Innenpolitik Hambacher Forst

RE: Hambacher Forst
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf dutchweepee vom 13.09.2019, 21:46:07

da einige nahe Verwandte dort lebten und ebenfalls betroffen waren von der Entwicklung  - mein Bruder musste es zum Glück nicht mehr miterleben, dass sein schönes kleines ehemalige Forsthaus dem Erdboden gleich gemacht wurde, aber er wusste natürlich, dass der Tag kommt ..  es gehörte zu einem grossen alten Gutshof, der eine 1000jährige Geschichte hat und in dieser Zeit nur 3 Besitzerfamilien bzw zuerst ein Kloster und dann 2 versch. Familien ... wie rundum der Wald starb, weil RWE das Grundwasser wie verrückt abpumpte und wie die Wildtiere aus Furcht immer mehr aus dem umliegenden Wald getrieben wurde von den sich nähernden Baggern war ein Albtraum

der Beschluss, den Hambacher Forst zu beseitigen, wurde bereits am 16.10.1978 beschlossen ...schau Dir mal die Chronologie des Tagebaus dort an ...

hier der traurige Rest von Kerpen-Manheim, dem Dorf, in dem Michael Schumacher aufwuchs. Seine Eltern waren damals Betreuer der Kart-Bahn des Vereins, in dem schon Graf Berghe von Trips die ersten Renn-Erfahrungen machte - das Anwesen seiner Familie ist von der Kartbahn nur ca 10km entfernt gewesen ... seine Mutter betrieb eine Kneipe und litt leider schon früh an einem Alkoholproblem, wodurch die Kinder der Familie zuhause oft noch nicht einmal eine ordentliche Mahlzeit bekamen ---aber zum Glück hatten sie eine hinreissende Omi, die für die Jungs gesorgt hat .. keine einfache Kindheit und toll, dass die 2 es so weit gebracht haben, wenngleiches jetzt eher traurig ist ---

Michael kam oft in sein Heimatdorf, wenn er zB in Belgien ein Rennen hatte oder so .. zum Feuerwehrfest stand er wie früher mit an der Biertheke im Feierzelt und dann war er der Micha und brauchte keine Bodyguards und da waren auchkeine Paparazzi ... völlig unspektakulär und ein richtig netter Junge .. weiss ich von meinem Bruder, der da ja lange gewohnt hat


Bericht im Kölner EXPRESS von 2018

und die RWE weiss auch schon, wie es weitergeht ....

dutchweepee
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RE: Hambacher Forst
geschrieben von dutchweepee
Ein Baumhaus von Klimaaktivisten im Hambacher Forst.
Ein Baumhaus von Klimaaktivisten im Hambacher Forst.
Foto: David Young/dpa


Seit Herbst letzten Jahres ist bekannt, dass der Kohlekonzern RWE von der Polizei Aachen in Nordrhein-Westfalen Daten über die Baumhäuser von Klimaaktivisten im Hambacher Forst erhielt. Aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen geht heraus, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gab. Und Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht darin noch nicht einmal ein Problem.

Besonders prägnant dabei, die Landesregierung hatte RWE angeboten, mit GPS-Daten und Bildern von Baumhäusern auszuhelfen.

Dem Energiekonzern sollten die Räumungsanträge damit leichter gemacht werden. »Frag den Staat« zitierte damals den Verwaltungsrechtler Robert Hotstegs: »Dieser Vorgang dürfte einmalig sein: Eine Behörde assistiert ohne jegliche rechtliche Verpflichtung oder Ermächtigung einem privaten Unternehmen dabei, privatrechtlich gegen Dritte vorzugehen.«

Um die Räumung zu rechtfertigen, verweist Reul (CDU) nicht mehr auf Brandschutz, wie es 2018 der offizielle Grund war. Er argumentiert jetzt mit »langfristigen im öffentlichen Interesse liegenden bergbaulichen Planungen« und »den im öffentlichen Interesse liegenden Aspekt der langfristigen Verfügbarkeit einer heimischen sicheren importunabhängigen Energiequelle«.

Quelle: Polizei übermittelte Daten an RWE - ohne Rechtsgrundlage
RE: Hambacher Forst
geschrieben von dicker68
als Antwort auf dutchweepee vom 10.02.2020, 21:38:54

Hab ich mich da irgendwie verhört....?

Ich meine erst vor kurzem vernommen zu haben das der Forst nun stehen bleiben soll. RWE verzichtet auf die Beräumung, da das nicht mehr notwendig sein wird wegen dem Ausstieg aus Kohlestrom. Schon wieder was anderes aktuell..?


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Via
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RE: Hambacher Forst
geschrieben von Via
als Antwort auf dicker68 vom 11.02.2020, 10:32:13

Im Prinzip ja ...
Der Forst soll erhalten bleiben, aber rundherum wird wohl großzügig geräumt:
Hambach.PNGQuelle

Oliver Welke hatte es in einer früheren Heute-Show auch kommentiert.
VG - Via

RE: Hambacher Forst
geschrieben von dicker68
als Antwort auf Via vom 11.02.2020, 10:51:31

@via, mit anderen Worten also nur verschoben. Wenn den Bäumen das Wasser entzogen wird sterben sie bald ab und dann gibt es nichts mehr zu schützen...

Das ist dann ein mieses Verhalten der RWE..!!!!!

Via
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Mitglied

RE: Hambacher Forst
geschrieben von Via
als Antwort auf dicker68 vom 11.02.2020, 11:06:48

Heute-Show vom 31.01.2020 zum Hambacher Forst:
hambi.PNG
Hier der Ausschnitt:
Der Kohleausstieg der Groko: zu spät und viel zu teuer

VG- Via
 


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Mareike
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RE: Hambacher Forst
geschrieben von Mareike

Nach den Beschlüssen zum Kohleausstieg sah es zunächst tatsächlich so aus, dass "Hambi" zur Insel wird, weil RWE Morschenich und Manheim dennoch in Anspruch nehmen wollte/will.
Es gab aber massive Proteste, ua von der Gemeinde Merzenich, weil zwischenzeitlich bereits Pläne entwickelt wurden, wie der Standort Morschenich alternativ und "zukunftsträchtig" genutzt werden kann.
Diese Proteste bewirkten, dass RWE zurückruderte: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energie-merzenich-rwe-morschenich-am-hambacher-forst-kann-bleiben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200120-99-555030
Vieles ist noch unklar, weil Abraum benötigt wird für die Erstellung der Abbruchkanten. Dafür war/ist  nun das Erdreich von Morschenich und Mannheim vorgesehen. Mitlerweile hat sich nun auch die Bauernschaft zu Wort gemeldet: Gutes Ackerland soll erhalten werden.
Ob der Restwald überlebt, bleibt fraglich - in 50 Jahren wurde hier ein wertvolles Biotop zerstört. Nicht nur der Wald wurde zerstört.

"Zur Gewinnung der in Tiefen bis zu 450 Meter liegenden Kohle muss zunächst eine enorme Menge Abraum beseitigt werden. Dies ist eine Konsequenz aus der geologischen Situation, denn das ausschließliche Vorhandensein von Lockergesteinen erlaubt die Gewinnung der Braunkohle allein in Tagebautechnik. Da diese Sedimentpakete hervorragende Grundwasserleiter darstellen, muss parallel hierzu das Grundwasser bis unter die Tagebausohle abgepumpt – "gesümpf" – werden.
Damit aber sind weit reichende Folgen für den Wasserhaushalt der gesamten Region verbunden. Mit den Tagebauen werden nicht nur die streng geschützten grundwasserabhängigen Feuchtgebiete zum Beispiel an Schwalm und Nette gefährdet, vielmehr werden die Trinkwassergewinnung und der Grundwasserhaushalt für Jahrhunderte geschädigt."
Wasserhaushalt
 


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