Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik In Leipzig traut man sich was

Innenpolitik In Leipzig traut man sich was

hugo
hugo
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von hugo
als Antwort auf zwergi vom 09.10.2010, 17:51:19


muss ja nicht immer ausarten ausufern ,,,,anderer Glaube ok, andere Meinung ok, Kritik auch noch ok, aber -so wie ich mich tagtäglich beim Umhang mit anderen Mitmenschen zusammenreissen, beherrschen, in Acht nehmen muss/sollte,,so dürften wir das auch den echten und sogenannten Künstlern abverlangen.

Nur wenns um Glauben geht, noch dazu weit weg und man sich in relativer Sicherheit findet und deswegen kläfft um auf sich aufmerksam zu machen und dabei die Gefühle seiner Mitmenschen tritt,,hm naja ich weiss nicht,,da wären innere und äußere Grenzbereiche schon angebracht,,

hugo
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf zwergi vom 09.10.2010, 17:51:19
Hallo Zwergi, ich bin Atheist, aber ich bin auch für fairnis.
Schau mal FS, da gibts nen werbespot mit dem lieben gott.
Finden alle, auch ich, ne nette idee.
Kannste Dir vorstellen der prophet Mohamed als werbefigur.
Wäre sicher für viele produkte und firmen lukrativ, aber ich glaube, das traut sich keiner.
Denn ganz Muslimistan würde kolektiv ausrasten und der erfinder und die hersteller des spotts wären ihres lebens nicht mehr sicher.
Urego
Urego
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von Urego
als Antwort auf Medea vom 09.10.2010, 17:13:33


@ Medea

Da wirst Du im Recht sein, liebe Medea. Aber in den letzten zwei Monaten habe ich nicht in der Richtung gelesen.

Urego

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ehemaligesMitglied23
ehemaligesMitglied23
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von ehemaligesMitglied23
als Antwort auf Urego vom 09.10.2010, 18:47:07
Presse- und Meinungsfreiheit ist ein hohes und schützenswertes Gut.
Berechtigte Kritik muß auch an Religionen erlaubt sein.

Aber welchen journalistischen Sinn hat das Verunglimpfen von religiösen Symbolen?
Was ist wichtig daran, Gefühle von Gläubigen zu verletzen?
Ich kann da keinen Sinn entdecken.

Ich finde es nicht mutig Menschen ohne triftigen Grund zu brüskieren, nur weil man witzig sein will.

Freiheit heißt ja nicht Rücksichtslos zu sein.
Man muß nicht alles machen, nur weil man es kann.
stellamaris
karl
karl
Administrator

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von karl
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 09.10.2010, 15:22:45
@ gram,

natürlich dürfen Religionen, auch inhaltlich, kritisiert werden. Insbesondere haben aber bestimmte Würdenträger der einen oder der anderen Richtung Kritik verdient, weil sie gegen ihre eigenen Regeln oder sogar gegen die Gesetze des Staates verstoßen haben.

Du willst pauschale Verunglimpfung aller Katholiken im ST ihrer Religion wegen entdeckt haben. Selbst wenn Du dies nachweisen könntest, was ich bezweifle, wären solche Äußerungen einzelner Diskutanten ähnlich wie die diskutierten Karikaturen möglicherweise noch von der Meinungsfreiheit gedeckt. Niemals aber wirst Du nachweisen können, dass solche Menschen dann hier im ST aufgrund von Verunglimpfungen und Verleumdungen einen Preis gewonnen hätten - und dies ist der springende Punkt.

Im Zweifel für die Meinungsfreiheit! Aber niemals würde ich Verunglimpfungen anderer Religionen oder Ethnien auch noch durch Preise auszeichnen!

Karl
mart1
mart1
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Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von mart1
als Antwort auf karl vom 09.10.2010, 19:48:26
Auf der Seite der Leipziger Medienstiftung ist zu lesen, dass ehemalige Preisträger, wie Seymour Hersh, James Nachtwey, Alan Johnston, Akbar Ganji und viele andere der Einladung gefolgt sind... Die Keynote hält die Friedensnobelpreisträgerin 2003, Dr. Shirin Ebadi.“

Nun ist der frühere Preisträger, Journalist und Regimekritiker Akbar Ganji, abhanden gekommen, dass heißt, er ist abgereist, einer der heurigen Preisträger Ibrahimi distanziert sich von dem Preis für den Dänen und Shirin Ebadi äußerte sich folgendermaßen:



[i]Shirin Ebadi:
Ich protestiere gar nicht dagegen, dass Herr Westergaard eingeladen wurde, oder dass er gar mit einem Preis ausgezeichnet wird. Ich habe dagegen protestiert, dass ein Kongress, der für Meinungsfreiheit eintritt, selbst Zensur betreibt. Denn weder ich, noch Akbar Ganji (ein iranischer Journalist, der abreiste, als er von Westergaard erfuhr; die Red.) wurden darüber informiert, wen man da als Preisträger ausgewählt hatte. Ist es richtig, mich einzuladen, aber mir wichtige Fakten vorzuenthalten?

ZEIT ONLINE:
Wären Sie gekommen, hätten Sie es vorher gewusst?
Shirin Ebadi:
Ich wäre gekommen und zwar mit derselben Rede, die ich eben gehalten habe. Ich bin der Meinung, dass die Meinungsfreiheit einen hohen Respekt genießen muss, sie stößt gleichwohl aber auch an Grenzen. Ihr Rahmen wird durch die Menschenrechte bestimmt. Im Zuge der Islamfeindlichkeit in einigen europäischen Ländern, wurde hier eine beleidigende Karikatur des Propheten Mohammed gezeichnet. Paragraf 20 des Internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte, den auch die Bundesrepublik unterzeichnet hat, sagt aber: Das Schüren von Hass unter ethnischen und religiösen Minderheiten, wie es Herr Westergaard getan hat, ist verboten.

[/indent]

Vom ersten Leipziger Medienkongress 2010 soll ein klares, hörbares Signal für Meinungs- und Pressefreiheit in der ganzen Welt ausgehen. Ist das gelungen? - Kann man sich vorstellen, dass muslimische Menschen in aller Welt vom Wert dieser Freiheit überzeugt werden?

Oder sollte es in erster Linie eine Roßkur für deutsche Muslime sein?

Aus der Rede des Innenministers zur Preisverleihung:

"[i]....Der Preis, der heute Abend vergeben wird, würdigt Menschen, die für Meinungs- und Pressefreiheit weltweit eintreten, vor allem dort, wo es – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich ist, frei und ungehindert und ohne GEfahr für sich selbst zu recherchieren und zu berichten.....

Zweifellos haben Medien eine große Aufklärungs- und Aufdeckungskompetenz. Es ist ihre Aufgabe, Themen zu recherchieren, darüber zu berichten, Skandale aufzudecken und Missstände zu benennen. Es ist nach meiner Meinung Aufgabe der Presse, über Themen zu berichten und nicht Themen zu erfinden oder zu machen, oder auch Themen erst hochzuziehen und sich anschließend darüber zu beschweren. Wohlgemerkt: das alles ist erlaubt und nicht verboten. Ich persönlich finde es nur nicht richtig und nehme mir die Freiheit, das zu sagen.

Verantwortung der Medien hat auch etwas zu tun mit Taktgefühl. Takt oder Anstand kann man rechtlich nicht erzwingen, aber diese Tugenden sollte jeder Verantwortliche in den Medien verinnerlichen und sich den Folgen seines Handelns, Schreibens oder Zeichnens immer bewusst sein.

Als engagierter Christ bin ich persönlich der Auffassung, dass Religion etwas Heiliges ist. Man muss ihr behutsam begegnen und die Achtung, die Gläubige ihrer Religion entgegenbringen, berücksichtigen. Man mag Religion kritisieren können und dürfen, aber Häme gefällt mir persönlich nicht.

Vor einiger Zeit hat z. B. ein Mode-Designer ein zentrales Motiv des christlichen Glaubens, die Darstellung des Letzten Abendmahls Jesu Christi mit seinen Jüngern, für Werbezwecke, ich möchte es milde ausdrücken, verfremdet. Auf dem arrangierten Foto wurden die Jünger dabei durch barbusige Models ersetzt. Als Christ empfinde ich dies als geschmacklos, aber auch ein Werbeplakat genießt den Schutz der Meinungsfreiheit. Als Bürger muss ich das ertragen. Tolerieren heißt ja auch wörtlich übersetzt: dulden oder ertragen. Das ist Teil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes. Loben muss ich es nicht.

Ob wir Bilder oder Karikaturen als ansprechend oder geschmacklos, als pointiert und witzig oder als wenig aussagekräftig empfinden, liegt in der Wahrnehmung eines jeden einzelnen. Und auch wenn eine Karikatur meinen Geschmack nicht trifft, so bin ich doch dafür, dass jeder hierzulande oder sonst wo in der Welt das zu Papier bringen kann, was durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist.

Und wenn dann der Karikaturist wie der heutige Preisträger nach der Veröffentlichung mit dem Leben bedroht wird, überfallen wird und in übler Weise beschimpft wird, dann verdient er den Respekt und die uneingeschränkte Unterstützung von uns allen, von allen Demokraten in der Welt... "
[/indent]

Ist dieser Drahtseilakt der Begründung gelungen?

Ich sage "Nein" ... eindeutig in die Hosen gegangen!

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pilli †
pilli †
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Medea vom 09.10.2010, 17:13:33
@ Urego,
in sehr vielen threads der Vergangenheit ist die Kirche immer wieder angegriffen worden, da warst du noch nicht Mitglied im ST.

Ich kann dir nur empfehlen, mal in das ST-Archiv zu gehen, mancher thread bekam im Laufe der Diskussion auch eine Wendung in Richtung Glaubensfragen.
Guck einfach mal, aber nimm dir dafür Zeit.

@ Gram

Karikaturen in Zeitungen/Zeitschriften etc. sind im Westen ein Stilmittel der schreibenden Zunft.
Sie sollen ja provozieren, deshalb sind sie oft auch überspitzt dargestellt.

Es läßt natürlich aufhorchen, wenn eine Selbstverständlichkeit der westlichen Welt nahezu einen Kulturkampf auslöst und um Wohlverhalten zu zeigen, das hohe Gut der Pressefreiheit plötzlich auf den Prüfstand soll.

Es zeigt die Situation, wenn eine Stadt "sich trauen muß", einen Preis für Mut zu vergeben, weil unter Umständen einige Muslime daran Anstoß nehmen könnten
und das Ganze dann hochgeputscht wird.

Medea.





scheint es nur mir so, medea

oder könnte deine erinnerung bissi getrübt sein, was die verunglimpfungen über "die Kirche" in den diskussions-foren betrifft?

sehr gut erinnere ich mich aber an oftmals genannte fakten und sachliche kommentare, die du vielleicht zu flüchtig gelesen haben könntest?

so wurde z.bsp. vielfach von foristen auf Karl Heinz Deschner und seine "Kriminalgeschichte des Christentums" verwiesen. empfindest du schon derartige hinweise, die zur information dienen, als "Verunglimpfung"?

hier der link zur rezension mit dem tipp für interessierte, die im artikel genannten videos 1-7 per klick zu sehen:

Kriminalgeschichte des Christentums

ich versichere für empfindsame seelen, dass kein fegefeuer mehr drohen kann, wenn die links zu den videos angeklickt werden. es wird nicht verunglimpft, wie manche meinen, das zu vermuten; sondern nur kirchenkritisch hinterfragt und sowatt ist...noch...in der nation; auch aus kirchenrechtlicher sicht, erlaubt.

wie "selbstverständlich" medea

im ländle mit satire verfahren wird, zeigt das urteil eines deutschen gerichtes:

Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker darf Kardinal Joachim Meisner nicht mehr als Hassprediger bezeichnen.
Das Landgericht Köln erließ nach Angaben eines Gerichtssprechers vom Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen Becker. Hält sich dieser nicht daran, drohen ihm bis zu 250 000 Euro Strafe oder bis zu sechs Monate Haft. Becker hatte in einem Interview mit dem Kölner „Express“ auf die Frage nach seiner Meinung zum Bau einer großen Moschee gesagt: „In Köln kann man keinen Moslem dazu ermuntern, Katholik zu werden. Denn von einem Hassprediger zum anderen zu wechseln, bringt nichts.“
geschrieben von focus-online


soviel zu deinem verständnis über geübtes "Selbstverständnis" und die meinungsfreiheit derjenigen, die im lande wagen, kabarettistisch geprägte aussagen zu veröffentlichen...

vielleicht drf ich raten, zukünftig bissi kürzer zu treten, watt die vermutenden gedanken zu foren-beiträgen betrifft, wennze datt nicht belegen kannst?


--
pilli

Medea
Medea
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von Medea
als Antwort auf pilli † vom 09.10.2010, 21:26:58
Ich rede nicht mit dir Pilli. Von daher:

kein Kommentar.


Medea.
adam
adam
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von adam
als Antwort auf pilli † vom 09.10.2010, 21:26:58
pilli,

ich verstehe den Bezug Deines Beitrages zum Thema nicht, auch nicht in Bezug auf medeas Aussage.

Was Du anführst, ist doch geradezu ein Plädoyer für Presse und Meinungsfreiheit. Die "Kriminalgeschichte des Christentums" ist jedem bekannt, der sich dafür interessiert. Der Pfaffenspiegel ist in diesem Zusammenhang auch recht interessant.

Es gibt eine Karikatur, die Christus am Galgen zeigt, mit der Frage, ob auf den Kirchenspitzen oder als Darstellung an Wänden heute ein Galgen zu sehen wäre, wäre Christus am Galgen hingerichtet worden. Auch das wird als Zeichnung gezeigt. All das wurde veröffentlich. Wie die Mohammed-Karikaturen hat das viel mit Geschmack zu tun, ist aber kein Grund, die Pressefreiheit einzuschränken.

Eine Einstweilige Verfügung sagt auch nichts aus. Jeder kann sie erwirken, der seiner Meinung nach unrichtige Aussagen über sich, bis zu einer Gerichtsverhandlung, verhindern will. Das ist gang und gäbe in der deutschen Justiz. Wenn Meisner sich beleidigt fühlte, war dieses Mittel legitim. Wenn der Kabarettist Becker allerdings seine Behauptung beweisen konnte, nützt auch die Einstweilige Verfügung nichts.

Presse- und Meinungsfreiheit sanktionieren keinesfalls Beleidigungen oder Verunglimpfungen. Mich würde interessieren, wie der Streit zwischen Meisner und Becker ausgegangen ist. Jedenfalls beweist die Kriminalgeschichte der Christenheit nicht, daß Meisner ein Hassprediger ist.

Was die Verunglimpfungen, z.B. von gläubigen Christen, hier im Forum angeht, habe ich schon des öfteren den unfairen Stil gegenüber gläubigen Christen angeprangert. Schon der häufig gebrauchte Ausdruck "Katholen" ist eine Herabsetzung durch Nichtgläubige, den ich auch als Konfessionsloser nicht billigen kann.

--

adam


Urego
Urego
Mitglied

Re: In Leipzig traut man sich was
geschrieben von Urego
als Antwort auf adam vom 09.10.2010, 23:29:17


@ Adam

Es ist nicht meine Art, andere Menschen, die gerade einen ganz hervorragenden Artikel geschrieben haben,zu belehren. Ich möchte nur einen Hinweis geben: In Pillis Beitrag geht es ihr nicht um die Sache. Es geht ihr nur darum, Medea zu kränken.

Urego (Pillis Frühstücksclown)

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