Forum Kommentare zu den Artikeln der Blogger Gruppenbeitraege "Sitten und Gebräuche entlang des Rheins und des Hinterlandes"

Gruppenbeitraege "Sitten und Gebräuche entlang des Rheins und des Hinterlandes"

chris
chris
Mitglied

Fasnacht - Fasnet -
geschrieben von chris


Liebe Luchsi und Meli,

ich schlage vor, neuen Thread anlegen und dann kann jeder aus seiner Gegend
berichten. Roseluise, ich kenne einiges aus Tv-Berichten von der schwbisch-alemannischen
Fasnacht und würde mich über alle Berichte freuen.


Chris
luchs35
luchs35
Mitglied

Alles klar....
geschrieben von luchs35
... es gibt einen Extrafred : "Die närrische Zeit am Rhein und drumherum". Also, Luisle, da wir "R(h)einbadener" ja Württemberg als "Anhängsel" haben, sehe ich überhaupt kein Problem, warum du nicht speziell über die alemannische Fasnacht,gezw. oberschwäbische Fasnacht berichten soltest. Nur zu, schließlich überkreuzen sich die fasnächtlichen Bräuche und Traditionen ebenso wie die Sitten und Gebräuche in dem hier laufenden Thread, der auf so viel Interesse stößt. Ebenso wird Chris über ihre Region berichten können, denn vieles ging von Rheingebiet aus oder wurde von anderen Landesteilen übernommen.

Und überhaupt : Fasnacht, Fasching und Karneval ist grenzüberschreitend und hat Witz und Humor. Da werden wir doch nicht "giftzahnig" an "unserem" Rhein festklammern wollen..

Luchs.... hoorig,hoorig, hoorig isch dia Katz`

Hoorig...
geschrieben von ehemaliges Mitglied
hoorig,hoorig, hoorig isch dia Katz


also dann, ich werde berichten,
bis dahin:

"borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau,
und wenn die Sau it borschtig isch,
dann gibt's au koine Leberwürscht,
borschtig...."


roseluise


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chris
chris
Mitglied

Schlachttag......
geschrieben von chris


kennt ihr vielleicht auch noch aus euren Familien.
Da ich auf dem Land aufgewachse bin, gab es bei meinen Eltern einmal
im Winter auch einen Schlachttag.

Der Hausmetzger kam ins Haus und allerlei Gewürze mussten für den
Metzger eingekauft werden. Im Nachbaranwesen wurde das Schwein getötet.
Als das Schwein dann am Galgen hing, dann durften wir Kinder auch zugucken,
Dabei gab es natürlich viel zu sehen. Wie die einzelenen Teile zerlegt wurden,
wie die Wurst gemacht wurde und in Därme und Dosen abgefüllt wurde.

Spass wurde dabei natürlich auch gemacht und so manches wurde erzählt.
In einem Jahr sagte der Metzger zu mir: "Du geh mal zur Nacchbarin Frieda,
ich hab dort meine Bratwurstpresse vergessen und die brauch ich dann für die
Bratwürste.

Ich ging natürlich brav zur Nachbarin, sagte mein Sprüchlein: "Der Onkel Andreas
schickt mich, ich soll die Bratwurstpresse abholen, die er gestern vergesen hat!"

Man gab mir auch etwas schweres in die Hand und ich trug es stolz heim.

Ihr könnt euch schon denken, das war ein Spass, man hatte mir leere Dosen
mitgegeben.

So sind die Schlachttage für mich zur Erinnerung geworden. Den letzten
Schlachttag hab ich dann anfangs der 70er Jahre erlebt.

Als Kinder haben wir uns gefreut, wenn in der Nachbarschaft geschlachtet wurde,
bekamen wir Kinder immer Leberwürstchen geschenkt, da konnte es sein, dass
dies mehrmals im Monat war.


Chris

luchs35
luchs35
Mitglied

Neuer "Fred" steht
geschrieben von luchs35
Ob hoorige Katz' oder borschtige Sau - egal, der Thread über Fasching, Fasnet ,Karneval, Fastnacht steht . " Närrische Tage am Rhein und anderswo". Also, keine Müdigkeit vortäuschen, sondern loslegen!

Chris, die Metzgete kenne ich auch noch sehr gut aus meiner Kindheit. Vor allem, wenn es abends dann frische "Metzelsupp" gab. Natürlich mit fleischigem Inhalt. Nur zuschauen, wie es dem Schwein an den Kragen ging, durften wir Kinder nie, aber wir fanden immer Wege , um doch ein Gucklock von der Scheune herab zu finden. Ich höre heute noch im Geist das Quieken des armen Schweins, wenn es aus dem Stall gezerrt wurde. Aber Kinder können da hart sein und sehen ungerührt zu, während die Erwachsenen aufatmen, wenn alles vorbei ist. Heute würde ich wohl Vegetarierin werden, wenn ich das angstvolle Quieken hören würde.

Im Moment ist bei uns hier "Wintermetzgete", da sind die Schafe dran. Die entsprechenden Gasthäuser werben kräftig, aber mein Fall ist Hammelfleisch nicht.

LG Luchs

luchs35
luchs35
Mitglied

Maria Lichtmesstag- die Symbolik des Lichtes
geschrieben von luchs35


Einen besonderen Brauch pflegt man mitten in der Faschingszeit nicht nur hier im Hochrheingebiet, aber er hat sich überall entlang des ganzen Rheins und überall in vor allem katholischen Gegenden sehr lebendig erhalten : Maria Lichtmess, gefeiert am 2. Februar, genau 40 Tage nach Weihnachten, ein Feiertag der Katholiken.

Hier in meinem Nachbarort wurde in den letzten Wochen in einer Kerzenfabrik mit Hochdruck an der Herstellung von Kerzen gearbeitet, die dann nach alter Sitte am 2. Februar geweiht werden und als Lichtsymbol das ganze Jahr über Gottes Segen im eigenen Heim verbreiten soll.
Obwohl an Lichtmess die Kerzen für einen ganzen Jahresverbrauch gesegnet werden, finden aber speziell die sogenannten Osterkerzen, die auch immer öfter in der reformierten Kirche verwendet werden, besondere Aufmerksamkeit. Schon ihre Herstellung unterliegt mehreren Produktionsschritten.
Für ein 100cm hohe und cm dicke Kerze werden 55 Prozent reines Bienenwachs verwendet , wobei sie einen leicht honigfarnenen Farbton annimmt. Die Aussage nach der Tradition dazu :" Die Flamme wird genährt von schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat!"

Kerzen haben eine große Symbolkraft, die sich in den einzelnen Sujets ausdrückt, früher waren das u.a. ein großes A oder O , das nach dem griechischen Alphabet (Alpha und Omega) Anfang und Ende bedeuteten. Heute finden alle möglichen Sujets Zugang.

Dabei hat die Lichtsymbolik gleich mehrfache Bedeutung: Die Tage werden merklich länger- seit der Wintersonnwende genau um etwa eine Stunde , an denen es später eindunkelt. Für die Bauern beginnt nun die Feldarbeit, denn nun ist die eigentliche Weihnachtszeit zu Ende, und für die handwerker hörte die Arbeit bei Kunstlicht auf. Zur Feier des Tages gaben die Meister den Gesellen und Lehrlingen oft den Nachmittag frei, der so die Bezeichnung Lichtblaumontag erhielt und damit, wie Experten meinen, die sprachliche Vorlage für den berüchtigten Blauen Montag geboten hat.

An diesem Tag fanden früher auch Lichterumzüge der Kinder statt. Festgebäck waren die Crêpes, Pfannkuchen, die im Rheinland lautmalerisch an die französische Vokabel erinnern: Kreppchen hießen sie hier. Der Hausfrau, die beim Pfannkuchenbacken den ersten Pfannkuchen - natürlich ohne Zuhilfenahme anderer Mittel - so wendete, dass dieser Lichtmesscrêpe wieder in der Pfannenmitte landete, ging das ganze Jahr über das Geld nicht aus. An diesem Tag wurden die Dienstleute entlohnt und hatten einige Tage arbeitsfrei, was man in Süddeutschland Schlenkeltage nannte.

Luchs


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omaria
omaria
Mitglied

LICHT
geschrieben von omaria
Für die Bauern beginnt nun die Feldarbeit
geschrieben von luchs

Das stimmt auf jeden Fall: Im Münsterland rieche ich es meilenweit...
Die Gülle muss ja schließlich irgendwo bleiben!
Aber mir "stinkt's" gewaltig!
Heute wird in den katholischen Kirchen auch der sogenannte *Blasius-Segen* erteilt.
Zwischen 2 übereinander gekreuzten Kerzen legt der Priester die Hand auf den zu Segnenden und spricht den Segen,
der vor Halskrankheiten und anderen Übeln schützen soll.
Blasiussegen[/url]
[u]LICHT
nach der düsteren Winterzeit ist eine "Naturarznei", die jeder Mensch braucht: Sonnenlicht aktiviert und beeinflusst die Funktion vieler Organe, schützt vor depressiven Störungen, heizt den Hormonhaushalt an (Zirbeldrüse im Gehirn!) und fördert die Lebenslust! Also: Raus in die Natur und LICHT tanken!
omaria
anjeli
anjeli
Mitglied

Falsch gelesen und nun?
geschrieben von anjeli
LICHT nach der düsteren Winterzeit ist eine "Naturarznei", die jeder Mensch braucht: Sonnenlicht aktiviert und beeinflusst die Funktion vieler Organe, schützt vor depressiven Störungen, heizt den Hormonhaushalt an (Zirbeldrüse im Gehirn!) und fördert die Lebenslust! Also: Raus in die Natur und LICHT tanken!

Omaria, ich habe falsche gelesen, statt Lebenslust habe Liebeslust gelesen.

Jetzt frage ich mich, ob ich so falsch liege mit der Liebeslust?
Ich meine, auch die Sonne fördert die Liebeslust und wir verlieben uns doch im Frühling
eher. Dann flattern wieder die Schmetterlinge.
In den Strassencafes sitzen Verliebte und schauen sich in die Augen.

Ich kenne in Emmerich die Promenade. Da können Verliebte wunderbar "Den Rhein entlang" spazieren gehen. (nicht nur Verliebte)
Na, Lust auf einen Spaziergang mit dem Liebsten/der Liebsten.


anjeli

anjeli
luchs35
luchs35
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Lebenslust - Liebeslust
geschrieben von luchs35
Nein, Anjeli, sooo falch ist das ja nicht , was so ein kräftiger, durch Licht und Sonne hervorgerufener Hormonschub bewirken kann, wissen wir doch alle zumindest noch aus jungen Jahren.
Nur wenn du natürlich zu zweit auf einer Parkbank im Hormonrausch den Mond anschmachtest und gleichzeitig der Duft der Gülle vom Acker nebenan in die Nase steigt - ich weiß nicht, was dann stärker ist :bleiben, genießen oder selbst verduften!

Omaria, der Blasiustag ist ja erst am 3. Februar, aber diesen Brauch mit den Kerzen kenne ich nicht. Hätte ich Halsschmerzen würde ich es mal damit versuchen- ganz nach dem Motto : hilft´s nicht, schadet´s nicht!

Und übrigens- eine Bauernregel sagt: Wenn der Mistwagen im Februar trocken stäubt, dann wird der Erntewagen im August versickern.

LG Luchs
luchs35
luchs35
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Lasst Blumen sprechen - nicht nur am Valentinstag
geschrieben von luchs35
Foto:Luchs)

Ein kurzer Blick auf den Brauch des Valentintages

Am 14.Februar ist Valentinstag, der Tag der Liebenden, den wir einem Bischof und der Geschäftstüchtigkeit der Gärtner und Floristen zu verdanken haben.
Der Ursprung soll im 3. Jh.n.Ch. auf den Bischof Valentin von der italienischen Stadt Terni zurückführen.
Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Diesen Tag zu feiern schwappte 1950 erstmals nach dem 2. Weltkrieg mit den US-Soldaten nach Deutschland über und wurde zu einem Festtag der Romantik, der 1950 nach einem in Nürnberg erstmals veranstalteten "Valentinsball" seinen Anfang nahm und im Laufe der Jahre zu einem festen Brauch wurde - wenn auch durch den damit verbundenen Kommerz nicht ganz unumstritten. Hier hat es sich eingebürgert, dass man geliebten Menschen Blumen oder Süßigkeiten schenkt. Wehe, der Ehemann oder Freund vergisst das!!

In den USA ist der Valentinstag der Tag der Blumen, der Schokolade, des Schmucks und der Spitzenunterwäsche. Bedacht werden nicht nur Partner, sondern auch andere Hausgenossen. Geschenke für Haustiere liegen in diesem Jahr im Trend.

Auch in Österreich wird der Valentinstag seit den 1950er Jahren begangen. Ein britischer Besatzungsoffizier soll ihn nach Graz gebracht haben. Am 14. Februar kaufte er der modernen Legende nach seiner Liebsten Blumen, wie es in seiner Heimat üblich war. Das Herz auf der Karte war damals übrigens ein improvisiertes. Die Verkäuferin hatte nichts derartiges lagernd und malte mit ihrem Lippenstift auf einem Blatt Papier ein rotes Herz.

In Grossbritannien, wo der «Tag der Verliebten» eine lange Tradition hat, sind die Valentins-Vermarkter nicht allzu einfallsreich. Wie üblich reichen die Geschenkangebote vom obligatorischen Rosenstrauss bis zur Tour mit dem Kreuzfahrtschiff «Queen Elizabeth 2» - je nach Geldbeutel.

Eine besondere Idee hatte vor 14 Jahren der «Club di Giulietta» in Verona, der sich ganz der Shakespeare-Tragödie von Romeo und Julia gewidmet hat. Der Club hat den Wettbewerb «Cara Giulietta» («Liebe Julia») ins Leben gerufen. Dabei schreiben jedes Jahr tausende Menschen aus aller Welt Liebesbriefe an die einfache Adresse: Giulietta - Verona - Italien. Eine Jury wählt die schönsten Zeilen aus und prämiert den Gewinner am Valentinstag.

Für Japanerinnen kann der Valentinstag in Stress ausarten. Im Land der aufgehenden Sonne muss «sie» mit einem Präsent aufwarten. Es muss Schokolade in besonderer Form sein: Schokoladenkuchen, selbst gemachte Schokolade ,Bier mit Schokogeschmack und Schokolade in Form von Werkzeug wie Schoko-Schraubenzieher oder Schoko-Hammer. Bei all dem Kaufstress sollten Japanerinnen mit dem eigenen Geschenk auch potentielle Nebenbuhlerinnen überflügeln. Daneben gibt es «giri-choco», «Pflichtschokolade» für Kollegen und Vorgesetzte. Damit «Sie» auf ihre Kosten kommt, gibt es im März den «White Day», an dem «Er» sich revanchiert: meist mit weisser Schokolade.

In China hat der Valentinstag am 14. Februar keine Tradition, aber er wird von jungen und meist unverheirateten Paaren in den modernen Städten entdeckt.
Chinesen begehen den Tag mit Partys, einem romantischen Essen oder einem Kinobesuch. Manche machen sich kleine Geschenke. Geschäfte, Bars und Restaurants nehmen den Tag als Anlass für besondere Angebote.

Wer Lust hat, kann erzählen, ob und wie er am Valentinstag einem lieben Menschen vielleicht mit einem Blümchen gedenkt. Ich bin mal bei aller Zurückhaltung gegenüber diesem kommerziellen "Schenktag" ganz ehrlich: Wenn mir jemand unerwartet an diesem Tag Blümchen schenkt, freue ich mich wie "Bolle - vielleicht weil es ganz,ganz selten geschieht!

Luchs





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