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Gesundheit Einsamkeit erhöht Sterberisiko

Elmos
Elmos
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Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Elmos
Hallo,

in einer Studie wurde untersucht inwieweit Einsamkeit zu einer erhöhten Sterblichkeit führen kann.

Liebe Grüße
Andrea
AltesHaus
AltesHaus
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von AltesHaus
als Antwort auf Elmos vom 24.04.2016, 07:50:23
Guten Morgen !

Ein trauriges Thema am frühen Sonntagmorgen.
Elmos
Elmos
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Elmos
als Antwort auf AltesHaus vom 24.04.2016, 08:54:38
Hallo AltesHaus,

(witzige Anrede die sich da aus deinem Namen ergibt übrigens).

Ich muss sagen: "Jein". Im ersten Moment scheint es ein trauriges Thema zu sein. Aber auf den zweiten Blick ist es eigentlich sehr gut und wichtig, dass auch in der Medizin auf dieses Thema etwas focussiert wird, oder?

So steht in dem verlinkten Artikel:

"In einem Editorial schlagen die Psychologen Julianne Holt-Lundstad und Timothy Smith von der Brigham Young University in Provo, Utah, vor, dass Ärzte, die das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko ihrer Patienten senken wollen, auch deren soziale Netzwerke einbeziehen sollten. Sollte es hier Mängel oder Probleme geben, sollten sie diese zu Psychologen schicken oder ihnen raten, Anschluss zu suchen, einem Verein beizutreten, Kurse zu besuchen oder wieder den Kontakt mit Freunden zu knüpfen. Das sei deswegen wichtig, weil Einsamkeit und soziale Isolation in Europa und Nordamerika zunehmen. Und sie meinen, dass man sich bemühen sollte, "bestehende familiäre Beziehungen zu stärken". Das könne effektiver sein als Interventionen von Experten."

Das ist ja nun auch etwas, woran jeder einzelne selber etwas arbeiten kann. Seine familiären Bindungen aufrecht zu erhalten, unter Menschen zu gehen, sich Vereinen anzuschliessen etc. Und weil viele Menschen vielleicht nicht bereit sind so etwas einfach "nur so" zu tun, für die Gesundheit tun sie es dann vielleicht doch - und erhalten den Nebeneffekt etwas glücklicher zu werden.

Was ich auch spannend fand war der letzte Absatz:
"Unklar sei etwa, ob die Kommunikation über Soziale Netzwerke Einsamkeit verhindere oder sie noch weiter stärke."

Das ist nämlich ein Punkt über den ich auch häufiger nachgrüble. Ich bin seit fast 20 Jahren im www "unterwegs". Viele Leute kenne ich virtuell länger und besser als manch "echten" Menschen aus meiner Nachbarschaft. Ich muss sagen, die Beziehungen die ich schon so lange pflege, auch virtuell, die geniesse ich häufig auch sehr und fand sie für mein Leben auch sehr bereichernd. Aber grade seit ich hier beigetreten bin frage ich mich ob das nicht eher "kontraproduktiv" für meinen "Einsamkeitslevel" ist. Sich letzten Endes mit Fremden Menschen zu "unterhalten" ist doch seltsam - und ich glaube nicht unbedingt der Einsamkeit abträglich.

Vielleicht irre ich mich aber auch, ich werde das erst noch mal etwas weiter beobachten.

Liebe Grüße
Andrea

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karl
karl
Administrator

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von karl
als Antwort auf Elmos vom 24.04.2016, 09:12:42
Guten Morgen Andrea,

das ist ein wichtiges Thema, auch die Frage, inwieweit virtuelle Netzwerke die Einsamkeit bekämpfen oder fördern. Wichtig ist, dass virtuelle Netzwerke, auch der Seniorentreff, immer wieder auch reale Treffen möglich machen, wie z. B. ab morgen in Bochum das von anjana organisierte Treffen.

Darüberhinaus ist aber auch die virtuelle Kommunikation Kommunikation! In unserem Gehirn laufen ähnliche Prozesse ab, es fehlt eigentlich nur ein Teil der sinnlichen Wahrnehmung. Jedenfalls ist die virtuelle Kommunikation besser als keine! Ich weiß, dass einige aus unserem Kreis darauf angewiesen sind.

Zum Thema generell: Es wurde hier schon oft angesprochen und ich möchte das unbedingt auch umsetzen, wir könnten unter Interessierten ein Notrufnetz aufbauen, so dass sich besser um einzelne gekümmert werden kann. Überlegungen dazu sind weiterhin erwünscht, für die technische Umsetzung habe ich Gespräche begonnen.

Einen schönen Sonntag, Karl
Maslina
Maslina
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Maslina
als Antwort auf Elmos vom 24.04.2016, 07:50:23
In Mannheim ist ein Projekt " Mannheim gegen Einsamkeit" angelaufen und zur Zeit eine Schulung für sogenannte Paten als Kontaktpersonen.

info@ggm-gesundheitsprojekt.de

Elisabeth
olga64
olga64
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von olga64
als Antwort auf Elmos vom 24.04.2016, 07:50:23
Ich denke, dass alle Menschen - ob nun einsam oder nicht - ein permanentes Sterberisiko in sich tragen; da wir aber alle ständig älter werden, motivieren mich persönlich Themen, die mir erklären, warum dies erfreulicherweise so ist.
Einsamkeit muss definiert werden. Es gibt Menschen, die sich diese selbst wählen und es gibt die anderen, die es gerne ändern würden, aber aus welchen Gründen auch immer, nicht können.
Der erste Schritt ist hier sehr hilfreich: auf andere zugehen und sich mit ihnen gegen die Einsamkeit "verbünden". Wenn in einer immer grösseren Single-Gesellschaft viele "einsam" sind, müsste dies auch rechnerisch gut möglich sein, dass sich diese Menschen finde. Das grösser Problem kommt dann vermutlich im 2. Schritt: dass es die Menschen miteinander aushalten, weil jeder andere Vorstellungen davon haben wird, was er oder sie möchte, um nicht mehr einsam zu sein.
DAs wäre doch ein wirkungsvolles Mittel gegen einen vorzeitigen Tod. Olga

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barbarakary
barbarakary
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf olga64 vom 25.04.2016, 16:59:39
Wichtig finde ich auch, dass man als Single einen einigermaßen guten Draht zur Nachbarschaft hat. Also vertrauenswürdige Leute wissen lässt, wenn man verreist oder für den Fall eines übervollen Briefkastens oder zu lange geschlossener Rollläden bei diesen Nachbarn eine Kontaktadresse von Familienangehörigen hinterlegt hat, bei gutem Vertrauensverhältnis auch einen Schlüssel.

Im Pflegefall oder bei gewisser Hilfsbedürftigkeit ist natürlich der Notrufknopf zu sozialen Diensten die beste Lösung.

Leider gab es in meiner Verwandtschaft auch den Fall, dass eine 50-Jährige 10 Tage unentdeckt tot in der Wohnung lag, weil durch Missverständnisse übliche Kontakte genau in dieser Zeit wegfielen.

LG barbarakary
Roxanna
Roxanna
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Roxanna
als Antwort auf olga64 vom 25.04.2016, 16:59:39
Olga, da haben Sie es auf den Punkt gebracht. Der 2. Schritt, es miteinander auszuhalten, das ist vielleicht das größere Problem. Je älter der Mensch, je geprägter durch sein Leben, festgefahren in dem, was er/sie möchte oder nicht möchte usw. erschwert doch die Pflege von sozialen Kontakten sehr. Und je länger "Mensch" allein lebt, um so schwerer fällt es ihm auch, Nähe zuzulassen. Mut, über seinen eigenen Schatten zu springen, erfordert Kraft, die nicht Jede(r) aufbringen kann. Wie wäre dem abzuhelfen?

Roxanna
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Roxanna vom 25.04.2016, 17:53:55
Vielleicht müsste man Einsamkeit in seiner möglichen Bedeutung erst identifizieren. Für mich ist der Begriff Einsamkeit positiv belegt, für viele andere offenbar negativ. Wenn ich mich z.B. erholen möchte, von anstrengender Hirnarbeit , lauten Menschen usw. suche ich die absolute Einsamkeit und fühle mich weder alleine noch einsam. Denn irgendwo zwitschert ein Vogel, es rauscht der Wind in den Bäumen usw. also kommt bei mir das Gefühl der Einsamkeit nie auf. Alleine bin ich sowieso nicht, denn mindestens mein Hund begleitet mich.
Ist es vielleicht ein Unterschied ob Einsamkeit freiwillig gewählt oder einem "aufgezwungen" wird, bedingt durch irgendwelche Situationen?
Bruny
Elmos
Elmos
Mitglied

Re: Einsamkeit erhöht Sterberisiko
geschrieben von Elmos
als Antwort auf Bruny vom 25.04.2016, 18:28:55
Hallo,

ich vermute, das Problem wird nicht sein, dass man einen Teil seines Tages "alleine" ist (denn das kann wahrscheinlich jeder Mensch durchaus geniessen), sondern wie gross eben dieser Anteil am normalen Leben ist.
Bzw. wie gross im Gegensatz dazu der Lebensanteil ist den man mit Menschen verbringt deren Gesellschaft man geniesst.

Liebe Grüße
Andrea

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