Innenpolitik Al-Quds-Tag

Tina1
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Al-Quds-Tag
geschrieben von Tina1
Heute in Berlin:

Linktipp: Al-Quds-Marsch und Gegendemo in Berlin
Politiker aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien wollen am Samstag gegen den Al-Quds-Aufmarsch in Berlin protestieren. Auch Innensenator Henkel (CDU) soll unter den Rednern sein. Der früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Knobloch, geht das nicht weit genug.

Zahlreiche Berliner Politiker kündigten an, gegen den Al-Quds-Marsch auf die Straße zu gehen.Henkel untersagt Flaggen und Hetzparolen

Neben Innensenator Henkel wollen auch mehrere Bundestagsabgeordnete und Gewerkschafter sprechen. Zu den Unterstützern der Gegendemonstration gehört neben Verbänden, Gewerkschaften und allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien der Zentralrat der Juden in Deutschland.

Knobloch fordert Verbot

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck forderte am Freitag, sich dem Aufmarsch in den Weg zu stellen. Der Al-Quds-Tag sei ein Angriff auf die demokratische Gesellschaft, so der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestages.

Auch die Berliner Grünen riefen zu Gegenkundgebungen auf. Wenn Menschen mit Kippa bespuckt oder verprügelt werden, sei das offener Antisemitismus, der nicht hingenommen werden dürfe, sagte Landesvorsitzende Bettina Jarasch. Die Landesvorsitzende der AG Migration und Vielfalt in der Berliner SPD, Daniela Kaya, warnte, es werde "ungehemmter Antisemitismus verbreitet". Sebastian Czaja, Generalsekretär und Spitzenkandidat der Berliner FDP sagte, Toleranz gelte nicht gegenüber den Intoleranten: "Wir müssen hier eine klare Grenze ziehen und dürfen diesen Agitateuren keinen Fussbreit unserer Stadt überlassen." Zuvor hatte der Zentralrat der Juden die Al-Quds-Demonstration als "Schande für Berlin" bezeichnet.

Die frühere Zentralrats-Vorsitzende Charlotte Knobloch forderte ein Verbot. "Dieser israelfeindliche Hass mit dem Ziel, den jüdischen Staat zu vernichten, ist blanker Antisemitismus", sagte sie dem "Tagesspiegel". Es reiche nicht aus, die Route zu verlegen und Fahnen der Hisbollah zu verbieten. "Nur das Verbot wäre die richtige Konsequenz", sagte sie. von mir fett gedruckt
Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem; der Al-Quds-Tag wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini ins Leben gerufen. Hinter den alljährlichen Aufmärschen in ganz Europa steckt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden die Hisbollah, deren militärischer Arm inzwischen als Terrororganisation eingestuft wird. Immer wieder wurde bei den Al-Quds-Märschen durch Berlin die Auslöschung Israels gefordert.
geschrieben von rbb/24
Tina1
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von Tina1
Linktipp:Zum Al-Quds-Tag

"Antisemitismus ist Alltag für einen Teil der Muslime"

Unsere Autorin, eine junge Muslima, engagiert sich gegen Judenhass und beobachtet: Jene, die voreingenommen sind, schreien am lautesten nach Toleranz.

Im Iran ist er ein gesetzlicher Feiertag, wird als Massendemonstration gegen Israel verstanden und auch in Berlin von Tausenden genutzt, um mit beschämendem Unmut auf die Straßen zu gehen – der Al-Quds-Tag. Unter dem Deckmantel palästinensischer Solidarität und Kritik an der israelischen Politik wird Hass genährt, generalisierende Parolen und aggressive Militanz gegen eine ganze Religionsgruppe skandiert. „Stoppt den Krieg!“ rufen die Leute und wünschen im selben Atemzug einem gesamten Land den Tod. Es gilt: Wer sich um das Wohl der Palästinenser sorgt, wer die Politik Israels kritisiert, der muss dem Land gleich sein gesamtes Existenzrecht absprechen.

Ich war mir der Dimensionen des Antisemitismus gerade in Teilen meiner eigenen Community nie bewusst, bis ich persönlich Zeugin davon wurde. Im Workshop für eine Schulklasse, der von der Salaam-Shalom-Initiative ausging, führten wir gemeinsam als Muslime und Juden eine Gesprächsrunde, in der sich der allgemeine Judenhass der Schüler schnell offenbarte. Viel wurde meiner jüdischen Freundin vorgeworfen, es kamen Fragen nach Kriegsverbrechen und Ungerechtigkeiten. Es war erschreckend.

Seit knapp einem Jahr bin ich Mitglied von Salaam-Shalom, einer Gruppe bestehend aus Juden und Nicht-Juden, Muslimen und Nicht-Muslimen, die sich für den Dialog zwischen beiden Religionsgruppen starkmachen und sich für Solidarität unter Minderheiten einsetzen. Bei Kundgebungen, Veranstaltungen und Workshops gegen Juden- und Muslimenhass stand ich auch mit jüdischen Aktivisten für dieselben Prinzipien ein; ich schloss gute Freundschaften und machte inspirierende Bekanntschaften.
Allzu oft wird das Wort "Jude" als Beleidigung verwendet

Immer stärker aber bemerkte ich den Antisemitismus um mich herum. Ich sehe und erlebe ihn und bin entschlossen, darüber zu sprechen. Der Hass greift tiefer, als ich vermutete. Dass ich mit Juden zusammenarbeite, zusammen lache und gleiche Ziele anstrebe, ist einem Teil meines Umfeldes erschreckend zuwider. Häufig wird dies mit zusammenhangslosen, vermeintlich islamischen Argumenten versucht zu untermauern, obwohl doch meine Denkart aus dem Islam herrührt. Oft versuchten mir Leute weiszumachen, dass es gefährlich sei, sich mit Juden zu verbünden, man könne und dürfe ihnen als Muslim nicht vertrauen. Allzu oft erlebe ich, dass das Wort „Jude“ als Beleidigung verwendet wird.

Selbstverständlich ist der Antisemitismus nicht in der islamischen Glaubenslehre verankert. Doch ist er Alltag für einen Teil der Muslime, den man angehen muss. Oft erwarten genau die Leute, die noch nie mit Juden zu tun hatten, dass ich mich ihrem Judenhass anschließe – einfach, weil ich Muslima bin. Bewegt man sich leicht aus dem Muster, gilt man als Verräterin. Dieselben Leute, die allen Juden mit Voreingenommenheit, wenn nicht einer eingebrannten Aversion begegnen, rufen oft am lautesten nach Toleranz für die eigenen Reihen. von mir fett gedruckt
geschrieben von Büsra Delikaya
WoSchi
WoSchi
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Tina1 vom 02.07.2016, 13:14:30
Ich verstehe nicht , warum Du das alles hier her kopierst aber keine eigene Meinung dazu hast?

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heigl
heigl
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von heigl
als Antwort auf WoSchi vom 02.07.2016, 14:07:58
ws, mir geht es auch so, und: weniger wäre mehr.
karl
karl
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von karl
als Antwort auf heigl vom 02.07.2016, 15:34:06
Ich habe jetzt erst einmal bei Wikipedia nachgeschlagen. um zu erfahren, was der Al-Quds-Tag ist. Er ist im Iran und in schiitischen Gebieten ein Feiertag, in dem an die Vertreibung der Palästinenser erinnert wird. Antisemitismus wird hierbei oft mit Anti-Zionismus vermengt und tritt gemeinsam auf.

Ich vermute, das Thema ist hier so zu verstehen, dass Tina1 auf den verbreiteten Antisemitismus in schiitischen und allgemein auch in anderen muslimischen Kreisen aufmerksam machen möchte. Das wäre zu begrüßen, würde nicht die Gefahr vorhanden sein, nun in der nicht-muslimischen deutschen Bevölkerung Ressentiments allgemein gegen Muslime zu schüren, hat doch bereits in manchen deutschen Communities eine Substitution des "Juden" mit den "Muslimen" um sich gegriffen. Auch darf nicht jeder Protest gegen israelische Politik unter den Generalverdacht des Antisemitismus gestellt werden. Antizionismus ist nicht dasselbe wie Antisemitismus!

Antisemitismus muss bekämpft werden, Moslembashing ebenso, es ist die andere Seite der gleichen rassistischen Medaille.

Karl
adam
adam
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 02.07.2016, 16:31:29
Tina macht zu Recht auf den Al Quads-Tag aufmerksam, der als Träger von Antisemitismus benutzt wird, bis hin zur gesamtislamischen Forderung, Israel zu vernichten.

Und Dir fällt dazu nichts Besseres ein als das etwaige, individuelle Bashing derjenigen, die am Al Quads-Tag dazu aufgefordert werden, Israel und den Juden das Recht auf Existenz abzusprechen, mit dem staatlich verordneten Antisemitismus der arabischen Welt gleichzustellen? Gleichzustellen mit jahrhundertelanger Verfolgung bis hin zum Holocaust?

Der Al Quads-Tag muß in der Bundesrepublik verboten werden. Das Existenzrecht Israels ist bei uns Staatsraeson. Wer dagegen verstößt, macht sich starfbar und sollte m.M.n. ausgewiesen werden, wenn er nicht Staatsbürger ist.

--

adam

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karl
karl
Administrator

Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 03.07.2016, 19:12:12
@ adam,

Du machst deinem inzwischen erworbenen Ruf als Wortverdreher wieder alle Ehre. Ich weise Deine haltlosen Anwürfe zurück und verweise auf das, was ich geschrieben habe.

Karl

P.S.: deine Behauptung der Existenz einer "gesamtislamischen Forderung, Israel zu vernichten" ist dein Hirngespinst. Tina1 hat den Text einer Muslimin gepostet, die sich gegen den Antisemitismus in ihren Reihen wehrt. Sage mir, wer das Recht hat, gesamtislamische Forderungen zu erheben und ich nehme meinen Vorwurf an Dich zurück, hasserfüllt und verbittert geworden zu sein.
adam
adam
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 03.07.2016, 19:47:42
Karl,

lies Deinen eigenen Link und dort kannst Du lesen, daß der Aufruf Chomeinis, nach dem dieser Gedenktag gegründet wurde, der gesamten islamischen Welt galt.

Für mich ist es empörend, daß die Aufklärung über den Antisemitismus dieses Tages hauptsächlich dazu benutzt wird, vor Muslim-Bashing zu warnen und den vernichtungsfordernden Antisemitismus damit gleichzusetzen.

Einen wortverdrehenden Ruf habe ich mir nicht "erworben", Karl. Du versuchst, ihn mir aufzuschwatzen.

--

adam

Auch ein PS: Es sollte klar sein, daß jeder Vergleich mit und jede Ablenkung von Antisemitismus, das antisemitische Denken bestätigt und fördert.
karl
karl
Administrator

Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 03.07.2016, 20:08:24
Chomeini als Schiit konnte niemals für die ganze islamische Welt sprechen. Die islamische Welt kennt keinen Papst. Eine Meinung kann weit verbreitet sein, aber für eine gesamtislamische Forderung gibt es keine Autorität.

Die Kernaussagen meines Beitrags waren:

1. Antisemitismus muss bekämpft werden.
2. Antisemitismus ist nicht identisch mit Antizionismus.
3. Antisemitismus und Muslimbashing sind die zwei Seiten einer rassistischen Münze.

Karl

P. S. : Dass ich überhaupt keine ...Ismen mag, habe ich schon öfters geschrieben, aber jetzt schaue ich erst einmal Frankreich - Island und werde bei den Spielern nicht auf die Religion achten
Bruny
Bruny
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Re: Al-Quds-Tag
geschrieben von Bruny
als Antwort auf karl vom 03.07.2016, 20:34:22
Chomeini hat noch nicht einmal für alle Perser gesprochen, nur wagte niemand dies öffentlich auszusagen.
Bruny

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