Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

wandersmann_1
wandersmann_1
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 18.12.2012, 16:21:42
Ich bin ja immer auf der Suche nach rhetorisch-argumentatorischen Höhepunkten in solchen Diskussionen, und hier bin ich tatsächlich fündig geworden.

Es gibt ihn - den finalen Beweisführer aller Dinge, den, der weiß, was die DDR im innersten zusammenhielt, bzw. im- oder explodieren ließ.

The name of the godfather is - PECADO.

Glückwunsch Monsinjör, Sie wurden auserkoren, Sie sind der echte Durchblicker.
Jeder Ihrer Beiträge in diesem Strang weißt Sie als Auskenner dieser gewiss nicht einfachen Problematik aus.
Echt!
Mehr von ihrem Format, und wir alle wüssten viel besser Bescheid darüber, was zwischen '49 und '89 so abging in der Zone.
Weshalb eigentlich muss ich beim Lesen von pecados argumentatorischen Kostbarkeiten immer darüber hadern, dass der ehrwürdige Pulitzer-Preis einen der wirklich Guten, nein- einen der Besten dieses Genres, so gnadenlos übersieht.
Pecado wäre einer der Würdigen für diese Auszeichnung.
Ohne Zweifel.
ehemaligesMitglied41
ehemaligesMitglied41
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied41
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 18.12.2012, 20:13:49
ist doch wirklich auffällig, daß speziell Foristen, die sich an aktuellen Mißständen (keiner streitet die ab) hochziehen gleichzeitig den Unrechtscharakter des sozialistischen Paradieses "vergessen". Das ist doch die Perfidität des Eingangsbeitrages: Weil die Bonzen jetzt dicke Wagen fahren ist das jetzt dasselbe als ob Honnecker und CO Volvo fahren: Damit stellt er den Unrechtsstaat DDR eine Stufe mit unserem Staat und das ist eine schlichte Unverschämtheit, denn so hätte sich die Revolution ja nicht "gelohnt".
geschrieben von pecado


.. du hättest es viel kürzer fassen können:

Ich weiß nicht immer, wovon ich rede.
Aber ich weiß, dass ich Recht habe.

Muhammad Ali


-ein_lächeln_für_dich-

ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf wandersmann_1 vom 19.12.2012, 00:18:32
hola,
oh der herr wandersmann,
er ist nicht etwa der wahre anwärter auf Pulitzerpreis, nein er ist ob seiner wirklich brillianten Formulierunmgskunst der Pulitzerpreis.

Wie wars noch gleich oben lt Karl mit der Dummheit und Überheblichkeit??
oder: Auch ein "intelligenter" Beitrag kann primitiv sein.

Und schon eilt der lächel-künstler herbei. Warum denn so kollektiv aufgeregt? Formieren sich die Kader?

Carlo

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silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 18.12.2012, 15:50:02


@ silhouette,

solange ich dieses Forum betreibe, müsst ihr mit meinem Gerechtigkeitsempfinden rechnen.
Karl
geschrieben von karl

Selbstverständlich, das habe ich noch nie bestritten.
Aber ich habe nicht an Gerechtigkeit gedacht, sondern an Klugheit, inellektuellen Anspruch und derlei elitären Tand.

Der "Schaum vor dem Mund" an die Adresse eben dieser Schreiber, deren Antworten nicht in dein Schema passen, ist deiner nicht würdig.
hugo
hugo
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von hugo
als Antwort auf hobbyradler vom 18.12.2012, 21:20:15
@Hugo,
da muss ich zugeben zuerst mal an Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit gedacht zu haben. An eine praktische Umsetzung habe ich nicht gedacht.


ok, hobbyradler, dann haben wir uns mal wieder -wie das hier immer wieder passiert- über Fakten, Probleme, Hindernisse usw. gestritten, die es zu dem Zeitpunkt, worüber ich diskutierenicht bzw nicht mehr gab.

Zu Zeiten des runden Tisches wurde dermaßen viel Meinungsfreiheit praktiziert, wie es vorher in er gesamten DDR-Zeit nicht annähernd und danach bis heute ebenfalls nie wieder möglich war.

Kannst du Dir vorstellen welch gewaltige demokratische Umwälzungen allein in dieser kurzen Zeit vonstatten gingen ?
z.B: gehörte zu den ersten Beschlüssen des Runden Tisches die vollständige Auflösung der Staatssicherheit,,,
Die Vertreter der Opposition am Zentralen Runden Tisch stellten Ultimaten und die Bevölkerung erhöht mit Demonstrationen und Streiks den Druck auf die neue DDR-Regierung,,usw.

Das dies nicht nur der DDR-Restobrigkeit bitter aufstieß, sondern auch die Kohleregierung entsetzt aufhorchen ließ, kannste dir sicher vorstellen,, das ging nach deren Demokratieverständnis viel zu weit,,vonwegen eine DDR mit menschlichem Antlitz, wo das Volk das Sagen hat, sich eine neue Verfassung geben wollte, die Offenlegung der ökologischen, wirtschaftlichen und finanziellen Situation im Land gefordert wurde usw....

nööö das durfte nicht sein,,,jegliche finanzielle Hilfe wurde gestoppt, dafür wurde die gesamte westdeutsche Parteienlandschaft mitsamt den Medien und die DDR in Marsch gesetzt um über den anstehenden Wahlkampf genug Einfluss zu gewinnen, damit diese Wahlen ein "genehmes" Ergebnis bescheren konnten,,und, wie wir heute wissen, es auch gebracht haben.

dazu:

Der Wahlkampf zur Volkskammer war von zahlreichen Auftritten westdeutscher Politiker begleitet. Insbesondere die CDU mit Helmut Kohl, die SPD mit Willy Brandt und Oskar Lafontaine sowie die FDP mit Hans-Dietrich Genscher waren Teil der Solidarisierungskampagnen der West-Parteien mit ihren Schwesterparteien im Osten. Nahezu alle westdeutschen Parteien hatten sich seit Herbst 1989 um die oppositionellen Gruppierungen, später auch zunehmend um jene Blockparteien, bemüht, die ihnen zumindest dem Namen nach nahe standen.
geschrieben von http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/69143/erste-freie-volkskammerwahl-17-03-2010


Das urspüngliche Wahlkampfthema "bessere DDR" wurde in "Ziel Deutsche Wiedervereinigung" umfunktioniert, es wurden massenhaft die tolldreistesten Versprechungen gemacht und somit wuchs die Zustimmung zu diesem Zei schnell von unter 50% der DDR Bürger auf 75 %.
Die Bürgerbewegung der wir mehr oder weniger das Ende der DDR verdanken wurde im Gefolge der Wahlvorbereitungen fast restlos abgewürgt und spielte danach nur noch in der Erinnerung an die tolle Wendezeit eine Rolle.

naja und mit den schäublischen und seiterschen Einigungsverträgen wurden die restlichen Hoffnungen der ursprünglichen Strassen Demonstranten in Grund und Boden gestampft,,,wer hätte sich solch schweinischen und zum Gesetz erhobenen Schlachtrufe wie "Rückgabe vor Entschädigung" usw,,auch nur in seinen miesesten Träumen vorstellen können ?? ich nicht.

hugo
karl
karl
Administrator

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von karl
als Antwort auf silhouette vom 19.12.2012, 09:32:45
Der "Schaum vor dem Mund" an die Adresse eben dieser Schreiber, deren Antworten nicht in dein Schema passen, ist deiner nicht würdig.
Doch, das ist es. Im Gegensatz zu deiner implizierten Unterstellung, dass "mein Schema" ein inhaltliches sei, halte ich hier fest:

Das, was ich als unpassend im Diskussionsforum ansehe, ist die persönliche Anmache von Diskutanten. Nur als Beispiel:

Über obigen Diskussionsbeitrag von Hugo kann es unterschiedliche Meinungen geben. Die Geschehnisse können auch aus anderem Blickwinkel betrachtet werden. Es würde passen, wenn diese alternativen Sichtweisen geschildert würden. Was nicht passt, sind persönliche Anwürfe und Beleidigungen wie z. B. "Formieren sich die Kader??" etc.

Ich bin sehr tolerant, wenn es um das Spektrum von Meinungen geht, aber ich werde fuchsig, wenn Diskutanten nur blöd angemacht werden, weil sie eine andere Meinung vertreten als man selbst.

Man kann Hugos oder die Weltsichten anderer teilen oder nicht, aber in der Regel beleidigt Hugo andere Diskutanten nicht, sondern er wird beständig persönlich beleidigt und das geht mir auf den Keks.

Wenn ich mich dagegen wende, wird immer gleich behauptet, wir bildeten eine Fraktion, was Unsinn ist. Es geht mir um die Anständigkeit in der Diskussion und die ist bei einigen hier nicht gewährleistet.

Karl

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hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf hugo vom 19.12.2012, 09:36:19
@Hugo,

du greifst deine eigenen Genossen aber gehörig an?

Wart ihr tatsächlich zu einfältig, und hattet aus den unerfreulichen Erfahrungen mit euerer Regierung, sowie der Verwaltung durch die Sowjetunion nichts gelernt?
Gab es keinen Plan wie ihr euere Ziele verwirklichen wolltet, oder hat Habgier ein euch genehmes Vorgehen verbaut?
In beiden Fällen hast du eine schlimme Meinung über deine DDR Mitbewohner, du stellst sie als unselbständig oder habgierig dar.

Weise die Schuld an deinen unerfüllten Träumen allerdings nicht dem Westen zu. Ihr wart in euerer Entscheidung frei.

Ich hatte eine Wiedervereinigung seit langem abgeschrieben und wäre mit zwei Deutschen Staaten heute sicherlich ebenso glücklich. Das ich mich am Tag des Mauerfalls darüber gefreut, auch gerne finanzielle Opfer gebracht habe, ist ein anderes Thema.

Schiebe deinen Frust nicht auf den Westen. Vergleiche mit der DDR, wie wieder im Eingangsbeitrag vorgenommen, sind zur heutigen Situation ganz einfach unpassend. Kämpfe selbst mit demokratischen Mitteln für die Beseitigung aktueller Missstände. Von Wehklagen, von dauerndem Blick in die Vergangenheit, wird nichts besser, das lähmt eher.

Ciao
Hobbyradler
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 19.12.2012, 10:08:50


Es geht mir um die Anständigkeit in der Diskussion und die ist bei einigen hier nicht gewährleistet.

Karl
geschrieben von karl

Und mir geht es um die geistige Redlichkeit. Wenn diese ganz offensichtlich fehlt, kommt das äußerst provozierend an. Mit Erfolg, wie man immer wieder sieht.
Das war's dann von meiner Seite.

Viel Glück mit deinem neuen Forum!
Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von klaus
als Antwort auf hugo vom 19.12.2012, 09:36:19
"Das urspüngliche Wahlkampfthema "bessere DDR" wurde in "Ziel Deutsche Wiedervereinigung" umfunktioniert,,,"
geschrieben von hugo


War doch völlig richtig, das zu tun, denn es entspach der Meinung einer sehr großen Mehrheit der DDR-Bevölkerung.
Es war die erste demokratische Wahl seit 1933 für die DDR-Bürger und damit besonders aussagekräftig für die Volksmeinung, auch - wenn das heute noch einigen Ehemaligen schwer aufstößt und anscheinend auch Magenkrämpfe verursacht.
Die Wiedervereinigung wurde von etwa 75% (CDU, SPD, DSU, BFD...)gewählt,
die "bessere DDR" von nicht mal 20% ( da sind dann auch die 16,4% für die PDS dabei, wobei ich mir nicht sicher bin, dass sie eine bessere DDR wollten).
Das Ganze bei einer Wahlbeteiligung von über 93% !!!

Kann eine demokratische Mehrheitsmeinung deutlicher ausfallen?
ehemaligesMitglied41
ehemaligesMitglied41
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied41
als Antwort auf klaus vom 19.12.2012, 10:37:58
Veröffentliche doch bitte mal die Wahlbeteiligung der letzten 15 Jahre!!

Die sieht dann nicht mehr so toll aus:

Hobbyradler hat ja angefragt, ob die ehemaligen DDR Bürger nichts gelernt haben, sicher schon, denn die Unzufriedenheit drückt sich in der Wahlbeteiligung sehr deutlich aus.

Im Übrigen, Unzufriedenheit herrscht bei der Gesamtdeutschen Bevölkerung.

-ein_lächeln_für_dich-

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