Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

karl
karl
Administrator

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von karl
als Antwort auf adam vom 15.12.2012, 09:35:37
Nach dem Video ist jeder selber "schuld", der sich nicht informiert. Ist ja auch richtig. Allerdings berücksichtigt das Video nicht, daß die meisten Menschen an keiner Art Information interessiert sind und deshalb, dem Himmel sei Dank, auch wenig manipulierbar durch unsinnige, politische Parolen sind.
geschrieben von adam

Adam,

mit Verlaub, ich kann nicht glauben, dass Du das glaubst. Wer kein Interesse an Informationen hat, sei nicht manipulierbar? War das jetzt Sarkasmus?

Niemand wird mehr manipuliert als derjenige, der nicht nachdenkt und glaubt er sei nicht manipuliert. Denn dieser hinterfragt ja die Informationen, die auf ihn einstürzen nicht. Niemand kann der Informationsflut entkommen, derjenige, der nur Donald Duck Filme sieht, wird noch mehr eingeseift als derjenige der wenigstens die Nachrichten schaut.

Karl
sittingbull
sittingbull
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf karl vom 15.12.2012, 10:19:44
derjenige, der nur Donald Duck Filme sieht, wird noch mehr eingeseift
geschrieben von karl


auf donald duck lass ich nichts kommen .

die "ten pagers" von carl barks waren gesellschaftlich deutlich positionierter .

sitting bull
Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von marina
als Antwort auf adam vom 15.12.2012, 09:35:37
Nach dem Video ist jeder selber "schuld", der sich nicht informiert. Ist ja auch richtig. Allerdings berücksichtigt das Video nicht, daß die meisten Menschen an keiner Art Information interessiert sind und deshalb, dem Himmel sei Dank, auch wenig manipulierbar durch unsinnige, politische Parolen sind.

--

adam
geschrieben von adam

Ganz genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade uninformierte Menschen sind empfänglich für Parolen und laufen ihnen blind nach. Informierte Menschen lernen zumindest machmal, die Lügen zu durchschauen, die dem Volk aufgetischt werden. Sie sind z. B. so weit informiert, dass sie Waffenlieferungen in Krisengebiete nicht unterstützen, weil sie wissen, dass keine Friedensabsichten, sondern pure Geschäftsinteressen dahinterstehen.
Und sie durchschauen auch, wenn Beteiligungen der Bundeswehr an Kriegen in Ländern, von denen sie nie angegriffen wurden, nicht der Verteidigung dienen und unter falschem Vorzeichen verkauft werden.
Und dgl. mehr, usw. usw.
Solche Dinge können informierte Menschen durchschauen und fallen nicht auf offziell verbreitete Schaumschlägereien und fadenscheinige Begründungen herein.

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cecile
cecile
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von cecile
als Antwort auf sittingbull vom 15.12.2012, 08:24:50
Du bist einer derjenigen, die hier sinnvolle Diskussionen kaputt machen. Ich fand Miriams Beitrag sehr gut!


tja ... und ich eben nicht .

sitting bull
geschrieben von karl


Ich habe erst jetzt den Beitrag von Miriam gelesen - zusammen mit deinen Reaktionen. Mich würde interessieren, wie du zu deinen Schlußfolgerungen kommen konntest ...

Ich kann in ihrem Beitrag keinen "ahistorischen Blödsinn" ausmachen – und finde auch nirgends einen Hinweis darauf, dass Miriam der Überzeugung wäre, dass gottgewollte Realitäten nicht veränderbar sind und dass sie notwendige und machbare Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse ins Reich der Utopien verweist.

Miriam hat nur – ganz nüchtern - festgestellt, dass die persönlichen Hoffnungen und Zukunftsvisionen, die die Menschen in Rumänien nach der Befreiung durch die Rote Armee aufgebaut hatten, sich nicht erfüllt hatten. Was angesichts der Situtation während der Ceaucescu-Diktatur doch eigentlich für jeden nachvollziehbar sein müsste …

Auch in Miriams, meiner Meinung nach äusserst luziden Schlußfolgerung "Getäuscht und in der Folge ent-täuscht hat uns eigentlich die von uns selbst aufgebaute Utopie" kann ich, wie du schreibst, weder einen Aufruf zur alternativlosen Anerkennung der herrschenden Klasse erkennen,noch das Bestreben, die Menschheit in einen Zustand der Katalepsie zu versetzen.

Es ist einfach die Feststellung, dass die Menschen gut daran täten, jenseits aller Träume und "Klassenstandpunkte", einen wachen und realistischen Blick auf die Welt zu haben.

Und jetzt schaue ich mir das vieldiskutierte Video an ....
adam
adam
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 15.12.2012, 10:19:44
Nach dem Video ist jeder selber "schuld", der sich nicht informiert. Ist ja auch richtig. Allerdings berücksichtigt das Video nicht, daß die meisten Menschen an keiner Art Information interessiert sind und deshalb, dem Himmel sei Dank, auch wenig manipulierbar durch unsinnige, politische Parolen sind.
geschrieben von karl

Adam,

mit Verlaub, ich kann nicht glauben, dass Du das glaubst. Wer kein Interesse an Informationen hat, sei nicht manipulierbar? War das jetzt Sarkasmus?

Niemand wird mehr manipuliert als derjenige, der nicht nachdenkt und glaubt er sei nicht manipuliert. Denn dieser hinterfragt ja die Informationen, die auf ihn einstürzen nicht. Niemand kann der Informationsflut entkommen, derjenige, der nur Donald Duck Filme sieht, wird noch mehr eingeseift als derjenige der wenigstens die Nachrichten schaut.

Karl
geschrieben von adam


Karl,

das ist kein Sarkasmus. Gerade die letzten vier Jahre habe ich sehr viel Kontakt mit Leuten und oft auch längere Gespräche. Wie komme ich dazu, mich gesellschaftlich für schlauer zu halten als andere? Ich bin einer von ihnen und da spielt es keine Rolle, ob ich mal lateinisch Deklinieren gelernt habe oder mich vielleicht vielseitiger informiere. Wir leben ja nicht mehr in einer Gesellschaft der beginnenden Industrialisierung.

Heutzutage hat man kaum die Möglichkeit, wichtigen Informationen auszuweichen. Man bekommt sie einfach, aus unterschiedlichsten Meinungsspektren. Ich habe festgestellt, daß sich die Leute das rauspicken, was für sie verträglich ist und so bildet jeder für sich eine Grundeinstellung. Diese Grundeinstellung ist ziemlich fest verankert und wird gegen die tägliche Flut von Infos, aus allen Bereichen der Gesellschaft, abgeschottet. Das erkenne ich auch an mir. Ich laufe durchs Städtle und nehme die aufdringliche Informationsschwemme gar nicht mehr wahr. Sie interessiert mich nicht und wie die meisten Menschen, die direkt angesprochen werden, um sie von etwas zu überzeugen, blocke ich erst mal ab und frage mich: "Was will der wirklich von mir?" Dann müssen schon gute Argumente kommen, um mich zu überzeugen. So machen es die meisten und werden dadurch natürlich schwer zugänglich für Manipulationen.

Die Grundeinstellung der Menschen ist schwer manipulierbar. Das sieht man ja auch an politischen Wahlen. Die paar Prozentchen, die einen Regierungswechsel verursachen können, zeigen andererseits auch, daß die Grundeinstellung kaum verändert wird, kaum manipulierbar ist. Das bestätigt sich auch an mir selber. Vor einem Jahr war ich noch begeistert von den Piraten, heute greife ich wieder auf Altes, Bewährtes zurück, weil sich meine Hoffnungen nicht bestätigt haben.

Die Leute sind nicht so dumm, wie sie von intellektueller Seite her gerne gemacht werden. Es ist ein Feeling gegen unerwünschte Manipulation vorhanden, von den Menschen schlicht und richtig als "Verdummung" bezeichnet. Und vergiß nicht, warum und von wem die Menschen oft als manipulierbar bezeichnet werden. Meistens von einer Minderheit, die es nicht schafft, selbst die Leute auf ihre Meinung hin zu manipulieren und dann den Vorwurf der Manipulation anbringt, um zu verunsichern. Das klappt aber nicht, jedenfalls nicht in der erwünschten Größenordnung. Deshalb halte ich unsere Demokratie auch für relativ gefestigt.

--

adam
miriam
miriam
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von miriam
als Antwort auf cecile vom 15.12.2012, 11:15:33
Ma chère Cécile,

danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, bzw. die Mühe nicht gescheut hast meine Texte richtig zu lesen - bzw. zu begreifen.

Was mich eigentlich daran hindert in so einer Diskussion wie diese hier weiterzumachen, ist der Eindruck, dass dem Einzelnen (besser gesagt: manchen der Diskutanten), die freie Meinungsäußerung einfach nicht so ohne weiteres, gestattet wird.

So fehlt oft die elementare Voraussetzung dessen was man unter einem Meinungsaustausch in der Regel versteht. Zu jeder Art von Austausch gehören ja logischerweise unterschiedliche Positionen.

Ich habe meine Erfahrungen mit unterschiedlichen politischen Systemen gemacht - und meine persönliche Stellung dazu ist ja nicht nur rein theoretisch erfolgt.

Diese Stellung oder Positionierung ist auch davon geprägt, welcher mein Platz gewesen ist in der politisch-gesellschaftlichen Konstellation. Unseren jeweiligen Lebenslauf, haben viele Faktoren bestimmt und beeiflußt.

Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass uns sowohl persönlich als auch gesellschaftlich, nur das Zuhören bzw. die Ausseinandersetzung mit der Position anderer helfen kann.
Dies scheint aber leider nicht so einfach umzusetzen.

Liebe Grüße et pour toi un bisou

Miriam

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sittingbull
sittingbull
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf cecile vom 15.12.2012, 11:15:33
Es ist einfach die Feststellung, dass die Menschen gut daran täten, jenseits aller Träume und "Klassenstandpunkte", einen wachen und realistischen Blick auf die Welt zu haben.


ich habe es anders verstanden ...
aber so wie du es interpretierst , hab ich damit keine probleme .

natürlich ist auch euer "häuptling" nicht doof genug , um einen "wachen und realistischen blick
auf die welt" abzulehnen .

ich glaube dazu beizutragen , diesen "blick" rauszukitzeln ...
und ich glaube das dies notwendig ist .

okay ?

sitting bull
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf sittingbull vom 15.12.2012, 12:04:34
hola,
da sind aber alle froh das hier einer kitzelt, wenn auch nur auf Karl Eduard Schnitzler Niveau. Muß auch endlich mal alles aufgeklärt werden, haben doch böse Propagandawessis erst mal alte DDR-Jugendknäste und Stasiknäste gebaut um damit das ach so vermisste sozialistische Paradies zu verleumden...
Ist schon vewunderlich, daß hier friedliche DDR-Revulotion auf so mieses materialistisch Niveau heruntergezogen wird. Aber wie uns sicher karl eduard sittingbull erklären wird, ist alles andere eh nur Lüge.

carlo
sammy
sammy
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von sammy
als Antwort auf sittingbull vom 15.12.2012, 12:04:34
ich glaube dazu beizutragen , diesen "blick" rauszukitzeln ...
und ich glaube das dies notwendig ist .

wow sittingbull, du scheinst ja ein richtiger Spassvogel zu sein.....

sammy
clara
clara
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von clara
als Antwort auf adam vom 15.12.2012, 11:37:26


Die Grundeinstellung der Menschen ist schwer manipulierbar.
--

adam
geschrieben von adam

Dagegen glaube ich, dass unter gewissen Umständen aus einem biederen (Spieß)Bürger rasch ein gewissenloser Mörder werden kann. Geschickte Demagogen können eine harmlose Grundeinstellung zu ihren Gunsten manipulieren, und der betr. Mensch merkt es noch nicht mal, wenn und dass er zum Verbrecher wird. Beispiele dafür gibt es genug.

Je mehr ein Mensch gelernt hat, nachzudenken, desto mehr ist er in der Lage, unter Nutzung von Medien Zusammenhänge zu erkennen, desto wirksamer ist sein Schutzschild gegen politische Verführung auch unter schlechteren äußeren Bedingungen, desto weniger manipulierbar ist er. Deswegen ist selbständiges Denken in Diktaturen nicht beliebt.

Clara

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