Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

ehemaligesMitglied67
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Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf circe vom 18.12.2012, 18:35:18
hola, ja so schnell, daß man Leuten bei "Aldi" den Einkaufswagen aus Hand gerissen hat mit den Worten: "IHR hattet das schon immer, jetzt sind WIR mal dran"

carlo
tessy
tessy
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von tessy
als Antwort auf karl vom 18.12.2012, 18:19:56
Lieber Karl,

deine Erkenntnis hat bei mir ein befreiendes Lachen ausgelöst.
(Ohne dass ich das wollte)
Unter diesem Aspekt lassen sich zukünftige Beiträge leichter ertragen.
Gruß
Tessy
ehemaligesMitglied41
ehemaligesMitglied41
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied41
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 18.12.2012, 18:51:31
..und das waren alle 17 Millionen.
Wie erbärmlich...
-ein_lächeln_für_dich-

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karl
karl
Administrator

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von karl
Ich muss nicht alles noch einmal tippen, deshalb zitiere ich mich selbst. In dem Thread " Empfindlichkeiten" von Gillian schrieb ich Folgendes:

Ich kann die Empfindlichkeiten bei diesem Thema sehr gut verstehen. Am Ende von politischen Entwicklungen gibt es immer Menschen, die sich als Sieger oder Verlierer fühlen. Manche reihen sich noch rasch auf der Seite der Sieger ein, andere fressen ihren Frust in sich hinein. Auf der "Siegerseite" schlagen sich viele an die Brust, weil sie doch schon immer gewusst haben, wie der Hase läuft, und nutzen jede Gelegenheit, ihren "Sieg" (ihr Anteil daran ist unwesentlich) auszukosten und auf die "Verlierer" herabzusehen, sich zu erhöhen, indem sie andere erniedrigen.

Das Experiment "DDR" ist gründlich schiefgegangen. Das heißt aber nicht, dass nicht enorm viel gut gemeinter Enthusiasmus und ehrliche Überzeugung eingeflossen ist. Das heißt auch nicht, dass nicht viele ihr ganz normales Leben gelebt haben, und nicht, dass alles falsch war, an das sie einmal geglaubt hatten.

Ich finde, es ist sehr billig, sich auf das hohe Ross zu setzen, wenn man das Glück hatte, im Westen aufwachsen zu dürfen. Es ist pharisäerhaft, den Menschen, die ihr Leben im Osten gelebt haben, mit dem Zeigefinger zu kommen. Niemand weiß, wie er sich in vergleichbarer Situation in seinem Leben eingerichtet hätte. Bescheidenheit, auch im (ab)urteilen, fände ich angebracht.

Überhaupt sollten wir als Gesellschaft den Blick vor allem nach vorne richten. Wir sollten froh sein, uns in einem vereinten Deutschland bewegen zu dürfen. Der hadernde Blick zurück kann dabei hinderlich sein.

Ich hoffe in diesem Sinne auf eine faire Debatte, bei der andere Meinungen respektvoll behandelt werden. Quelle
geschrieben von karl am 21.11.2012 19:44


Das gilt auch in diesem Thread. karl
Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von klaus
als Antwort auf dutchweepee vom 18.12.2012, 18:05:00
"Die D-Mark-, Wirtschafts-, Reise-, Vereinigungs- und Salondemonstranten kamen erst Monate später auf die Straße, als sie hinter ihren Gardinen festgestellt hatten, dass die ersten Demonstranten doch nicht erschossen oder plattgewalzt wurden."


Wenn ich das lese, "geht mir das Messer in der Tasche auf".

Also - entweder du haust uns hier die Taschen voll mit deinen in letzter Zeit laufend wiederholten Hinweisen, dass DU als Kämpfer für die Freiheit in der DDR aufgetreten bist - oder - du hast bei den Demonstrationen nicht richtig hingeschaut.
Es waren in den Großstädten Hunderttausende, die auf die Straße gingen und nicht wussten, was mit ihnen passieren wird - ob sie am nächsten Tag noch ihrem Beruf nachgehen werden.
Die DDR-Staatsmacht war zu diesem Zeitpunkt noch fest installiert und niemand wusste ganau, wie es weitergeht.
Und das nicht nur in Großstädten, sondern auch schon sehr zeitig in vielen kleineren Orten, wo das noch viel gefährlicher war, weil fast jeder jeden kannte.
Da blieb nicht mehr viel Platz für diejenigen, die du hier arroganterweise als Salondemonstranten bezeichnest.
Komm mal runter von deinem hohen Ross.

Dass man am Anfang noch nicht v. Wiedervereinigung sprach, ist ja wohl ganz logisch, denn die politische Lage gab das noch lange nicht her.
ehemaligesMitglied41
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Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied41
als Antwort auf hobbyradler vom 18.12.2012, 18:42:09
Die D-Mark-, Wirtschafts-, Reise-, Vereinigungs- und Salondemonstranten kamen erst Monate später auf die Straße, als sie hinter ihren Gardinen festgestellt hatten, dass die ersten Demonstranten doch nicht erschossen oder plattgewalzt wurden.

Schämst du dich eigentlich nicht, deine Nachbarn und andere DDR-Bürger, nur weil sie später an den Demonstrationen teilnahmen, zu verunglimpfen?


..ich glaube mal nicht,
dass Dutchweepee hier den normalen DDR Bürger verunglimpfen will oder wollte, es geht hier um sogenannte „Systemtreue“, die nach außen eine andere Meinung vertreten haben.

In dem Moment, als sie merkten, dass nichts mehr aufzuhalten war und sie der „Order“ ihrer jeweiligen Partei (es gab ja neben der SED auch noch die CDU und die LDPD) folgten, haben sie sich unters „Volk“ gemischt.

Zum Glück konnten sie nichts mehr aufhalten.

Und es gab auch die, die immer erst welche vorausschicken, um dann jegliche Vorteile aus erster Hand zu genießen. Denen ging es nur um das Geld und die damit verbundenen Möglichkeiten.

Ja, und die sind es auch dann, die die friedliche Revolution auch auf ihre Fahnen schreiben.

Nicht ganz zu Unrecht, denn unbewusst hat ihre eher passive Beteiligung an den Demonstrationen die Wende mitbewirkt.

Unter dem Motto: „..nichts dafür riskiert und trotzdem was bewegt…“

-ein_lächeln_für_dich-


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dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf klaus vom 18.12.2012, 19:08:36
klaus: "Die DDR-Staatsmacht war zu diesem Zeitpunkt noch fest installiert und niemand wusste ganau, wie es weitergeht. Und das nicht nur in Großstädten, sondern auch schon sehr zeitig in vielen kleineren Orten, wo das noch viel gefährlicher war, weil fast jeder jeden kannte."

Deshalb haben die Spießer auch erst hinter der Gardine zugeschaut, wie die "Spinner" draußen verhaun wurden. Das ist der Witz beim Kampf, dass er gefährlich ist - dass man auch mal eins mit dem Knüppel bekommt oder mit dem einzigen Wasserwerfer Sachsens am zentralen Busbahnhof Chmenitz krankenhausreif weggespühlt wird. Mut heißt nicht laut brüllen wenn das Westfernsehen filmt, sondern jeden Montag auf die Straße gehen und wiederholt "zugeführt" werden, bis die Machthaber merken, dass Du es ernst meinst.
hugo
hugo
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von hugo
als Antwort auf hobbyradler vom 18.12.2012, 18:42:09
In meinem Umfeld hier im Westen war durchgängige Meinung, dass es allen Demonstranten vorwiegend um die Freiheit ging.
geschrieben von hobbyrader


ist doch mein Reden seit der Wende, das auch DU/Ihr erfolgreich Meinungmanipuliert bzw gleichgeschaltet wurdet. Schön das Du das hier mal so eindeutig von Dir gibst. Woher auch solltest Du gewusst haben was in den Dutches in den Demonstranten von damals vor sich ging, welche Gedanken, Wünsche und Hoffnungen sie bewegten ?

Euch standen doch hauptsächlich die gleicheschalteten Zeitungen mit den großen Schlagzeilen, die Tv-Sender und die Radioberichte zur Verfügung. Naja und was die Journalisten berichten -nach dem Motto: "schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten" haben wir ja nun auch lernen dürfen.

kannst uns ruhig glauben, anfänglich ging es tatsächlich nicht darum nach New-York reisen zu dürfen, sondern darum, das System zu ändern, die Führungsolle der SED zu beenden, die All-Macht der Stasi zu reduzieren, die gefälschten Wahlen vom Mai 89 zu kritisieren und vor allem mehr direkte Mitsprache für Jedermann zu erreichen.

,,das sich dabei auch ausreisewillige Mitbürger beteiligten, das die durch Gorbatschow gesendeten Signale aus Moskau eine gewisse Hilfestellung gaben und andere Einflussfaktoren eine Rolle spielten, ist unbestritten.

übrigens war damals wohl die DDR-Führungsriege nebst ceaucesku die Reformunwilligste innerhalb aller "Bruderländer"

und als dann die Gründungsaufrufe des „Neuen Forums“, der Bürgerbewegung „Demokratie jetzt“ und der Gruppe „Demokratischer Aufbruch“ und anderer durchs Land hallten gabs immer noch keinen Grund ausschließlich den Ruf nach Freiheit -Wie Du es vermutest- an zustimmen,,denn,,von da an gabs viel mehr Freiheiten als sich jeder, auch der aller progressivste
DDR-Bürger jemals vorher erhofft hatte. (siehe die Runden Tische und wie die ehemalige Obrigkeit abgewatscht wurde..Herz was wolltest du mehr ?)

hobbyrader,,,der Begriff Freiheit wurde damals für viele Wünsche ZieleHoffnungen verwandt, hatte viele Facetten und war u.a.
sicher auch z.B. für Fernwehgeplagte (wie z.B hugo) ein Grund, sich über die eröffnenden Möglichkeiten zu freuen, aber ab in den Westen wollte ich nie,,,ich wollte, wie die allermeisten Ossis die neuen Freiheiten zuhause genießen.

hugo
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf hugo vom 18.12.2012, 19:33:55
@hugo

unabgesprochenerweise: dacor!
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf ehemaligesMitglied41 vom 18.12.2012, 19:13:16
Warum tust Du Dir das an?

Das Leben ist doch viel zu schön und leider auch viel zu kurz, um sich hier provozierende Pamphlete von verbiesterten Verfassern durchzulesen.

Ich wünsch Dir einen schönen besinnlichen Abend ohne Agitations- Unterweisungen wie wir gefälligst zu denken haben. Dafür sind wir schließlich wirklich nicht auf die Straße gegangen.

justus

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