Forum Tierschutz etc. Haustiere Vestibular-Syndrom bei Hunden

Haustiere Vestibular-Syndrom bei Hunden

PanTau
PanTau
Mitglied

Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von PanTau
Nach 30 Jahren Erfahrung war ich der Meinung ,die meisten Hundekrankheiten zu kennen, aber weit gefehlt.
Am Sonntagabend brach unsere Hündin plötzlich wie vom Schlag getroffen zusammen. Alle Aufstehversuche waren erfolglos, sie brach immer wieder auf der Hinterhand ein. Nach einiger Zeit gelang es, sie mit Unterstützung zum Stehen zu bringen. Nach einem kleinen getorkeltem Kreis fiel sie wieder um.
Mein erster Gedankengang im Schock war - Schlaganfall, über 18 Jahre alt, Ende alles aus.
Da sie nichts unter sich gelassen hatte, trug ich sie vor die Terasse, wo sie mit Unterstützung ihre Notdurften verrichtete, dann Tierchen zur Ruhe gelegt.
Eine halbe Nacht guggeln bracht mir die Hoffnung, dass es kein Schlaganfall war. Nach eingehender Schilderung der Symptome bestätigte unser TA per Ferndiagnose, dass es das Vestibularsyndrom sein könne. Bedingung sei aber, dass der Hund innerhalb 48 Stunden nach dem Ereignis, ganz gleich wie, zur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zumindest in kleinsten Mengen gebracht wird.
Das Vestibularsyndrom ist eine idiopatische Erkrankung, d. h. der Auslöser ist völlig unbekannt, älterer Hunde und auch Katzen. Die Krankheit ist daher nicht therapierbar und heilt in der Regel innerhalb von 4bis 12 Wochen fast ohne bleibende Schäden ab.
Die Krankheit geht vom Mittelohr aus und setzt das Gleichgewichtssinnesorgan des betroffenen Ohres außer Betrieb.
Das Syndrom setzt urplötzlich ohne jedes Vorzeichen ein und unterscheidet sich vom Schlag nur dadurch, dass der Hund ansprechbar bleibt.
Da ich festgestellt habe, dass es im ST etliche Halter älterer Hunde gibt, möchte ich mit diesem Beitrag denen, die vielleicht später von so einem Vorfall getroffen werden, die erste Schockstunde, die wir hatten, ersparen.
Laut www soll diese Krankheit stark im Vormarsch sein.

PanTau
Doro79
Doro79
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von Doro79
als Antwort auf PanTau vom 04.09.2013, 21:02:26
Danke für diese Information, das war gut, dass Du so ausführlich davon berichtet hast, was Deinem Hund widerfahren ist! Ich habe auch zwei alte Hunde, da sind solche Infos ganz wichtig. Ich werde in meinem Fachbuch, das ich auch als medizinische Laiin ganz gut bewältigen kann ( Praktikum der Hundeklinik ), mal nachlesen, was bei dieser Krankheit steht. Ich wünsche Deinem Hund und damit auch Dir alles Gute! Viele Grüße von Doro
Drachenmutter
Drachenmutter
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von Drachenmutter
als Antwort auf PanTau vom 04.09.2013, 21:02:26
Die Mutterhündin meines Eurasiers hatte das vestibuläre Syndrom und ist vom Tierarzt mit einer Kortisonlangzeitspritze behandelt worden. Daraufhin hat sie ganz hoch Diabetes bekommen, die nicht in den Griff zu bekommen war. Zusätzlich bekam sie durch das viele Kortison, das sie nicht vertrug, eine Gebährmuttervereiterung. Eine OP hätte sie nicht überstanden. So musste sie im Alter von ca. 14 Jahren eingeschläfert werden.

Lass den Hund nicht mit Kortison behandeln, auf gar keinen Fall.

LG,
woelfin

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PanTau
PanTau
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von PanTau
als Antwort auf Drachenmutter vom 04.09.2013, 21:56:23
Eine Kortisonbehandlung hat unser TA gegenwärtig wegen des hohen Risikos abgelehnt. Er hat uns aufgetragen, sie unbedingt bis heute Abend zum Fressen und Saufen bringen, dann sind die Chancen gut. Ich habe es geschafft, darum habe ich ja jetzt auch Zeit. Frag aber nicht wie. Getreu diesem Zitat von Edward Hoagland

Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.

habe ich mich zum Hund gemacht und Wolfsmutter gespielt und Futter in die Hand "gewürgt". Das hat sie genommen, jede andere Aufname, auch mit sanfter Gewalt, wurde abgelehnt. Sölange sie nichts anderes nimmt mache ich es so. Es wird schon werden. Woelfin, daran, dass es schief gehen könnte, denke ich gar nicht. Keinen Zweifel daran zu haben, dass wir es gemeinsam schaffen, das spürt der Hund und macht ihn auch stark. Aber danke für den Hinweis, ich werde, selbst wenn etwas schief läuft, eine Kortisonbehandlung nicht zulassen.

LG PanTau
old_go
old_go
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von old_go
als Antwort auf Drachenmutter vom 04.09.2013, 21:56:23
Danke,PanTau

dass du so ausführlich über diese Erkrankung berichtet hast!
Wie gross wird euer Schrecken gewesen sein!!

Hat dein Tierarzt angegeben,worauf die Zunahme dieser Erkrankung zurück zu führen ist??

Alles Gute für deinen Hund!Ich wünsche euch sehr,dass er gesunden wird!

Gudrun
PanTau
PanTau
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von PanTau
als Antwort auf old_go vom 04.09.2013, 22:42:09
Gegenwärtig kann kein Mensch erklären, aus welchem Grund die Krankheit ausbricht. Die Ursache ist völlig unbekannt, deshalb die Bezeichnung idiopatische Krankheit. Daher kann auch nicht erklärt werden, warum sie zunimmt. Unser TA meinte, es könne an dem zunehmenden Alter der Hunde liegen, die in den letzten Jahrzehnten immer älter werden.

Unsere Lieslomi scheint übrigens über dem Berg zu sein. Seit heute Mittag trinkt sie vollkommen selbständig, kann ihre Notdurft allein
verrichten, nur das Fressen klappt noch nicht richtig. Auch der Gleichgewichtssinn funktioniert noch nicht richtig, aber sie kommt damit klar.

PanTau

PS.: Für Interessenten stelle ich nächste Woche, wenn der Druck von uns gewichen ist, einen Erfahrungsbericht in meinen Blog.

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Drachenmutter
Drachenmutter
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von Drachenmutter
als Antwort auf PanTau vom 05.09.2013, 20:44:57
Mich interessiert, ob diese Krankheit vererblich ist. Ich frage, weil die Mutter meines Hundes das hatte und deren Mutter auch. Da mache ich mir natürlich Gedanken, ob mein Hund das auch noch bekommen kann, zusätzlich zu all den anderen Krankheiten, mit denen er sowieso schon gesegnet ist.

Deiner Hündin wünsche ich vollständige Genesung und noch ein paar schöne Jahre bei Euch.

Ein abschließender Bericht wäre in der Tat interessant.

Liebe Grüße,
woelfin
PanTau
PanTau
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Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von PanTau
als Antwort auf Drachenmutter vom 06.09.2013, 11:17:12
Danke erst einmal für die guten Wünsche, auch an Gudrun und Doro.

Vererbbar ist nur das kongenitale vestibuläre Syndrom. Das tritt aber bereits im ersten Lebensmonat ein und verliert sich aber nach vier Wochen. Als Folge können Taubheit und Kopfschiefhaltung zurückbleiben.
Das später auftretende idiopathische Vestibularsyndrom ist keine Erbkrankheit.
Das kongenitale betrifft trotz der komischen Bezeichnung auch das Mittelohr.
Mein Wissen über diese Krankheit ist natürlich nur ergoogelt, da ich sie ja vorige Woche noch gar nicht kannte.
Ich hänge an meinen Erfahrungsbericht meine Linksammlung dazu mit an.

Woelfin, ich wüchsche Dir auch ganz viel Kraft für Deinen Finn. Es wird gut werden. Sei einfach überzeugt davon.

Liebe Grüße
PanTau
PanTau
PanTau
Mitglied

Re: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von PanTau
als Antwort auf PanTau vom 06.09.2013, 23:06:26
Schlußbemerkung
Nach genau vier Wochen hatte unsere Hündin, trotz eines Rückfalles am sechszehnten Tag, die Krankheit ohne jeglichen bleibenden Schaden überwunden und seit drei Tagen steigt sie sogar wieder Treppen, trotz Osteoarthritis.
Das Alter spielt also eine untergeordnete Rolle, es kommt nur darauf an, den Hund in den ersten beiden Tagen zur Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung zu bringen, wenn es sein muß Tag und Nacht für ihn da sein.
Ich werde noch ergänzende Erfahrungen in meinen Blog stellen, aber das dauert einige Tage. Jetzt sind erst einmal liegengebliebene Gartenarbeiten nachzuholen.

PanTau.
Michael47
Michael47
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RE: Vestibular-Syndrom bei Hunden
geschrieben von Michael47
als Antwort auf Drachenmutter vom 06.09.2013, 11:17:12

Hallo, ja das vestibularsyndrom ist vererblich. Derzeit ist mein Hund belgischer Schäferhund 14 Wochen alt am vestibularsyndrom erkrankt, Kopfschiefhaltung eingeschränktes lauf Vermögen gesichtsparese und er hat die Fähigkeit verloren seine Blase zu kontrollieren Punkt aufgrund dessen dass er so jung war haben wir nicht sofort an ein vestibularsyndrom geglaubt, doch durch einfach Neurologen haben wir dies und diagnostizieren lassen mittels MRT. Diese arme kleine Seele kämpft derzeit damit wieder gesund zu werden zumindest nahezu. Mein Tierarzt wollte meinen kleinen Hund mit hochgradig Cortison behandeln, er meinte das vestibuläres Syndrom sollte mit Cortison unbedingt behandelt werden ich habe das abgelehnt, ich behandle mein Tier mit Infusion mit homöopathischen Medikamenten und Karsivan und hoffe dass ich dem Tierchen gut helfen kann. Ihr seht also es muss nicht unbedingt ein altes Tier sein ganz junge Tiere bekommen das durch Vererbung auch.


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