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Innenpolitik Die Ausländerlücke (Spiegel)

Karl
Karl
Administrator

Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von Karl
Deutschland droht die Ausländer-Lücke
Während die westdeutsche Wirtschaft enorm von Zuwanderung profitiert, geht der Zuzug an Ostdeutschland zum großen Teil vorbei. Das ist ein Problem - und zwar für die gesamte Bundesrepublik.

Quelle.
Hauptaussage des Artikels ist, dass die offenkundige und nach Außen kommunizierte Fremdenfeindlichkeit dem gesamten Land schadet. 
Noch einige Zitate:
Dass die Zahl der Beschäftigten immer weiter steigt - und die Wirtschaft immer weiter wächst -, wäre ohne die Zuwanderer unmöglich gewesen. Gerade in den wirtschaftsstarken Regionen Süddeutschlands liegt der Anteil der Beschäftigten mit ausländischem Pass inzwischen bei mehr als 15 Prozent.
...
Ohne dauerhaft große Zahlen an Immigranten werden sich Teile der Bundesrepublik zu menschenleeren Landschaften entwickeln. Welche Dynamik dadurch entsteht, lässt sich heute schon in Teilen des Ostens beobachten, 28 Jahre nach der Wiedervereinigung, die sich am Mittwoch jährt.
Der "Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit", den die Bundesregierung vor einigen Tagen vorgelegt hat, zeigt: Trotz relativ schwacher Wirtschaftsentwicklung und nach wie vor deutlich höherer Arbeitslosigkeit als im Westen gibt es Engpässe auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt. "Die Zunahme an Fachkräfteengpässen war im Osten am höchsten", wie es in dem Bericht heißt.
Gesucht werden Leute aller möglichen Qualifikationen und Spezialisierungen: Akademiker, insbesondere Ärzte, Ingenieure, IT-Experten und Naturwissenschaftler, außerdem Handwerker aller Art sowie Kranken- und Altenpfleger.
Doch im Osten gelingt es nicht, diese Lücken mit ausländischen Beschäftigten zu schließen.
Screenshot 2018-09-30 18.42.27.png

Das Schlimme an der Situation ist, dass ein Teufelskreis existiert. Je schlechter es dem Osten geht, umso stärker werden die rechtsradikalen Tendenzen, umso größer wird die Entwicklungslücke werden usw.

Karl
Karl
Karl
Administrator

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von Karl
als Antwort auf Karl vom 30.09.2018, 18:36:54

Ich kann schon verstehen, dass solche Nachrichten nicht gefallen. Mir gefallen sie auch nicht. Aber die Realität ist ebenso so und es geht doch vielen darum "Realist zu sein", die Realität muss also zur Kenntnis genommen werden, auch wenn sie nicht gefällt.

Karl

pschroed
pschroed
Mitglied

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von pschroed
als Antwort auf Karl vom 30.09.2018, 20:21:51

Lieber Karl.
Warum klärt die Politik, EU - Regierungen die Bürger nicht auf ?
Es müssten grosse Informations-Kampagnen gestartet werden.
Es passiert einfach nicht genug als hätten viele Politiker schon aufgegeben. 

Den Zusammenhang von der bevorstehenden Krise verstehen viele Bürger einfach nicht, es ist unendlich traurig sollte auch DE den Prozess wieder durchleben müssen wo es wirtschaftlich wieder bergab geht und den ganzen oder ein Teil des Wohlstandes  wieder aufgeben muss wegen einigen durchgedrehten Nationalisten, welche die Realität nicht sehen.

Genau wie der BREXIT, es ist an Dummheit nicht mehr zu überbieten.
Es ist deprimierend, besonders wenn man an seine Kinder sowie Enkelkinder denkt.
Mag sein daß ich zur Zeit zu negativ denke.
Phil.
  
Der Osten ist längst abgehängt.

Zitat DIE ZEIT

Die rechten Ausschreitungen in Chemnitz Ende August führten zu einer kontroversen Debatte über Ausländerfeindlichkeit und Rassismus in Ostdeutschland. Sicher ist, dass diese Debatte das Image von Chemnitz, Sachsen, Ostdeutschland und Gesamtdeutschland beschädigt hat. Allenthalben wurde vor einem starken Rechtsextremismus gewarnt, und der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher mahnte, dass der Osten ohne Toleranz seine Talente und seine Wirtschaftskraft verlieren würde.

 


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Pat
Pat
Mitglied

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von Pat
als Antwort auf Karl vom 30.09.2018, 20:21:51
Ich kann schon verstehen, dass solche Nachrichten nicht gefallen. Mir gefallen sie auch nicht. Aber die Realität ist ebenso so und es geht doch vielen darum "Realist zu sein", die Realität muss also zur Kenntnis genommen werden, auch wenn sie nicht gefällt.

Karl
geschrieben von karl
tja Karl, Montagabend wird die GroKo sich mal wieder über Zuwanderung streiten, eine Einigung ist zumindest derzeit nicht in Sicht. z.B. der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), wünscht sich da schon länger eine sinnvolle Lösung, aber da sind die Ansichten von SPD und Union noch meilenweit voneinander entfernt.

Der ZDH-Präsident Wollseifer fordert von der GroKo, endlich mal Eckpunkte für ein Fachkräftezuwanderungsgesetz vorzulegen Die SPD unerstützt seine Forderung, aber etliche Spitzenpolitiker der Union lehnen dies kategorisch ab,  

Der neue Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte etwa der "Passauer Neuen Presse": Einen Spurwechsel, so wie ihn die SPD fordere, "wird es mit der Union nicht geben"

Dem ZDH geht es natürlich vornehmlich um Handwerker, deshalb fordert er auch eine Bleibeperspektive  für gut integrierte Flüchtlinge.

„Zwar seien humanitäres Asylrecht und Zuwanderung von Fachkräften klar voneinander zu trennen, sagte Wollseifer den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Doch solle man Flüchtlingen, die bereits Deutsch gelernt und eine Ausbildung gemacht hätten oder einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgingen, "mittels einer Übergangsregelung eine echte Bleibeperspektive geben".

na, schau`n mer mal was der Seehofer dazu sagt.

Pat

Hier der Artikel zum Thema

GroKo zur Zuwanderung Nächster Streitpunkt: "Spurwechsel"

Sollen abgelehnte Asylbewerber bleiben dürfen, wenn sie einen Job haben? Darüber werden die Spitzen der GroKo wohl am Montagabend reden. Das Handwerk macht im Vorfeld Druck. Und der GroKo droht der nächste Streit


tagesschau
 
wandersmann
wandersmann
Mitglied

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von wandersmann
als Antwort auf Karl vom 30.09.2018, 20:21:51
Ich kann schon verstehen, dass solche Nachrichten nicht gefallen. Mir gefallen sie auch nicht. Aber die Realität ist ebenso so und es geht doch vielen darum "Realist zu sein", die Realität muss also zur Kenntnis genommen werden, auch wenn sie nicht gefällt.

Karl
geschrieben von karl
Das Desaster im Osten hat doch primär nichts damit zu tun, dass es nur wenige ausländische Arbeiter hier gibt, bzw. dass die Akzeptanz dieser Menschen als Arbeiter nur in geringem Maße vorhanden ist.
Die Ursachen für die katastrofalen Entwicklung der Ostwirtschaft begannen doch bereits vor 28 Jahren, mit dem ruinösen Wirken der "Treuhand" unter der Bankierstochter Birgit Breuel.
Der Deindustrialisierung des Ostens folgte der Exodus der Fachleute in bis dahin ungekanntem Ausmaß.
Von diesem Kehraus hat sich der Osten nie wieder erholt, da nützen auch keine hübschen Häuserfassaden und hergerichtete Innenstädte nicht zum Kaschieren.
Wo keine Wirtschaft in ausreichendem Maß vorhanden ist, wo nur begrenzt Wertschöpfung stattfindet, da brauchts auch keine zusätzlichen Arbeitskräfte, egal, woher sie kommen.
Dass DER SPIEGEL diese Zusammenhänge nicht erkennen kann, liegt auf der Hand, weshalb aber Du dieses ehem. Nachtrichtenmagazin kolportierst, und hier als seriöse Quelle befindest, ist mir schleierhaft.
velo79
velo79
Mitglied

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von velo79
als Antwort auf wandersmann vom 30.09.2018, 23:11:46

viel möchte ich dazu nicht sagen, aber irgendwie hast du mir aus dem Herzen gesprochen.
Ich danke dir dafür.

Grüße velo79


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RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Karl vom 30.09.2018, 20:21:51
Ich kann schon verstehen, dass solche Nachrichten nicht gefallen. Mir gefallen sie auch nicht. Aber die Realität ist ebenso so und es geht doch vielen darum "Realist zu sein", die Realität muss also zur Kenntnis genommen werden, auch wenn sie nicht gefällt.
geschrieben von karl
Meine Rede sein 1992, und immer wieder hier, seit ich Teile des 'Ostens' (in der IT-Branche) freiberuflich bereiste. Wie schon mal geschrieben. Aber sagt man es deutlich wie die Lage war und -schlimmer noch ist-, dann wird man sofort als Symapthisant der Radikalen negativ übelst abgestempelt. Ob ich mit denen sympathisiere? Nein, aber ich habe so verdammt viel Verständnis dafür.

Selbst wenn dort im 'Osten' Arbeitsplätze entstehen, dann werden sie gefühlt 'weggeschnappt' von billigst zu beschäftigenden Asylanten. Solange sich das nicht ändert, solange wächst eben der Radikalismus. Der sich auch nach Westen ausbreitet; denn hier ist auch nicht alles goldig. Auch wenn es so kolportiert wird, leere Worthülsen.
Leider wurde der Soli, der für den Aufbau gedacht war, doch 'anders angelegt'. Und das fuchst noch mehr. Die Treuhand war ein Riesenfehler, der nie wieder gutzumachen ist.

Die Mär, dass Menschen aus dem Osten an ihrer Scholle hängen, ist durchaus vorhanden. Auch verständlich; denn sie gingen und gehen menschlich ganz anders miteinander um. Aber wie viele sind in den Osten regelrecht 'geflohen', mussten 'fliehen', um hier Arbeit und Brot zu finden.

Man wollte mich seinerzeit 1995? im 'Osten' gern weiter haben und bezahlen.
Aber da habe ich nach der Anleitung einiger lokaler Mitarbeiter gesagt, dass 'sie ihren eigenen Leuten' lieber die Chance auf Arbeit und Lohn geben sollten.; ich käme selber weiter nicht nur im Westen.
Das wurde anerkannt. Ich habe auch heute noch Kontakt. Mein Vorteil war, dass ich fast die selbe Aussprache und Mentalität (Brandenburg) habe, wie die Menschen dort. So standen mir die Türen sofort offen. Und deshalb weiß ich ganz genau aus eigener Erfahrung, wie diese 'abgehängten' Menschen dort denken. Aber auch wie Radikale denken (müssen) - und evtl handeln (werden).

Ich kann immer nur wieder reden reden reden... lasst sie nicht hängen, fordert und fördert sie.
Direkten Einfluß habe ich natürlich nicht, den Stab habe ich bei den Wahlen an Etablierte überreicht, in der Hoffnung, dass sie dafür sorgen würden. Leider wurde ich bis heute zum großen Teil herb enttäuscht. Ich werde sie deshalb keinesfalls nochmal wählen, niemals mehr.
Allerdings nicht nur ich fühle und denke so, sondern auch die Zuläufer der Radikalen. Das kann nicht gut enden; denn es bleibt denen keine andere Wahl.
Proteste gegen sie und Miesmacherei macht sie nur noch enttäuschter und wütender. Das ist auch den falschen Mond angeheult. Man schägt den Sack, meint aber die Esel in Berlin.

Ich bin nur sehr traurig und böse, dass es aus untätiger Gleichgültigkeit so kam.
Meinen individuellen Teil habe ich allerdings dazu beigetragen, dass es vorwärts ging.
Ein Jugoslawe hat zu Kriegszeiten ~1/4 Jahr Kost&Logie erhalten; wir hatten den Platz.
Und einem 1990 'geflohenen' Ostdeutschen habe ich ein Auto für seinen Start hier im Westen geschenkt; er hat heute eine Autowerkstatt im Freiburger Raum.

Da macht es mich ganz besonders traurig -und zornig- wenn ich sehe, was in Berlin mit unserer
'Regierung' abgeht, die unser gesamtes Land sehenden Auges in unnötige Schwierigkeiten bringt.
Und kein Programm dafür hat, außer Stühlerücken.
'Man' hätte durchaus gekonnt, wenn man die Sorgen und dringenden Notwendigkeiten nicht einfach bösartig unter den Teppich gekehrt und schöngeredet hätte.

Traurige Mahlzeit© -digi-
Pat
Pat
Mitglied

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von Pat
als Antwort auf wandersmann vom 30.09.2018, 23:11:46
 

Die Ursachen für die katastrofalen Entwicklung der Ostwirtschaft begannen doch bereits vor 28 Jahren, mit dem ruinösen Wirken der "Treuhand" unter der Bankierstochter Birgit Breuel.
Der Deindustrialisierung des Ostens folgte der Exodus der Fachleute in bis dahin ungekanntem Ausmaß.
Von diesem Kehraus hat sich der Osten nie wieder erholt, da nützen auch keine hübschen Häuserfassaden und hergerichtete Innenstädte nicht zum Kaschieren.
 
Ich kann deinen Ärger/Frust über die Treuhand ganz gut verstehen. Skandale gab es da ja reichlich. Da es hier vornehmlich um Arbeitsplätze geht, deshalb nur als Beispiel die Arbeitsplatzbilanz, waren es zuvor noch ca. 4,1 Millionen Arbeitsplätze, verblieben nach der Abwicklung noch ca. 1,5 Millionen übrig.

Der Frust von Millionen betroffenen, verwundert da nun wirklich nicht. Nachdem dann nach 3-4 Jahren auch noch viele kriminelle Machenschaften aufgeflogen sind, hat sich bei vielen der Frust in Wut umgewandelt., ist eigentlich auch kein Wunder.

Pat
RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Pat vom 01.10.2018, 10:53:50

Das ist aber inzwischen ca. dreißig Jahre her, wenn ich richtig rechne, immerhin eine ganze Generation.
Immer nur die gleichen alten Kamellen von damals aufzuwärmen, ist für mich keine hinreichende Erklärung für alles, was danach passiert ist. In anderen Ländern ist nach Kriegen, die alles zerstört haben, manchmal ein schnellerer Fortschritt zu beobachten als bei uns im Osten.

Karl
Karl
Administrator

RE: Die Ausländerlücke (Spiegel)
geschrieben von Karl
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 30.09.2018, 23:55:54

digizar
Selbst wenn dort im 'Osten' Arbeitsplätze entstehen, dann werden sie gefühlt 'weggeschnappt' von billigst zu beschäftigenden Asylanten.

Du hast jetzt aber meinen Link nicht wirklich gelesen - oder? Was bedeutet "gefühlt weggeschnappt"?

Karl

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