Innenpolitik brüderle fein....

carlos1
carlos1
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Re: brüderle fein....
geschrieben von carlos1
als Antwort auf mart1 vom 29.01.2013, 15:54:00
"Mein einziger Anlaß, mich hier einzubringen war die kritische Betrachtung der "gleichen Augenhöhe" durch carlos. Diese Frage hat sich für mich erledigt.

und die

Mütterverantwortung für Männer." mart


Hallo mart,
auch wenn das Thema nun für dich erledigt ist: Die "gleiche Augenhöhe" drückt nichts anderes als ein schwammiges Gefühl aus. Ein bildhafter Vergleich ist es nicht, auch wenn die Metaphorik auf einem indirekten Vergleich beruhen kann (dem so gen. tertium comparationis). Entscheidend ist immer die Bedeutungsverschiebung (Semantik). Wohin hat sich nun aber die Bedeutung bei der "gleichen Augenhöhe" (der Begriff ist heute ein Standard-Topos) verschoben? Vermutlich bei jeder Frau und jedem Mann wo anders hin.

Von Mütterverantwortung habe ich nicht gesprochen, aber davon, dass Männer und Frauen verschieden sind. Mütter machen Männer heißt auch, dass spätere Männer auch von Frauen geboren werden, von ihnen lernen. Welche Ausprägung erfährt deren Frauenbild durch den Kontakt mit der Mutter? Der Begriff Mütterverantwortung ist unangbracht. Verantwortung ist u. a. auch justiziabel Die Erziehung und Einwirkung einer Mutter ist es nicht, sie ist nicht mal in jeden Fall feststellbar.

Auf jeden Fall ist eine Frau durch ihre Rolle im Lebenszyklus ganz anders ausgestattet als ein Mann. Sie ist dadurch in besonderer Weise über lange Zeiträume hin verletzbar und gefährdet. Das macht sie einzigartig, nicht nur wegen ihrer anderen Fähigkeiten, und deshalb ist Respekt ihr gegenüber notwendig. Gleiche Augenhöhe, um das falsche Bild wiesder aufzugreifen suggeriert doch nur Fairness im Konkkurrenzkampf und Beachtung von Regeln. Mehr aber nicht. Das ist zu wenig.

Der "Zeitgeist" (oder das mediale Geschwätz) sucht nach neuer Ernsthaftigkeit. Junge JournalistInnen/en gerieren sich als Tugendwächter und nutzen die öffentliche Moral und die Diskussion um Opfer sexistischer Gewalt oder Anmache als Kampfmittel und als Mittel zur Auflagensteigerung. Höchste Moral wird von medialen Erzeugnissen gepredigt, deren Seiten von nackter weiblicher Haut nur so strotzt. Kein Sexismus? Alarm wird im täglichen Takt geschlagen und die Gesellschaft wird von den Sittenwächtern vor dem Verfall der Sitten gewarnt. Alles mehr oder weniger konstruiert. Wir brauchen keine moralinsaure Leitkultur, die von Angst und Prüderie regiert wird. Deshalb auch ist diese Sexismusdebatte frauenfeindlich, wenngleich sie den Opferdiskurs über Frauen verstärkt. Dort wo es nötig wäre, die Zustände in Ägypten oder Indien anzuprangern, wird eher weggeschaut, da abgelenkt..

Es ist ein Rückfall in alte Zeiten. Die 68er rühmten sich einst die gesellschaftliche Freiheit gefördert oder gar erkämpft zu haben. Die menschlichen Geschlechtsorgane jedenfalls durften seitdem mit Namen offen genannt werden und vor allem mit lateinischen Namen. Welch ein Fortschritt. Die jetzigen Dummköpfinnen/e kämpfen unter dem Deckmantel der political correctness für die Abschaffung dieser Freiheit. Um Himmels willen, keinen Blick werfen auf einen Busen der aus dem Mieder hervorquillt. Eine Frau steht im Aufzug. Bitte nicht reingehen. Könnte ja sexistisch sein, wenn jemand mit einer Dame allein im Aufzug nach oben will.

Freiheit heißt immer auch die Freiheit eine Ohrfeige für Anzüglichkeiten auszuteilen.
lupus
lupus
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Re: brüderle fein....
geschrieben von lupus
Mir scheint, manchmal dringt auch ein leiser Aufschrei von zu kurz gekommenen durch die Diskussion.
Oder teusche ich mich da?
lupus
Re: brüderle fein....
geschrieben von mart1
als Antwort auf carlos1 vom 29.01.2013, 18:39:59
Hallo carlos,
Ich denke ich bin für diese Diskussion zu einfach gestrickt.

"Die Mütter machen Männer zu dem, was sie sind", schreibst du. Na, ja, dann wird es schon so sein und meine Interpretation wird falsch sein, dass sich aus dieser Ansicht eine Verantwortlichkeit ableiten ließe.

LG mart

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Re: brüderle fein....
geschrieben von meli
als Antwort auf mart1 vom 29.01.2013, 19:06:42
Die vertikale Positionierung der Augen, durch welche die Körpergröße anderer Personen mit der eigenen verglichen wird, ist meistens direkt mit gesellschaftlichem Status und Selbstwert-Gefühlen verbunden. Menschen verlangen in existenziellen Situationen das Gespräch "auf gleicher Augenhöhe", d. h. sie wollen den Gesprächspartnern ebenbürtig sein. Wer sich andere Personen größer als sich selbst vorstellt, fühlt sich ihnen meist unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.
geschrieben von Augenhöhe


Mart, ich gehe einmal davon aus, dass Du dies auf der psycho-sozialen Ebene gemeint hast.

Im übrigen stimme ich mit Dir, was die Verantwortlichkeit angeht, überein.

Meli
ehemaligesMitglied31
ehemaligesMitglied31
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Re: brüderle fein....
geschrieben von ehemaligesMitglied31
als Antwort auf olga64 vom 29.01.2013, 16:55:21
Ich weiss zwar nicht, was Sie mit Quotenregel und Alice meinen?
Aber ich bedaure Sie sehr, wenn Sie diesen Altmänner-Träumen von gutgefüllten Dekolletes hinterherhecheln ... Olga
... ja, diese Altmännerträume verfolgen mich spätestens seit meinem 14. Geburtstag, obwohl unnötig, kann man diesen Dekolltés heute kaum noch entgehen, ein „wunder Punkt“, Olga?
Aber, wem sag´ ich das, uns trennen 6 Jahre, Du weißt besser als ich, dass selbst auf der Verpackung der Thrombose-Strümpfe ein fesches Dirndl lacht, völlig unaufdringlich.

Aber die Sache mit der Quotenregelung solltest Du noch´mal nachlesen, entspricht nämlich gar nicht dem, was Du da schreibst.
morgensonne
morgensonne
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Re: brüderle fein....
geschrieben von morgensonne
als Antwort auf morgensonne vom 28.01.2013, 22:21:47
@olga
Ich und Loriot sagen es ja schon immer: Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen. Frau Schwarzer hat dies seit langem erkannt als sie sich dem weiblichen Geschlecht zuwandte

es bezieht sich keinesfalls auf loriot, sondern auf dich und frau schwarzer.
Ich bin mir sicher, dass andere user das begriffen haben.

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pilli †
pilli †
Mitglied

Re: brüderle fein....
geschrieben von pilli †
als Antwort auf morgensonne vom 29.01.2013, 21:30:41
nö morgensonne

aber du kannst das sicher so erklären, dass auch ich das verstehe?

---
pilli
morgensonne
morgensonne
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Re: brüderle fein....
geschrieben von morgensonne
als Antwort auf pilli † vom 29.01.2013, 21:33:07
huch pilli,da ist was schief gelaufen

es sollte eine antwort auf olga`s schreiben vom 29.01. sein.
Mist - wollte noch berichtigen aber ich war zu spät
gr., morgensonne
loretta †
loretta †
Mitglied

Re: brüderle fein....
geschrieben von loretta †
als Antwort auf daddy60 vom 29.01.2013, 15:24:09
Also ich möchte nicht die rechte Hand vom Brüderle sein - wer weiß, was die alles zu tun hat, wenn er allein ist.:)


dutch,
ich möchte es gar nicht wissen .... ich möchte es mir nicht mal vorstellen

loretta



interessant! Warum möchtest Du es gar nicht wissen, nicht mal vorstellen?

Etwa weil du dann mit einem Frauenbild zu tun hättest, das erschreckend ist?


Jo, daddy, voll daneben .... du hast ja schon mal gar nix kapiert.

loretta
Re: brüderle fein....
geschrieben von marina
als Antwort auf carlos1 vom 29.01.2013, 18:39:59

Auf jeden Fall ist eine Frau durch ihre Rolle im Lebenszyklus ganz anders ausgestattet als ein Mann. Sie ist dadurch in besonderer Weise über lange Zeiträume hin verletzbar und gefährdet. Das macht sie einzigartig, nicht nur wegen ihrer anderen Fähigkeiten, und deshalb ist Respekt ihr gegenüber notwendig. Gleiche Augenhöhe, um das falsche Bild wiesder aufzugreifen suggeriert doch nur Fairness im Konkkurrenzkampf und Beachtung von Regeln. Mehr aber nicht. Das ist zu wenig.
[. . . ]
Um Himmels willen, keinen Blick werfen auf einen Busen der aus dem Mieder hervorquillt. Eine Frau steht im Aufzug. Bitte nicht reingehen. Könnte ja sexistisch sein, wenn jemand mit einer Dame allein im Aufzug nach oben will.

Meine Güte, was für ein altbackener Schmarren. Diese einerseits Verherrlichung und andererseits Herabstufung (Frau = Heilige oder Hure, nicht wahr?) ist ja sowas von gestrigem Gedankengut, dass es einen grausen kann. Es geht ja gar nicht darum, dass Männer keine Blicke werfen dürfen. Es geht darum, wie sie diese werfen, da gibt es eine Menge Abstufungen. Und es geht auch in diesem diskutierten Fall Brüderle eben nicht nur um Blicke, sondern auch um Worte. Und zwar um ausgesprochen geschmackloses dummes Gewäsch eines abgehalfterten alten Mannes, der so langsam seine Felle davonschwimmen sieht.
Ich finde das Ganze zwar lächerlich und hochgespielt, und natürlich stehen ganz andere Interessen dahinter: den ollen Suffkopp zu demontieren wegen des nahenden Wahlkampfs, aber dennoch wird ja wohl niemand bestreiten können, dass die Debatte um sexistische Macho-Allüren unbedingt berechtigt ist.
Leider taugt dieses Beispiel nur so wenig, das ist schade. Es gibt genügend bessere Beispiele. In diesem Fall könnte man das Altmänner- Geschwafel wirklich abtun unter der Rubrik „Geschmacklosigkeit“. Man könnte sogar mit gutem Willen sagen: Er hat es als Kompliment gemeint. Aufzuregen lohnt sich jedenfalls nicht, dazu ist es zu seicht, zu flach und zu doof.
Aber dass es gerade für junge Frauen fast täglich sexistische Anmache gibt, die zumindest verbal, wenn nicht mit Blicken, im wahrsten Sinne des Wortes unter die Gürtellinie geht, das wird doch wohl niemand (zumindest niemand Weibliches) bestreiten können.
Und dass es nicht immer einfach ist sich zu wehren als Frau, auch das weiß eine jede. Denn wie oft kommt es vor, dass Chefs plumpe Anmache betreiben, und die arme Untergebene nicht weiß, wie sie sich verhalten soll, weil ihre Stelle gleichzeitig davon abhängt. Wunderbar satirisch hat es ja Loriot gezeigt in dem Sketch Liebe im Büro - die Szene mit Evelyn Hamann als abhängige Sekretärin eines notgeilen Chefs. Leider ist es nur nicht immer so lustig wie bei Loriot.

Das alles kann man kleinreden und dementieren, wie man will. Die Männer, die dem nicht ausgesetzt sind, sollten sich allerdings tunlichst zurückhalten, die können sich nämlich nicht hineinversetzen in Frauen, dies sich durch manche dümmlich sexistische Anmache mehr gedemütigt als geschmeichelt fühlen.
Mit dem heutigen Zeitgeist ist es schon lange nicht mehr vereinbar, denn Frauen heutzutage bringen zum großen Teil bessere Leistungen als Männer, das fängt schon in der Schule an, wo die Mädchen die besseren und aufmerksameren Schülerinnen sind. Und beim Studium haben die Frauen inzwischen auch die Männer überholt. Was soll also diese Von-Oben-herab-Beurteilung der Frauen, die natürlich „auf Augenhöhe“ (und was soll diese Wortklauberei um einen ganz und gar berechtigten Begriff ???) den Männern begegnen wollen, ihnen längst gewachsen, wenn nicht teilweise überlegen sind und nicht nur auf ihre Weiblichkeit reduziert werden wollen. Dies aber ist das Charakteristische des Sexismus: dass Frauen nur in ihrer „Weibchenrolle“ und nur als mögliche Sexualobjekte wahrgenommen werden. Das war einmal, passé diese Zeiten, Gott sei Dank, Männer kapiert das endlich! Auch alte Männer sollen noch lernfähig sein. Hat zumindest die Hirnforschung inzwischen bewiesen.

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