Chance vergeben, einen größeren Kreis von Betroffenen anzusprechen, nur weil vielleicht ein paar bisher abstinent lebende gefährdet werden könnten?

Die gleiche unselige Diskussion gab es schon einmal in den 90ern, als das Programm aus Großbritannien bekannt wurde, das nur versuchen sollte, Betroffene wenigstens für einige Zeit zu stabilisieren und nicht für immer. Auch dieses Programm hatte zum Ziel, einen Kreis von Betroffenen anzusprechen, der für die herkömmliche Therapie nicht erreichbar war. Schon damals gab es die Betonköpfe, die jede andere Form als das bekannte "Nie wieder"-Dogma ablehnten. Ich habe das Gefühl, man läßt die Betroffenen lieber einen besch..... Tod sterben, als einmal vom Dogma abzuweichen.

det
olga64
olga64
Mitglied

Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von olga64
als Antwort auf sissismam vom 09.09.2014, 12:59:44
Also das heisst, dass jetzt Medikamente dergestalt in Langzeit geprüft werden, in dem die Lebenserfahrung und der gesunde Menschenverstand (was immer das sein mag) die Hauptrolle spielen? Ich kenne die gesetzlich vorgeschriebenen Testserien und -prozedere der Pharma-Industrie völlig anders - woher bekommt ein Menschenverstands-Medikament dann die Zulassung? Olga
Re: Ein neuer Weg in der Therapie von Alkoholabhängigkeit
geschrieben von meli
als Antwort auf olga64 vom 09.09.2014, 16:26:57
Nalmefen ist nicht mehr als eine Notlösung für diejenigen Alkoholkranken, die eine Abstinenz nicht schaffen und durch ihren exzessiven Alkoholkonsum von schweren gesundheitlichen Schäden bedroht sind; eine echte Alternative ist es nicht. Erstes Ziel der Suchtbehandlung ist und bleibt die vollkommene Abstinenz. Mit Nalmefen lässt sich allenfalls eine Art Schadensbegrenzung erreichen und dies auch nur vorübergehend.

Das Mittel ist übrigens uralt und wurde ursprünglich als Gegenmittel gegen Opiatüberdosierung entwickelt (etwa 1970), konnte sich aber nicht gegen Naloxon, ebenfalls ein Opioid-Antagonist, durchsetzen.


Heraushebung von mir

Liebste Olga,

noch einmal für Dich zum Nachlesen. Mach es doch zusammen mit det - das hilft dann vielleicht...

Grüßle

Meli

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