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Innenpolitik Die Grünen und der Fleischpreis

lupus
lupus
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Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von lupus

Einen sehr interssanten Artikel dazu bietet der Cicero

Habeck und der Fleischpreis

Die Betrachtung enthält richtige Handlungslinien und endet überraschend  mit :
Kein Schnitzel vom Schwein mehr sondern aus der Retorte!

Vielleicht doch in 50 oder 100 Jahren angereichert mit Eiweiß aus Insekten.

Positiver Effekt wäre vor allem die Rduzierung der Belastung der Natur.

lupus

 

ingo
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von ingo
als Antwort auf lupus vom 20.06.2020, 09:23:51

Die Diskussion über höhere Fleischpreise ist ja eine "Never-Ending.Story",zu der ich schon öfter geschrieben habe. Keine Ahnung, ob da zuerst die Henne oder das Ei war; ob also zuerst die Preise gesunken sind (vermutlich) oder ob die Verbraucher das "erzwungen" haben. Jede 6. Person in Deutschland ist armutsgefährdet. Dasbedeutet, dass jede  6. Person beim Einkauf auf jeden Cent achten muss.
Meine Theorie ist, dass die wenigsten jungen Armutsgefährdeten bei ihren Eltern das (Haushaltsgeld schonende) Kochen gelernt haben,weil die Eltern auch schon in zweiter oder dritter Generation Sozialleistungsempfänger waren (das behaupte ich aus meiner Berufserfahrung heraus).
Nochwas: Die ewige Behauptung in Talkshows, dass Schnitzel 2,95 € kosten, ist Unsinn. Schaut bitte mal selbst auf den Kilopreis.
Fakt ist aber wohl, dass sich Leute,wie Tönnies oder die Hähnchenzüchter auf Kosten der Niedriglöhner dumm und dämlich verdienen. Herr Tönnies kann sich nicht "einfach so" bei Schalke 04 engagieren.
Dennoch macht mir der Vorwurf der Niedriglöhne auch Probleme. Wenn die Rumänen und Bulgaren hier 12-14 € pro Stunde verdienen würden, wären sie in ihrer Heimat angesichts der niedrigen Lebenshaltungskosten finanziell weitaus besser gestellt, als ihre deutschen Kollegen. Bleibt aber die Unterbringung dieser Menschen;und die ist unterirdisch. Da müsste der Gesetzgeber den Hebel ansetzen; und zwar so hart,  dass diese Menschen in Einzelzimmern leben könnten und keine "Miet-Strafen" zahlen müssten, wenn sie mal krank sind.......Es bleibt aber schwierig!
 

lupus
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von lupus
als Antwort auf ingo vom 20.06.2020, 09:54:27

Das sind sicher die Preisspanne beeinflussende Faktoren.
Es wäre m.E schon geregelt wenn die Ausländer beim Fleischproduzenten direkt angestellt wären und den gleichen Betrag erhielten der an die Vermittler gezahlt wird.
Deren Geschäftsmodell müßte beseitigt werden . Dadurch wären auch sichere und regelmässige Zahlung der Löhne an die Arbeiter normal und auch wohl die Sozialbeiträge.

Darum ging mir es eigentlich beim Fleischpreis nicht direkt.
lupus


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Wilfrid45
Wilfrid45
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von Wilfrid45
als Antwort auf lupus vom 20.06.2020, 09:23:51

Lupus, man will es nicht glauben aber man erlebt es so. Die Grünen, ich schrieb es schon sind Sozialterroristen und Spinner. Sie wollen Naturgesetze negieren. Es gibt sachlich auch ehrlich und bemühte überzeuge unter Ihnen, aber die haben kein Netzwerk, leider!

Wilfrid 45

marei1000
marei1000
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von marei1000
Die Mitarbeiter in den Schlachthöfen haben schon keinen Platz, da fängt es an, dann die Unterkünfte. Überhaupt es fängt an, es gibt zu viele Schlachttiere, was sagt Frau Klöckner.
 
karl
karl
Administrator

RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von karl
als Antwort auf Wilfrid45 vom 22.06.2020, 11:39:51
wilfried45:
"Die Grünen, ich schrieb es schon sind Sozialterroristen und Spinner. Sie wollen Naturgesetze negieren."
Das ist natürlich ziemlicher Unsinn, was Du hier schreibst.

Dass die Zukunft des Fleisches aus der Retorte kommt, ist ziemlich sicher und im Einklang mit den Naturgesetzen. Damit sind keineswegs nur vegetarische Produkte des Börsenrenners Beyond Meat gemeint, sondern auch echtes Muskelfleisch aus Gewebekultur, siehe z. B. hier oder in meinem Folgebeitrag.
 
Zu Beyond Meat:

"Die veganen Fleischersatzprodukte bestehen hauptsächlich aus einer Mischung von Wasser, Erbsenproteinisolat und verschiedenen pflanzlichen Ölen. Je nach Produkt werden unterschiedliche GewürzeAromen und weitere Zutaten hinzugefügt.[23][24] Die Konsistenz entsteht mittels Extrusion, bei der Zutaten gemischt, unter Dampf gekocht und in Form gepresst werden.[6] 

Gegenüber Hackfleisch (bei 80 % Fleisch- und 20 % Fettanteil) enthalten Beyond-Meat-Produkte ebenso viele Proteine, zur Hälfte weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterol. Sie enthalten kein Gluten und keine gentechnisch veränderten Organismen.[25][26] 

Die fleischlosen Burger benötigten für die Herstellung 93 Prozent weniger Land, 90 Prozent weniger Treibhausgase und 46 Prozent weniger Energie als ein Burger aus Rindfleisch und haben um mehr als 99 Prozent verringerte Auswirkungen auf die Wasserknappheit.[27]

Karl

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karl
karl
Administrator

RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von karl
als Antwort auf lupus vom 20.06.2020, 09:23:51

@lupus,

wie Du richtig bemerkt hast, die Position des Autors JÖRG HEYNKES geht weit über die Ideen von Habeck hinaus:

"Chance In-Vitro-Fleisch

Wir brauchen Förderung, Investitionen und die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen auch für neue Formen der Landwirtschaft und von Nahrungsmitteln. Neue Technologien wie die Herstellung von Fleisch im Labor müssen nun endlich auch in Deutschland vorangetrieben werden. Es ist eine Farce, dass die Datenmilliardäre dieser Welt in Kalifornien, Israel und den Niederlanden Milliarden in die Forschung und Herstellung von In-Vitro Fleisch investieren und wir in Deutschland nur Zuschauer und Konsument sind.
Es braucht endlich eine gemeinsame Initiative aus Politik, Verbänden und der Fleischindustrie, um nicht auch hier den Anschluss zu verpassen. „This is the next big thing“, würde man im Silicon Valley sagen. Was soviel bedeutet wie: Wer diese Technologie als erstes im industriellen Maßstab beherrscht, der versorgt die Welt mit Fleisch - und der regiert die Welt."

Quelle.
Ich halte das für realistisch und machbar und sehe darin die Zukunft - nicht erst in 50 - 100 Jahren, sondern sie hat bereits begonnen.

Karl

P.S.: Fleisch aus dem Labor: Nahrung der Zukunft

"Die Technik für das Kunstfleisch stammt aus der medizinischen Zellzucht. Für die Herstellung werden einem Tier Stammzellen entnommen und in einer Nährlösung zu Muskelzellen vermehrt. Am Ende entstehen Fleischklumpen, die ähnlich wie Hack- oder Formfleisch verarbeitet werden können. Die Produktion verbrauche weniger Ressourcen und keine Antibiotika, wirbt die Kunstfleisch-Industrie. Ein französisches Unternehmen hat sich auf nachgebaute Gänse-Stopf-Leber fokussiert, ein kalifornisches auf Schweinewurst und eine israelische Firma auf Rinder-Steak."

lupus
lupus
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von lupus
als Antwort auf karl vom 22.06.2020, 12:45:08

Hallo Karl
Natürlich halte ich für die Zukunft als Teil der Ernährung der Menschheit  Laborfleisch nicht für Spinnerei.
Jedoch glaube ich nicht an den Ersatz von tierischem Fleisch generell. Vielleicht ein kleinerer Anteil. Es kommt auf das Produkt selbst und die Herstellungskosten an.
Es wird vielleicht territorial recht unterschiedlich sein. Im fernen Osten werden z.B. schon jetzt Spinnen
gezüchtet und verzehrt. Bei uns noch ganz exotisch.
Die Journaille übertreibt zu gern wenn die Behauptung in ferner Zukunft liegt. Ich kann mich an eine Ausgabe einer technischen Jugendzeitschrift erinnern Titel: Wolkenschieber und Wettermacher.
Sie hatten keine Ahnung vom Energie- und Masseinhalt einer Wolke.
Ich werde wohl noch einige Zeit normales Fleisch essen denn in den Kampf der Veganer gegen die Evolution werde ich mich nicht einreihen.

VG lupus

lupus
lupus
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von lupus
als Antwort auf marei1000 vom 22.06.2020, 11:56:58
Dunkel ist (mir) der Rede Sinn
lupus
olga64
olga64
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RE: Die Grünen und der Fleischpreis
geschrieben von olga64

Wer jetzt immer noch als Beute Billigfleisch nach Hause bringt und froh über dieses Schnäppchen damit ein Grillfest feiert, der soll es so machen.
Aber vielleicht denken ja doch einige Leute mehr darüber nach, was sie sich da reinstopfen und auf wessen Kosten das geht: Sklavenhaltung bei Menschen und Missachtung des sog. Tierwohls und ausserdem riskantes Verhalten für die eigene Gesundheit. Z.B. werden für die Massentierhaltung so viele Antibiotika benötigt, die dann wieder Einzug in den menschlichen Organismus halten, dass Fleischesser resistent gegen Antibiotika werden. Und wenn sie sie dann mal brauchen, weil sie krank im Krankenhaus sind, helfen die nichts mehr.
Frohes Leben mit dem Schnitzel zu 1.50 Euro - SChuld sind immer die anderen, die einem das nicht vergönnen wollen. Olga


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