Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf carlos1 vom 29.05.2017, 21:06:13
das ist das, was ich als homogener bezeichnet habe, offensichtlich ist dir dieser Begriff in diesem Zusammenhang fremd.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von olga64
als Antwort auf carlos1 vom 29.05.2017, 21:06:13
xxxx Nein, heigl, sie (27 europ. Staaten) brauchen nicht homogener werden, sie müssen nur bereit sein in außenpolitischen Fragen Mehrheitsentscheidungen zuzulassen. Wer auf Einstimmigkeit pocht, nicht darauf verzichten will, bekennt sich zur Handlungsunfähigkeit.

Viele Grüße
c.
geschrieben von Carlos
[/quote]

Die noch 27 EU-Staaten müssen in wichtigen Fragen und Entscheidungen ihre nationalstaatlichen Bedürfnisse endlich mal dem Ganzen unterordnen. Oft sind die betreffenden Politiker aber zu feige, dies ihren Wählern in den Ländern zu erklären und zu "verkaufen"; meist beschränken sie sich bei Problemen ja darauf, zu erklären, dass diese Entscheidung die EU gefällt habe und sie sich unterordnen mussten, auch wenn es nicht stimmt. Das erzeugt dann beim schlichteren Wählermenschen auch oft die grosse Wut und den Hass "auf die da in Brüssel" und eine ABkehr von der EU.
Im Endeffekt handelt dann jedes Land, so klein und hoch verschuldet es auch sein mag,nach dem Trump`schen Motto: Make USA great again (natürlich bezogen auf das eigene Land). Sehr gut sieht man dies aktuell an Polen und Ungarn, die ungerührt hohe finanzielle Subventionen der Gemeinschaft einstreichen und im Gegenzug gegen alles opponieren, was unter der Überschrift Solidarität gefordert wird.Auch die hochverschuldeten LÄnder hätten es zu gerne, wenn sie andere, weniger verschuldete dafür verantwortlich machen könnten, bzw. diese ihre Schulden übernähmen und sie nicht weiterhin mit Reformen belästigen würden, um Kredite zu bekommen. Olga
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf pschroed vom 28.05.2017, 18:59:43
vergesst nicht Indien und China als Markt und Outsourcing-Möglichkeit, beide Staaten zusammen haben fast 3 Milliarden Einwohner.
Die USA könnten zum sterbenden Schwan werden.

Anzeige

carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf wandersmann_1 vom 29.05.2017, 21:52:29
"Was soll eigentlich dieser alberne Schwenk auf die Sowjetunion resp. Russland? Wenn Du schon meine Ansicht, dass US-Politik spätestens seit dem "Manifest Destiny", eine imperiale war, infrage stellst, solltest Du doch bitte auch beim Thema bleiben.
Imperial war US-Doktrin. Von Beginn an." wandersmann


Zu ungenau, wandersmann. Aber gut, um darauf einzugehen. Ich bezog mich auf das römische Weltreich (ca 1000 Jahre bestand) die Mongolen ( mehrere hundert Jahre), das britische Empire und Russland. Das Manifest Destiny das du erwähnst (ich glaube 1846/47 von einem Journalisten als Begriff in die Welt gesetzt, ich glaube er hieß Sullivan), meint die Ausbreitung der USA über den nordamerik. Kontinent. Es war das Schema einer Inbesitznahme und Besiedlung eines scheinbar (!) besitzlosen Territoriums. Die Indianerstämme waren für die Weißen keine völkerrechtlichen Subjekte. ich beschreibe nur Fakten. Manifest Destiny war eine Art politische Vision, keine imperiale Forderung, ein Schlagwort, keine Doktrin (Monroe.Doktrin s. u,) . Destiny bedeutet soviel wie Bestimmung, Schicksal, die den Eingewanderten in Nordamerika im 19. Jhd vor den Füßen lag. Ein Auftrag des Schicksales, das zu akzeptieren war. An der »frontier« tummelten sich Elemente, die in die Gesellschaft nicht integrierbar waren. Jedes jahr wurde die Grenze der Zivilisation vorgeschoben, ein Imperium wurden die USA durch die Eroberung des Westens aber nicht.

Die Inbesitznahme der Weiten Sibiriens erfolgte im Auftrag der Zaren. Die USA organisierten die Eroberung des Westens ökonomisch. Im Gegensatz zu Russland, das Friedensverträge nach Kriegen abschloss, die erworbene Gebiete im Westen an Russland brachten, sind ähnliche Vorgänge in Nordamerika auch im Verhältnis zu Mexiko sichtbar (Krieg mit Mexiko, Texas). Ab den 1890ern (Ende der Manifest-Destiny-Phase) erfolgten im Zuge des weltweiten Imperialismus Erwerbungen (Kuba, Philippinen, Hawai schon früher). DAMIT beginnt die eigentlich imperialistische Phase der USA.

Diese Epoche hat mit der heutigen Dominanz der USA insofern wenig zu tun, als diese Dominanz (irrtümlich »Imperium« genannt) informell ist, diese also nicht mehr auf der Eroberung und Unterwerfung weiterer Staaten/Gebiete abzielte, anders als bei der Sowjetunion, die die baltischen Staaten inkorporierte, Polen u. a. mittels eines Satellitenstatus einband. Der Hitler-
Stalinpakt hatte Stalin die Möglichkeit gegeben. Die weiten Ebenen des mittleren Westens sind mit der Staatenwelt Osteuropas nach 1845 nicht vergleichbar. Was du als "albernen Schwenk" hin zu Russland nennst, macht aber einige Zusammenhänge und Unterschiede sichtbar, sofern man an der Klärung von Zusammenhängen interessiert ist. Das bist du nämlich. Es gibt Ähnlichkeiten zwischen Russland und USA , auf die schon im 19. Jhd hingewiesen wurde (A. de Tocqueville).

Genau das hat mit dem Fehlen einer imperialen Reichsbildung im traditionellen Sinne bei den USA zu tun .Trump hat keine Bedenken sich auf Amerika zurückzuziehen . Russland dagegen schmerzt der Verlust des Baltikums sehr , Finnland war bis 1918 russische Provinz, große Teile Polens auch. Die Nachbarn Russlands sind misstrauisch, fürchten russische Aggression. Russsische Nationalisten fordern große Teile Mitteleuropas (z. B. Österreich) in Besitz zu nehmen (z. B. A. Dugin). Bei der Ukraine ist der Phantomschmerz über den Verlust dieses Gebiets historisch nachvollziehbar, denn der russiche Staat hatte seine Ursprünge dort (Kiewer Rus).

Nichts von der Art ist bei den USA erkennbar, niemand denkt an die förmliche Annexion Venezuelas oder Kubas, aber informelle Einflussnahme ist durchaus erwünscht. Die läuft über andere Kanäle. Was du vergessen hast zu erwähnen ist die Monroe-Doktrin von 1823, in der die gesamte westliche Hemisphäre als US-Interessengebiet deklariert wird und die USA sich gegen jedwede Intervention fremder Mächte verwahren (gemeint sind europ. Staaten, wie England und Frkrch). Mehr aber nicht.

Ich lenke überhaupt nicht ab vom Thema USA ab, sondern gehe auf den Kern des Problems ein. Trump ist momentan (!) alles andere als ein Imperialist.« America first« heißt für ihn, dass sein Land nicht untergebuttert werden soll im Problemfeld Globalisierung. Dabei ist ihm alles schnurz, Hauptsache es gibt Jobs, Jobs, Jobs, wie er es seinen Wählern versprochen hat. Er ignoriert die Bedeutung der internationalen Vernetzung seines Landes. Scheuklappenpolitik ist das.

Russland als Imperium war seit 1700 Teil des europ. Staatensystems. Die USA sind erst mit dem ersten Weltkrieg in Europa präsent geworden, zogen sich aber nach dem Krieg wieder zurück. Im zweiten Weltkrieg kamen sie wieder und blieben, um nicht der Sowjetunion das Feld zu überlassen. Aber sie sind kein Teil des europ. Staatensystems. Russland will es sein, kann gar nicht anders, die USA können auch anders. Trump zeigt es.

Natürlich hat es die imperialen Sprüche vo der Überlegenheit der eigenen Rasse gegeben, bei den Engländern, Franzosen, US-Amerikanern und Russen auch. Erinnern möchte ich nur an Dostojewski. Als die Deutschen das imperiale Fieber entwickelten, gab es auch bei uns die rassistischen Sprüche. Aber sie gab es bei anderen auch. Ist hier nicht das Thema.

Nur eines noch: Mehrheitlich wurde Trump nicht gewählt. Clinton erhielt die Kleinigkeit von 3,6 Mio Stimmen mehr als Trump. Zuzuschreiben ist das dem althergebrachten Wahlsystem der USA. Demokratie ist kein Ausleseverfahren für die besten Politiker. Demokratie kann auch scheitern .Das wusste man schon vor mehr als 2000 Jahren. Nur wir wissen es nicht.

Trump ist für Europa keine Heimsuchung oder Katastrophe, er bietet für Europa auch eine Chance, wenn es bereit ist, für seine Zukunft Verantwortung zu übernehmen.
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von pschroed
Das ist ja schon mal eine Ansage.
Freund und Helfer vom Trump ?
Phil.

ZITAT FOCUS

Der russische Präsident Wladimir Putin sei „die größte und wichtigste“ Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA: Indirekt kritisiert der republikanische Senator John McCain in einem Interview mit der Australian Broadcasting Corporation damit auch die Administration seines Parteigängers Donald Trump.
Die Bedrohung durch Russland sei sogar größer als durch die Terrororganisation Islamischer Staat: „Die Russen haben versucht, die Grundfesten der Demokratie zu zerstören, und zwar indem sie das Resultat einer amerikanischen Wahl beeinflussten.“ McCain verwies zudem auf russische Versuche, auf die französische Präsidentschaftswahl einzuwirken, aber auch auf die Annexion der Krim und den Druck, den Putin auf die baltischen Staaten ausübe.
Jared Kushner steht in Kritik
Wegen seiner Verbindungen zu Exponenten aus dem russischen Regierungsapparat und aus dem Umfeld des russischen Präsidenten steht Trumps Schwiegersohn Jared Kushner unter Beobachtung des FBI und des US-Kongresses. Wie die „New York Times“ schreibt, habe Kushner bei Gesprächen über einen geheimen Kommunikationskanal zwischen Trumps Übergangsteam und Russland im Dezember auch Sergei Gorkow getroffen, einen russischen Banker, dem Verbindungen zum russischen Geheimdienst nachgesagt würden
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf carlos1 vom 30.05.2017, 22:03:39
Danke Carlos
Phil.

Anzeige

karl
karl
Administrator

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von karl
als Antwort auf pschroed vom 31.05.2017, 08:26:29
Danke Carlos
Phil.
Dem möchte ich mich gerne anschließen.

@ Carlos,

in Deinen Beiträgen lässt Du uns an Deinem enormen Wissen teilhaben. Das finde ich toll. Dabei bleibst Du immer sachlich und beleidigst niemanden. Du solltest geklont werden
Demokratie ist kein Ausleseverfahren für die besten Politiker. Demokratie kann auch scheitern .Das wusste man schon vor mehr als 2000 Jahren.


In der Tat, vieles, was uns selbstverständlich erschien, wird seit Neuestem wieder in Frage gestellt. Wir laufen Gefahr, dass die Errungenschaften langer Freiheitskämpfe wieder verloren gehen, weil sie nicht mehr wertgeschätzt werden. Zum Teil ist das der Selbstverständlichkeit geschuldet, mit der sie heutzutage wahrgenommen werden. Alles, für das man nicht selber gekämpft hat, scheint keinen Wert zu besitzen. Dieser wird erst bemerkt werden, wenn die Errungenschaft verspielt ist.

Karl
werderanerin
werderanerin
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf karl vom 31.05.2017, 10:06:44
Ich habe immer das Gefühl, dass die heutige Schnelllebigkeit und Überflutung mit Informationen entscheidend dazu beitragen, dass man wichtige Infos garnicht mehr richtig wahrnimmt und schon garnicht hinterfragt, zu viel stürmt ungefiltert sekündlich auf uns ein...das macht einen irgendwo immun oder auch desinteressiert.

Man möchte es garnicht aber der Körper schützt einen und dann scheint es oft, man stumpft ab...

Kristine
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von pschroed
Trumpelinchen hat wieder eine los gelassen ......

ZITAT
Zugegeben, Donald Trump hat schon ziemlich viel Blödsinn getwittert. Seit er aber Präsident der USA ist und mit seinen Fingern neben Blödsinn auch sehr viel Macht ausüben kann, sollte man umso genauer auf seine kleinen Hände schauen. Und auf seine Tweets, natürlich. Nun dürfte Trump (ungewollt) seinen bisherigen Höhepunkt auf Twitter erreicht haben. Dieser Höhepunkt heißt: #covfefe

Trump sorgt für Lacher
pippa
pippa
Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von pippa
als Antwort auf carlos1 vom 30.05.2017, 22:03:39
Trump ist für Europa keine Heimsuchung oder Katastrophe, er bietet für Europa auch eine Chance, wenn es bereit ist, für seine Zukunft Verantwortung zu übernehmen.


Schon lange vor dem Gipfel waren dies meine Gedanken.
Europa muss endlich erwachsen werden.
Dies geht allerdings nur, wenn nicht jeder egoistisch sein eigenes Süppchen kocht.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

DANKE CARLOS
Pippa

Anzeige