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olga64
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Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von olga64

Um die Entwicklung ist ein internationaler Wettlauf entbrannt:

Derzeit sind mindestens 39 Impfstoffprojekte agelaufen.
Das Mainzer Unternehmen Biotech erhält bis zu 120 Mio Euro vom chinesischen Arzneimittelhersteller Fosun Pharma. Zudem erwirbt Fosun für 44 Mio Euro Aktien an diesem Unternehmen. ABer die Rechte am Impfstoff ausserhalb Chinas soll bei Biotech verbleiben.
Noch im März will das US-Biotechunternehmen Moderna, das mit dem amerikanischen National Institutes of Health zusammenarbeitet, seinen Impfstoff erstmals in klinischen Studien an 45 Menschen in Seattle erproben. ERste klinische Studien sind für April angekündigt.
Und dann gibt es noch Curevac in Tübingen.
Nach dem Rauswurf des US-Amerikaners DAniel Menichella, der sich mutmasslich einem unanständigen Angebot des Mr Trump zugänglich zeigte, sollte diese Firma vom ehemaligen Gründer Ingmar Hoerr geführt werden ,der sich nun jedoch aus gesundheitlichen Gründen bereits wieder zurückzieht (soll aber nichts mit Corona zu tun haben).
Biotechnologie ist harte Arbeit; die Entwicklung von Medikamenten braucht viel Zeit und sehr viel Geld. Es gibt BiotechGründer, die lieber in die USA gehen, weil es dort angelbich leichter ist,an Geld zu kommen und die Firmenbewertungen höher liegen.
Der Gründer Hoerr scheint anders zu sein; seit der Gründung von Curevac in 2000 stand das Unternehmen ständig vor der Insolvenz. Auch die Stiftung des Ehepaares Gates gehört zu den Investoren.
Leichter wurde es, als 2005 der SAP Gründer Dietmar Hopp mit seiner Beteiligungsfirma Dievini investierte.
Herr Hoerr entwickelte sein Interesse für medizinische Biotechnologie in Indien, wo er als junger Mann Krankheitsbilder wie Lepra studierte. Er sagt, der habe in Indien gelernt, wenn man etwas wirklich will, neue Wege geht, gründlich nachdenkt, dann schafft man alles.
ABer er scheint kein Einzelkämpfer zu sein, der nach der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlt  - er nutzt Begriffe wie "Team", "Wir" und "gemeinsam". Wolen wir hoffen, dass trotz seines nicht optimalen gesundheitlichen Zustandes sein Team bald einen Impfstoff gegen die Seuche Corona entwickeln kann - nach Aussage des Unternehmens sollten erste klinische Studien im Juli verfügbar sein.
Die Verfügbarkeit des Impfstoffes hängt auch vom Paul-Ehrlich-Institut ab, das für klinische Studien für Impfstoffe zuständig ist. DAnn ist es aber noch ein langer Weg bis zur Zulassung. Die EU bot Curevac einen Kredit von bis zu 80 Mio Euro an, um die Entwicklung und die Produktion eines Impfstoffes in Europa zu beschleunigen. Olga

Allegra
Allegra
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von Allegra
als Antwort auf olga64 vom 17.03.2020, 17:46:59

Ich vermisse hier eine Quellenangabe, oder ist das
danebengeschrieben?

Allegra

karl
karl
Administrator

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von karl
als Antwort auf Allegra vom 17.03.2020, 18:00:45

@allegra

Die Inhalte, aber nicht den Wortlaut, findet man im Netz, z. B. hier.

@olga64

Es ist sehr gut, dass es Wettbewerb gibt. Wir alle profitieren davon, wenn ein Impfstoff schnell gefunden werden könnte. Wir alle profitieren auch davon, dass es die Pharmaindustrie und die Impftechnologie gibt. Denjenigen, die die Pharmaindustrie immer nur verteufeln (aber oft nur ihretwegen noch leben), geht hoffentlich ein Licht auf.

Karl


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olga64
olga64
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von olga64
als Antwort auf karl vom 18.03.2020, 09:53:10
 

@olga64

Es ist sehr gut, dass es Wettbewerb gibt. Wir alle profitieren davon, wenn ein Impfstoff schnell gefunden werden könnte. Wir alle profitieren auch davon, dass es die Pharmaindustrie und die Impftechnologie gibt. Denjenigen, die die Pharmaindustrie immer nur verteufeln (aber oft nur ihretwegen noch leben), geht hoffentlich ein Licht auf.

Karl
geschrieben von karl
Ich sehe das genau so und lese mit grosser Gier, was sich hier auf diesem Markt tut.

SEit Jahresbeginnziehen die Kurse von Firmen an, die nach einem Impfstoff gegen Coronavirus forschen.
Der Aktienkurs des an der US-Börse Nasdaq notierten deutschen Biotechnologieunternehmen Biontech stieg um ca 30%. Biontech verkündet weitere gute Nachrichten: man habe mit dem US-Konzern Pfizer eine Absichtserklärung über Entwicklung und Vertrieb vereinbart. ERste klinische 'Tests werden für Ende April angekündigt.
SChneller scheint das ebenfalls bei Nasdaq notierte US-Unternehmen Moderna zu sein. Dort habe man bereits mit klinischen Tests begonnen und ein erste Proband seit behandelt worden.
In der ersten Phase würden drei unterschiedliche Dosierungen getestet, die im Abstandn von 28 Tagen verabreicht werden. 45 gesunde Menschen sollen an der Testreihe teilnehmen.
Die 2. klinische Phase ist bereits vorbereitet und die Produktion der Proben laufe schon. Moderna sei dabei, Produktionskapazitäten aufzubauen, um mehrere Millionen Dosen des Impfstoffes  herzustellen, falls er sich als wirksam und effizient erweist.
Allerdings besteht bei neuen Medikamenten das Risiko, dass sie auch in der letzten klinischen Phase scheitern. Einem solchen Rückschlag folgt dann meist der freie Kursverfall.
Deshalb ist es m.E. gut und richtig, wenn die Arbeiten auf mehrere Firmen und Forschungseinrichtungen verteilt sind, wobei dann ein sog. Baukasten-System sinnvoll wäre, damit nicht die KOnkurrenz im Vordergrund steht, sondern das Teamwork, das bisherige Erkenntnisse und wissenschaftliche Details in sich integrieren sollte. Olga
Mart2
Mart2
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von Mart2
als Antwort auf karl vom 18.03.2020, 09:53:10

Dann wäre zu hoffen,dass die Wirksamkeit einer bald kommenden Impfung wenigstens so gut ist wie der des jährlichen Grippeimpfstoffes.

Dass diese wesentlich ineffektiver ist als oft geglaubt, kann man auf WIKIPEDIA nachlesen. Auch interessant die dort erläuterten Probleme der Evaluierung.

karl
karl
Administrator

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von karl
als Antwort auf Mart2 vom 20.03.2020, 22:41:37

Das ist richtig. Das Problem bei Influenza ist das enorm variable Genom.

Zusätzlich zur hohen Mutationsrate kommt noch die Rekombination. Das Genom besteht aus 8 Segmenten, die bei Doppelinfektion einer Wirtszelle frei kombiniert werden können.

Deshalb passt eine Impfung, die immer auf Viren aus der Vergangenheit beruht, nie zu 100% auf die Gegenwart. Der Impfschutz ist jedes Jahr unterschiedlich gut. 

Karl


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schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von schorsch

Was uns (leider) noch fehlt: Ein Gesetz, das dem Staat (der Staatengemeinschaft) die Möglichkeit gibt, den  Monopolisten und Spekulanten das Handwerk zu legen, wenn ein dringend benötigtes Medikament auf den Markt gebracht wird.

dicker68
dicker68
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von dicker68
als Antwort auf schorsch vom 21.03.2020, 09:33:43

Im deutschen Grundgesetz gibt es einen Artikel:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 14 

 
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Es fehlen nur die Durchführungs-Gesetze.

Das Geschrei der Monopolisten und Spekulanten wird jedes Triebwerks-Geräusch eines startenden Großflugzeugs übertönen, aber es wäre gut es zu versuchen es umzusetzen.
In zuviele Bereichen wollte die Privatwirtschaft es ja "besser und kostengünstiger" machen. Allerdings wurde es dann recht schnell schlechter und teurer.....
olga64
olga64
Mitglied

RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von olga64
als Antwort auf Mart2 vom 20.03.2020, 22:41:37
Dann wäre zu hoffen,dass die Wirksamkeit einer bald kommenden Impfung wenigstens so gut ist wie der des jährlichen Grippeimpfstoffes.

Dass diese wesentlich ineffektiver ist als oft geglaubt, kann man auf WIKIPEDIA nachlesen. Auch interessant die dort erläuterten Probleme der Evaluierung.
Womit die Unterschiedlichkeit bei der Impfung gegen Grippe von Jahr zu Jahr zusammenhängt, hat Ihnen Karl ja gut erklärt.
Ich lasse mich nun seit mehr als 15 Jahren impfen und erkenne den grossen Nutzen für mich in der praktischen Umsetzung in vollem Umfange an.
An einer Impfung gegen Corona arbeiten global einige Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler, natürlich im Verbund mit der Pharma-Industrie, da von irgendwoher ja das Geld kommen muss. Sollte es wirklich gelingen, innerhalb von 1 1/2 Jahren eine wirkungsvolle Impfung zu finden, zu produzieren und in grossen Massstab zuverteilen, wäre dies ein immenser Erfolg für alle Beteiligten.
Wenn mehrere Produkte auf den Markt kommen könnten, wäre das das Beste - es kann gut sein,dass zeitgleich verschiedene Patente angemeldet werden.
ABer Faktum ist auch, dass der Allererste auch das allergrösste Geld machen wird!

Ich las kürzlich ,dass sich Impfgegner in Sachen Masern vor einigen Wochen zu einer Grossdemo treffen wollten - sie taten es dann doch nicht ,weil sie Angst vor Ansteckung in Sachen Corona bekamen.
ABer ich bin auch sicher, dass sich diese "Impfgemeinde" schon jetzt aufrüstet, um auch gegen eine Corona-Impfung zu demonstrieren, wenn sie sich auf der "sicheren Seite fühlen". Olga
Mart2
Mart2
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RE: Wettlauf um den Impfstoff gegen Corona
geschrieben von Mart2
als Antwort auf olga64 vom 23.03.2020, 19:37:02

Nun, die Wirksamkeit der jährlichen Grippeimpfungen ist nicht nur abhängig von den richtigen Voraussagen der in der kommenden Saison vorherrschenden Virensubtypen, sondern von einer Reihe noch nicht sehr gut verstandener Faktoren, die als primäres Impfversagen zusammengefaßt werden und auch mit der Impfstoffproduktion zu tun haben. 

Aus dem Link"Wikipedia Grippeimpfungen" und darin dem sehr ausführlichen Kapitel "Wirsamkeit"  (auf den ich bereits hinwies) ein Zitat:

"Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dessen amtlicher Auftrag es ist, der allgemeinen Öffentlichkeit mit Gesundheitsinformationen zu helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen, fasst zusammen:

In Saisons mit mittlerer Verbreitung des Grippevirus erkranken ohne Influenzaimpfung 5 von 100, nach Influenzaimpfung 2 von 100 Personen.[52]

Das Deutsche Netzwerk Evidenz-basierte Medizin wies 2019 darauf hin, dass das Patientenrechtegesetz den Bürgern das Recht auf Aufklärung und informiertes Entscheiden zusichert. Um eine informierte Entscheidung treffen zu können, müssen die möglichen Vor- und Nachteile sowie die Unsicherheiten einer medizinischen Maßnahme umfassend und in verständlicher Form präsentiert werden. Aus der aktuellen Datenlage folgert das Netzwerk Evidenz-basierte Medizin, es gebe Impfungen, deren Nutzen unbestritten ist, so die gegen Kinderlähmung und Pocken.
Daneben gebe es aber Impfungen mit bisher unklarem Nutzen, darunter die gegen Influenza. Es dürfe im ärztlichen Aufklärungsgespräch nicht behauptet werden, „dass die Impfung die Erkrankung sehr effektiv und sehr sicher verhindert.“ Bezogen auf die Grippeimpfung wäre eine solche Aussage falsch.[53]"
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Sehr viele weitere Details sind dort angeführt und es wird auf eine Reihe Metastudien hingewiesen. 

Falls du,Olga, durch die jährlichen Grippeimpfungen immer vor der Influenza  geschützt worden bist, erlaubt das allerdings  keine Verallgemeinerung und wäre sehr unwissenschaftlich.

Es wäre also sehr zu hoffen,dass ein Corona-Impfstoff besser sein wird. 


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