Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?

Innenpolitik Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?

hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf olga64 vom 20.09.2017, 16:31:22

Ich weiß nicht auf welche Quellen sie sich beziehen. Ich kenne nur die offiziellen Pressemitteilung auf http://www.statistik.at/web_de/presse/112260.html Man sollte auch nicht sofort losplärren, sondern die Zahlen lesen, auf welche bezogen wird.

In Österreich ist überdies die Pflegeversicherung Bestandteil der gesetzlichen Rentenversicherung, so das kein Pflegebedürftiger von einer Pflege ausgeschlossen wird. Das lesen wir auf https://www.geldjournal.at/pflegeversicherung-oesterreich/ Selbstverständlich dürfen Besserverdiener auch eine private Pflegeversicherung abschließen. Das bestreitet kein Mensch.

Als arm gilt
"in Österreich, wer in einem Einzelhaushalt einen Monat mit weniger als 1.185 Euro netto bestreiten muss. 592 Euro werden für jeden weiteren Erwachsenen im Haushalt addiert und 355 Euro für jedes Kind unter 14 Jahren. 14,1 Prozent der Einwohner lebten in solchen Haushalten. "
Quelle: derstandard.at/2000056858893/1-5-Millionen-in-Oesterreich-von-Armut-betroffen
Damit hat ein Hartz4er in Deutschland eh die Arschkarte gezogen. Frage mal in der Runde, welcher alleinstehender Rentner mit gesetzlicher Rente monatlich 1.185 Eus zur Verfügung hat.

Tafeln gibt es natürlich auch in diesem Land. Sie sind dort um vieles weiter verbreitet als man denkt. http://dietafeln.at/ Das ist jedoch keine Aufgabe einer kirchlichen Organisation wie in Deutschland (Karitas), sondern Aufgabe der Kommunen und Bundesländer. Sogar das Bundesheer beteiligt sich an der Verpflegung des armen Teils der Bevölkerung.

Man sollte also immer die Quellen angeben, auf die man sich bezieht und nicht einfach mal was schreiben, was ihr/ihm gerade einfällt. Das wird als EINFÄLTIG bezeichnet. Wenn es ihnen zu viel wird alle Quellen zu studieren, dann sehen sie sich diesen Clip an:
 

olga64
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RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 21.09.2017, 09:47:44
In Österreich hingegen, wenn z.B. eine Frau wegen Kindererziehung oder Pflege, egal sie hat einfach Ausfallzeiten und erfüllt nicht die 45 Pflichtjahre, sondern kommt vielleicht nur auf 35 Jahre, liegt ihre Rente weit über der Armutsgrenze!
Und ..... alle, die nur eine Rentenhöhe unterhalb der Armutsgrenze erreichen, haben Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.
Finanziert aus Steuermitteln. Eine Art Mindestrente. Deutlich höher und weniger bürokratisch als die Grundsicherung in Deutschland, und außerdem ...... geprüft wird dafür nur das Einkommen, und nicht das Vermögen. Senioren in Österreich können ihr Erspartes und ihr Auto behalten.


Edita
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RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 21.09.2017, 15:01:37
 
Liebe Olga - es ist einfach ein Unterschied, ob ich von einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen 44% als Rente bekomme, oder aber 80%, bei einem Bruttoeinkommen von ehemals 5000 EUR beträgt der unterschied 2000 EUR - und die haben oder nicht haben!
Und nicht alle Armutsrentner waren auch in ihrem Erwerbsleben arm!
Und das mit der Rente in Österreich weiß ich schon viel länger als so mancher Politiker hier, denen dämmert es doch erst seitdem den demokratischen Parteien die Leute weglaufen und sich von braunen Armen einfangen lassen, und sie auch das um die Ohren gehauen bekommen!
Und die Details in Österreich sind genauso, wie ich sie beschrieben habe, das weiß ich nun, nicht zufällig, ganz genau!
Tut mir leid, manchmal bin ich ekelhaft hartnäckig - aber nur manchmal !  emoji_wink

Edita
 

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olga64
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RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 21.09.2017, 15:50:43

Macht doch nix, liebe Edita. Wir beide diskutieren, haben unterschiedliche Standpunkte, werden aber nicht beleidigend gegeneinander. DAs ist doch alles im guten Rahmen, wie ich finde.
Ich bleibe halt dabei: das Rentenniveau ist eine SAche, wichtiger ist aber der Rentenauszahlungsbetrag. Wenn sich das Niveau in den nächsten Jahrzehnten reduzieren sollte,die Erhöhungen aber (angenommen) um 2% jährlich steigen, kann diese Absenkung ausgeglichen werden.
Mit der Rentensituation in Östereich befasste ich mich, als ich naturgemäss misstrauisch wurde, was uns da die einschlägigen Parteien erzählen wollen. Dazu kommt natürlich auch,dass Österreich mein halbes Vaterland ist und meine dortige Verwandtschaft und Freunde mittlerweile auch Rentner sind.
Ich bleibe auch dabei, wenn mehr Frauen in Deutschland 35 Jahre und länger in die Rentenversicherung einbezahlen (und dies nicht durch Minijobs verweigern) werden auch sie eine eigene, gute Rente aufbauen können. Aber das ist ja leider bei uns nicht so. Es bessert sich aber, wenn man zurückblickt auf die vielen Frauen, die ihren MÄnnern gerne glaubten, die da meinten: meine Frau muss nicht arbeiten. Olga

Edita
Edita
Mitglied

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 21.09.2017, 16:05:00
 Dazu kommt natürlich auch,dass Österreich mein halbes Vaterland ist und meine dortige Verwandtschaft und Freunde mittlerweile auch Rentner sind.
Ich bleibe auch dabei, wenn mehr Frauen in Deutschland 35 Jahre und länger in die Rentenversicherung einbezahlen (und dies nicht durch Minijobs verweigern) werden auch sie eine eigene, gute Rente aufbauen können. Aber das ist ja leider bei uns nicht so. Es bessert sich aber, wenn man zurückblickt auf die vielen Frauen, die ihren MÄnnern gerne glaubten, die da meinten: meine Frau muss nicht arbeiten. Olga
Eben - und so ist das auch bei mir, ich bin auch dort geboren!
Und - bedenken Sie bitte, in Österreich war das mit " meine Frau muß nicht arbeiten " noch viel schlimmer, also was unsere plus / minus Generation betrifft, noch viel schlimmer, ja sogar anrüchig und verpönt, denken Sie nur an die Gattin des Herrn Kanzleirats, die " Frau Kanzleirat " bittschön, oder die
" Frau Baurat ", oder begrüßen Sie die Frau vom Hofrat mal mit " Grüß Gott Frau Maier ", schlimmer kann man die " Frau Hofrat " nicht beleidigen !
Es ist heute nicht mehr so krass wie damals, aber vorhanden ist es immer noch, die stinknormale Grundschullehrerin ist in Österreich
" Frau Professor ", und auch die ganzen Gebietsoberdachdeckermeister - Witwen nicht vergessen, ich denke, weil die Ehefrau in Österreich dem beruflichen und gesellschaftlichen Stellenwert des Ehemannes immer als ebenbürtig  behandelt wurde und wird, egal ob sie selber was auf dem Kasten hat oder nicht, wird sie auch von "staatswegen" besser behandelt!

Edita
hanspeter65
hanspeter65
Mitglied

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von hanspeter65

Interessante Infos und Videos zu dem Thema gibt es unter  
www.beitragszahler-rentner.de
 


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karl
karl
Administrator

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von karl
als Antwort auf hanspeter65 vom 21.09.2017, 18:38:30

Danke Hanspeter,


ich empfand  auch diese Diskussion hier schon als sehr informativ.

Karl

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von roseluise

Zwischenfrage:

Es wird hier davon ausgegangen, dass eine verheiratete Frau, die wenig oder gar nicht gearbeitet und damit wenig Rentenbeiträge eingezahlt hat, eben dann auch wenig Rente bekommt und damit armutsgefährdet ist.
Nun hat eine verheiratete Frau ja dann aber einen Mann, der gearbeitet und einbezahlt hat und entsprechend Rente bezieht.
Unabhängig von Gleichberechtigung und Emanzipation, das wäre ein neuer Thread,
kommt denn die Frau nicht mit in den Genuss der Rente des Mannes?
Bzw. leben sie nicht beide in einem Haushalt von der Summe beider Renten, der höheren des Mannes und der niedrigen der Frau?
Natürlich wäre diese Summe höher, wenn beide gearbeitet und einbezahlt hätten, hängt natürlich auch vom Beruf des Mannes ab, aber wie wenig müsste der Mann einbezahlt haben, damit beide zusammen unter die Armutsgrenze fallen?

roseluise

freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf roseluise vom 22.09.2017, 11:01:50

Wenn beide Eheleute gearbeitet haben dann können sie davon leben.
Egal ob die Ehefrau nur 20-30 Jahre gearbeitet hat und der Mann mind. 45 Jahre.
Alles was darunter liegt wird problematisch, denn die Zahlungen an die Frau ändern sich radikal
sobald sie Witwenrente bekommt, oder in Bezug auf deine Frage  :

Frau keine Rentenzahlung und nur eine gemeinsame Rente.
Die reicht in der Regel für einen sehr grossen Teilder Bevölkerung nicht aus und sie sind auf
Zuwendungen oder Erspartem angewiesen.

Die Kürzungen seit dem Jahrgang 1950/51 schlagen da wie Granaten ein.
Weniger Rente, bei Erhalt höherer Rente versteuern, Krankenkasse plus Krankenkassen Zusatzbetrag etc.

Es bleibt nur eines für alle jungen angehenden Rentner die nicht gut verdienen,
rechtzeitig regelmässig sparen,
auch wenn es weh tut.
Eine fehlt hier noch, wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Österreich im Vergleich zu Deutschland.

hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

RE: Ist die österreichische Renten wirklich so gut, wie es manche behaupten?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf freddy-2015 vom 22.09.2017, 12:27:49

Eine fehlt hier noch, wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Österreich im Vergleich zu Deutschland.
Das kann man gut beurteilen, in dem man bsw in Lindau mal einen Ladenbummel macht. Ich kann nur ganz wenige Läden finden, die für die Hinterwaldseer eingerichtet wurden. Da gehen wohl eher die Deutschen nach Bregenz einkaufen.

Anders ist das bei einem Bummel durch Konstanz. Dort gibt es mehr Aldis, Lidls, Rewes als gebraucht werden. Ein Karstadt und ein Kaufland ist dort. Sogar ein komplettes Shoppingcenter wurde unmittelbar am Grenzübergang gebaut. Geht man dort hinein, wähnt man sich nicht mehr in Schwaben sondern in der Turgau. Offene Laden- und Biergeschäfte dagegen findet man in Kreuzlingen nur ganz selten.

Bei Stein am Rhein hat Lidl sogar einen großen Laden gleich 200 m neben dem Grenzübergang gebaut. Die dortigen Zöllner sind völlig überfordert. Die gucken schon gar nicht mehr in die Taschen, ob da vielleicht bei den Hausfrauen Frischfleisch und Wurst vom Stück drin ist.

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