Innenpolitik Ergebnisse Pisa-Studie

olga64
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von olga64
als Antwort auf werderanerin vom 06.12.2023, 14:56:25
 


Ich schreibe es zum wiederholten male..., Bildung hat in Deutschland keine Lobby, ist fast zur Nebensache degradiert, so allerdings kann man keine jungen Menschen für die Zukunft fit machen.

Kristine
 
Wenn man sich jetzt bemüht, den Begriff Lobbyismus (denn Lobby an sich wäre ja nur eine Empfangshalle) richtig zu definieren und zu verwenden,bin ich der festen Meinungen dass Bildung natürlich auf vielfältige Art und Weise darüber verfügt.
Lobbyismu ist eine Interessenvertretung, die versucht die Exekutive oer die Legislative zu beeinflussen.
Das wären also in diesem spezifischen Fall die Eltern, die Kinder und Lehrer - aber alles bei Aktionen bezogen auf das jeweilige Bundesland,das für Bildungspolitik dann verantwortlich ist.
Da stellt sich für mich die umgekehrte Frage: warum werden diese drei Säulen (Eltern, Kinder und Lehrer) nicht aktiver, um Missstände zu analysieren und zu beseitigen? Olga
Zwergohreule
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von Zwergohreule
als Antwort auf schorsch vom 06.12.2023, 15:49:51
Ja, es wird immer tragischer mit der Anwendung von Kenntnissen, die wir noch spielend beherrschten. Aller Übel Anfang ist meiner Ansicht nach, dass die heutigen Kinder statt Bücher Tablets in den Händen halten.
Auf die äussere Form kommt es nicht an, sondern auf den Inhalt!
olga64
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von olga64
als Antwort auf aixois vom 06.12.2023, 16:48:40

Ich bin fest davon überzeugt, dass es in Deutschland nie Zweidrittel-Mehrheiten im Parlament geben wird, um den Bildungs-Föderalismus abzuschaffen.
Dagegen würden sich die erfolgreicheren Bundesländer wie z.B. Bayern und Sachsen vehement wehren, weil sie dann Gefahr laufen, den Stil der nicht erfolgreichen Länder übernehmen zu müssen.
Aber warum orientieren sich die nicht so erfolgreichen Ländern eigentlich nicht an den starken? Es geschieht seit Jahren, dass Eltern, die grenznah leben, mit ihren Kindern umziehen. Ich erlebte das lange in Hessen, wo ich 13Jahre lebte,dass Eltern ins nahe Aschaffenburg gezogen sind, um ihren Kindern mehr bildungstechnische Chancen zu eröffnen. Olga


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olga64
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 06.12.2023, 10:04:23
 

Heutzutage sieht das alles ganz anders aus, Ferienjobs in der Art wie sie es früher gab, gibt es heute nicht mehr, auch die Arbeiten bei Bauern gibt es so nicht mehr, Kartoffelkäfer werden heute weggespritzt und nicht weggesammelt! 



Edita
Liebe Edita, es gibt sie schon und zwar in grosser Menge,die Ferienjobs: z.B. in derGastronomie, auch in der Pflege, in Supermärkten usw.
Aber mein Eindruck ist, dass die heutigen Kinder zu verweichlicht und auch verwöhnt sind, um sich dem auszusetzen.
Als mein Vater starb, erhielt unsere Mutter eine kleine Witwenrente und wir Kinder ebenso kleine Halbwaisenrenten. Ich sah von meiner nie einen Pfennig, weil meine Mutter diese Zahlungen in das Familien-Budget inkludierte.
Deshalb arbeitete ich schon mit 16 Jahren an einer Tankstelle und in einem Supermarkt. Dort betrug der Stundenlohn 1.75 Mark und der nette Filialleiter, der meine Situation kannte, erhöhte diesen, sagte aber meiner Mutter nichts davon und so hatte ich ein wenig mehr Taschengeld für mich.

Geholfen hat speziell mir noch mein Grossvater (der dann auch das Internat bezahlte, in das man mich schickte) und der amtliche Vormund vom Münchner Jugendamt, dem ich dann auch die Zeit als Au-Pair in GB und Frankreich zu verdanken hatte.
Als ich ins Internat kam, war dies auch ein Vorteil für meine Mutter, weil sie dann das Einkommen aus den Renten für sich und meinen Bruder hatte - ich war aber von diesem Zeitpunkt an weg und bin auch nie wieder in das sog. Elternhaus gezogen. Olga
lupus
lupus
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von lupus
als Antwort auf aixois vom 06.12.2023, 16:30:40

Was Schlimmeres als dieses Machwerk über die Schwabenstreiche kann ich mir aber auch nicht vorstellen 😡
lupus

aixois
aixois
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von aixois
als Antwort auf olga64 vom 06.12.2023, 17:25:38

Aber warum orientieren sich die nicht so erfolgreichen Ländern eigentlich nicht an den starken?

Ich weiß zuwenig von die spezifischen Stärken  der Sachsen, Bayern  und Thüringer, die die anderen kopieren könnten.
Warum Thüringen, warum nicht der Nachbar Sachsen-Anhalt ?
Es dürften sicher auch PISA 2023 Ergebnisse auf Länderebene erhoben worden sein. Veröffentlicht habe ichsie noch nicht gesehen. Dabei wäre es doch interessant, ob der allgemeine 'Negativ-Trend'  auch in den Champion-Ländern bemerkbar war oder ob sie ihr Niveau seit der  letzten PISA Erhebung halten  konnten.

80 % der Deutschen (auch mehrheitlich die Bayern) sind für ein Zentralbitur- trotzdem gibt es keins.
Welche Macht (und besonders : Legitimation !) haben die Kultusverwaltungen eigentlich , um diesen eindeutigen Willen zu ignorieren ?

Die Kinder meiner Schwägerin mussten nicht umziehen, sie wohnten direkt an der Grenze Hessen- Bayern ... 1 x Abitur Modell Hessen, 2 x Bayern ... fällt aber im Berufsleben später nicht weiter auf ...
 

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poldy
poldy
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von poldy

Es ist zwar alles sehr informativ, was von vielen Mitgliedern aus früheren Schulzeiten berichtet wurde.

Nur mit den heutigen Ergebnissen der ..Pisa- Studie .. hat es wenig zu tun.  Neulich habe ich im Mittagsmagazin das Gespräch einer Schulrektorin verfolgt, da sind nun die Probleme völlig anders gelagert.
Sie unterrichtet Kinder aus 20 unterschiedlichen Nationen in Berlin, dazu auch noch die vielen neuen Standards, es müssen viele Dinge dokumentiert werden, da ist auch der Verwaltungsaufwand sehr hoch.

Dazu auch noch, wenn man die Eltern mit einbeziehen möchte, findet man wenig Rückhalt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die konnte ich bei meinen Schülern erleben. Doch heute sieht es vielleicht ganz anders aus.

olga64
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von olga64
als Antwort auf aixois vom 06.12.2023, 17:55:42

Der sog. Bildungs-Föderalismus ist im Grundgesetz verankert und basiert darauf,dass jedes Bundesland sein Schulwesen eigenverantwortlich gestaltet und es innerhalb der Länder zu einem innovativen Wettbewerb über die besten schulpolitischen Ideen und Programme kommt.
Das fehlt immer mehr, weil sich die schwächeren Länder - aus welchen Gründen auch immer - zum Nachteil von SchülerInnen usw. diesem Wettbewerb nicht ehrlich stellen.
Das würde aber auch nicht besser, wenn im Parlament mühsam nach einer Zweidrittelmehrheit gefahndet würde, um diesen Passus im Grundgesetz zu ändern. Olga

aixois
aixois
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von aixois
als Antwort auf lupus vom 06.12.2023, 17:42:04

Völlig d'accord. Gehörte aber zur guten, vom Kultusminister (alle CDU) verordneten, Bildung.
Die sollten es doch eigentlich wissen, was der Jugend förderlich ist .

Was politisch korrekt ist, ist eben dem Wandel unterworfen. Noch sind die Werke des Romantikers, Juristen und Mitarbeiters an der Frankfurter Verfassung,  Uhland,  nicht Gegenstand von cancel culture Bemühungen geworden, noch stehen sie nicht auf dem 'Index', obgleich einige Inhalte dort ihren Platz hätten, nicht mehr in die Zeit passen.

Allerdings würden solche inkriminierten Zeilen mit ihren grausamen 'Heldenstreichen' durchaus immer noch das aktuelle Geschehen in Gaza korrekt beschreiben können.

Ich kann es ja heute gestehen : uns Buben-Teenies bereitete es beim Vortagen der Balladenverse damals einiges Vergnügen, diese 'Kampfhandlungen' durch entsprechendes Betonen und einer untermalenden Gestik, möglichst 'naturgetreu' und bildhaft darzustellen ... z.B. humpelnd/stolpernd beim :  " er trifft des Türken Pferd so gut, er haut ihm ab mit einem Streich die beiden Vorderfüß' zugleich" ...  Je realistischer, desto besser die Note des Lehrers für einen "sehr guten" Vortrag.

Heute gibt es das aber viel detaillierter bei einschlägigen virtuellen Video-Kampf-und Schießspielen.

Aber wer weiß, vielleicht werden im Rahmen der Bemühungen um eine Ertüchtigung des Wehr- und Kampfeswillens der Deutschen, solche Balladen (auch z.B. so einiges vom Dichter unserer Nationalhymne -  von Fallersleben ?) wieder 'salonfähig' ?
Aber dazu müssten die Schüler ja lesen können ! 😵

 

Edita
Edita
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RE: Ergebnisse Pisa-Studie
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 06.12.2023, 17:37:54

Liebe Olga, Ferienjobs für Schüler in Gastronomie und Pflege gibt es nicht, da es dort die Altersbeschränkung von 18 Jahren gibt!
 Und im Einzelhandel arbeiten mehr Teilzeitkräfte, die in Ferienzeiten mehr arbeiten können. So werden weniger Ferienjobber gebraucht.
Regale im Supermarkt auffüllen, solche Ferienjobs gibt es inzwischen weniger als noch vor einigen Jahren!
Es hat sich vieles verändert in der Arbeitswelt, Minijobber sind wohl sehr viel effektiver einsetzbar als Schüler und Studenten! 



Edita


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