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Innenpolitik Die Piraten und ihr misslungener Start

hafel
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Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von hafel
Als die Piraten am Horizont auftauchten, gab es hier und da eine Zustimmung, die oft eingefahrene Politik mal etwas auf zumischen. Hier im Forum klangen zum Teil euphorische Töne und Jubelgesänge an.

Nun, was ist aus der bunten Truppe unterdessen geworden? Ich weiß, wovon ich hier schreibe, denn bei uns im Schleswig Holsteiner Landtag treiben sie ihr Unwissen, dass der Bürger nur den Kopf schüttelt.

Wenige Tage nach der Wahlschlappe (2%) von Niedersachsen brechen die Priaten schon wieder eine Personaldebatte vom Zaun. Diese kuriose Truppe, die gerne die Macht an der Basis predigt, hegt nun Zweifel ob B. Schlömer noch der richtige Vorsitzende ist. Und B. Schlömer fragt sich offensichtlich (nach einem Interview), ob die Piraten Partei noch seine Partei ist?

Auf dem zweiten Blick hat diese Diskussion auch ihren Wert, denn es schimmert etwas die Systemfrage durch: wollen die Piraten ihre Themen künftig über Köpfe verkaufen? Kurz ausgedrückt, wollen sie so werden wie die anderen Parteien sind?

Doch es gibt auch nicht wenige Piraten, wie wir hier in Schleswig Holstein erleben, die alles nicht wollen, egal was. Sie bilden die Keimzelle einer Interessenbewegung, die sich vom klassischen Parteienwesen abgrenzen möchte.

Die Piraten werden wohl weiterhin in den nächsten Monaten nur über sich selber referieren. Und so frage ich mich hier, wollen die Piraten überhaupt in den Bundestag? Wollen sie überhaupt parlamentarisch mitwirken? Oder wollen sie weiter im Bus ganz hinten sitzen – ohne Fahrkarte?

Hafel
hinterwaeldler
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf hafel vom 25.01.2013, 11:55:13
Wenn ich mir überlege was die etablierten Parteien für einen Dummfug verzapfen und noch mehr schon verzappt haben, da ist diese junge (im wahrsten Sinne des Wortes) Partei harmlos. Ich vertraue den jungen Leuten mehr als jeder andere Partei. Sie wollen ihre Zukunft gestalten. Es ist ihre Zukunft und kaum noch die Unsere. Jede Kritik an ihrer Positionierung zeugt davon, das wir keine Ahnung davon haben, wie die Zukunft in unseren Augen aussehen soll.

Das was in NDS geschah hat zwei wesentliche Ursachen:
1. An der geschlossenen Ignoranz der Medien
2. Eines minimalen Wahlkampfes auf Grund der geringen zur Verfügung stehenden Finanzen. Sie haben seltsamer Weise, genau wie die Linken, keine Sponsoren. (Bitte keine Diskussionen zu Geheim- und Schwarzkonten der Parteien, wenn ja dann nur mit einem Link auf eine seriöse Quelle)
Klaro
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von Klaro
als Antwort auf hinterwaeldler vom 25.01.2013, 12:32:58
Wenn ich mir überlege was die etablierten Parteien für einen Dummfug verzapfen und noch mehr schon verzappt haben, da ist diese junge (im wahrsten Sinne des Wortes) Partei harmlos. Ich vertraue den jungen Leuten mehr als jeder andere Partei. Sie wollen ihre Zukunft gestalten. Es ist ihre Zukunft und kaum noch die Unsere. Jede Kritik an ihrer Positionierung zeugt davon, das wir keine Ahnung davon haben, wie die Zukunft in unseren Augen aussehen soll.

Das was in NDS geschah hat zwei wesentliche Ursachen:
1. An der geschlossenen Ignoranz der Medien
2. Eines minimalen Wahlkampfes auf Grund der geringen zur Verfügung stehenden Finanzen. Sie haben seltsamer Weise, genau wie die Linken, keine Sponsoren. (Bitte keine Diskussionen zu Geheim- und Schwarzkonten der Parteien, wenn ja dann nur mit einem Link auf eine seriöse Quelle)


na, da habe ich aber eher den Verdacht sie wollen IHRE EIGENE Zukunft gestalten, nicht die der anderen jungen Leute in unserem Lande. Die Piraten stehen nicht - so sehe ich das - stellvertretend für die Mehrzahl der jungen Menschen, sie haben - meiner Meinung nach - ihre eigene Subkultur, wissen aber eigentlich gar nicht genau, was sie jetzt wirklich wollen, außer auf jeden Fall virtuelle Freiheit.

Die Piraten sind in ihrer Basis inzwischen total zerrissen, die Euphorie vom letzten Jahr ist vergangen und "Shitstorm" ist an der Tagesordnung...da braucht man nur mal die Twitterbeiträge regelmäßig mitzulesen.

Klaro

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hafel
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von hafel
als Antwort auf hinterwaeldler vom 25.01.2013, 12:32:58
Du hast meinen Beitrag nicht richtig gelesen.

Die Piraten diskutieren derzeitig, die politischen Entscheidungen nicht mehr von der Basis, sondern durch ihre Spitzenvertretern zu treffen. Aber dann sind sie genau das Gleiche, wie die Restparteien.

Viel Spaß dabei so einen wirren Haufen zu unterstützen.

Hafel
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf hafel vom 25.01.2013, 13:22:12
Der vorübergehende Zuspruch zu den entsprang m.E. einem gewissen Wählerfrust. Im Grunde ist unser parlamentarische System reformbedürftig. So wird immer mehr das Gefühl vermittelt, daß sich durch Wahlen nicht wirklich etwas verändert. Es findet innerhalb eines verkrusteten Machtgefüges nur einen Art Verschiebebahnhof statt. Festgefügte Verwaltungsstrukturen besorgen den Rest. Da kamen die Piraten mit diesem Unangepaßtheit vergaukelnden "PIRATEN"Lable , egal welche Ziele sie haben, gerade recht. Inzwischen ist klar, daß die Piraten nur durch eine sehr schmale Basis zusammengehalten werden. Bloß Netzpolitik ist keine Basis für einen nachhaltigen Bestand dieser temporären Protestwelle.
Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von klaus
als Antwort auf Klaro vom 25.01.2013, 12:39:34
"na, da habe ich aber eher den Verdacht sie wollen IHRE EIGENE Zukunft gestalten, nicht die der anderen jungen Leute in unserem Lande."

Das lässt sich recht gut an den letzten Wahlen in Niedersachsen belegen.
Nur 7,2% der Jungwähler wählten die Piratenpartei. Ähnliche Ergebnisse gab es bei den Umfragen für andere Bundesländer.
Dabei ist die Bereitschaft der Jungwähler die Piratenpartei zu wählen im Laufe des letzten Jahres stark gesunken.
Noch vor einem Jahr waren es noch 20-30% der Jungwähler- bes. männliche
Da die Jungwähler quasi mit dem Internet leben und die Piraten vorrangig über das Internet operieren, kann man kaum behaupten, dass die Jungwähler sich nicht informieren konnten.
Es muss wohl am Verhalten der Piratenpartei und ihrem Programm liegen.
Auch die Jungwähler wählen vorrangig die "etablierten" Parteien.
Dabei liegen die Grünen vor der SPD und der CDU.

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hafel
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von hafel
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 25.01.2013, 13:35:52
Natürlich, da gebe ich Dir Recht, sind auch in unserer parlamentarischen Demokratie gewisse Reformen notwendig. Nichts ist so gut, dass es von Dauer gut ist.

Nur um diese Reformen zu gestalten, bedarf es eben nicht der Piraten in der derzeitigen Konstellation. Dazu muss man bereit sein parlamentarisch mit zu arbeiten und nicht nur zu motzen.
Die sind bald ganz weg vom Fenster. Nur noch Irrlichter glauben an sie.

Hafel
olga64
olga64
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von olga64
als Antwort auf klaus vom 25.01.2013, 13:43:12
Es muss wohl am Verhalten der Piratenpartei und ihrem Programm liegen.
Auch die Jungwähler wählen vorrangig die "etablierten" Parteien.
Dabei liegen die Grünen vor der SPD und der CDU.
[/quote]

Das Problem dürfte ja gerade sein, dass diese Piraten sich damit brüsteten, kein Programm zu haben. Darauf fallen auch die blauäugigsten Wähler nur eine kurze Zeit rein.
Es hat aber den Vorteil, dass man die "alten Parteien" wieder mehr schätzt - Politik ist halt die Kunst des Machbaren und kein Feld für einen Haufen von Chaoten, die für sich nur einen gutbezahlten Broterwerb suchen.
Aber was die Umfragewerte der Parteien anbelangt: hier sehe ich die CDU/CSU vorne, gefolgt von der SPD und den Grünen.Olga
schorsch
schorsch
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Re: Die Piraten und ihr misslungener Start
geschrieben von schorsch
als Antwort auf olga64 vom 28.01.2013, 16:45:06
Unter den Blinden ist der Einäugige König....

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