Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich

Innenpolitik Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich

nerida
nerida
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von nerida
als Antwort auf olga64 vom 14.11.2012, 17:46:29

Eine Integration wird dann sicher erleichtert, kann aber auch nur klappen, wenn der andere Teil (also wir Deutsche) dazu Chancen geben und uns nicht abschotten - so sieht ja die Realität aber aus. So lange es nach wie vor Eltern in Grossstädten gibt, die ihre Kinder partout nicht auf Schulen schicken wollen, wo auch Ausländerkinder unterrichtet werden, haut dies sicher nicht hin. Kinder an sich sind ja tolerant - das sieht man auch in den Kindergärten, wo sie friedlich (oder nicht so friedlich) zusammen sind und spielen. Olga

ich vermute jetzt, dass Du relativ wenig Erfahrung mit sogenannten Brennpunktschulen hast und deshalb ein bisschen im Tal der Ahnungslosen lebst. '"Sorry"

Es gibt nicht nur in Berlin oder dem Ruhrgebiet Schulen mit einem über 70%igen Ausländeranteil und hier sind es oft die Ausländer, die aus der Ghettosituation ausbrechen wollen. Ausländer die sich beruflich und finanziell hier etabliert haben und ihren Kindern eine adequate Zukunft bieten wollen.

Es gibt hier so viele Versuche diese Probleme zu lösen. Da gibt es das Hippyprogramm, das Kinder im Vorschulalter mit ihren Müttern zu Hause betreut und das ist nur eines von sehr vielen Möglichkeiten für Ausländer unsere Sprache zu erlernen - z.B. bieten auch alle Wohlfahrtorganisationen hier oft gut durchdachte Integrationshilfen an - betreut meist von Leuten mit Migrationshintergrund.
Es gibt auch private Initiativen an diesen Schulen initiert von Eltern, die Lösungen vor Ort suchen.
Mit welchen Schwierigkeiten man da konfrontiert wird, darüber könnte ich gern mal ein Buch schreiben, denn ich war an so einem Vorhaben massgeblich beteiligt.
Das war ein Kampf auf Biegen und Brechen - nach einem spektakulären Nervenzusammenbruch in der Schulleitung, Presseberichten mit total falschen Zahlen und Fakten, das obwohl Expose's vorlagen, die selbst einen Analphabeten eingeleuchtet hätten. Die Überzeugungsarbeit bei Eltern, Kampf um Schulungsräume, Betteltouren durch ansässige Schulen wegen Schulungsgsmaterial, die Suche nach geeigneten Lehrkräften, nötige Versicherungen und und und ...vor allem, wie finanzieren wir das.
Wir hatten einen wunderbaren Rückhalt bei der Lehrerschaft und ohne die Tipps und Hilfestellung von einflussreichen Menschen hätten wir es auch nicht geschafft.
Wir, das war ein Vater mit vier Kindern, ein türkischer Vater, der so wohltuend war mit seiner Ruhe, Freundlichkeit aber auch Durchhaltevermögen - ja und ich.
Als wir es geschafft haben, da war meine Tochter schon auf einer weiterführenden Schule und das Projekt wurde von der örtlichen Zeitung mit einem Preisgeld von 20.000.-- damals noch DM ausgezeichnet.
Ein bisschen hat man Einblick nehmen können und man hat viel gelernt - aber auch die Gewissheit mitgenommen "man lernt nie aus"...
olga64
olga64
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von olga64
als Antwort auf nerida vom 14.11.2012, 22:19:22
Das stimmt - ich gehe nicht mehr zur Schule; in meiner Familie sind die wenigen Kinder auch nicht mehr schulpflichtig und die noch kleineren sind noch nicht so weit.
Aber ich selbst war sehr oft in meinem Leben Ausländerin, sei es,dass ich viel gereist bin, sei es dass ich im Ausland lebte. Das ändert auch den Blickwinkel ein wenig - seitdem weiss ich, dass jeder Mensch Ausländer ist. GErade in Deutschland stossen wir ja schon nach wenigen Kilometern an Grenzen (in jeder Beziehung)! Olga
nerida
nerida
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von nerida
als Antwort auf olga64 vom 15.11.2012, 16:02:16

Aber ich selbst war sehr oft in meinem Leben Ausländerin, sei es,dass ich viel gereist bin, sei es dass ich im Ausland lebte. Das ändert auch den Blickwinkel ein wenig - seitdem weiss ich, dass jeder Mensch Ausländer ist.

nun, so neu und spektakulär ist die Feststellung nun auch nicht.
Aber deshalb ist hier wohl auch die Frage gestattet, welche Lösungsvorschläge Du mit solchen Erfahrungen machen kannst.
Kennst Du Länder, die mehr für zugewanderte tun um ihnen die Integration zu erleichtern?
Ich persönlich kenne eigentlich nur Israel wo man auf dem Gebiet sehr viel leistet.
Welche Ideen könntes Du einbringen?

GErade in Deutschland stossen wir ja schon nach wenigen Kilometern an Grenzen (in jeder Beziehung)! Olga

ich bin sicher, dass Du das näher erklären kannst.
Denn sonst wäre es für mich eine Platitüde.

Anzeige

clara
clara
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von clara
als Antwort auf nerida vom 15.11.2012, 16:39:37

Ich persönlich kenne eigentlich nur Israel wo man auf dem Gebiet sehr viel leistet.

Das scheint auch wichtig zu sein, nach dem, was ich in diesem Spiegel-Link lese.

Clara
Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von claude
als Antwort auf clara vom 15.11.2012, 16:47:18

Ich persönlich kenne eigentlich nur Israel wo man auf dem Gebiet sehr viel leistet.

Das scheint auch wichtig zu sein, nach dem, was ich in diesem Spiegel-Link lese.

Clara


Nur im Unterschied zu Deutschland mit seinen Parallelgesellschaften wollen die Menschen welche nach Israel auswandern auch Israelis werden.
Ich denke es liegt nicht nur am deutschen Staat das die Integration nicht so klappt wie es wünschenswert wäre es liegt auch den Menschen die ins Land kommen und doch eine Bringschuld haben nämlich sich integrieren zu wollen.

Es kann z.B. nicht sein das Kinder die hier schon in der dritten oder vierten Generation, geboren wurden eingeschult werden, ohne die nötigen Sprachkenntnisse zu haben.
hockey
hockey
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von hockey
als Antwort auf nerida vom 15.11.2012, 16:39:37
Hi Nerida,

ich kann dir noch Canada, Australia, USA nennen die sehr viel machen um den Einwanderen zu helfen hier heimisch zu werden.

Es muss aber und da gebe ich Claude recht von beiden Seiten der Wille und die Bereitschaft da sein sich dem neuen Land und den gegebenen Bewohnheiten anzupassen.

Canada nimmt jedes Jahr ca. 250 000 landed immigrants auf und viele kommen aus Laendern wo z.B. Frauen immer noch als "eigentum des Mannes" behandelt werden. Jetzt wurden auf diesem Grund die Einwanderrungsgesetze geaendert und man versucht nicht nur gut ausgebildete Leute zu bekommen sondern auch solche die ein Verstaendnis fuer Demokratie und unsere Lebensweise haben.

Ausserdem bekommen alle die wollen und brauchen English/Franzoesich Unterricht umsonst und z.B. kannst du den Fuehrerschein (theorie) hier in ich glaube in 25 sprachen machen.

Ich bin sehr froh in einer multi kulti gesellschaft zu leben und esse jetzt mit staebchen wie ein orientale und geniesse die vielfalt unserer Gesellschaft
(den ohne fuehrrerschein hier einen job zu bekommen wegen der Entfernungen usw ist fast unmoeglich.

Hockey

Anzeige

silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von silhouette
als Antwort auf hockey vom 15.11.2012, 19:31:00
Warum aber bekommt ein Deutscher, der mit Anfang 60 eine reguläre (hohe) Pension des Deutschen Staates nachweisen kann und auch nach Canada überwiesen bekommt, der im Staate B.C. seine große Liebe gefunden hat und dort leben will, noch nicht einmal eine Daueraufenthaltsgenehmigung und muss alle 3 Monate mal kurz nach Deutschland zurück, damit seine Touristenaufenthaltsgenehmigung anschließend für weitere 3 Monate gilt?
Ticken die noch richtig?
hockey
hockey
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von hockey
als Antwort auf silhouette vom 15.11.2012, 20:00:28
Silhouette,

lebe selber in BC und kenne viele Rentner die mit Rente hier ausgewandert sind und sehr zufrieden leben. Bin ueberrascht das "die grosse Liebe" scheinbar nicht helfen kann. Canada generell freut sich ueber jeden Rentner mit Geld der keine Unkosten verursacht. (kannst aber nicht als tourist nach Canada kommen und hier dann die Einwanderung beantragen). Natuerlich ist jeder Fall anderes und daher schlecht zu beurteilen wenn man nicht alles weiss. ( dein beitrag ist eigentlich ein anderes thema und hat nichts mit dem thread zu tun)
Hockey
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von silhouette
als Antwort auf hockey vom 15.11.2012, 20:51:51
Ich finde schon, dass das auch mit dem Thema zu tun hat. Der Mann kann von Berufs wegen perfekt Englisch, die Frau ist Deutsche und lebt schon sehr lange dort und betreibt ein Hotel im Ockanagan Valley, mehr weiß ich nicht. Er hat dort schon viele Bürokraten abgeklappert, er hat die Einwanderung vor Ort beantragt, das geht jetzt schon so seit 2 Jahren. Mir unverständlich, was da nicht klappt. Vielleicht glauben die den Kontoauszügen nicht? Sesselpupser ist ein internationaler Beruf!
hockey
hockey
Mitglied

Re: Jeder vierte Deutsche ist ausländerfeindlich
geschrieben von hockey
als Antwort auf silhouette vom 15.11.2012, 21:24:23
Silhouette,

du kannst die Einwanderung in Canada nicht "vor Ort" beantragen. Es geht nur aus dem Ausland. Vielleicht liegen andere Gruende vor. Was weiss man.

Hockey

Anzeige