Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Die Hartz-IV-Neubewertung

Innenpolitik Die Hartz-IV-Neubewertung

EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
Mitglied

Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf vom 29.09.2010, 12:35:02
Als ich noch studierte, bakam ich 190 ostmark, da war das leistungsstipendium schon drin.
Angefangen zu arbeiten hab ich als akademiker mit 625 ostmark brutto.
Da ich damals schon familie hatte und ein kind war ich als arbeitender sicherlich kaum besser gestellt als ein Hartz empfänger heute.
Da mußte ich mich auch entscheiden, rauchen, trinken oder essen und kleidung und da ich kein geld hatte hab ich eben nicht geraucht und selten mal ein bier getrunken.
Das ging damals vielen so und keiner hat gejammert.
Heute muß jeder unbedingt rauchen und trinken, auch wenn er vom staat alimentiert wird.
rolf †
rolf †
Mitglied

Re: Die Hartz-IV-Neubewertung
geschrieben von rolf †
Den Anteil für Alkohol und Tabakwaren herauszurechne halte ich auch für falsch.
Da in der Statistik ja Abstinenzler und Nichtraucher nicht extra erfaßt werden, ist es ein Durchschnittswert, wie die anderen Werte auch.
Auch die Festlegung auf die unteren 15 % ist, zumindest soweit bisher bekannt, rein willkürlich erfolgt.
Die nächste Klage vor dem BVerfG ist so schon vorprogrammiert.
Etwas genauere Vorgaben durch das BVerfG hätten dies evtl. vermieden.
lupus
lupus
Mitglied

unvollständige Vergleiche
geschrieben von lupus
Bemerkungen zu den Aussagen zu DDR-Verhältnisse:
1. Viele Rentner in der DDR begegneten den Rentenverhältnissen durch Bedürfnislosigkeit
2. Man kann nicht einzelne Dinge herausgreifen, sonst müsste man z.B. auch anführen wie lange eine Rentnerin auf einen Wintermantel, Fernseher usw. sparen musste
3. Ein Notar sagte mir etwa 1985 : Die meisten Millionäre die ich kenne sind Fleischer. Man könnte sicher noch mehr selbständige Gewerbe nennen wie Autowerkstätten, Klempner usw. Bauern (LPG- Bauern) standen in der Verdienstskale weit oben.

zur Vorbemerkung von Rolf:
Wie so oft demonstrierte das BVG seine höhere Weisheit und stellte fest : Es muß neu berechnet werden. Wie müßt ihr erfinden.

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Franz61
Franz61
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Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von Franz61
als Antwort auf eko † vom 29.09.2010, 12:42:44
Die weit überwiegende Mehrzahl der Schreiber plädiert hier für eine erhebliche Erhöhung der Hartz-IV - Sätze.
Dabei kommt mir persönlich eine Differenzierung zu kurz.
Es gibt Hartz - Empfänger die lange gearbeitet haben und dann nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf Sozialhilfeniveau fallen.
Dass das nicht in Ordnung sein kann, wird auch kaum bestritten.
Es gibt aber auch Leute, die noch nie gearbeitet haben oder von Zeit zu Zeit Gelegenheitsjobs gemacht haben.
Sie bewegen sich, wenn sie einen Job annehmen, am untersten Einkommensrand.
Diese unterste Einkommensrand liegt dann unter dem Sozialhilfeniveau. Der Anreiz zur Arbeitsaufnahme ist dementsprechend kaum vorhanden.

Es würde mich mal Interessieren, wie hoch Hatz IV nach Ansicht der Diskutanten sein sollte.

Ein Familienvater muss einen Stundenlohn über 12.- Euro haben, um einen Verdienst über der z.Zt. gezahlten Unterstützung zu haben.
Längst nicht alle haben diesen Stundenlohn und gehen dennoch jeden Tag arbeiten.

Sollte die Unterstützung soweit angehoben, dass ein Arbeiter z.B. 16.- oder 18.- Euro verdienen muss, um mehr zu verdienen, als er an Unterstützung erhielte?

Jeder weiß, dass es Leute gibt, die offiziell von Hartz IV leben und nebenbei schwarz arbeiten gehen. Damit haben sie weit mehr Geld zur Verfügung, als wenn sie offiziell arbeiten gingen und denken nicht daran, eine Arbeit anzunehmen.

Das ist zwar eine Minderheit, zeigt aber m.E., dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann.

Ich gebe auch zu bedenken, dass es in anderen EU - Länderen Unterstützung für maximal 1 Jahr gibt.


Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von klaus
als Antwort auf Franz61 vom 29.09.2010, 13:17:16
"Es gibt Hartz - Empfänger die lange gearbeitet haben und dann nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf Sozialhilfeniveau fallen.
Dass das nicht in Ordnung sein kann, wird auch kaum bestritten."


Deine Gedanken zur Differenzierung finde ich in Ordnung.
Darüber wird viel zu wenig nachgedacht.
Er spielte ja auch vor Jahren - Thema Arbeitslosengeld- eine viel größere Rolle.
eko †
eko †
Mitglied

Re: Die Hartz-IV-Neubewertung
geschrieben von eko †
als Antwort auf rolf † vom 29.09.2010, 13:01:43
Zitat:

"Etwas genauere Vorgaben durch das BVerfG hätten dies evtl. vermieden"



Meiner Meinung nach ist dafür der Gesetzgeber und nicht das BVG zuständig.

Aber ich bin auch der Meinung, dass man Alolol und Ziggis weder hinein- noch herausrechnen kann, denn es gibt ja auch Nichtraucher und Nichttrinker.


Das ganze Geschrei um diese 5 Euronen, mit dem sich ja wieder mal trefflich auf schwarz/gelb dreinschlagen lässt, ist m.E. sowieso für die Katz. Es ging dem BVG ja nicht darum, der Regierung eine Erhöhung der Sätze vorzuschreiben, sondern vielmehr um eine klare und durchsichtige Berechnung der Sätze.

Dabei ist vollkommen untergegangen, dass Frau v.d.Leyen deutlich genug im Fernsehen sagte, dass die Neuberechnung ergeben hätte, dass die Sätze für Kinder eigentlich zu hoch angesetzt gewesen wäre, die Regierung jedoch auf dieses Herunterrechnen verzichtet hätte.

Für Bezieher von Hartz4 sicher eine bittere Pille, aber was soll die von der Leyen denn machen, wenn ihr Schäuble kein zusätzliches Geld für eine Erhöhung gibt und Schäuble wiederum aufpassen muss, dass ihm sein Sparvorhaben nicht verwässert wird ?


Warten wirs ab. So, wie es aussieht, wird der Wähler in drei Jahren schwarz/gelb sowieso abstrafen und sich rot/grün zuwenden. Die scharren ja jetzt schon mit den Hufen und dann bin ich gespannt, woher die dann das erforderliche Geld für eine Erhöhung hernehmen wollen.


e k o

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Medea
Medea
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Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von Medea
als Antwort auf klaus vom 29.09.2010, 13:30:57
Mich stört ebenfalls diese Gleichmacherei.

ursula_j
ursula_j
Mitglied

Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf ehemaligesMitglied23 vom 29.09.2010, 12:22:16

Die Erhebung eines Bedarfs, soweit sie statistisch Wirklichkeit abbilden soll, muß sich an dieser orientieren. Wenn also das Gros der Bevölkerung aus Menschen besteht, die rauchen oder alkoholische Getränke zu sich nehmen, dann gehört dies zum Grundbedarf.

geschrieben von stellamaris



Hartz Iv ist eine Hilfe des Staates für Menschen, die nicht in der Lage sind ihr Leben selbst zu finanzieren.
Diese Hilfe soll die lebenswichtigen Dinge wie Wohnung, Wärme, Möbel, Kleidung, Lebensmittel usw. absichern und finanzieren.
Nenn mir einen Grund warum der Steuerzahler Leuten ihre Süchte finanzieren soll.
stellamaris

geschrieben von dolly



Wenn ich diesen Satz lese,Hartz Iv ist eine Hilfe des Staates für Menschen, die nicht in der Lage sind ihr Leben selbst zu finanzieren.sträuben sich bei mir die Nackenhaare.

Du hast wirklich nichts kapiert und bist damit leider in guter Gesellschaft. Was der Steuerzahler schon so alles gezahlt hat, ohne dass jemand großartig aufschreit, aber bei einer halben Flasche Bier am Tag und drei Zigaretten am Tag für einen Hartz IV Empfänger, ist unser aller Steuergeld zu schade. Da wird sogar von Sucht gesprochen.
Armes, armes Deutschland!









ehemaligesMitglied23
ehemaligesMitglied23
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Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von ehemaligesMitglied23
als Antwort auf Franz61 vom 29.09.2010, 13:17:16
Ich sehe es genauso, wer jahrelang in die Arbeitslosenversicherung gezahlt hat, sollte länger Arbeitslosengeld bekommen. Nach einem Jahr auf Hartz IV zu fallen , ist ungerecht.
Ich bin auch dafür die Zuverdienstgrenzen anzuheben
Ein absolutes Unding ist in meinen Augen, dass angerechnet wird wenn Kinder sich durch Ferienjobs Geld verdienen um sich einen Wunsch zu erfüllen.
stellamaris
Medea
Medea
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Re: Ohne die fünf Euros geht es auch .....
geschrieben von Medea
als Antwort auf vom 29.09.2010, 10:47:03
Frau Dolly,
Ihre Beiträge zeugen von großem geschichtlichen und politischen Wissen, das fasziniert mich immer wieder, alle Achtung bei so einer doch nicht mehr ganz jungen Dame.

Zu Ihrer Zeit waren Sie gewiß eine geschätzte Rednerin Ihrer Partei, ich gehe einfach mal davon aus, daß Sie links von der SPD agierten. An der SPD lassen Sie ja nun kein gutes Haar. Ich gebe zu, die steckt in einer ziemlichen Krise, wird sich neufinden müssen.

Aus dem "Warenkorb" möchte ich mir ein Detail herauspicken, Sie als Mutter (nehme ich mal an) erinnern sich gewiß noch der Zeiten, als es weder fertige Babynahrung noch Pampers udgl. gab. Meine Kinder hatten immer wiederverwendbare Mullwindeln umgebunden, die in einem dafür bestimmten großen Topf ausgekocht wurden, die Nahrung habe ich selbst zubereitet, die Säfte ausgepreßt, in das Milchfläschchen kamen die zarten Schmelzflocken. Auch damals kam bereits Babyfertignahrung auf den Markt.

Ich habe neulich gelesen, daß in einer ganz normalen Mittelstadt viele Tonnen von gebrauchten Pampers anfallen und erheblich die Umwelt belasten.
Babynahrung im Gläschen ist zwar bequem, aber auch teuer. In Hartz-4-Familien dürfte die Zeit da sein, bei umsichtiger Planung, die Familie preiswert und gesund zu ernähren. Darin kann ich keine Diffamierung entdecken.

Das sollte nur ein kleiner Einwurf sein, - ich sehe die Hartz-4-Unterstützung nicht als Dauerlösung, sondern als eine vorübergehende Zwischenstation an.

Nichts für ungut.

Medea.




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