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Innenpolitik In Leipzig traut man sich was

EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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In Leipzig traut man sich was
geschrieben von EehemaligesMitglied58
Aus meiner Lokalzeitung:
Gestern sind in Leipzig drei Journalisten mit dem
Medienpreis Name:
"Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien
ausgezeichnet worden.
Unter ihnen auch der Dänische Karrikaturist Kurt Westergaard, der durch seine Mohammedkarikaturen bekannt wurde und auf die todesliste radikaler Islamisten kam.
Alle ausgezeichneten eine der wille, allen bedrohungen zum trotz für eine freie meinungsäußerung einzustehen, teilte der medienrat als begründung für die auszeichnung mit.
Dazu gibt es bereits unterschiedliche meinungen und kommentare.
Ich schließe mich allerdings dem kommentar von M.Schneider an, der mit den worten endet:
für uns alle als Hörer oder Leser ist es von allererstem interesse, daß die Pressefreiheit im grundgesetz festgeschrieben ist.
karl
karl
Administrator

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von karl
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 09.10.2010, 14:10:08
Es hat nie Mut dazu gehört, Minderheiten zu verunglimpfen. Freiheit ohne Verantwortung ist nicht das, was unser Grundgesetz verteidigt. Die Freiheit des einzelnen muss immer dort enden, wo sie die Freiheit des anderen verletzt.

Der kategorische Imperativ von Emanuel Kant sagt "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wünschenswert wäre, wenn jeder alle anderen verhöhnt.

Karl
Was ist damit?
geschrieben von mart1
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 09.10.2010, 14:10:08
Artikel 5 des Grundgesetzes

Auf ein Problem innerhalb der EU in Hinblick auf die Pressefreiheit möchte ich hinweisen, weil sich dadurch unerquickliche Folgen ergeben.

Journalisten dürfen in Österreich aus Prozeßakten zitieren, in Deutschland nicht. Aufgrund dieser Tatsache und weil das Presseerzeugnis auch in Deutschland verkäuflich war, kam es vor kurzem zur Einvernahme von österr. Journalisten als Beschuldigte.



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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 09.10.2010, 14:45:40
....Die iranische Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi und ihr Landsmann, der Journalist und Regimekritiker Akbar Ganji, protestierten gegen die Auszeichnung für den Dänen. Beide waren als Gast auf dem Medienkongress eingeladen. Die Nobelpreisträgerin Ebadi blieb der Preisverleihung aus Protest fern. Ganji, der den Preis 2007 bekommen hatte, reiste wieder aus Leipzig ab, ohne zu dem Kongress zu kommen. Er befürchtete, mit seiner Teilnahme seine Oppositionsbemühungen im Iran zu gefährden. Ebadi sieht mit den Karikaturen die religiösen Gefühle verletzt.

Westergaard hatte den Propheten mit einer Bombe im Turban gezeichnet. Auch der Preisträger Ibrahimi distanzierte sich von dem Preis für den Dänen. Er bezeichnete dessen umstrittene Karikatur als extremistisch....
.
geschrieben von http://www.zeit.de/news-102010/9/iptc-bdt-20101008-121-26732632xml



In Leizig traut man sich was ...... klingt wie das Flehen eines Kindes nach Prügel!
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf karl vom 09.10.2010, 14:45:40
Siehste Karl, da war der Medienrat der die auszeichnung vergab aber ganz anderer meinung als Du.
Ich denke mal wenn die katholiken auf verunglimpfungen, die auch hier im ST förmlich ausuferten, auch so "beleidigt" reagieren würden wie die Muslime, würden einige hier schon nicht mehr leben.
Pressefreiheit vor zensur und bedrohung, so habe ich die auszeichnung verstanden.
adam
adam
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 09.10.2010, 14:45:40
Es hat nie Mut dazu gehört, Minderheiten zu verunglimpfen.
geschrieben von karl


@karl,

mit 1,2 Milliarden Menschen sind die Muslim aber eine ziemlich große Minderheit.

Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Was der eine mit Humor sieht, ist für den nächsten schon eine Verunglimpfung. Und wenn zwei das Gleiche tun ist es noch lang nicht dasselbe. Ich hab mal bei der Einreise auf die Malediven erlebt, wie ein Zöllner im Gepäck eines Reisenden eine Bibel entdeckte. Bei allen Göttern, war das ein Theater! Das Büchlein und der Ami mußten einiges aushalten. Mir haben sie mit zusammengezogenen Augenbrauen einen Stern abgenommen.

Was das Verhältnis des Islam, in Bezug auf die Verunglimpfung der Symbole nichtmuslimischer Denkart angeht, kommt es mir so vor, als würde ein Kettenraucher anderen das Rauchen vorwerfen.

Persönlich finde ich es allerdings auch nicht passend, Aussagen über religiöse Symbole zu machen. Im Fall der Mohammed-Karikaturen meine ich aber zu wissen, daß die richtig wüsten Bildchen erst von Muslim geschaffen und hinzu gefügt wurden, weil die eigentlichen für eine Volksempörung zu harmlos waren. Das ist auch nicht die feine Art.

Die Pressefreiheit muß geschützt werden.

--

adam


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EehemaligesMitglied58
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf mart1 vom 09.10.2010, 15:16:46
Nun Mart, wenn Dir meine überschrift nicht gefällt, kannste doch einfach verändern.
Dein kommentar zeigt nur Deinen frust wenn sich jemand getraut mal von der meinungsfreiheit in dieser richtung gebrauch zu machen.
Leute gibts aber auch, mannoman.
Übrigens wenn ich deine texte so lese, freu ich mich richtig, daß es keine zensur wie zu DDR zeiten mehr gibt.
Du wärst sicherlich ein eifriger Zensor geworden und viele texte hätten schwarze stellen oder wären gar nicht erschienen.
Urego
Urego
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von Urego
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 09.10.2010, 15:22:45
@gram

Du stells fest, daß die Verunglimpfung von Katholiken im ST "förmlich ausufert" Ich kann das nicht feststellen. Als sehr dogmatische Glaubensrichtung muß die katholische Kirche sich jedoch auch kritische Fragen stellen lassen.
Könntest Du mir bitte ein Beispiel für diese ausufernde Verunglimpfung geben?

Urego
Medea
Medea
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von Medea
als Antwort auf Urego vom 09.10.2010, 16:43:31
@ Urego,
in sehr vielen threads der Vergangenheit ist die Kirche immer wieder angegriffen worden, da warst du noch nicht Mitglied im ST.

Ich kann dir nur empfehlen, mal in das ST-Archiv zu gehen, mancher thread bekam im Laufe der Diskussion auch eine Wendung in Richtung Glaubensfragen.
Guck einfach mal, aber nimm dir dafür Zeit.


@ Gram

Karikaturen in Zeitungen/Zeitschriften etc. sind im Westen ein Stilmittel der schreibenden Zunft.
Sie sollen ja provozieren, deshalb sind sie oft auch überspitzt dargestellt.

Es läßt natürlich aufhorchen, wenn eine Selbstverständlichkeit der westlichen Welt nahezu einen Kulturkampf auslöst und um Wohlverhalten zu zeigen, das hohe Gut der Pressefreiheit plötzlich auf den Prüfstand soll.

Es zeigt die Situation, wenn eine Stadt "sich trauen muß", einen Preis für Mut zu vergeben, weil unter Umständen einige Muslime daran Anstoß nehmen könnten
und das Ganze dann hochgeputscht wird.

Medea.





zwergi
zwergi
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von zwergi
als Antwort auf Medea vom 09.10.2010, 17:13:33
Ist es aber nicht so, dass der Vergleich von "Verunglimpfungen der kath. Kirche" sowie der "Verunglimpfung des Bildes von Mohammed" irgendwie hinkt?
Bei "Angriffen" gegen die Kirche wird doch weniger diese als vielmehr (zumindest in letzter Zeit) ausübende Personen und Organe angegriffen.
Im Falle der Mohammed-Karrikaturen jedoch wurde der "gottähnlich" Gründer des Islam verunglimpft.
Ich möchte die Proteste der Christlichen Kirchen erleben, wenn ein Journalist auf die Idee käme, Karrikaturen von Jesus, mehr noch von Gott Vater zu veröffentlichen. (Ich bin Katholik.)
meint zwergi.

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