Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik "Ich war gern DDR-Bürger" ...

Innenpolitik "Ich war gern DDR-Bürger" ...

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Semmelbaecker
als Antwort auf novella vom 10.11.2019, 15:06:57

schlaues Mädchen 
der Nick ist seit gestern da, das stimmt

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Semmelbaecker
als Antwort auf luchs35 vom 10.11.2019, 15:09:00

besser so als mit zwei oder mehreren Nick´s zu agieren :-)))

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf novella vom 10.11.2019, 14:58:08
..... An ihren Tippfehlern sollt ihr sie erkennen, gelle? 

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RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Semmelbaecker
als Antwort auf WoSchi vom 10.11.2019, 15:19:19

oh  das gelbe vom Ei ist auch da *freu

Edita
Edita
Mitglied

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Edita

Hat sich überhaupt schon mal ein ganz normaler Mensch gefragt, ob er gern oder ungern Bürger seines Heimatlandes sei?
Das ist eine Aussage, die ich so vorher oder nachher noch nie gehört hatte und habe, nur ...... jetzt im Nachhinein fällt mir auf, daß das gleichzeitig sehr oft mit einem Satz kombiniert wird, der so ungefähr lautet " warum auch nicht - für was soll ich mich schämen ", und nur das ...... macht mich immer wieder stutzig, denn da ergibt sich für mich die Frage, wer hat bis jetzt verlangt, daß ein "DDR-Bürger" sich zu schämen hatte / habe?
Natürlich haben auch die "DDR-Bürger" gerne gelebt, gelacht und geliebt, warum denn nicht um Himmels willen?
Da wird m.E. zu Unrecht eine Barriere aufgebaut, die es so gar nicht gab, was mich anbelangt, ich hatte Zeit meines Lebens unheimlich großen Respekt und fast schon Hochachtung vor meinen Ossi-Familien ob ihrer Kraft und ihres Durchhaltevermögens, ihres Talentes aus ALLEM, aber wirklich aus ALLEM das ALLERBESTE zu ziehen und zu machen, und das habe ich sie auch immer spüren lassen .......
Was sollte ich meinem NVA-Onkel für Vorwürfe machen? Er hat nichts weiter getan, als aus den Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, das Beste zu machen, was ihm 1989 mit der Wende zunichte gemacht worden ist, so hat er es empfunden und ich habe es akzeptiert, zwar schwer, aber ich habe ...... ohne auch nur den geringsten Anflug von Bitterkeit!

Aber ....... kein noch so "gerner DDR-Bürger" kann mir erzählen, daß er das System DDR nicht verflucht hätte, wenn ihm bei einer normalen Blindarm-OP sämtliche Bauchmuskeln durchtrennt worden wären, ihm bei einer Geburt der unerwarteteTod des Säuglings mitgeteilt worden wäre, er aber tatsächlich zur Adoption freigegeben wurde, oder all die anderen berühmt berüchtigten Sonder-Schikanen, denen zig Tausende, auch DDR-Bürger, ausgesetzt waren!

Edita

luchs35
luchs35
Mitglied

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Semmelbaecker vom 10.11.2019, 15:16:11

Da kannst Du mich nicht meinen, ich bin seit 2006 immer mit dem altbekannten Luchs35 unterwegs und hatte noch nie nötig, meinen Nicknamen zu wechseln. Versuch also erst gar nicht, mir was unterzuschieben.
Luchs35


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Clematis
Clematis
Mitglied

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Clematis
als Antwort auf Semmelbaecker vom 10.11.2019, 12:22:31

Das sogenannte  " Eingesperrtsein " bezog sich nur auf die
sogenannte faschistische Welt.
questions-1922476_960_720.jpg
Reisen zu unseren Brüdern in den Osten waren bis China möglich
 
zitiert nach Semelbäcker

Jetzt werde ich aber neidisch!
Clematis

 

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von Semmelbaecker

Das sind die Produkte der Wiedervereinigung in allen Farben
und nicht die der VEB-Betriebe 😉

schönen Sonntag noch

werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Edita vom 10.11.2019, 15:22:18

Dem kann ich zustimmen, edita…, habe mich nie gefragt, ob ich nun "gern DDR Bürgerin" bin, ich wars einfach. Es fragt sich doch auch kein "Westdeutscher", ob er/sie das gerne ist...

Natürlich war es schrecklich sein Kind adoptiert zu wissen, gar keine Frage und die Schikanen, denen viele ausgesetzt waren, waren ebenfalls schlimm und wahrscheinlich kam dann auch die geballte Wut hoch.
Alles richtig !!!

Egal, wie man es selbst sieht..., es war Heimat und zu Hause von vielen Millionen.

Kristine

luchs35
luchs35
Mitglied

RE: "Ich war gern DDR-Bürger" ...
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Edita vom 10.11.2019, 15:22:18
Da ich vor der Wende einmal (1957) und danach ab Januar 1990 mit kurzen Unterbrechungen 2 Jahre lang kreuz und quer durch Ostdeutschland gefahren bin und stets bei Privatleuten, die Zimmer vermieteten, übernachtet oder kurz gewohnt habe, konnte ich mir einigermaßen ein Bild machen. Es war vergleichbar mit Westdeutschland in den 50er Jahren, die ich ja auch erlebte. Mir kam es vor wie ein déjàvu. Aber ich habe es auch verstanden, denn ich erlebte als Kind auch Deutschland im 2.WK und danach. Sehr vieles erinnerte mich daran, auch manchmal das unvermittelte pssst, wenn ich über etwas lästerte, die verstohlenen Blicke zu Nachbarstischen. Nur in den Wohnungen selbst lockerte sich das Verhalten. Aber stets war Misstrauen vorhanden, das war geradezu spürbar.
Und das kannte ich noch als Kind in der Nazizeit. Es war sehr vieles sogar, was mich an diese Zeit erinnerte, und ich habe es auch so ausgesprochen und verglichen, der Schrecken war groß, aber es wurde auch verstanden. Zuvor waren sich die Menschen gar nicht bewusst, was sie noch immer mit der gemeinsamen Nazizeit verband. Deshalb sehe ich das Aufkommen der AfD  mit anderen Augen, es ist eher die alte DDR, die noch nicht verschwunden ist.
 
Ich hatte aber auch  sehr viele erfreuliche und heitere Erlebnisse, aber in der ersten Zeit war vor allem Angst vor dem, was sich ändern würde vorhanden. Junge Menschen, Schüler, die ängstlich nach der Weiterbildung in den Schulen fragten, ihren Chancen fürs Weiterkommen. Trauer oder Erleichterung je nachdem, was wichtig war.  Später auch die Erleichterung über die Rente, die höher war als zuvor und ich ihnen sagte, sie sollen sich nicht zu früh freuen, weil auch unsere Preise  kommen werden. Die Menschen waren oft sehr bedrückt, weil sie nicht wussten, was nun auf sie zukommt. 

Ich könnte noch vieles erzählen über diese 2 Jahre nach dem Fall der Mauer. Aber erst gilt es einmal, die innere Mauer zu überwinden! Auf beiden Seiten!

Luchs35

 

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