Innenpolitik Erbärmlich

digi
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Erbärmlich
geschrieben von digi
Erbärmlich empfinde ich diese kurzgefassten Stehparties im TV.
Reine Effekthascherei.
Ich habe den Eindruck, dass es mehr Werbezeit gibt, als den Parteien Zeit zu geben, ihre Vorhaben zu erläutern. Und nicht nur Schlagworte rauszuhauen. Ist das evtl so gewollt?
Ich meine, es geht immerhin um die Zukunft unseres Deutschen Landes und 'nebenbei' um die Menschen die darin wohnen - oder zuziehen.
Und über so eine lebenswichtiges Thema unter Zeitdruck zu 'diskutieren' - wie soll das jemals funktionieren. Zudem wir sehen konnten wie das Theater in USA ablief - und was dabei herauskam.

Wir alle bezahlen unsere Rundfunkgebühren zwangsweise, um angeblich reale Informationen zu erhalten. Was wird uns aber geboten? Eine Stehbierrunde. Und da soll sich einer entscheiden, wohin der Hase laufen wird. Nein, der Igel ist immer schon eher an Ort&Stelle. Sprich, Rafinesse wie sie bei den StehbierEvents zur Effekt-Show getragen wird -sprich wer am besten hacken und austeilen kann-, die wird auch die Wahl gewinnen.
Sorry, ich finds nicht nur erbärmlich, ich finds widerlich.

Warum gibt man nicht ALLEN Parteien die Möglichkeit,
zu passender Abendzeit ihre Programme in Ruhe und ohne Druck ausführlich zu proklamieren.
Einzeln!
Und zwar das Wunschdenken für die Zukunft als auch (zwingend!) den Weg zur Realisierung ihrer Vorhaben. Große Töne Spucken kann im Moment jeder. Aber den Worten Taten folgen zu lassen, oder wenigstens Argumente für das Ausführen dieser Vorstellungen zu bringen, ist weitaus schwieriger.
Dazu reicht (absichtlich!) die Zeit bei den Stehparties nicht aus. Wir werden also vorsätzlich nicht informiert, bzw belogen durch Weglassen der wichtigsten Informationen.
Ich kann mich auch auf die Straße stellen und rumposaunen: Ich gebe euch allen gut bezahlte Arbeit, Rente mit 20. Da müsste ich mir schon so Fragen gefallen lassen, wie ich das machen möchte. Und genau darum geht es doch letzten Endes. Dann gingen Wahlversprechen am End auch nicht als Lüge aus.
So eine Sitzung, moderiert von irgend einem semiprofessionellen unabhängigen (nicht beim Sender angestellt oder liiert) Moderator - das würde reale Gegebenheiten ans Licht bringen.
Diese Zeit sollte uns die Zukunft schon wert sein. Dann könnten wir sogar auf die sinnlosen Plakate verzichten, die nichtssagend und teuer zZt unsere Landschaft verschandeln.

Politik sollte nicht gewürfelt werden, sondern auf realen Tatsachen und Gegebenheiten stattfinden.
Was aber jetzt -wieder mal- abgeht, ist ein reines Würfelspiel mit ziemlich hohem Einsatz. Bei dem zudem die Odds siemlich mies sind.

Ich weiss, wen ich wählen werde. Ein kleine gelbe Partei, die Partei, die mMn die stichhaltigsten Argumente geordnet und sachlich im Schilde führt. So kann ich mich wenigstens 'frei von Schuld' fühlen, sollte es so weitergehen wie bisher. Auch wenn sie nicht groß ans Ruder kommen sollte.
Edita
Edita
Mitglied

RE: Erbärmlich
geschrieben von Edita
als Antwort auf digi vom 05.09.2017, 12:48:10

Und über so eine lebenswichtiges Thema unter Zeitdruck zu 'diskutieren' - wie soll das jemals funktionieren. Zudem wir sehen konnten wie das Theater in USA ablief - und was dabei herauskam.

Wir alle bezahlen unsere Rundfunkgebühren zwangsweise, um angeblich reale Informationen zu erhalten. Was wird uns aber geboten? Eine Stehbierrunde. Und da soll sich einer entscheiden, wohin der Hase laufen wird.
Sorry, ich finds nicht nur erbärmlich, ich finds widerlich.


 
Ganz so schlimm fand ich es nicht, eher .... unbefriedigend, denn diskutieren durften sie nicht, sie durften nur die gestellten Fragen beantworten,
und diese Fragen waren m.M.n. zu dürftig um sich eine Meinung bilden zu können, also für die Leute, die noch auf Informationen angewiesen sind, um sich eine Meinung bilden zu können,. was ich wiederum 3 1/2 Wochen vor der Wahl ebenso "dürftig" finde!

Edita
 
lupus
lupus
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RE: Erbärmlich
geschrieben von lupus
als Antwort auf digi vom 05.09.2017, 12:48:10

Du schlägst vor:
..zu passender Abendzeit ihre Programme in Ruhe und ohne Druck ausführlich zu proklamieren.
Einzeln!

Und das würdest du wirklich ansehen?
Würden das viele ansehen?

lupus

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Lissy52
Lissy52
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RE: Erbärmlich
geschrieben von Lissy52
als Antwort auf digi vom 05.09.2017, 12:48:10

Du hast völlig recht, Digizar
dieser Schnelldurchlauf  ist total überflüssig. Dein Vorschlag ist sehr gut. Wenn jede Partei  Fernsehzeit bekäme ihre Ziele mit Erklärung wie sie umgesetzt und finanziert werden sollen, vorzustellen, wäre es wirklich eine Sendung, die Sinn machen würde. 

Aber ich denke, ganau dass möchten die Parteien gar nicht. 

Tolle Wunschvorstellungen den Bürgern hinzuwerfen, aber nicht zu sagen wie man sie erfüllen will und woher man die Mittel nehmen will, ist da doch viel einfacher. 
Das " Stimmvolk " ist  sowieso  nur fürs Kreuzchen wichtig. und durchschaut die unmachbaren Versprechen nicht. Haupsache es hört sich gut an.

Femmefatale †
Femmefatale †
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RE: Erbärmlich
geschrieben von Femmefatale †

Ich glaube nicht, dass der Großteil der Menschen, die noch unentschlossen sind, solch eine Sendung ansehen würden. Sie ist auch schwer zu erstellen, denn Politik ist ein schwieriges Geschäft, da muss man erst mal durchsteigen.
Man kann nicht ad hoc jedem klar machen, worum es eigentlich geht, ein Thema kann selten alleine für sich betrachtet werden, es ist zu komplex, alles hängt mit allem zusammen.
Selbst ich, die ich mich nicht gerade für dumm halte, habe z.B. Schwierigkeiten bei wirtschaftlichen Themen. Wie soll man die einem einfachen Menschen klar machen? Politiker sprechen nicht die Sprache des Volkes. Das können nur bestimmte Parteien, was u.a. ihren Zulauf erklärt.

ff

Federstrich
Federstrich
Mitglied

RE: Erbärmlich
geschrieben von Federstrich
als Antwort auf digi vom 05.09.2017, 12:48:10

An welche Sender denkst du denn dabei?
Ich denke, dass du da von den ÖR-Sendern und den anderen mit Vollprogramm zu viel verlangst. Ich bezweifele, dass die Mehrheit der (meist älteren) Zuschauer vom TV erwartet, zu den von dir angeführten Themen ins Detail zu gehen. Die jüngeren schauen ja eh kein TV mehr, wie immer wieder betont wird. Das wissen auch die Intendanten und verhalten sich entsprechend.
Aber vielleicht denkst du an Telekolleg in den Dritten oder an irgendwelche Spartensender.
 

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Femmefatale †
Femmefatale †
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RE: Erbärmlich
geschrieben von Femmefatale †

Ich hoff, ich tret jetzt nicht ins Fettnäpfchen: Viele Zuschauer des Duells Merkel-Schulz haben doch nur eingeschaltet, weil sie hofften, es gibt richtig schönen Zoff, außer uns hier im ST natürlich emoji_smile !
Die Welt will unterhalten sein, Infos beschafft man sich, wenn überhaupt, aus den Werbebroschüren.

ff

digi
digi
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RE: Erbärmlich
geschrieben von digi
als Antwort auf lupus vom 05.09.2017, 13:30:38
Du schlägst vor:
..zu passender Abendzeit ihre Programme in Ruhe und ohne Druck ausführlich zu proklamieren.
Einzeln!
Und das würdest du wirklich ansehen?
Würden das viele ansehen?

lupus
Natürlich würde ich das, Lupus.
Ich habe ja auch keine Laune, mich von den sinnlosen Schildern vollmüllen zu lassen.
Das Geld könnte besser in den Ausbau der verlotterten Radwege gesteckt werden - von mir aus 'gesponsert von CSFL...'. Aber nein, die Mittel sind zweckgebunden dazu verdammt, für genau das Aufstellen der Schilder verwendet zu werden - und nicht für anderes.
Genau so wenig habe ich Zeit und Möglichkeit, auf solche Veranstaltungen der einzelnen Parteien zu gehen; auch dafür reicht nicht mal die Zeit. Und lokale Events? Naja, da wird anderes Stroh gedroschen.

Genau deswegen sollten informative Nachrichten einzeln ausgesendet werden. Einzeln jede Partei in gewünschter oder erforderlicher Länge, auch wenns 2 Stunden und mehr wären. Ohne Zwischenreden (also ohne Maischberger). Es geht um Deutschland, und nicht um eine Zirkusveranstaltung.
Genau dafür -so steht es auch in den Bedingungen der Staatsverträge- zahle ich die Zwangsgebühr - um sachlich informiert zu werden.
Dann möchte ich keine Clowns am Stehpult sehen, die sich was zusammenlügen müssen.
Und noch vorgefertigte Fragen 'beantworten' - ohne zu sagen wie die Vorhaben zustandekommen sollen. Aber genau darum geht es doch, und genau deswegen -um eben diese Fragen nicht beantworten zu müssen- ist doch die Zeit so drängend bemessen. Das ist unsachlich, das ist unterschwelliger -für mich offensichtlicher- Betrug am Wähler.

Leider -das sehe ich natürlich durchaus- werden die meisten das wohl nicht aushalten wollen bei ihrem abendlichen Rotwein oder Bierchen. Sie sehen lieber die unverfrorenen Frechheiten am Stehpult. Sensation, boa ey, der war aber gut, hat dem anderen so richtig was am Leder geflickt, toffte. Noch so'n Ding, und er kriegt am 24. mein Kreuz.
So sieht dann aber auch hinterher die Republik aus.

Wahlkampf auf dem Radweg (Auszug):
'Dr Wichser für uns nach Berlin':
Und da kommt jetzt der Wahlkampf ins Bild:
Nebenan nämlich gleich dreimal das Plakat 'Dr Wichser für uns nach Berlin' -
das treibt das Adrenalin (die Wut) in die Höhe.
Warum glotzt der mich jetzt so dümmlich grinsend an?
Der soll nicht nach Berlin. Wer ist das überhaupt? Was soll das?
Den wünsche ich nicht nach Berlin, der soll in der Hölle braten.
Damit er ja weit weg ist - besonders von meinen Kronjuwelen.
Ich würde ihm auch noch die Brennesseln schicken, die so nahe am Wege wuchern;
die brennen auch toll.
Mittlerweile ahne ich ja, dass Wahlkampf sein soll.
Dann soll er mal mit mir auf dem Fahrrad kämpfen.
Warum steht da kein Schild:
'Für gesündere Radwege - Dr Wichser zur Hölle'.
Berlin war ja schon immer eine Reise wert.
Das wär doch mal was.
Ach, bei der Gelegenheit muss mal gefragt/gesagt werden.
Warum wird die Kohle für diese wirklich saudämlichen, sinnlosen Wahlplakate
nicht genommen für eine ordentliche Beschilderung, für Wegweiser:
Dieser Radweg wurde ordentlich beschildert von den Grünen;
die sind doch so für die Freiheit der Gummibären.
Dieser Radweg wurde instandgesetzt von der SPDCDUFDPLINK...
Eine ständige, dankbare Erinnerung an die Jungs. Sinnvoll.
digi
digi
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RE: Erbärmlich
geschrieben von digi
als Antwort auf Lissy52 vom 05.09.2017, 13:42:08

1) Tolle Wunschvorstellungen den Bürgern hinzuwerfen, aber nicht zu sagen wie man sie erfüllen will und woher man die Mittel nehmen will, ist da doch viel einfacher. 
2) Das " Stimmvolk " ist  sowieso  nur fürs Kreuzchen wichtig. und durchschaut die unmachbaren Versprechen nicht. Haupsache es hört sich gut an.
1) Ich weiss, wer bezahlt emoji_rage   Der Gewinner von seinen einkommenden Diäten ist es nicht.
2) So ist es. Deswegen kriegt der Gewinner ja auch die Diäten, die er sich selber zugesprochen hat mit automatischer Erhöhung. Das hört sich doch wirklich gut an.

Und da hätten wir noch den Klerus ...

Toyota - nichts ist unmöglich.
Edita
Edita
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RE: Erbärmlich
geschrieben von Edita
als Antwort auf Femmefatale † vom 05.09.2017, 13:52:35
 Politiker sprechen nicht die Sprache des Volkes. Das können nur bestimmte Parteien, was u.a. ihren Zulauf erklärt.

ff
Wenn das so einfach wäre, dann bräuchte man den Etablierten doch nur Sprachunterricht zu erteilen, aber so einfach ist das nicht!
Etablierte - nicht populistische Parteien sind bei ihrer Arbeit bemüht alle Schichten eines Volkes zu erreichen und sie so zu "verbandeln" ( mir fällt grad kein besseres Wort ein), daß sie miteinander leben und arbeiten können, wichtigste Vorrausetzung dabei ist, auf allen Seiten Vorurteile abzubauen oder erst gar nicht aufkommen zu lassen!
Aber .... die Rechtspopulisten mit ihren primitiven Stammtischparolen schüren geradezu schichtübergreifend diese Vorurteile, sodaß es privilegierten Bevölkerungsschichten ebenso attraktiv erscheint wie sozial Benachteiligten die Transferleistungen beziehen oder zu den Geringverdienern zählen.
Wohlhabende, Besserverdienende und Hyperreiche fühlen sich von der AfD  genauso angezogen wie die vom sozialen Abstieg bedrohten Mittelschichtangehörigen und die von Erwerbslosigkeit betroffenen Modernisierungsverlierer.
Für beide Zielgruppen bieten Rechtspopulisten unterschiedliche ideologische Zugänge: Während sich deutsche Angestellte, Selbstständige und Freiberufler gegen soziale Aufsteiger, unangepasste Mitbewerber und ehrgeizige Migranten wehren die angeblich nicht so fleißig sind wie sie, fürchten einheimische Unterschichtangehörige die Konkurrenz der Zuwanderer auf dem Arbeits-, Wohnungs- und Heiratsmarkt.
Nicht umsonst hat die Weidel gestern die Mietpreisbremse verteufelt und ihre Partei als die mit den meisten Akademikern bestückte, hervorgehoben, und
der " Unterschicht"  zwar mit ihrer Ablehnung der Mietpreisbremse eine Ohrfeige verpaßt, aber wieder gebauchpinselt,  indem sie lauthals Herrmann noch mal wegen der Abschiebequote anlaberte!
Also .... mit Sprache des Volkes hat das herzlich wenig zu tun!

Edita
 

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