Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK

Innenpolitik Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK

hinterwaeldler
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Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von hinterwaeldler
Das Thema bei Anne Will: „70 Jahre nach der Befreiung - Müssen wir Russland heute noch dankbar sein?
Vorsitzende für Menschenrechte im Bundestag Steinbach:
[i]Das Wort „Dankbarkeit“ wäre ihr gegenüber den Sowjets „nie in den Sinn gekommen“, sagte Steinbach. „Dass dieser Krieg zu Ende gegangen ist, dafür können wir dankbar sein.“ Im Zusammenhang mit der Roten Armee habe sie dagegen Probleme mit der Vokabel Dankbarkeit, sagte Erika Steinbach.

Und schon war die CDU-Politikerin nicht mehr bei der Befreiung von der NS-Herrschaft, sondern beim Vergleich von Hitler und Stalin: Beide seien „Brüder im Geiste und Spießgesellen“ gewesen und hätten gemeinsam Polen überfallen.

Die CDU-Politikerin legte sogar noch nach: An späterer Stelle sprach sie von den „Verbrechen der Nationalsozialisten, die über Europa und über uns (die Deutschen) gekommen sind“.[/indent]

Quelle: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/kann-mit-dem-wort-nichts-anfangen-erika-steinbach-wir-muessen-den-sowjets-nicht-dankbar-sein_id_4664915.html

Mir wird speiübel. Wer hat diese Frau blos in den Bundestag gewählt?
30 Mio Sowjetbürger haben ihr Leben gegeben, damit wir heute in Frieden leben dürfen. Mein ältester Bruder hat in den Schrammsteinen der Sächsischen Schweiz den Freitod gewählt, weil er nicht nach Nordafrika oder an den Kursker Bogen wollte.

Ich erinnere daran, das falls die Rote Armee nicht gesiegt hätte, wir heute ein 1.000 jähriges Reich vom Ural bis an den Atlantik hätten, das es den D-Day und die Opfer der Alliierten in den Ardennen und an der Brücke von Remhagen nie gegeben hätte. Von Deutschland bliebe höchsten eine unbewohnbare Atomwüste übrig.

jungewelt.de - Soldaten für den Frieden Die Führungsspitze der ehemaligen DDR-Streitkräfte warnt vor Krieg und fordert Kooperation statt Konfrontation mit Russland

Ich weiß was mir Einige von euch schreiben werden. Lasst es, davon wird mir auch nicht besser.
Bruny
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von Bruny
als Antwort auf hinterwaeldler vom 07.05.2015, 08:15:54
Ich habe die Sendung gesehen und gebe Dir absolut recht. Diese Frau ist nur noch peinlich. Dagegen war Frau Katja Kipping eine reine Wohltat
olga64
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 07.05.2015, 08:26:42
Ich fand Frau Steinbach - im Gegensatz zu vielen früheren Auftritten - gestern fast zahm. Irgendwo hatte sie ja Recht, wenn sie das Verhalten unserer Kanzlerin richtig findet, nicht an der martialischen Militär-Show des Herrn Putin teilzunehmen, sondern erst am Tag danach einen Kranz an einem Grab eines getöteten Soldaten niederzulegen.
Auch eine Frau Steinbach muss sich wehren dürfen, wenn ihr von Frau Kipping eine Rede vorgehalten wird, die diese vor 25 Jahren hielt, wor Frau Kipping erwiesermassen noch ein Kind war.

Frau Kipping wird immer verbitterter - kann ich ja auch verstehen bei dem Zustand "ihrer" Partei. ABer dass sie dem renommierten Politik-Wissenschaftler Herrn Münkler als grossen Beweis für ihre Expertise darlegte, sie hätte Slawistik studiert, war schon an der Grenze zum Fremdschämen, wie ich fand. Die Aussagen dieses Herrn Münkler fand ich sachlich und fundiert und auch recht neutral - leider jene von Frau Kipping mal wieder nicht. Olga

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Bruny
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 07.05.2015, 16:04:13
Es ging doch bei HW's Einwand überhaupt nicht darum ob die Kanzlerin zur Parade oder einen Tag später fährt. Lesen Sie doch einfach nach wovon HW geschrieben hat.
Ich bin nun wahrlich keine Linke Fürsprecherin, aber im Gegensatz zu Erika Steinbach machte Frau Kipping, m.E., eine bessere Figur (und das meine ich nicht bildlich gesprochen).
Bruny
olga64
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 07.05.2015, 16:18:59
Wann werden Sie es endlich mal lernen, Frau Bruny. Jed(er) hat seine Meinung und kann sie vertreten und auch artikulieren - Hauptsache, dies geschieht sachlich und anständig und mit Argumenten, am besten solchen, die irgendein Fundament aufweisen.
Wäre schön, wenn Sie endlich zu diesem Stil gelangen würden - dann müssten Sie auch nicht so viele Kapazitäten aufwenden, um um sich zu schlagen, wenn andere nicht Ihrer Meinung sind. Fangen Sie einfach an - es ist nie zu spät. Olga
Bruny
Bruny
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 07.05.2015, 16:26:04
Sie schaffen es tatsächlich sich absolut lächerlich zu machen.
Was an meinem Satz, dass es sich bei HW's Einwand überhaupt nicht darum handelte ob die Kanzlerin zur Parade oder einen Tag später fährt, haben Sie jetzt nicht verstanden?
Aber ich habe längst verstanden, dass Sie enorme Schwierigkeiten haben das geschriebene Wort auch richtig zu interpretieren. Ihre Retourkutsche ist auch dementsprechend armselig.
Von Ihrer angeblichen Bildung, liebe Frau Olga, bleibt in der Tat immer weniger übrig.
Und bitte sehen Sie davon ab, mir ein "Friedensangebot" zu schicken. Das wäre nur ein weiterer Tropfen Öl ins brennende Feuer.
Bruny

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det
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mal kurz etwas OT
geschrieben von det
als Antwort auf Bruny vom 07.05.2015, 16:40:26
Sie schaffen es tatsächlich sich absolut lächerlich zu machen.
Was an meinem Satz, dass es sich bei HW's Einwand überhaupt nicht darum handelte ob die Kanzlerin zur Parade oder einen Tag später fährt, haben Sie jetzt nicht verstanden?
Aber ich habe längst verstanden, dass Sie enorme Schwierigkeiten haben das geschriebene Wort auch richtig zu interpretieren. Ihre Retourkutsche ist auch dementsprechend armselig.
Das ist doch die Standardmethode von Big Olga. Sie schreibt irgendetwas, was überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat oder mit dem Beitrag, auf den sie antwortet. Wenn man sie darauf hinweist, daß es OT ist, dann meckert sie rum, der andere solle ihre Meinung akzeptieren. So kommt sie endlich wieder in den Mittelpunkt und macht ihren OT-Beitrag auf diese Art zum Thema. So etwas kannst du nur ignorieren, sonst bläst sie sich wieder auf.

det
hinterwaeldler
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Re: mal kurz etwas OT
geschrieben von hinterwaeldler
Um die Worte der Steinbach klar zu stellen:
Für die Einen ist der 2. Weltkrieg ausgebrochen, für Andere wiederum wurde der Krieg von Nazideutschland vom Zaun gebrochen. Dies geschah nach einer historisch erwiesenen Lüge (angeblicher Überfall auf den Sender Gleiwitz) mit den Worten im Reichsrundfunk: "Ab 05:45h wird zurück geschossen."
Das ist der wesentliche Unterschied.

Und noch ein Unterschied:
Die deutsche Wehrmacht und die Waffen SS haben im Osten Europas freiwillige Hilfstruppen rekrutiert. Auch in der Ukraine und Russland. Die haben dann gemeinsam mit den Faschisten gegen die Rote Armee gekämpft. Sie taten es selbst dann noch, als der Krieg zu Ende war. In der Dresdner Südvorstadt-Plauen hatten sich Teile der "Russischen Befreiungsarmee" unter Wlassow verschanzt und überfielen noch am 10. Mai gemeinsam mit Wehrwolf-Einheiten die von Dresden nach Prag marschierenden Versorgungseinheiten der Rote Armee.

Diesen getöteten Verrätern trauern noch heute nicht nur Ukrainer sondern auch viele Bundesdeutsche nach.

Ich will damit sagen, das selbst an diesem 10. Mai 1945 für viele Dresdner der Krieg noch nicht zu Ende war und in den Kellern ausharren mussten.

Noch etwas:
Wie Europa und speziell Deutschland unter den Siegermächten aufgeteilt wird, wurde nicht von Stalin festgelegt, sondern am 04. - 11. Februar 1945 auf der Konferenz von Jalta festgelegt. Zwei Tage später wurde Dresden zerstört, obwohl die Rote Armee sich schon in der Lausitz auf die Einnahme Dresdens vorbereitete. Auch wurde auf dieser Konferenz festgelegt, wie und in welchem Umfang die "Vertreibung" aus Polen zu erfolgen hat.

Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_von_Jalta#/media/File:Vertreibungsgebiet.jpg Die Bundestagsabgeordnete Steinbach sollte sich dafür bei den Alliierten bedanken.

Als der Spiegel noch ein anerkanntes Nachrichtenmagazin war, wurde das über Wlassow geschrieben: spiegel.de - ZEITGESCHICHTE / WLASSOW Schießen Sie
ingo
ingo
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von ingo
Polens Präsident Komorowski hat sich heute politsch korrekter ausgedrückt als Frau Steinbach (die nicht meine Sympathien hat). Ich habe die Sendung gesehen, haue aber nicht auf Frau Steinbach ein. Klar dass sie sich mit ihrer Wortwahl angreifbar gemacht hat. Sowas kenne ich aber auch, wenn ich im ST unverhohlen sage, was ich denke.

"Nicht allen hat das Ende des Krieges die Freiheit gegeben", sagte er in der Nacht zum Freitag auf der Westernplatte bei Danzig (Gdansk).
Wenn jetzt aller Opfer des Krieges gedacht werde, müsse daran erinnert werden, dass nationale Souveränität auch heute noch verletzt werde, sagte er mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine.
adam
adam
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Re: Die geschichtsvergessene Steinbach und das Ende des 2.WK
geschrieben von adam
als Antwort auf ingo vom 08.05.2015, 19:49:00
Hallo Ingo,

aus Deiner Argumentation lese ich ein gewisses Unbehagen gegenüber den Aussagen der Frau Steinbach, weil Du ihr aber teilweise recht geben willst. Mir ging es nicht anders. Der Grund für dieses Unwohlsein liegt meiner Meinung nach aber schon im Thema, das Anne Will zur Diskussion stellte. Das Thema lautete:

"Siebzig Jahre nach der Befreiung. Müssen wir Russland heute noch dankbar sein?"

Das Thema so zu stellen ist geradezu eine Todsünde für eine Diskussion. Es mischt vergangene Handlungen, die mit der Gegenwart nicht in Zusammenhang stehen und bringt sie noch dazu mit der schwierigsten Emotion in Verbindung, die vorstellbar ist, der Dankbarkeit. Das ist eine Themenstellung, die nur zu Streit, nicht aber zu einer sinnvollen Diskussion führen und schon gar nicht zu einem Konsens kommen kann. Völlig sinnfrei ist dann auch der Bogen, den Frau Will zu der Frage schlägt, ob Angela Merkel zur Militärparade nach Moskau reisen sollte.

Frau Steinbach macht auch deutlich, wie falsch die Themenstellung war, indem sie das heutige Russland prompt zur Sowjetunion machte und die Anfangsfrage mit "Nein" beantwortete. Schon war der quotenbringende Krach da, für den auch die Teilnehmer der Diskussion ausgesucht waren.

Und zum Thema? Wir Deutschen sollten den damaligen Soldaten der Roten Armee sehr wohl dankbar dafür sein, daß sie mitgeholfen haben, Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien. Dieser Dank betrifft aber ganz sicher nicht die Verbrechen, die auch von Soldaten der Roten Armee begangen wurden und schon gar nicht kann dieser Dank in die heutige Zeit, zu einer völlig anderen Thematik übertragen werden. Vergangene Geschichte kann heutige Handlungen vielleicht erklären, aber sie weder für gut noch für schlecht befinden.

Hatten wir das Thema hier im Forum nicht schon bei anderen Themen, z.B., wenn es um Israel ging? Da war es doch klar.

Eine weitere Problematik bringt der Begriff "Dankbarkeit", der die Menschheit seit Angedenken beschäftigt. Eine individuell, situationsabhängige Emotion, die Gegensätze wie Freude und Schuld beinhaltet und von der dazu immer mehrere Personen, mit unterschiedlichen Empfindungen, betroffen sind. Eine eher philosophisch zu diskutierende Frage, die in eine rationell zu behandelnde, politische Diskussionen nicht eingebunden werden sollte.

Insgesamt gesehen muß man Anne Will, ihrer Redaktion, ihrer Produktionsgesellschaft und auch der ARD den Vorwurf machen, daß sie wohl eher an einem quotenbringenden Streit interessiert waren als an einer guten Diskussion.

--

adam

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