Innenpolitik Der Doktortitel

olga64
olga64
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von olga64
als Antwort auf werderanerin vom 20.05.2021, 10:31:49
Soviel man hört, hat Frau Giffey diesen Schritt nunmehr gestern ganz bewusst getan. Ob sie nun ahnte, dass ihr mit einem weiteren Verfahren dann doch der Doktortitel aberkannt werden könnte, weiß ich nicht aber ich finde diesen Schritt bemerkenswert. Sie wird alles genau durchdacht haben, ganz sicher.

Sie wird weiterhin Spitzenkandidatin für den Posten "des Berliner Regierenden Bürgermeisters" bleiben und das finde ich gut.
Ich kenne ja nun Berlin mehr als gut und weiß, wie zumindest sehr viele Berliner*Innen "ticken".




Kristine

 
FRau Giffey erklärte schon vor 2 Jahren, dass sie im Falle eines Entzuges des Doktortitels zurücktreten würde. Vermutlich weiss sie,dass der Entzug kurz bevorsteht und benützt dies nun strategisch, um ihrer Kandidatur in Berlin einen weiteren Schub zu geben.
Sie sagte damals aber auch, sie würde den Titel nicht mehr tragen. Das stand ihr aber nie zu - ein Doktortitel ist nicht nur eineBezeichnung, die man auf einer Visitenkarte einfach ausradieren kann.
Auch das dürfte sie gewusst haben; denn es hat sie ja nie jemand gezwungen ,eine Dissertation zu verfassen und dies wohl extrem schlampig und unprofessionell. Das fällt ihr jetzt auf die Füsse in aller Konsequenz.
Dazu muss man natürlich auch die anscheinend unprofessionelle Art und Weise tadeln, wie die Uni in Berlin die Angelegenheit bearbeitet.
ABer die meisten Unis sind mittlerweile überfordert, weil zu viele Doktorarbeiten produziert werden (insbesondere in geistes- und sozialwissenschftlichen Fächern).
Viele machten dies bisher, um dann eine Karriere im universitären Bereich zu starten, was seit Jahren aber nicht mehr möglich ist.
Eine Dissertation ist der Nachweis derBefähigung zu selbstständiger Forschung und dann sollte für die universitäre Karriere zwingend noch die Habilitation folgen, um Professor werden zu können.
Die Universitäten sind übervölkert von schlecht bezahlten Forschenden und Lehrenden mit Doktortiteln ohne Festanstellungen.
Deshalb benützen mehr und mehr die "Doktor-Titel-Inhaber" Karrieren in Stiftungen, Veranstaltungswesen, in Museen und auch in der Politik.
Das kommt auch bei Frau Giffey zum Ausdruck, wenn sie erklärt, die Wissenschaft hätte beim Aufbau ihrer Persönlichkeit keine nennenswerte Rolle gespielt und der Titel bedeute ihr relativ wenig.
Aber warum promovierte sie dann? Und ist dieses partielle Desinteresse auch ein Zeichen für die Schlampigkeit Ihrer Arbeit?

Interessant wird die Sache so richtig, wenn sie Bürgermeisterin von Berlin werden sollte. Sie ist dann auch zuständig für die Universitäten.
SChon jetzt erklären Funktionäre der Studierenden-Organisationen, dass sie gegen eine Bürgermeisterin Giffey aufgrund der Vorkommnisse sind - sie fühlen die akademischen Ehren wohl zu sehr angekratzt von Frau Giffey. Olga
MarkusXP
MarkusXP
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von MarkusXP
als Antwort auf olga64 vom 20.05.2021, 15:20:59
 

Interessant wird die Sache so richtig, wenn sie Bürgermeisterin von Berlin werden sollte. Sie ist dann auch zuständig für die Universitäten.
Schon jetzt erklären Funktionäre der Studierenden-Organisationen, dass sie gegen eine Bürgermeisterin Giffey aufgrund der Vorkommnisse sind - sie fühlen die akademischen Ehren wohl zu sehr angekratzt von Frau Giffey. Olga
Gute Analyse Olga!

Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen, wie eine Bürgermeisterin Giffey in die Universitätsbelange der             ( weltbekannten )  Humbold-Uni eingreifen will ... mit aberkanntem Dr. - Titel, wegen Betruges! Da fühlt sich die Nomenklatura  - meines Erachtens zu Recht -  veräppelt!

Dann könnte auch ein Raser im Straßenverkehr oder ein Alkoholsünder, beide mit abgenommenem  Führerschein, Seminare über Rücksicht / Vorsicht im Straßenverkehr halten! Das sollte nicht passieren denke ich!

Da stimmt etwas nicht ... und das wird sie im Wahlkampf auch merken, selbst wenn die finale Entscheidung in den nächsten Wochen / Monaten nicht fallen sollte.
MarkusXP
lupus
lupus
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von lupus
als Antwort auf MarkusXP vom 20.05.2021, 16:57:45

"Betrug" halte ich für unangemessen.
lupus


Anzeige

Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf lupus vom 20.05.2021, 17:09:38
"Betrug" halte ich für unangemessen.
lupus

Sehe ich auch so, @lupus, aber die von Olga und Markus geschilderte Problematik ist nicht von der Hand zu weisen.

LG

DW
RE: Der Doktortitel
geschrieben von Schaschlik_Tango
als Antwort auf lupus vom 20.05.2021, 17:09:38
"Betrug" halte ich für unangemessen.
lupus
Was ich heute auf Deutschlandfunk über die Arbeitsweise von Franziska Giffey in ihrer Dissertation gehört habe, lässt aber den Schluss "Betrug" zu. Sie habe z. B. Passagen aus Wikipedia entnommen, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen.

Und selbst wenn sie diese Passagen mit der Quellenangabe "Wikipedia" versehen hätte, wäre das nicht wissenschaftlich gewesen. Denn in wissenschaftliche Arbeiten gehören meiner Meinung nach keine Erkenntnisse aus Wikipedia, es sei denn, der/die Verfasser(in) hat die Wikipedia-Erkenntnisse mittels seriöser Quellen nachgeprüft und als Quellenangaben diese seriösen Quellen, aber nicht Wikipedia, in der wissenschaftlichen Arbeit angegeben.
RE: Der Doktortitel
geschrieben von Schaschlik_Tango

Nachtrag:

Laut VroniPlag finden sich mehrere von Giffey verwendete Formulierungen jedoch nicht bei Habermas, sondern bei Wikipedia - das als Quelle jedoch nicht genannt ist. Von Wikipedia habe Giffey auch einen Fehler im Untertitel von Habermas' Buch übernommen.


https://www.sueddeutsche.de/bildung/franziska-giffey-wikipedia-statt-habermas-1.4322690

Anzeige

Der-Waldler
Der-Waldler
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von Der-Waldler
als Antwort auf Schaschlik_Tango vom 20.05.2021, 17:36:50
"Betrug" halte ich für unangemessen.
lupus
Was ich heute auf Deutschlandfunk über die Arbeitsweise von Franziska Giffey in ihrer Dissertation gehört habe, lässt aber den Schluss "Betrug" zu. Sie habe z. B. Passagen aus Wikipedia entnommen, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen.

Und selbst wenn sie diese Passagen mit der Quellenangabe "Wikipedia" versehen hätte, wäre das nicht wissenschaftlich gewesen. Denn in wissenschaftliche Arbeiten gehören meiner Meinung nach keine Erkenntnisse aus Wikipedia, es sei denn, der/die Verfasser(in) hat die Wikipedia-Erkenntnisse mittels seriöser Quellen nachgeprüft und als Quellenangaben diese seriösen Quellen, aber nicht Wikipedia, in der wissenschaftlichen Arbeit angegeben.

Ah, ja, das wusste ich nicht. Wenn das wirklich so ist, dann ist sie schlicht naiv oder kennt sich im Internet nicht aus. Gerade Wikipedia als "Quelle" ist doch in nullkommanichts gefunden.

LG

DW

 
Bias
Bias
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von Bias
als Antwort auf MarkusXP vom 20.05.2021, 16:57:45

Ach was, Markus - es geht ums Spitzenamt in Berlin. Nicht um das von Rotenburg an der Wümme.

MarkusXP
MarkusXP
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von MarkusXP
als Antwort auf lupus vom 20.05.2021, 17:09:38
"Betrug" halte ich für unangemessen.
lupus
Das ich mich als gelernter Werkzeugmacher noch mal mit so was beschäftige ... unglaublich!

"Abgucken" kennen wir ja alle, aus der "Volksschule" oder "Grundschule". je nach Alter. Das war verboten, manchmal gabs eine Ohrtfeige, war der Sitznachbar ( dumm und stark! ) der Stärkste der Klasse  war es oft schwierig!

Später hieß es "Täuschung" ( Falsches abgeschrieben ) oder "Täuschungsversuch", wenn man vorher erwischt wurde. Es gab pädagogische Nieten, die haben dir eine "6" gegeben, aber natürlich auch andere mit mehr Gefühl für die Lage der Schüler.

Im Studium hörte ich dann zum ersten Mal "Betrug"! Bei uns war in vielen Fächern Dubbel 1 + 2 zugelassen, reinschreiben war OK, Zettel verboten

Dann war der Wöhe oder in BWL der andere Schinken zugelassen ( ich weiß den Namen nicht mehr! ) ... alles andere war Betrug ... wurde auch so genannt!

Was heute alles veranstaltet wird um eine faire Klausur zu schreiben weiß ich nicht im Einzelnen. "Ich geh mal eben pinkeln!" geht sicher nicht mehr ohne weiteres. Handy abgeben auch nicht, denn er/sie könnte ja zwei davon haben ... es soll eben einer Täuschung vorgebeugt werden!

Ja, lieber lupus, nun bist du gefordert!

Wenn "Betrug" unangemessen ist ... dann frage ich dich: was, bzw. welche Bezeichnung ist angemessen?
MarkusXP
MarkusXP
MarkusXP
Mitglied

RE: Der Doktortitel
geschrieben von MarkusXP
als Antwort auf Bias vom 20.05.2021, 19:26:27
Ach was, Markus - es geht ums Spitzenamt in Berlin. Nicht um das von Rotenburg an der Wümme.
geschrieben von Bias
Da bitte ich, lieber Bias, um eine nähere Erläuterung! Ich hoffe mein Ersuchen ist nicht unangemessen!
MarkusXP

Anzeige