Forum Tierschutz etc. Haustiere Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?

Haustiere Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?

lupus
lupus
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Re: Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?
geschrieben von lupus
als Antwort auf lalelu vom 08.03.2013, 17:31:25
Wenn das so ist und funktioniert ist die Sache doch i.O.

Ob sich das im Heim abgegebene Tier immer richtig dem "Erzeuger" zuordnen läßt, kann man nur schwer beurteilen.
Mir gings, ohne daß ich die Situation kannte, darum, daß Kosten für ein privates Hobby nicht an der Allgemeinheit hängen bleiben dürfen.
lupus
Re: Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf lupus vom 08.03.2013, 19:20:05
@ lupus:
Du kannst mir glauben, dass Tierschutz kein Hobby ist, doch lassen wir das.
Aber natürlich hast du Recht, dass die Haltung von Tieren allein vom Tierbesitzer oder -eigentümer finanziert werden muss. Da konnte Lalelu ja deine Befürchtungen zerstreuen.
Was die Tierheime betrifft: Auch hier kann ich dich beruhigen. Zu deren Finanzierung leisten die Kommunen nur einen winzigen Teil, der nicht annähernd die Kosten deckt, die dadurch entstehen, dass Tierheime Aufgaben der Kommunen übernehmen.
Es sollten die eingeführten Tiere vielleicht durch Tätowierung klar dem Importeur zugeordnet werden können ...
Ob sich das im Heim abgegebene Tier immer richtig dem "Erzeuger" zuordnen läßt, kann man nur schwer beurteilen.

Hunde, Katzen und noch einige Tierarten mehr, die über eine Landesgrenze gebracht werden, müssen durch einen Mikrochip eindeutig gekennzeichnet sein. Die Chipnummer ist im Impfpass vermerkt. Leider besteht keine generelle Pflicht, dass das Tier (z.B. im Tasso-Haustierregister) registriert wird. Dafür kämpfen Tierärzte und Tierschützer schon seit langem, die Politik kommt nicht in die Gänge. In manchen Kommunen wie z.B. Paderborn, Neuss und Bad Harzburg besteht aber zumindest Registrierungspflicht für freilaufende Katzen. In Österreich ist das Chippen und Registrieren von Hunden seit 2008 gesetzlich vorgeschrieben.
Ich kenne zudem Tierschutzvereine, die Hunde aus dem Ausland vermitteln, die von sich aus die Registrierung veranlassen.

@inga:
"Insgesamt wird in Deutschland wohl mehr Wert auf den Tierschutz gelegt."
geschrieben von inga


Möglicherweise gibt es in Deutschland mehr Tierschutzvereine als Kinderschutzorganisationen, wofür mir auch Erklärungen einfielen. Ich glaube aber nicht, dass man daraus schließen kann, dass der Tierschutz wichtiger genommen wird als der Schutz unserer Kinder.
lalelu
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Mitglied

Re: Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?
geschrieben von lalelu
als Antwort auf vom 08.03.2013, 20:32:55
@Vega: du hast deinen Beitrag veröffentlicht, als ich gerade dabei war, meinen zu schreiben. Ich habe einige Informationen, was Kinderschutzvereine versus Tierschutzvereine betrifft.
"Insgesamt wird in Deutschland wohl mehr Wert auf den Tierschutz gelegt."

Stimmt diese Aussage ?
geschrieben von inga


@inga: ja, es stimmt, wenn man die bloßen Zahlen als Maßstab nimmt. Tierschutzorganisationen haben mehr Mitglieder als Kinderschutzvereine. Bloße Zahlen sagen aber nicht viel aus, weshalb ich es schade finde, wenn man beides gegeneinander aufrechnet. Sich im Tierschutz zu engagieren bedeutet ja nicht, dass man für Kinder nichts tut. Bei vielen läuft beides parallel. Ich spende schon seit vielen Jahren monatlich per Dauerauftrag für die SOS-Kinderdörfer, ohne dass ich in einem Kinderschutzbund registriert bin.

Abgesehen davon stehen Kinder in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern unter dem besonderen Schutz des Staates, weshalb ihnen geholfen wird, wenn sie in eine Notlage geraten. Wer ein Kind vernachlässigt und quält, wird Gott sei Dank bestraft! Bei Tieren sieht das teilweise anders aus. Nachbarn sind außerdem eher bereit, jemand anzuzeigen, der ein Kind misshandelt als jemand, der ein Tier quält.

Tiere werden in vielen Ländern wie „der letzte Dreck“ behandelt. Sie werden misshandelt und entsorgt, falls man ihrer überdrüssig ist, und keiner schreitet ein. Sie sind völlig hilflos und haben keine andere Lobby als die Tierschützer. Von Staats wegen werden sie in diesen Ländern normalerweise spätestens nach vier Wochen eingeschläfert, wenn sie aufgegriffen und in einer Tötungsstation untergebracht wurden. Die einzige Chance, die ihnen bleibt, sind die Tierschützer.

Noch etwas muss man berücksichtigen: Hilfe für Kinder bedeutet in erster Linie Geld zu spenden, Geld, welches viele Hilfswillige nicht regelmäßig übrig haben. Man kann schließlich nicht einfach ein Kind zu sich nehmen, um es zu versorgen. Man kann auch nicht ohne weiteres in einem Kinderheim stundenweise aushelfen.

Tieren zu helfen ist weitaus einfacher. Man benötigt dazu nicht zwangsläufig Geld. Wer regelmäßig in einem Tierheim aushilft, wer mit den dortigen Hunden Gassi geht, braucht keinen einzigen Cent einzusetzen. Wer einer Tierschutzorganisation als Pflegestelle für Hunde oder Katzen zur Verfügung steht, stellt normalerweise das Futter; wenn er aber knapp bei Kasse ist, übernimmt das der Verein, weil allein die Pflege schon viel wert ist.

Man sieht: dieses Thema ist komplex und hat viele Facetten. Wer nur zwei Zahlen miteinander vergleicht, macht es sich zu einfach.

Ob sich das im Heim abgegebene Tier immer richtig dem "Erzeuger" zuordnen läßt, kann man nur schwer beurteilen.
Mir gings, ohne daß ich die Situation kannte, darum, daß Kosten für ein privates Hobby nicht an der Allgemeinheit hängen bleiben dürfen.


Das Problem, welches du ansprichst, liegt auf einer verzwickten Ebene. Verantwortungslose Zeitgenossen würden ihr Tier wahrscheinlich nicht im Heim abgeben, sondern aussetzen, wenn sie befürchten müssten, dafür zur Kasse gebeten zu werden. Deshalb nehmen Tierheime Abgabetiere auch dann an, wenn sie kein Geld dafür bekommen – aber diese Tiere stammen definitiv nicht aus dem Tierschutz.

Lalelu

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Medea
Medea
Mitglied

Re: Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?
geschrieben von Medea
als Antwort auf lalelu vom 08.03.2013, 21:00:36
Danke Lalelu, daß Du den Sachverhalt so ausführlich dargestellt
hast. Hier gibt es immer wieder Aufklärungsbedarf. Seit Jahrzehnten
bin ich Kinder- und Tierschützerin und das bleibt auch so.
Wegwerfware Tier - gerade ging in meiner Stadt durch die Presse,
daß ein Hund in den Müllcontainer geworfen wurde und der nur durch
die Aufmerksamkeit der Müllwerker vor einem shrecklichen Tode bewahrt
blieb, die sein winseln hörten. Was für widerliche Leute sind das,
die ein lebendes Tier derart abscheulich entsorgen.

M.
lalelu
lalelu
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Re: Ist das wirklich die vielgepriesene Tierliebe?
geschrieben von lalelu
als Antwort auf Medea vom 09.03.2013, 07:31:13
Liebe Medea,

ja, es ist widerlich und abscheulich, wie manche Menschen mit ihren eigenen Artgenossen und noch häufiger mit Tieren umgehen!

Besonders schlimm finde ich es, wenn man dann etwas in der Art hören muss: "Es war doch nur ein Hund/eine Katze!" ...

Es ist noch sehr viel Aufklärungsbedarf vorhanden, aber glücklicherweise nimmt die Zahl derjenigen zu, die auch für Tiere ein Herz haben.

Lalelu
nohidi
nohidi
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Abbitte geleistet...
geschrieben von nohidi
als Antwort auf lalelu vom 09.03.2013, 13:33:23
an der Stelle, nachdem ich mich wirklich lange, auch hier, informiert habe, bitte ich einfach um Entschuldigung. Währe ich Politiker, spräche ich sicher von einer *suboptimalen Wortwahl* Manchmal macht man Fehler, hat vielleicht eine falsche Meinung. Ich denk, es ist zumindest besser, als gar keine Meinung. Den Dingen gleichgültig gegenüber zu stehen.
Vorurteile sind wenig hilfreich und ich danke für die sachliche Aufklärung.
Für mich hat der Tierschutz einen hohen Stellenwert, meine bescheidene kleine Rente, noch mehr aber die nun überreichliche Zeit stelle ich den Tieren gerne zur "Verfügung"

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lalelu
lalelu
Mitglied

Re: Abbitte geleistet...
geschrieben von lalelu
als Antwort auf nohidi vom 11.03.2013, 08:28:33
Guten Morgen, nohidi

einen Irrtum zu erkennen ist eine Sache, sich dafür zu entschuldigen eine andere!

Hut ab, dass du das letztere getan hast! Die Tiere werden sich freuen, wenn du einen Teil deiner freien Zeit für sie einsetzt.

Danke, Lalelu
Medea
Medea
Mitglied

Re: Abbitte geleistet...
geschrieben von Medea
als Antwort auf nohidi vom 11.03.2013, 08:28:33
Lieber Nohidi,
Menschen, die sich entschuldigen können, achte ich sehr.
Du gehörst nun dazu - im Laufe meines Lebens sind mir immer
wieder Fehler unterlaufen, manche waren mir peinlich, andere weniger.
Oft wußte ich es nicht besser, habe aber immer den Weg zu einem
Bedauern gefunden, wenn ich völlig falsch lag.

Ich freue mich, daß Du vorhast und bestimmt auch umsetzt, mal in Tierheime etc. hereinzuschauen und dort einige freie Zeit zu verbringen.
Ich habe zum Beispiel früher gerne an Sonnabenden Hunde zum Spazierengehen abgeholt, was dem jeweiligen Tier und auch mir gut
gefallen hat.

Gruß an Dich.
M.
sissismam
sissismam
Mitglied

Re: Abbitte geleistet...
geschrieben von sissismam
als Antwort auf nohidi vom 11.03.2013, 08:28:33
alle achtung!
möchte mich meinen vorrednerinnen anschliessen!
nur zu selten liesst man hier, dass nachgedacht, nachgeforscht wird und man offen für sachliche argumente ist!!
meistens wird auf seiner meinung bestanden und basta
lg
nohidi
nohidi
Mitglied

Re: Abbitte geleistet...
geschrieben von nohidi
als Antwort auf sissismam vom 11.03.2013, 11:45:06
das gefällt mir besonders. Keine Häme, "es Jemandem gezeigt zu haben". Das "Pünktchen" werd ich mir "in Ehren halten", und dran denken, wenn ich mal wieder unbedacht und vorschnell in die Tasten hau Stefan

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