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Innenpolitik Antisemitismus in Deutschland

freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf karl vom 02.02.2020, 19:23:21
Noch einige Sätze zu dem Titel dieses Threads "Antisemitismus in Deutschland".

Angesichts der Fakten, dass die größte Mehrzahl der antisemitischen Straftaten von deutschen Rechten geschehen, halte ich den Hinweis auf muslimischen Israelhass für eine Ablenkung.

Das ist die neue Sündenbockmethode. Anstatt uns um den Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft zu kümmern, wird auf den Israelhass von Flüchtlingen verwiesen.

Es steht außer Frage, dass es auch unter Flüchtlingen Israelhasser und Antisemiten gibt und es ist auch sinnvoll, sich dagegen zu wenden. Dies jedoch darf nicht pauschal geschehen, so dass nun pauschal wieder eine ganze Gruppe unter Generalverdacht gestellt wird.

Es gibt übrigens in Deutschland jüdische Gruppen, die sich sehr intensiv auch um (muslimische) Flüchtlinge kümmern.

Karl
geschrieben von karl
Das es so ist wie du es beschreibst, ist uns allen klar.
Hier geht es aber haupsächlich um die Sicht eines Juden,
der Ausschwitz überlebt hat und das solltest du/wir bedenken.

Ich denke da ist einiges an den Schulen an Aufklärungs-Arbeit zu leisten
und das in alle Richtungen.
Es ist auch hinreichend bekannt, dass die Rechten das ausnutzen.
Darum ist eine Aufklärung bzw. Belehrung aller jungen Leute notwendig,
die auffällig werden und da darf es keine Aussahmen geben.

Ich pers. habe folgendes für mich festgestellt.
den Antisemitismus bekämpfen heisst zuerst mal in seiner Familie, Freundeskreis etc. vorgehen denn damit wird viel erreicht.
Viele stellen auf Durchzug wenn die jährlichen Ansprachen Gedenkfeiern etc. kommen.
Wir müssen jeder einzelne im Umfeld diskutieren und das bringt was.

 
aixois
aixois
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von aixois
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 19:27:37

Richtig.  Das gilt auch heute noch. Z.B. in der Türkei, wo 'Juden' Teil der Gesellschaft sind und weitgehend unbehelligt leben.

Dass er immer mal wieder sogar blutige Auseinandersetzungen u Verfolgungen gab, steht den gemeinsamen Grundsätzen des Glaubens, die ein weitgehend friedliches Zusammenleben (bes. im Osmanischen Reich) möglich machten , nicht entgegen.

Erst mit der Politisierung d.h. der Besiedlung Palästinas ab Anfang der 1900-er Jahre entstand der heutige 'Hass' der Araber gegen die 'Juden', gemeint waren und sind eignetlich die Zionisten, Israelis, nicht die die jüdischen Glaubens sind.

Karl spricht zurecht von Israelihass, nicht Judenhass, denn es geht hier im Kern am wenigsten um religiöse Fragen. Kein Israeli würde einen Moslem z.B.wegen der Beschneidung, koscherem Essen, Gebetsriten  o.ä. kritisieren oder gar beschimpfen und ans Leder wollen.

Dass die politischen hardliner beider Lager sich des Glaubens bedienen ist offensichtlich und manipulativ.

aixois
aixois
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von aixois
als Antwort auf freddy-2015 vom 02.02.2020, 19:43:04

Islamische Flüchtlinge in Ausbildung hier, erzählten mir, dass der Rauswurf eines rechtspopulistisch (rassistischen) Auszubildenden durch seinen 'Lehrmeister' (grosse Firma mit Reputation)  bei ihnen die Runde gemacht und sehr grossen Eindruck hinterlassen habe (auch weil sie einsahen, dass der Chef recht hatte und das durfte, selbst wenn der 'Lehrling' seine Beleidigungen nur mal so dahin gesagt habe, wie es meistens der Fall sei).

Es geht also.
Man muss nur hinsehen wollen und klare Kante zeigen, deutlich sagen , was geht und was nicht. Das wird die hardliner nicht hindern, aber dann kann gezielt gegen sie vorgegangen werden.

Ich denke, das sollte nicht nur bei Auszubildenden so sein.


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WurzelFluegel
WurzelFluegel
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von WurzelFluegel
als Antwort auf freddy-2015 vom 02.02.2020, 19:43:04
Ich denke da ist einiges an den Schulen an Aufklärungs-Arbeit zu leisten
und das in alle Richtungen.
Es ist auch hinreichend bekannt, dass die Rechten das ausnutzen.
Darum ist eine Aufklärung bzw. Belehrung aller jungen Leute notwendig,
die auffällig werden und da darf es keine Aussahmen geben.

Ich pers. habe folgendes für mich festgestellt.
den Antisemitismus bekämpfen heisst zuerst mal in seiner Familie, Freundeskreis etc. vorgehen denn damit wird viel erreicht.
Viele stellen auf Durchzug wenn die jährlichen Ansprachen Gedenkfeiern etc. kommen.
Wir müssen jeder einzelne im Umfeld diskutieren und das bringt was.

 
ich beobachte, dass es nicht allen klar ist und das es kein Phänomen ist, das nur die Jugend betrifft - sorry, es gibt viele ältere und alte Menschen, die das auch nicht durchschauen
(auch ich selbst durchschaue es sicher nur teilweise)

die Angst vor dem Fremden sitzt in alt und jung und Aufklärung passiert sinnvoller BEVOR jemand auffällig wird und wäre auch machbar
Fakt ist aber, dass es darüber keinen einheitlichen gesellschaftlichen Konsens (mehr) gibt, denn wir haben in halb Europa nationale Bestrebungen, die immer inkludieren, dass alle "anderen" eben nicht herpassen.

Es bringt, m.M.n. nur noch mehr Probleme, wenn man Antisemitismus und Rassismus getrennt voneinander diskutieren will, weil man dadurch vom Grundproblem der Mehrheitsbevölkerung mit dem Fremden ablenkt und
Israelis und Arabern erspart, ihren eigenen Rassismus zu bearbeiten.

WurzelFluegel

 
RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf aixois vom 02.02.2020, 20:06:48

wenn es denn so wäre .. dann würden junge Araber oder andere Muslime in Deutschland ja keine deutschen Juden angreifen und als Sch,,,,juden beschimpfen usw - ich denke Du irrst Dich, wenn Du glaubst, dass da gross differenziert wird bei den betreffenden Angreifern. Und für einen angegriffenen Juden ist es ziemlich egal, ob der Angreifer  "nur" Israel hasst oder den Juden oder alle Juden - oder ob der Angreiffer Moslem, Nazi , Türke, Chinese oder was immer auch ist  - ihm wird weh getan, er wird verletzt und beleidigt. Ich werde hier keine Foren verlinken, in denen Türken sich in deutsch und türkisch über Juden äussern aber glaube mir, Freundlich ist anders -

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von dicker68
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 15:57:21
Hier ist auch nicht die Rede von "allgemeiner Hetze" - sondern von massiven Angriffen auf unschuldige Menschen, um Dummheit und Unwissenheit und die daraus resultierenden Vorurteile und überwabernderHass , der in Moscheen gelehrt und geschürt wird, der in Kinderbüchern und TV Serien verbreitet wird und immer dann eskaliert, wenn einso konditionierter Mensch auf einen anderen Menschen mit Kippa, oder Pejes, Quasten und  Schtreimel  begegnet? 

 

@WoSchi, mit der allgemeinen Hetze aber fängt es bereits an. Schon sie muß im Keim erstickt werden. Ein Feuer löscht mann auch am Entstehungsnest, in die Flammen zu löschen ist wirkungslos, dem Feuer muß die Grundlage entzogen werden.

Und dieser Hetze muß auf breiter Front begegnet werden.

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RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von dicker68
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 20:19:20

Meinst Du das der Islam seinen Anhängern den Haß auf Juden vorschreibt..? Ich meine nein, denn egal welche Religion, alle haben sich den anderen Menschen erstmal offen und freundlich gegenüber gestellt (zumindest zu Zeiten der Propheten ).

Der Haß ist impliziert worden, als politischer Ausdruck durch die Religionsführer. Um die Massen aufzustacheln, den Kampf, der mit Waffen schon nicht zum gewünschten Erfolg führte, jetzt nur mit anderen Mitteln fortzuführen.

Jede Art von Antisemitismus weltweit läßt sich doch zurückführen auf Probleme innerhalb der Länder, und deren Führung ist einfach unfähig diese zu klären. So schiebt man es auf die Minderheit und das Problem ist "geklärt". Ist es das..?

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf dicker68 vom 02.02.2020, 20:41:49

schau Dir doch das Video an, das ich eingestellt habe - oder frag die betreffenden Moslems- Woher einige den Hass haben und andere nicht, das weiss ich doch nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es ihnen beigebracht wurde: Propagiert wird es doch laut genug.

Ich kenne sehr viele Moslems in Israel, die dort sehr gerne leben und wunderbar mir jüdischen Nachbarn zusammen leben, auch aus den USA kenne ich es nicht anders. Ausnahmen gab es immer. Wir haben das hier auch alles schon einmal diskutiert und da halte ich mich raus -  es führt zu nichts

Alexs
Alexs
Administrator

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Alexs
als Antwort auf karl vom 02.02.2020, 19:23:21

Der Titel lautet „Antisemitismus in Deutschland“.
Dann muss es auch gestattet sein darauf hinzuweisen, dass es auch Migranten oder welche mit direktem Migrationshintergrund in Deutschland gibt, die antisemitisch sind. Gerade bei dem prozentual hohen Anteil.
Das hat weder mit Sündenbock, noch mit Ablenkung etwas zu tun und ist genauso wenig Hetze, als wenn man behauptet, dass es deutsche Antisemiten gibt!

 

karl
karl
Administrator

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von karl
als Antwort auf Alexs vom 02.02.2020, 21:36:45

@Alexs,

ich schrieb ja:

...
Es steht außer Frage, dass es auch unter Flüchtlingen Israelhasser und Antisemiten gibt und es ist auch sinnvoll, sich dagegen zu wenden. Dies jedoch darf nicht pauschal geschehen, so dass nun pauschal wieder eine ganze Gruppe unter Generalverdacht gestellt wird.

Es gibt übrigens in Deutschland jüdische Gruppen, die sich sehr intensiv auch um (muslimische) Flüchtlinge kümmern.

geschrieben von Karl

Karl

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