Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Antisemitismus in Deutschland

Innenpolitik Antisemitismus in Deutschland

karl
karl
Administrator

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von karl
als Antwort auf WurzelFluegel vom 02.02.2020, 20:16:04
...
Es bringt, m.M.n. nur noch mehr Probleme, wenn man Antisemitismus und Rassismus getrennt voneinander diskutieren will, weil man dadurch vom Grundproblem der Mehrheitsbevölkerung mit dem Fremden ablenkt und
Israelis und Arabern erspart, ihren eigenen Rassismus zu bearbeiten.

WurzelFluegel
@Wurzelfluegel,

das sehe ich ähnlich. 

Karl
freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf WurzelFluegel vom 02.02.2020, 20:16:04
ich beobachte, dass es nicht allen klar ist und das es kein Phänomen ist,
das nur die Jugend betrifft -
sorry, es gibt viele ältere und alte Menschen, die das auch nicht durchschauen.. 
geschrieben von Wurzel


Das sehe ich auch so Wurzel.
Die Aufgabenstellung habe ich zweigeteilt.

Einmal die junge Generation,
die erreicht man in der Schule in Gruppen
und Einzelgesprächen, Diskussionen etc.
da kann man eher was erreichen.

Bei den Alten so über 25/30 die zweite Variante.
Innerhalb des Verwandtschafts, Freundes, Bekannten, Nachbarschaftskreis.
Also Menschen die einem pers. bekannt und nahe stehen.
Da ist es oft nicht einfach und da spreche ich aus eigener Erfahrung.

Diese so oft betiltelte Verallgemeinerungen zu durchbrechen fällt schwer.

Es den Menschen klarmachen,
dass nicht alles so ist,
wie es die alt eingesessenen Vorurteile hergeben.
Allein schon die Verallgemeinerung,
wie die Gleichsetzung der hier lebenden,
mit denen die unten in den betroffenen Staaten leben.

Was hat ein Deutscher mit Migrationshintergrund,
mit einem Staat im nahen/mittleren Osten zu tun.???

Egal ob Muslime, Juden, Hindus bzw. irgend eine andere Religion.


 
Edita
Edita
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Edita
als Antwort auf karl vom 02.02.2020, 21:50:49

Eigentlich - wenn man den Begriff Antisemitismus durch den Begriff Rassismus ersetzt, was m.M.n. viel richtiger und wichtiger wäre, denn es werden mittlerweile viele Minderheiten in Deutschland wenn nicht physisch dann mindestens verbal angegriffen, bespuckt und / oder ausgegrenzt, dann sollten Juden und Moslems eigentlich merken, daß sie dabei, bei der Ausgrenzung in Deutschland - oft in einem Boot sitzen, denn ....... wenn es um die Beschneidungsdebatte geht, um die prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt oder bei der Jobsuche, da haben Juden und Muslime sogar noch die gleichen Probleme.
( Das sollte man vielleicht auch mal dem Schuster stecken, denn der hat 2015 öffentlich mit Seehofer die Obergrenze gefordert, "weil durch die Flüchtlinge aus arabischen Ländern auch der Antisemitismus zunehmen werde " )

Diese Ausgrenzung hat sich ja heimlich still und leise aus der Mitte der Gesellschaft eingeschlichen, und dagegen müssen wir alle gemeinsam angehen, Alte, Junge, Juden, Moslems, Schwule, Behinderte und andere Minderheiten, so lange das nicht erkannt wird, wird sich nichts ändern!

Edita


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RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von dicker68
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 21:06:13
schau Dir doch das Video an, das ich eingestellt habe - oder frag die betreffenden Moslems- Woher einige den Hass haben und andere nicht, das weiss ich doch nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es ihnen beigebracht wurde: Propagiert wird es doch laut genug.

Ich kenne sehr viele Moslems in Israel, die dort sehr gerne leben und wunderbar mir jüdischen Nachbarn zusammen leben, auch aus den USA kenne ich es nicht anders. Ausnahmen gab es immer. Wir haben das hier auch alles schon einmal diskutiert und da halte ich mich raus -  es führt zu nichts

@WoSchi, um des Himmels Willen nicht raus halten. Kein Mensch auf der Erde wird als Rassist geboren - er wird dazu gemacht. Und schon die Anfänge müssen gerügt werden, angefangen schon mit dem leisisten Anflug von Diffamierung.

Weder die Volksgruppe, die Religionszugehörigkeit, die Hautfarbe, das Geschlecht, die gesundheitliche Befindlichkeit dürfen als Anlaß für Rassismus herhalten.

In allen Volksgruppen gibt es "Ereiferer" die ihre Sicht auf die Welt als die allein richtige hinstellen. Nur die Welt ist bunt, genau wie auch die Menschen.
Junge Muslime erfahren von den Religionsführern den Antisemitismus schon als Kind. Selbst die Eltern sind schon mit dem Antisemitismus groß geworden. Aber dazu schweigen macht es nicht besser, man muß dagegen halten.
Allegra
Allegra
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Allegra
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 17:57:55

@WoSchi

Danke für diesen kundigen Beitrag!

Die Gründung der Göttinger Studentengruppe fand ich sehr beeindruckend
ist aber nicht repräsentativ.
Über dieses Thema wird - wie man  immer wieder feststellt -  zwar diskutiert
aber zu wenig gewusst.


Allegra



 

aixois
aixois
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von aixois
als Antwort auf WoSchi vom 02.02.2020, 20:19:20

Wenn man die Formel akzeptiert  Moslem = Islamist , dann würde zustimmen.

Da dem aber nicht so ist, lehne ich es ab, als Ursache für den (rassistischen/politischen) Hass den religiösen Glauben als Rechtfertigung heranzuziehen. Dies machen, aus Mangel an rational nachvollziehbaren Begründungen,  gerne die Extremisten auf allen Seiten. Darauf hereinzufallen , habe ich keine  Lust, denn durch diesen Missbrauch wird Hass gegen Andersartige, Fremde,  ein Rechtfertigungsgrund geliefert, der auf (eigentlich positiv besetzten) Glaubensüberzeugungen zurückgreift.

Dass ein junger arabischer Flüchtling einen Unterschied machen würde , wenn er andere schwer beleidigt oder gar übergriffig wird , zwischen Jude und einem (meist moslemischen) Schwarzafrikaner  habe ich bislang nicht erlebt.

Eben weil der Hass seine Ursache nicht in der Religion hat, wird von den Aggressoren nicht unterschieden.

Antijüdische Positionen (auch in der Erziehung)  von Türken sehe ich im Zusammenhang mit der zunehmenden Besetzung des Religiösen durch die Politik, besser gesagt,  die Stärkung des Religiösen zu (macht-) politischen Zwecken . Aus Gläubigen werden so missbräuchlich fanatische Kämpfer gemacht, Ziel ist politische Herrschaft, nicht aber die Erfüllung religiöser Heilserwartung. Iran ist auch dazu ein Beispiel. Der Linke Mossadegh wurde nicht allein vom CIA beseitigt, auch von den konservativen "Religiösen", die letztlich  die Macht erlangt haben.

Der eine Führer hat seine Ziele schon erreicht, der andere hegt noch den persönlichen Wunsch als "großer muslimischer Führer in die Geschichte einzugehen", vom Traum "ein neues Osmanisches Reich wiedererstehen zu lassen", "eine neue osmanische Geschichte zu schreiben, in der der Islam in Verbindung mit dem Türkentum irgendwie zu ganz neuer Bedeutung aufsteigen soll" mit dem Resultat als "Führer in der islamischen Welt, als ultimativer Führer" angesehen zu werden. [ DLF 15/06/2018] 

Religion mit politischer Macht zu verbandeln hat noch nie gut getan.


 


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freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf aixois vom 03.02.2020, 13:52:51
Es gibt einige Beispiele, dass die Religion keine Rolle spielt.
Zumindestens was Moslems, Christen, Juden, Hindus angeht.
Wir brauchen hier nur die Türken und die Kurden zu nehmen.
Sie bringen ihren Glauben,
aber auch ihre politischen Überzeugungen
und Probleme mit nach Deutschland.
Und das geschieht nicht erst seit 10 Jahren.


 
RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von WoSchi


Heute vor 50 Jahren starben 7 Menschen beim antisemitischen Brandanschlag auf das Altersheim der jüdischen Gemeinde in München. Der oder die Täter wurden bis heute nicht ermittelt. Einige der Opfer hatten den Holocaust überlebt. Möge ihre Erinnerung ein Segen sein



Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf freddy-2015 vom 03.02.2020, 16:27:14
Es gibt einige Beispiele, dass die Religion keine Rolle spielt.
Zumindestens was Moslems, Christen, Juden, Hindus angeht.
Wir brauchen hier nur die Türken und die Kurden zu nehmen.
Sie bringen ihren Glauben,
aber auch ihre politischen Überzeugungen
und Probleme mit nach Deutschland.
Und das geschieht nicht erst seit 10 Jahren.


 
Dieser Art der Verallgemeinerung widerspreche ich.

Einige mögen so handeln, aber nicht alle bzw. nicht die Mehrheit.

Monja.
Via
Via
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Via
als Antwort auf WoSchi vom 13.02.2020, 17:48:14
Wer braucht irgendwelche Ausreden, dass irgendjemand den Antisemitismus in irgendeiner Form beeinflusst?
 
Schande über alle, die braune Überzeugungen hegen, die ihre Kinder so erzogen haben und es immer noch tun!

Liste von Anschlägen auf Juden und jüdische Einrichtungen im deutschsprachigen Raum nach 1945

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