Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.

Innenpolitik Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.

Crimmscher
Crimmscher
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Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von Crimmscher
6,5 Millionen Euro wollte der Freistaat Sachsen für ein Denkmal der friedlichen Revolution aufbringen.

Es sollte in Leipzig errichtet werden und an den Herbst 1989 in der DDR erinnern.
Erinnern an die demonstrierenden Menschenmassen auf den Straßen Leipzigs, an das Kerzenmeer und die Rufe: Wir sind das Volk!

Gegen das Vergessen wurden und werden Denkmäler gebaut.
Und ein Denkmal braucht auch- bevor es entsteht-seine Zeit und seine Aussagekraft.

Doch nun wird erst mal aus dem Denkmal nichts.

Die Architekten säten mit ihren Entwürfen vorerst Zwietracht.

Es mangelte ihnen an persönlichen Erinnerungen und an Einfühlungsvermögen in das kollektive Gedächtnis der Bürger Leipzigs die dabei und Zeitzeugen waren, es mangelt ihnen an der Fähigkeit, das alles in einem Denkmal unter den Hut zu bringen.

Für die Leipziger ist und bleibt die Nikolaikirche das Denkmal der friedlichen Revolution und sie sind der Ansicht, 6,5 Millionen
sollte man lieber für den Straßenbau zusätzlich einplanen.

1813 gab es bei Leipzig die Völkerschlacht, 100 Jahre später erst das Denkmal dafür.

Vielleicht steht in 100 Jahren ein Denkmal für die Wende.

Dann wird man es mit Bestimmtheit "Denkmal der Einheit" nennen.

Crimmscher
Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von claude
als Antwort auf Crimmscher vom 17.07.2014, 16:59:29
Für die Leipziger ist und bleibt die Nikolaikirche das Denkmal der friedlichen Revolution und sie sind der Ansicht, 6,5 Millionen
sollte man lieber für den Straßenbau zusätzlich einplanen.
geschrieben von crimmcher


Das sind vernünftige Leute wie ich finde!!
youngster
youngster
Mitglied

Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von youngster
als Antwort auf Crimmscher vom 17.07.2014, 16:59:29
So ein Denkmal würde ich nicht unbedingt für falsch halten aber warum muss das gleich 6,5 Mio Euro kosten?

Das würde ich dann auch ablehnen.

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pirelli
pirelli
Mitglied

Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von pirelli
als Antwort auf youngster vom 18.07.2014, 20:10:10
Ich schließe mich crimmscher an - die Nikolaikirche ist Symbol der friedlichen Revolution genug,dazu erinnert noch die Säule vor der Kirche an die noch heute bewegende jüngere Vergangenheit.

Ich ale Leipzigerin weiß, dass sich die Diskussion auch daran entzündete, weil man das ohnehin nicht geliebte Denkmal auf dem "Wilhelm-Leuschner-Platz" etablieren wollte. Der Platz hat nicht den geringsten Bezug zu den damaligen Ereignissen.

Die Idee, die Gelder lieber in andere dringende Sanierungspojekte der hochverschuldeten Stadt zu stecken, klingt gut und ist nahe liegend. Geht aber nicht, die Mittel sind zweckgebunden einzusetzen.

pirelli
Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf pirelli vom 18.07.2014, 22:18:20
Hallo, pirelli,

und wie will die hoch verschuldete Stadt Leipzig den
Katholikentag bezahlen?

Zahlen die Gläubigen selbst ihre Veranstaltung?

Gruß Grums
pirelli
pirelli
Mitglied

Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von pirelli
als Antwort auf vom 19.07.2014, 11:12:59
Hallo Grums.

ich denke schon, die überwältigende Mehrheit der Leipziger ist dagegen, dass die reiche katholische Kirche einer so hohen Unterstützung für ihren Kirchentag bedarf.

Der von dir genannte Link spiegelt das wider, und auf der Leserpostseite meiner Zeitung wimmelt es von Protesten.

Hinzu kommt, dass schon im protestantisch geprägten Leipzig sich nur ca.10% aktiv zu ihrer Kirche bekennen, und Katholiken gibt es noch weniger.

Ich hoffe, der Stadtrat - den ich ja auch mit gewählt habe - trifft im September die richtige Entscheidung.

Gruß pirelli

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Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf pirelli vom 19.07.2014, 11:44:48
.
als nicht-leipzigerin möchte ich mir kein urteil über sinn bzw. unsinn des denkmals erlauben.

ich bin aber immer erstaunt, wieviel das kosten soll.
6,5 millionen, was war das noch vor kurzer zeit für eine erstaunliche summe ...
und ob es dabei bleibt, steht in den sternen.

für jedes denkmal ist das zu viel.

lg m./.
.
puckin
puckin
Mitglied

Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von puckin
als Antwort auf vom 19.07.2014, 13:15:36
Die Entwürfe wurden von der leipziger Bevölkerung eher als sinnverwirrende Gestaltung eines Platzes angesehen, der mit der gewaltlosen Revolution nichts zu tun hatte.
Die Proteste waren so enorm, daß der Stadtrat nicht anders konnte als die Sache erstmal zu verschieben.
Ein Leser der LVZ machte kürzlich den Vorschlag den Nikolaikirchhof in Nikolaikirchhof-Pfarrer Führer Platz umzubenennen und das gesamte Ensemble Platz,Kirche und die dortige Stele zum Denkmal zu erklären.
Dem könnte ich mich und sicher die meisten der Beteiligten und Leipziger anschließen.
Wir hätten dann kein sinnfreies Monument, das jedem erstmal in seiner Aussage erklärt werden müßte, sondern einen Ensemble, von dem alles ausging und das jeder mit der gebotenen Würdigung und stillem Gedenken besuchen kann.
Crimmscher
Crimmscher
Mitglied

Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von Crimmscher
als Antwort auf puckin vom 19.07.2014, 14:04:40
Das monumentale Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das Holocaust-Mahnmal in Berlin, zeigt uns doch ,dass Denkmäler auch zur ewigen Belastung werden können und dabei ihren Sinn verlieren.

Seit dem Jahr 2008 zeigen sich auf 19 000 Quadratmeter in den "Betonquadern" Risse und zerborstene Stellen.

Allmählich wird es zum ewig kostenträchtigen Sanierungsmal.

Sommerhitze, winterlicher Frost und Ermüdungserscheinungen im Material schaffen hier die Vergänglichkeit.

Crimmscher
Re: Alles zu seiner Zeit, alles braucht seine Zeit.
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Crimmscher vom 19.07.2014, 15:51:21
Hallo, Crimmscher,

deshalb laßt uns Denkmäler niederlegen statt Kränze!!!!!!

Gruß Grums

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