Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Die Hölle für Deutschland

Innenpolitik Die Hölle für Deutschland

olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf wandersmann_1 vom 24.07.2017, 17:44:02

Kann es sein, dass im Sozialismus Preisabsprachen (also beim Einkauf) deshalb nie nötig waren, weil der Lieferantenkreis für diese Länder aufgrund fehlender Devisen und oft nicht ausreichender Kapitaldecke der Staaten sowieso nur stark begrenzt waren? Oder wo besorgte sich die ja noch immer sehr berühmte Automobilindustrie der früheren DDR ihre Komponenten? Wie man mir glaubhaft versicherte, musste ein DDR-Bürger auf die Lieferung eines von ihm gewünschten und bestellten z.B. Trabant 10 Jahre und länger warten. Hing dies auch mit der komplizierten Beschaffungssituation zusammen oder war es eine der üblichen Rationierungsvorhaben des behütenden Staates, um sich nicht mit Kapitalisten auf eine Stufe stellen zu müssen? Olga

wandersmann_1
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf olga64 vom 24.07.2017, 17:49:30

Kannst Du mir mal erklären, weshalb Du es nötig hast, bei berechtigter Kapitalismuskritik permanent die DDR zu exhumieren?
Du solltest lieber realiesieren, dass all diesen negativen Erscheinungen Elemente des Kapitalismus' sind, und diese sich mit ufortschreitender Entwicklung verschärfen. An diesen Stellen solltest du den gedanklichen Hebel ansetzen, und nicht ständig darauf verweisen, das die Ökonomie im sozialismus nicht funktionierte.

olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf wandersmann_1 vom 24.07.2017, 17:59:47

'Danke, dass auch Sie endlich mal bestätigen,dass die Ökonomie im Sozialismus nicht funktionierte, was dann letztendlich auch zum Untergang dieser Gesellschaftsform führte.
Woher beziehen Sie persönlich Ihre Kenntnisse aus dem Kapitalismus, den Sie anscheinend zutiefst verachten (von dem Sie aber vermutlich leben?).

Ein grosser Unterschied dürfte darin liegen, dass im Kapitalismus aufgeklärt wird, wenn Dinge so schief laufen - im Sozialismus wurde und wird oft bis heute vertuscht und beschönigt. Davon nehme ich aber ab sofort Sie aus, weil Sie ja selbst das bestätigen, was offensichtlich ist. Olga


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wandersmann_1
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf olga64 vom 24.07.2017, 18:44:07
Olga fragte:

Woher beziehen Sie persönlich Ihre Kenntnisse aus dem Kapitalismus, den Sie anscheinend zutiefst verachten (von dem Sie aber vermutlich leben?).



 
Das kann ich Dir genau sagen, olga.
Die Theorie des wirtschaftlichen Systems des Kapitalismus' während der Schul- und Studienzeit. So richtig glaubten wir das den Lehrern und Dozenten allerdings nicht, da der "faulende und parasitäre Kapitalismus" irgendwie nicht den Zuständen entsprach, die man aus dem Westfernsehen kannte.
Heute muss man allerdings immer wieder feststellen, das die Realität sogar noch 'n Zacken schärfer sein kann, als die Theorie in den Lehrbüchern.  Den "Schwarzen Kanal" habe ich zu DDR-Zeiten nie gesehen, aus Prinzip schon nicht. Wenn ich mir heute im internet einige dieser Sendungen ansehe ... ooooops!
Da wurde oftmals (nicht immer) die Situation, die wir heute durchleben, klar und präzisie dargelegt.
Darum kann ich die Überraschung und Empörung über diese Kartellabsprachen der Autohersteller auch nicht teilen. Dass, was dort stattfand, stand so 1:1 auch schon im Staatsbürgerkunde-Lehrbuch Klasse 9.

Ich bin seit der Wende mit meinem Ing.-büro selbstständig, vermarkte meinen beiden, aus DDR-Zeiten stammenden, Patente, und kann davon ganz gut leben. Deshalb aber muss ich den Endzeitkapitalismus unserer Tage doch nicht automatisch mögen. Selbststängies Arbeiten gab es auch schon 10.000 Jahre vor dem Erscheinen des Kapitalismus, d.h., das Eine bedingt doch nicht das Andere.
 
olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf wandersmann_1 vom 24.07.2017, 20:32:52

DAnke für die ausführliche Schilderung.
Sollten die Angaben in Ihrem Profil richtig sein (z.B. Ihre Altersangabe), dann leben Sie mehr als die Hälfte Ihres Lebens im Kapitalismus.
Ihre Schulzeit dürfte Jahrzehnte her sein. Auch wenn Sie im Rückblick anscheinend denken, es hätte sich alles bewahrheitet, so hängt das auch mit Ihrer individuellen Lebensgestaltung, also Ihren Erfolgen und Misserfolgen, zusammen, wofür Siedann ein System verantwortlich machen.
Unsere Lebenserfahrungen sind völlig konträr.
Ich bin natürlich ein Kind des Kapitalismus, habe nie etwas anderes kennengelernt (im Gegensatz zu Ihnen), bin anders sozialisiert als Sie und wusste von frühester Jugend an, dass ich alle Chancen,die sich mir bieten, ergreifen soll und dies auch möchte.
Ich habe immer in seriösen Firmen gearbeitet, die übrigens alle einen Betriebsrat hatten und diese Zusammenarbeit mit den Unternehmern war stets gut undvertrauensvoll.
Ich wurde nie ausgebeutet, wenn es so gewesen wäre, hätte ich mich gewehrt, wofür es u.a. auch juristische Möglichkeiten gibt.
Heute nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit ist es mir möglich, mit den im Kapitalismus erworbenen Mitteln ein gutes Leben zu führen. Dafür bin ich dankbar und auch dafür, dass mich das Schicksal nicht in ein anderes System verschlagen hat,das weltweit nirgendwo erfolgreich war und in den meisten LÄndern (ausser China) untergehen musste, bzw. kurz davor ist.
Solche Experimente hätte ich nicht erleben wollen, weil sie mit Sicherheit auch bei mir Frust und grosse Enttäuschung erzeugt hätten. Das alles verstehe ich und kann ich nachvollziehen.
Weniger aber, dass es immer wieder Menschen gibt, die von einem Kapitalismus in den letzten Zügen sprechen, obwohl Volkes Wahlmeinung (und um die geht es ja in einer Demokratie) seit Jahrzehnten nicht darauf hinweisen.
Olga

Lindensee
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von Lindensee
als Antwort auf wandersmann_1 vom 24.07.2017, 20:32:52

Selten habe ich olga64 auf so verlorenem Posten erlebt, wie in dem Beitrag, hinter welchem meiner nun stehen darf.
Jeder kann es nachlesen.
Danke dafür Wandersmann.

Olga64 kann - noch wahrscheinlicher: will - Kapitalismuskritik nicht verstehen.

Olgas Argumentation konnte Deine, Wandersmann, die ich in weiten Teilen auch für mich bestätige, nicht ansatzweise entkräften.


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olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf Lindensee vom 24.07.2017, 21:37:08

Mag ja sein, dass Ihr das so empfindet. Ich lebe und habe immer anders gelebt als Ihr und finde und fand dieses Leben auch immer gut. Das ist auch der Grund dafür, dass ich weniger Frust aus Altlasten mit mir rumschleppe, sondern in der Lage bin, meine Restlaufzeit frohgemut zu leben.
Im Gegensatz zu Euch bin ich dafür dankbar. Habt Ihr Euch jemals die Frage gestellt, wo und wie Ihr heute leben würdet nach nochmals fast 30 Jahren in einem dann sicherlich sehr ruinierten Staat, allerdings unter sozialistischer Führung?

Es war doch die Bevölkerung dieses Staates, die Änderungen wollte (kommt die DM nicht zu uns, komme nwir zu Euch...) und viele haben ja auch was daraus gemacht und könnten sich heute kein anderes Leben mehr vorstellen. Insbesondere die Generation der jungen Menschen, die heute 35 Jahre und jünger sind.
Ob ich allerdings "allein auf dem Posten" bin mag ich nicht zu glauben, da immerhin 80% der deutschen Bevölkerung es so empfindet wie ich: man ist zufrieden mit dem Leben, mit dem Beruf (sofern noch berufstätig), mit dem Einkommen und dem Drumherum.
Das spiegeln ja auch die Wahlergebnisse. Wäre es anders, würde die Linke den BundeskanzlerIn stellen; aber daran glaubt ja sicher nicht mal Ihr, oder? Olga

Wingman
Wingman
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von Wingman
als Antwort auf olga64 vom 24.07.2017, 21:42:39

Ich bin im Ruhrgebiet groß geworden. Und wir befanden uns in einer Demokratie. Kapitalismus war für uns ein Schimpfwort ähnlich wie Kommunismus.

Erst zum Ende des kalten Krieges, zur Widervereinigung, Bankenrettung, Grichenlandrettung .... haben wir hier begriffen das auch wir im tiefsten Kapitalismus leben.

Nun ist Kapitalismus kein Schimpfwort mehr ... aber dennoch etwas negatives.

Statt den Kapitalismus zu feiern hätten wir das Gute das es damals nach der Widervereinigung in der Ostzone noch gab bei uns integrieren sollen. Leider wurde diese Chance vertan.

Bernd

olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf Wingman vom 25.07.2017, 10:05:29

 
Statt den Kapitalismus zu feiern hätten wir das Gute das es damals nach der Widervereinigung in der Ostzone noch gab bei uns integrieren sollen. Leider wurde diese Chance vertan.

Bernd

olga64
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RE: Die Hölle für Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf pippa vom 24.07.2017, 11:25:09

 
 Und was ist mit dem reichen Bayern? Der CSU-Wähler verzeiht doch jede Amigo-Affaire, Hauptsache er selber wird nicht davon betroffen. Irgendwann hörte ich mal anlässlich so eines „Amigo-Vorwurfs“ den Ausspruch eines unverdrossenen CSU-Anhängers, der ungefähr so ging: „Wer für sich selber so gut sorgen kann, wird das auch für andre können.“ Pippa


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