Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf adam vom 02.06.2017, 10:12:11
Im Allgemeinen antworte ich auf die wirren Behauptungen eines Adam, die kaum zum Thema gehören, überhaupt nicht mehr.

1. Im ehemaligen ostpreußischen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, gab es im Gegensatz zur Krim keinen Plebiszit, welcher eine Trennung von Russland zum Ziel gehabt hätte. Da hätten aber auch die Sektkorken geknallt: Die Nato-Osterweiterung wäre lückenlos gewesen.
Wenn man den Worten Adams folgt könnte man fast annehmen, Wolgograd will auch wieder zu Deutschland gehören. Es braucht nur noch epaar Leuts, die das in den Medien verkünden.
Volksbefragungen sind übrigens kein Ziel der westlichen Demokratie. Na gut, es gibt in der Schweiz noch Plebiszits, aber diese kleine Alpenrepublik gehört nicht zur westlichen Allianz und ist deshalb auch keine richtige und erstrebenswerte Demokratie. Unsere Politiker sagen uns das ständig im TV.

2. Wir wissen also das ein Plebiszit nicht zum Bestandteil einer westlichen Demokratie gehört. Wie könnte auch ein Volk seit dem Ende der DDR seinen Metzger selbst wählen. Es ist aber unbestritten, auf der Krim hat ein Plebiszit stattgefunden und die dort lebenden Menschen haben sich in der Mehrzahl für einen Anschluss an Russland entschieden. Auch wenn es nach westlichen Vermutungen Wahlfälschungen gab. Das war bitter, nicht nur für Poroschenko, sondern auch für Merkel und den ganzen Westen, der fast eine weitere Ferieninsel entdeckt zu haben glaubte.

3. In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass das kleine Montenegro an der Adria mit seinen 620.000 Einwohnern und einer überwältigenden Streitmacht von 2.000 Soldaten ohne Plepiszit jedoch mit 46 der 81 Parlamentarierstimmen beschloss 29. Mitgliedsland der Nato zu werden.
Damit wird dieses kleine Land an der Adria eine ähnliche Rolle wie die ehemalige französische Kolonie Dschibuti am Horn von Afrika spielen. Von der aus starten täglich bewaffnete Drohnen nach Jemen und terrorisieren die dortige Bevölkerung. Dabei war der Jemen mal ein überaus friedliches Land mit viel Landwirtschaft und Fischerei. Nun gehen sie an der Zivilisationskrankheit Cholera zu Grunde, denn das Land schwimmt auf unserem Öl, Erdgas, Blei und Kupfer.

4. Ich weiß das es in diesem Forum nicht zum guten Ton gehört, den russischen Präsidenten zu zitieren, möchte aber trotzdem an seine kürzliche Frage im amerikanischen TV erinnern: Habt Ihr alle euren Verstand verloren?
adam
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von adam
als Antwort auf hinterwaeldler vom 05.06.2017, 10:43:43
Es freut mich immer wieder, wenn ein alter DDR-Nationalist eine Meinung hat. Noch schöner wäre es allerdings, wenn noch eine Ahnung von der Sache dazu käme.

--

adam
carlos1
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hinterwaeldler vom 02.06.2017, 11:40:37
Hw, ich teile deine Ansicht, dass ein Gedenken im Bundestag an den 75. Jahrestag in unserer stark ausgeprägten Gedenkkultur hätte stattfinden sollen.

Dein eigentliches Anliegen läuft darauf hinaus Russland nicht mehr in die Diskussion einzubeziehen, die das Thema der Verlässlichkeit der USA zum Thema hat. Damit liegst du aber daneben. Nicht nur wir erwarten Verlässlichkeit von Verbündeten, sondern auch Russland braucht Berechenbarkeit, d. h. Vertrauen in den internationalen Beziehungen. Deshalb ist der Text des Nato-Vertrags durchaus am Platz und kann diskutiert werden. Auch die Beziehungen der Nato-Staaten zu Russland sind Gegenstand der Diskussion.

Vor allem sollte man nicht die Geschichte des zweiten Weltkrieges und die schrecklichen Menschenverluste dafür instrumentalisieren, dass Probleme (Trumps Politik und seine Verlässlichkeit, eine Bedrohung für die Welt?) unter den Tisch gekehrt werden. Das russische Volk ist im zweiten Weltkrieg nicht nur Opfer einer infamen Aggression geworden. Es gab auch eine verfehlte Außenpolitik Stalins (Hitler-Stalinpakt 1939 mit geheimem Zusatzabkommen). Hitler gewann Stalin als Verbündeten bei seinem Krieg gegen Polen. Seine Rechnung aber, dass England/Frkrch still halten würden beim Angriff auf Polen, ging nicht auf. Der Einmarsch der Roten Armee in Polen, die Aufteilung des polnischen Staates wirken bis heute nach. Auch die baltischen Staaten durch die SU wurden besetzt. Im finnischen Winterkrieg 1940 scheiterte der Versuch Stalins Finnland zu unterwerfen. Bessarabien wurde Ende Juni 1940 von der Roten Armee besetzt. Genauer: Stalin wollte keinen Krieg mit Hitler und sah der Aufteilung Osteuropas ein Mittel Hitler durch das gewonnene Sicherheitsglacis von einem Angriff abzuschrecken. Stalin wollte den Sozialismus aufbauen, das Land modernisieren. Er wusste aber auch um die langfristigen Ziele Hitlers (Eroberung von Lebensraum im Osten).

Am 21. Juni drang die dt. Wehrmacht in die Sowjetunion ein, Augenzeugen erlebten bei Brest-Litowsk einen seltsamen Vorgang. Trotz Granatfeuer, Luftangriffen, rollenden dt.Panzern auf dem Gebiet der SU fuhr der letzte russische Güterzug mit Materiallieferungen aus der Sowjetunion für den deutschen „Verbündeten“ über die Brücke des Bugs in Brest Litowsk ein. Russland erfüllte seine Verpflichtungen bis zuletzt, war immer wieder vor dem dt. Angriff auch mit genauem Angriffstermin gewarnt worden. Stalin verbat sich diese Warnungen, weil er seine Autorität durch diese Warnungen untergraben fühlte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Hitler in der Situation, in der Dtld sich befand irrational handeln würde und ohne den Krieg gegen England zu beenden im Osten angreifen würde.

Du zitierst aus einem „Springermachwerk“, dem du dann aber als Machwerk durchaus einen hohen Wahrheitsgehalt unterstellst, wenn du deine Behauptungen über die immens hohen Opfer der SU in WKII damit gelegst. Richtig ist, wie in dem „Machwerk“ dargestellt, dass kein anderes Land so hohe Verluste im Kampf gegen Hitlerdeutschland zu verzeichnen hatte wie die damalige Sowjetunion. Vor allem die Verluste bei Zivilisten (Ergebnis einer Vernichtungsstrategie auf dt. Seite). Der Massenmord an 3 Mio Kriegsgefangenen sprengt jede Vorstellung. Die Gefangenen, die die Heimat wiedersahen, landeten im Straflager. Ähnlich erging es den versklavten Fremdarbeitern.

„" ....es sollen die Menschen zur Kenntnis nehmen, die mit Vorliebe das russische Volk in den Schmutz treten. Ich würde mich schämen mich anders zu artikulieren. Ist das so Ok für euch?" hinterwaeldler


Niemand hat hier das russische Volk in den Schmutz getreten. Über Hitlers und Stalins Politik zu sprechen ist aber notwendig, denn in Polen und den baltischen Staaten sind Erinnerungen an Hitler und Stalin bis heute besonders lebendig.

" https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2010A21_kle_ks.pdf
Über die neue russische Militärdoktrin 2010

„Ähnliches gilt für die Formulierung, wonach Streitkräfte nun entsandt werden können, um russische Bürger im Ausland vor bewaffneten Angriffen zu schützen. Das war ein Kernargument für die Intervention in Georgien.
Mit den neuen Regelungen werden insbesondere militärische Interventionen im postsowjetischen Raum erleichtert, wo die ohnehin umfangreiche russische Diaspora durch großzügige Verteilung russischer
Pässe stetig vergrößert wird. Da zudem die Einschränkung unterbleibt, dass unter bewaffneten Angriffen nur solche staatlicher Akteure verstanden werden, lässt sich ein sehr breites Spektrum gewaltsamen Eingreifens legitimieren. Außer durch Androhung militärischer Gewaltanwendung versucht Moskau seine Machtposition im postsowjetischen Raum auch mittels militärischer Kooperation auszubauen. Darauf verweist der herausgehobene Stellenwert, der den gemeinsamen Militärprojekten mit Belarus und der Organisation des Vertrags für kollektive Sicherheit beigemessen wird. Diesem Vertrag gehören neben Belarus auch Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan an.“

© Stiftung Wissenschaft und
Politik, 2010
Alle Rechte vorbehalten

Es gibt, wie die Untersuchung der Stiftung Wissenschaft und Politik zeigt, durchaus Möglichkeiten einer Kooperation. Ich erinnere mich, wie die neue Militärdoktrin in der Presse 2010 kommentiert wurde: als Einladung zu einem asymmetrischem Konflikt wie in der Ostukraine. Russland ist am Frieden interessiert. Als Staat will es an seiner altgewohnten beherrschenden Stellung im Mittelasien festhalten und diese festigen, Russland fürchtet die Nato-Osterweiterung.

Hw, ich bin der Meinung, dass es einer Diskussion nutzt, wenn sachlich diskutiert wird. Dein Beitrag mit dem Hinweis auf den 21. Juni ist vielleicht ein Anlass den eigenen Horizont weiter zu stecken. Was du schreibst, ist aber sp fehlerhaftaber so viele Fehler, dass er aus Raum- und Zewitgründen nicht richtig gestellt werden kann. Du hast, gelinde gesagt, keine Ahnung, was wie und warum imWKII vor sich ging.

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JuergenS
JuergenS
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von JuergenS
Bin gespannt, wann ihr hier in diesem thread über den 30-jährigen Krieg, von den unzuverlässigen Schweden ausgelöst, diskutieren werdet.
carlos1
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf JuergenS vom 06.06.2017, 10:20:10
Heigl,
hier nochmals die Website mit der Studie zur russischen Militärdoktrin von 2010. Wir sind längst in der Gegenwart, falls du das nicht bemerkt hast.

Geschichtliche Situationen (z. B. Krisensituationen)können als Modell für Handlungsmöglichkeiten dienen. Die Zukunft kennen wir nicht. Aber mit der Vergangenheit kann man politisches Handeln einüben.

Eine Militärdoktrin gibt Anhaltspunkte über politische Interessen, Regionen von Interesse und die Bereitschaft zum Einsatz militärischer Mittel bis hin zu Atomwaffen. Wenn beide Seiten das tun, gibt es Hinweise darauf, wie und was unter bestimmten Konstellationen ablaufen könnte. Das schafft Berechenbarkeit.

Der Natovertrag sagt nicht, unter welchen Bedingungen bestimmte Mittel eingesetzt werden, um einer eventuellen Aggresion zu begegnen.

Link: Studie zur russischen Militärdoktrin 2010.
carlos1
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf carlos1 vom 06.06.2017, 16:51:12
"Bin gespannt, wann ihr hier in diesem thread über den 30-jährigen Krieg, von den unzuverlässigen Schweden ausgelöst, diskutieren werdet." heigl


Heigl
ich denke, dass deine Anspannung noch anhält und du statt des 30- oder hundertjährigen Krieges nun von heute an in die Zukunft schauen kannst. Ob sie eine schöne Zukunft ist? Aber lies mal, was so angedacht und abgesondert wird im Blätterwald.

Win in a complex World 2020 2040

US-Militärdoktrin
http://www.epochtimes.de/politik/welt/neue-us-militaerdoktrin-us-truppen-muessen-ueberall-stationiert-werden-a1235438.html

Quelle: DWN / »Win in an Complex World 2020-2040« / rf" Link: s. oben


DWN ist keine gute Quelle. Es ist keine Neuigkeit ersten Ranges, dass die USA weltweit Stützpunkte unterhalten. Eochtimes gibt nur wieder, was bei DWN steht. Das Original der MD zu lesen wäre das beste. Momentan habe ich nicht viel Zeit.

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hinterwaeldler
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Mitglied

Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von hinterwaeldler
Lieber Carlos1, bitte nicht böse sein.

Ich gehe davon aus, das du im Impressum von "Epoch Times" den Absatz:

"Soweit Sie unsere Texte ganz oder teilweise weiterveröffentlichen wollen, bitten wir um Kontaktaufnahme: office[at]epochtimes.de"

gelesen hast und uns den Satz: "Veröffentlicht mit Genehmigung der Redaktion" nachreichen wirst. Ich habe dir nicht direkt geantwortet, damit du noch eine Chance hast dein Vollzitat entweder zu löschen oder obige Ergänzung einzufügen. Das sollten auch die ST-Mitglieder beachten, die mit dir darüber diskutieren möchten.
carlos1
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hinterwaeldler vom 07.06.2017, 09:54:54
Lieber hw,
danke für den Hinweis. Die Seite von epochtimes.de erschien mir als Zitat nicht unseriös. Da Hinweise auf Seiten meist nicht gelesen, habe ich den Text genommen. Ich werde Karl bitten, den Text zu löschen. Ein Hinweis, dass es solche Texte gibt, genügt.

Den Orinaltext ziehe ich auf jeden Fall vor. Fand ihn aber nicht. Das Impressum habe ich erst auf deinen Hinweis hin gelesen.

Epochtimes stützt sich in seinem Artikel auf DNW. Es ist eine chinesische Publikation.

Karl ist benachrichtigt. [WM: Ist erledigt, s. o.]

Gruß
c
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf carlos1 vom 07.06.2017, 11:32:33
Augenblicklich wird es, ausgelöst von den Springer-Urhebergesetzen, tatsächlich ernst. Ich habe mir früher auch keine Gedanken gemacht. ET ist dabei noch nicht der Schlimmste. Aus Springerlektüre sollte man überhaupt nicht mehr zitieren. Von Anderen ist das sogar erwünscht. Dazu zählt bsw. Nachdenkseiten, fefe.de und RT.

In der Regel langt ein Link. Wer an den Themen nicht interessiert ist, liest weder Link noch lange Zitate. Und wer es besser weiß wird mit einem noch längeren Posting mit dir diskutieren wollen.

Das nur als Hinweis.

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