Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.

Innenpolitik Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.

JuergenS
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf freddy-2015 vom 02.09.2020, 12:43:13

Ich denke, die "Führung" durch Kipping und Rixinger war die Endphase dieser Partei, die ich in ihrer glücklosen Wahl ihrer Führungsfiguren für vergleichbar mit der Lindner-FDP.
Beide Parteien sehe ich am langsamen Verglühen, es fehlt sowohl an Inhalten als auch an charismatischen Figuren, die SPD hat grad noch mal Glück gehabt mit der Besinnung auf Scholz.
Wir brauchen eine soziale Marktwirtschaft, weiterhin, die dynamisch angepasst wird, laufend. Das bedeutet keinen grundsätzlichen Richtungswechsel.

digi
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von digi
als Antwort auf freddy-2015 vom 02.09.2020, 12:43:13
Aus dem Tief holen neue Vorsitzende Die PARTEI nicht, dazu fehlen charismatische Prsönlichkeiten die alle vergrault wurden. Einmal mit kühlem Kopf die Lage analysieren und die oder den richtigen Kandidaten auswählen. Mit Vertreter/in das könnte ein paar Punkte bringen.
Es ist immer schwer bis unmöglich,
ein einmal tüchtig zerdeppertes Image wieder aufzumöbeln.

Deswegen wurden ja Dieben auch ein Ohr abgeschnitten, oder es wenigstens eingeschlitzt.
Solchen Schlitzohren begegnet doch jeder mit Zurückhaltung oder gar Ablehnung.

Das wird mit den LINKEN also absehbar nix mehr werden.
Und leider auch mit der FDP nix mehr; Linder muss (zurecht) arg sauer sein.
So ist halt Demokratie.

Ich weiss auch nicht, ob deren 'sozialistischen Ideen' soooo blendend gut sein können.
Darüber wurde schon viel diskutiert, sodass es hier nicht nochmal losgetreten werden muss.
JuergenS
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf digi vom 02.09.2020, 13:09:24

fast hätte ich dir ein Herz verpassen können, aber der dritte Absatz ist zu flapsig.


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wandersmann_1
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf JuergenS vom 02.09.2020, 13:07:16
Ich denke, die "Führung" durch Kipping und Rixinger war die Endphase dieser Partei, die ich in ihrer glücklosen Wahl ihrer Führungsfiguren für vergleichbar mit der Lindner-FDP.
Beide Parteien sehe ich am langsamen Verglühen,
Ganz pragmatisch gesehen muss man mal festhalten, dass die LINKE heute in 10 Bundesländern im Parlament vetreten ist, in einem westdeutschen und zwei ostdeutschen Ländern ist sie in der Regierung, in Thüringen stellt sie gar den Ministerpräsidenten. Das war vor vielleicht 10 Jahren noch etwas anders, eine Tendenz nach oben ist aber dennoch sichtbar. Woran Du ein "Verglühen" erkennen willst, musst Du schon mal erklären. Wunschdenken ist das eine - Realität das andere.
JuergenS
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf wandersmann_1 vom 02.09.2020, 15:29:49

du musst dich dran gewöhnen, hier Einschätzungen zu lesen, die dir nichts beweisen müssen, wir haben Meinungsfreiheit.

olga64
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von olga64
als Antwort auf JuergenS vom 02.09.2020, 13:07:16
Ich denke, die "Führung" durch Kipping und Rixinger war die Endphase dieser Partei, die ich in ihrer glücklosen Wahl ihrer Führungsfiguren für vergleichbar mit der Lindner-FDP.
Beide Parteien sehe ich am langsamen Verglühen, es fehlt sowohl an Inhalten als auch an charismatischen Figuren, die SPD hat grad noch mal Glück gehabt mit der Besinnung auf Scholz.
Wir brauchen eine soziale Marktwirtschaft, weiterhin, die dynamisch angepasst wird, laufend. Das bedeutet keinen grundsätzlichen Richtungswechsel.
Wenn man schon versucht, diese so unterschiedlichen Parteien FDP und die Linke vergleichen zu wollen, kommt die Linke besser weg. Sie hält sich stabil seit Jahren zwischen 8 - 10%, was es ihr ermöglicht, alle möglichen Forderungen für den Bund zu stellen, wohlwissend, dass sie sie nie in die Tat umsetzen muss.
In den Ländern, wo sie mitregiert, bzw. den MP stellt, ist sie ja viel pragmatischer und weniger ideologischer. Bis auf Berlin, da zeichnet sich leider immer wieder in der Konstellation Rot-Rot-Grün ein pannenreiches Tun ab und ich denke, es wird schwierig, diese Dreierkoalition nach den nächsten Wahlen aufrechtzuerhalten.

Die FDP fliegt mal aus dem Bundestag und kommt dann wieder rein. Derzeit denke ich aber ,dass Herr Lindner himself am Verglühen ist; er hat einfach zu viele strategische Fehler gemacht, die er dann immer versuchte, mit seinen rhetorischen Fähigkeiten wieder zu reparieren. Das klappt mittlerweile nicht mehr und irgendwann haben sie auch intern bei der FDP den Mut, sich einen würdigeren Vorsitzenden zu wählen.

Wo die SPD "Glück" gehabt hat mi der BEsinnung auf Scholz, zeichnet sich in der Realität nicht ab. Sie verharrt auf ihren ca 16% und es dürfte keine grosse Erleichterung für Herrn Scholz im Wahlkampf sein, wenn nun der Untersuchungsausschuss in Sachen Wirecard parallel dazu im Frühjahr 2021 starten wird.
Persönlich bin ich seit langem dafür ,dass sich SPD und die Linke wirklich wieder vereinen; prozentual auf heutiger Basis würden sie dann doch ca 25% in die Waagschale werfen können und wären auch stärker, linke Programme durchzusetzen, aber halt nur, wenn die bezahlbar sind. Und danach schaut es in den nächsten Jahren nicht so richtig aus.
ABer beide Parteien haben auch sehr vernünftige Politiker und das sollte auch entscheidend sein. Olga

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Nick42
Nick42
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von Nick42
als Antwort auf carlos1 vom 28.08.2020, 23:35:30

 

.....das Ahlener Programm der CDU in der britischen Zone von 1947. Es gab damals noch keine Bundesrepublik mit einer Verfassung und einer gesamtstaatlichen CDU. Die Rede ist von dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, das "den Lebensinteressen des dt. Volkes nicht gerecht" wurde. Damit ist das Hitlerreich gemeint.

...Die Frage muss erlaubt sein, inwieweit im Dritten Reich ein kapitalistisches Wirtschaftssystem überhaupt existierte......  Chinas Kommuunisten erkannten den Fehler der europ. kommunistischen Parteien, die den Sozialismus als Vorstufe zum Kommunsimsu mittels Terror und Planwirtschaft verwirklichen wollten und nur Armut  hervorriefen, womit sie sie sich klar vom Marx entfernten, der den Kapitalismus allein an seinen inneren Gegensätzen zerbrechen sah. Marx dachte nicht an eine Elitepartei von Revolutionären, die die Arbeitschaft zum beherrschenden Teil der Gesellschaft machen würden.......

Die Nationalsozialisten erkannten auch die Notwendigkeit sich das Fachwissen der Ökonomen und Militärs  etc dienstbar zu machen, um so die Volksgemeinschaft zu schaffen. .....

Viele Grüße
c

Hallo carlos,
was du zu Karl Marx, Hitler und seinen Nazis, und dem Ahlener Programm der CDU von 1947 schreibst, ist interessant.

Von Marx stammt bekanntlich der berühmte Satz, der auch heute noch in Stein gemeißelt auf vielen Denkmälern von ihm verewigt ist: „Die Philosophen haben Welt nur interpretiert. Es geht darum, die Welt zu verändern“. Für mich besteht das Elend von Marx auch darin, dass es nie dazu kam, dass er in der Wirklichkeit der Politik auch zeigen konnte, wie er die Welt wirklich verändert hätte, wenn er Gelegenheit dazu gehabt hätte. Marx ist die meiste Zeit seines Lebens, meist verfolgt, von Exil zu Exil geirrt, um schließlich verarmt und fast vergessen auf einem Friedhof irgendwo in London zu enden. Umgeben von nur ganz wenigen Freuden und verwandten.

Was wäre wohl aus der Lehre von Karl Marx geworden, wenn es in einem anderen Staat der Welt zu einer Revolution im Marx‘schen Sinn gekommen wäre, mit aufgeklärter, humaner und demokratischer Tradition, zumindest in Ansätzen? Zum Beispiel England, Frankreich oder Deutschland? Und nicht ausgerechnet in Russland, dem rückschrittlichsten land Europas, das seit Iwan dem Schrecklichen nichts anderes als Gewalt und Unterdrückung erlebt hat, ohne Ansätze von Menschenrechten. Wir wissen es nicht genau. Aber die Geschichte des 20. Jahrhunderts wäre anders verlaufen.

Marx war ein Mann in der Tradition der europäischen Aufklärung. Lenin und Stalin dagegen Machtmenschen, denen es nur um die Machterhaltung der eigenen Ideologie ging, koste es, was es wolle. Mit den schrecklichen Folgen von Hunger, Elend und Tod.

Und Hitler und seine Partei hatten in ihren Programmen auch sozialistische Elemente, gegen das große Kapital, die Interessen der kleinen Leute vertreten. Das machte sie am Anfang auch populär. Aber die Nazis verachteten die Demokratie mit ihren liberalen Elementen und sagten auch offen, dass sie das abschaffen werden, wenn sie die Macht dazu bekommen.

Für mich war das Elend der deutschen, dass sie am Ende der Weimarer Republik, als es darauf ankam, die Demokratie in großer Mehrheit für nicht erhaltenswert hielten. Und so Hitler ohne großen Widerstand an die absolute Macht kommen konnte. Mit all den entsetzlichen Folgen.

Auf die heutige Welt bezogen gilt das auch für das heutige China. Die kommunistischen Machthaber in China schaffen es, einen Kapitalismus mit ungeheuren Kräften zu entfesseln und sich dabei auch noch auf Karl Marx zu berufen und an ihm festzuhalten. Eine Ironie der Geschichte.

In diesem Punkt spielen Hitler, Lenin, Stalin und die heutigen Machthaber in China in der gleichen Liga.

Nick42






 
JuergenS
JuergenS
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf Nick42 vom 02.09.2020, 17:59:07

ein plausibler Beitrag,
ich denke aber, dass Karl Marx vielleicht nirgends Erfolg gehabt hätte, weil eben alle Staaten, di sich auf ihn berufen, versagt haben, denn der Mensch will individuell sein und bleiben.
In Nordkorea geht es ja auch nur um Willkür einer Einzelperson, Marxsche Elemente weiss ich nicht, ob sich auf die überhaupt berufen wird.

Dies ist nur eine Meinung von mir, daran muß sich nun niemand abarbeiten.

Nick42
Nick42
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von Nick42
als Antwort auf JuergenS vom 02.09.2020, 18:27:49
ein plausibler Beitrag,
ich denke aber, dass Karl Marx vielleicht nirgends Erfolg gehabt hätte, weil eben alle Staaten, di sich auf ihn berufen, versagt haben, denn der Mensch will individuell sein und bleiben.....
uergenS
Ich kenne keinen Versuch, wo Karl Marx so angewendet wurde, wie es Marx gelehrt hat.

Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Marx in der konkreten Politik Erfolg gehabt hätte. Er war auch ein Hitzkopf und geriet schnell in Streit mit Menschen.
olga64
olga64
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RE: Die LINKE möchte den Kapitalismus in Deutschland überwinden.
geschrieben von olga64
als Antwort auf Nick42 vom 02.09.2020, 21:34:46

Alle Lehren und Thesen, die jemand vor langer Zeit mal wissenschaftlich erarbeitete und verbreitete,wurden im Laufe der dann folgenden Zeit modifiziert und auch "modernisiert", weil sich die Zeiten, Menschen und Umstände ja logischerweise veränderten und die "reine These" sich auch irgendwann nicht so erfüllte wie vorgesehen, bzw. auch überlebte durch praktische Anwendung.
Bei Karl Marx ist es in Bezug auf seine Person noch interessanter: er lebte die wenigste Zeit seines Lebens in Deutschland; ist auch hier nicht begraben.
Er konnte persönlich nie mit Geld umgehen, lebte immer auf grossem Fusse und hatte das Glück, reich heiraten zu können und einen Mäzen an seiner Seite zu haben, der ihm finanziell immer aus der Patsche geholfen hat. Aber auch ein Herr Engels wird nicht altruistisch diese Unterstützung gewährt, sondern auch entsprechende Forderungen aufgestellt haben.
ABer ich denke, es trifft den Kern dieser Diskussion nicht, wenn man damit versucht, dasVerhalten der Partei der Linken in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft erklären zu wollen. Die linken Bewegungen sind weltweit seit Jahren nicht sehr gefragt  - der Trend geht zu den rechten Parteien und deren diktatorisch beeinflussten  Protagonisten wie Trump, Bolsonaro, Erdogan, Putin, Orban u.v.a. Olga


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