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Innenpolitik LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch

hinterwaeldler
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LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von hinterwaeldler
Zuerst musste ich lachen über annalist: Lka - Mietenproteste sind linksextremistisch. Dann, als ich im Anschluß dies fefe.de: Wer sich (offen) mit Gentrifizierung beschäftigt oder gegen zu hohe Mieten protestiert, wird vom Staatsschutz für linksextrem gehalten. gelesen habe, ist es mir im Hals stecken geblieben und musste erst einmal über die Konsequenzen nachdenken. Wenn man dann noch bedenkt, das allein der Fachausdruck "Gentrifizierung" den Soziologen André Holm zum Staatsfeind Nr 1 gemacht hat.

In http://community.seniorentreff.de/ir,po,805289 hat mich unsere Yuna in einem anderen Zusammenhang mal gefragt: "Ich verstehe nicht, was ein Überwachungsstaat damit zu tun hat?" Wenn also das Telefongespräch eines bekannten Journalisten wie Felix von Leitner für mehrere Sekunden unterbrochen wird, dann beginnt man schon zu grübeln und kommt immer wieder zum gleichen Ergebnis.

Wenn überdies in unserem Forum über steigende Mieten diskutiert wird, dann können wir mit guter Prognose annehmen, das der ST vom Staatsschutz wie eine Adresse von RAF-Sympathisanten überwacht wird. Derzeit lesen 54 Besucher unangemeldet mit oder haben wenigstens eine Registerseite ihres Browsers zum ST geöffnet.

Bitte nicht schon wieder, das ich an Verfolgungswahn leide und es auch Mitleser in Australien und Neuseeland gibt. Dort ist jetzt weit nach Mitternacht. Das ändert auch nichts an der Tatsache, das sich hin und wieder ein User aus dieser Weltgegend outet. Karl: Mit Tor kann man auch bewusst via Neuseeland surfen.
sittingbull
sittingbull
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf hinterwaeldler vom 02.01.2013, 13:14:27
der feind steht links

sitting bull
myrja
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von myrja
als Antwort auf sittingbull vom 02.01.2013, 13:19:55
Ich hatte schon im vergangene Jahr, bei einer Diskussionsveranstaltung in unserem Stadtteil von Verfassungsschützern zum Thema "Salafisten", vorgeworfen, dass der Verfassungsschutz auf dem RECHTEN Auge blind ist!Selbstverständlich waren die beiden Verfassungsschützer empört und haben dies vehement bestritten. Für mich bleibt es trotzdem eine Tatsache!

Myrja

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yuna
yuna
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von yuna
als Antwort auf hinterwaeldler vom 02.01.2013, 13:14:27
Oh hinterwaeldler, ich bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber falls ja, möchte ich gerne etwas klarstellen: Mir gefällt nicht, in welchem Zusammenhang du mich zitierst, da er schlicht falsch ist - auch wenn du erwähnst, dass ich die Aussage zu einem anderen Thema tätigte.

Ich fragte dich explizit danach, was die Meldung des Browsers, er kenne das Zertifikat des CCC nicht, mit einem Überwachungsstaat zu tun hat - ein Vergleich den du zuvor gezogen hattest.
Die Meldung des Browsers hängt, wie ich dir erklärte, mit einem schnöden Abgleich einer Liste von Zertifikaten ab und das vom CCC verwendete CAcert ist auf dieser Liste bisher nicht vertreten, woran aber gegenwärtig gearbeitet wird. Das hat nichts mit unserem Staat oder gar der Überwachung in diesem Sinne zu tun.
Auch dies erklärte ich dir.

Ob unsere Regierung (bzw ihre Handlanger) nun anderweitig den CCC überwacht, stand nicht zur Debatte und würde ich auch nicht anzweifeln. Ich kann mir schon vorstellen, dass Fefe einigen ein Dorn im Auge ist - ebenso wie Frank. Der Zusammenhang mit der Meldung die du ansprachst, besteht aber eben nicht.

Ich bat dich auch Screenshots hochzuladen mit dem von dir angesprochenen Bundesadler, falls es nicht um eine Meldung betreffend der Zertifikate ging - dem kamst du ja leider nicht nach. Ich kann dir bei Interesse Screenshots zu den Meldungen im IE, FF und Opera zeigen (Safari habe ich nicht getestet) - keine von ihnen zeigt den von dir erwähnten Bundesadler.

So sehr ich deine Aufklärungsarbeit hier schätze und es auch für wertvoll erachte, wie du versuchst die Menschen hier für diverse Themen zu sensibilisieren (und das nicht über Medien wie SpOn oder BILD), aber deine Mischungen aus Fakten, Eigeninterpretationen und manchmal kurios erscheinende Einleitungen oder Fazits lassen mich häufig sehr irritiert zurück. Wenn ich mich nicht selbst ohnehin schon ständig zu diesen Themen belesen würde (und somit bereits wüsste, worum es dir gehen mag), würde ich mich vermutlich jedes mal völlig überrollt fühlen - evtl. eine Erklärung dafür, wieso deine Themen, trotz ihres wichtigen Inhaltes, oft ungelesen oder unkommentiert untergehen oder größtenteils verständnisloses Kopfschütteln ernten.

Zum Schluss noch persönlich an dich (so ganz unter uns): Es gibt Menschen, die Dinge nicht verstehen können (jeder versteht ja irgendwas mal nicht), aber viel größer ist die Masse derer, die Dinge nicht verstehen wollen.
Die reagieren erst, wenn der eigene A**** brennt und erwarten dann, dass andere ihnen zu Hilfe eilen, wo sie selbst sich nie bequemen konnten. Ein Kernproblem. Keine Ahnung, wie man das lösen könnte - es liegt wohl in der Natur des Menschen. Weshalb sich die Geschichte im Kreis dreht.

@myrja: Ich hörte kürzlich einen Vortrag, wo es darum ging, dass die Linken deshalb so überwacht würden, weil man sie als verfassungsfeindlich bzw. regierungsfeindlich einstufe - die Linken seien einzig daran interessiert das System zu Fall zu bringen - bei den Rechten scheint diese Befürchtung nicht zu existieren. Ich wollte heulen ob so viel Idiotie - entweder das oder die lügen einfach kackdreist (man kann ja schlecht sagen: "Joa, wir sind ja selbst rechts, da müsstemer uns ja selbst jagen, wo käme mer da hin?"). Möglicherweise eine Mischung aus beidem.
olga64
olga64
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von olga64
als Antwort auf hinterwaeldler vom 02.01.2013, 13:14:27
Ich bin verunsichert: ich dachte gemäss des Titels, es ginge um Proteste gegen zu hohe Mieten - aber warum erscheinen dann Salafisten als Beitrag?
Die Proteste gegen zu hohe Mieten werden in deutschen Grossstädten nicht viel helfen. Es findet ja seit einiger Zeit eine allgemeine Flucht des Kapitals in Immobilien statt - und zwar nicht nur von Deutschen. Die Immobilien werden immer knapper - demzufolge die Preise immer höher. Was sollen da Proteste helfen? Dann vermieten die Besitzer gar nicht mehr, sondern lassen die Immobilien als Spekulationsobjekte "rumstehen". Erleben wir in München tagtäglich - in Hamburg und mittlerweile auch in Berlin wird es nicht anders sein. Olga
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf olga64 vom 02.01.2013, 16:32:00
Ich bin verunsichert: ich dachte gemäss des Titels, es ginge um Proteste gegen zu hohe Mieten - aber warum erscheinen dann Salafisten als Beitrag?

Hääähhh??? Klickst du noch richtig? Ach ja fast hätte ich es vergessen: Die Dönermorde wurden ja auch einmal diesem Personenkreis zugeschrieben.

Die Proteste gegen zu hohe Mieten werden in deutschen Grossstädten nicht viel helfen. Es findet ja seit einiger Zeit eine allgemeine Flucht des Kapitals in Immobilien statt - und zwar nicht nur von Deutschen. Die Immobilien werden immer knapper - demzufolge die Preise immer höher.

Falsch. Die Verknappung wurde künstlich durch die Politik herbei geführt. bsw im Osten mit dem Abriss der Plattenbauten. Eine solche Tendenz gibt es schon viel länger in den Großstädten des Westens. Anderseits: https://www.google.de/search?q=kasernen+zu+verkaufen Das wäre eine Gelegenheit für viele Gemeinden ihr Steuereinkommen zu erhöhen. Nur was sagt der Bund zu den Kaufabsichten?

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ehemaligesMitglied31
ehemaligesMitglied31
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Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von ehemaligesMitglied31
als Antwort auf hinterwaeldler vom 06.01.2013, 13:49:06
… und nie vergessen, vor dem Schlafen-gehen unter dem Bett nachzuschauen und Opas alten Stahlhelm aufzusetzen!
Sie sind überall!
karl
karl
Administrator

Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von karl
als Antwort auf hinterwaeldler vom 02.01.2013, 13:14:27
Bitte nicht schon wieder, das ich an Verfolgungswahn leide und es auch Mitleser in Australien und Neuseeland gibt. Dort ist jetzt weit nach Mitternacht. Das ändert auch nichts an der Tatsache, das sich hin und wieder ein User aus dieser Weltgegend outet. Karl: Mit Tor kann man auch bewusst via Neuseeland surfen.

Doch, m. E. läufst Du zumindest Gefahr, dem Verfolgungswahn zu verfallen. Wenn ich im ST nicht angemeldet bin, muss das keineswegs heißen, dass ich nicht mitlese. Das mache ich persönlich oft so, damit mich nicht Popup-Fensterchen wie "Deine Freundin Margit ist online gegangen" bei der Arbeit stören.

Natürlich lesen im ST auch robots mit oder wegen mir auch der Verfassungsschutz. Da wir hier nichts zu verbergen haben, bitte sehr, vielleicht lernen sie ja etwas besser zu verstehen, was aktive Demokratie bedeutet.

Dass der Verfassungsschutz oft auf dem rechten Auge blind ist und er allzu schnell bei der Klassifizierung angeblich linker Meinungen als linksextremistisch ist, ist allerdings eine Meinung von Dir, die ich teile. Sie trifft auch auf manche Diskutanten im ST zu, die rechts eher sehschwach sind, auch wenn sie selbst dort nicht einzuordnen sind.

Karl
Re: LKA: Mietenproteste sind linksextremistisch
geschrieben von klaus
als Antwort auf hinterwaeldler vom 06.01.2013, 13:49:06
"Die Verknappung wurde künstlich durch die Politik herbei geführt. bsw im Osten mit dem Abriss der Plattenbauten."


Das ist natürlich sehr stark vereinfacht, was du hier schreibst und regional z.T nicht zutreffend.
Auf der einen Seite hat natürlich bei diesem Problem die Politik ihre Hand im Spiel.
Ein Großstadt-Beispiel dazu aus meiner Region.
Mietpolitik kann tatsächlich durch die Politik deutlich beeinflusst werden.
Da hatte in Berlin die Regierung aus SPD und Linkspartei ganze Arbeit geleistet.
Berlin hatte in der Zeit dieser Regierung den höchsten Anstieg der Mieten in Deutschland.
In der Zeit dieser Regierung wurden über 150.000 !!! öffentliche Wohnungen privatisiert - 31/2 malso viel, wie in den 10 Jahren davor. In dieser Zeit wurde zudem der Bau von Sozialwohnungen komplett eingestellt.
Privatisiert wurde dabei auch das bis dahin größte landeseigene Wohnungsbauunternehmen GSW. Ihr Verkauf 2004 und der mit finanzieller und politischer Unterstüzung des Landes Berlin vollzogene Börsengang bedeuteten Gewinnmaximierung auf Kosten der Mieter.
"Cerberus und Goldman Sachs"( haten wir die nicht gerade im Visir hier im Forum?) z.B. zahlten dem Senat 405 Millionen Euro für die GSW und erhielten dafür 65.000 Mietwohnungen.
Alle Vorschläge und Proteste der Mietervereinigungen wurden in die Tonne gekloppt.
Ich nehme dieses Beispiel, weil ich dazu Informationen vom Berliner Mieterverein e.V. habe( Verwandtschaft) und weil ausgerechnet die damals regierende Linkspartei, mit dem Wahlslogan "Bezahlbare Mieten - Mehr Sozialwohnungen - Förderung der kommunalen Mietervereinigungen..." antrat und nach Bruch der Koalition in Berlin genau damit wieder antritt.
Es besteht leider - und das bei allen Parteien - ein gewisser Widerspruch zwischen den Wahlprogrammen und den tatsächlichen realen Leistungen, wenn man denn an der Macht ist und liefern müsste.
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Anders sieht es in Kleinstädten im Osten aus, wie z.B. aus meiner Stadt. Der Rückgang der Bevölkerungsdichte führte zum logischen Abriss vieler Plattenbauten, weil sie einfach nicht mehr vermietbar waren.
Dies wird v. Bund und Land ( in meinem Fall Brandenburg) finanziell unterstützt.
Die Mieten hier sind seit etwa 15 Jahren nahezu konstant - z.T. sogar rückläufig.
hanspeter65
hanspeter65
Mitglied

Mietprobleme sind regional stark unterschiedlich und nicht überall in Deutschland
geschrieben von hanspeter65
als Antwort auf klaus vom 06.01.2013, 15:14:08
Klaus,
Du hast vollkommen recht in Deinem Beitrag.Im Osten sind in manchen Großstädten bis zu 12 000 Wohnungen leer.Wer muss für diesen Leerstand aufkommen ? Es ist doch ganz natürlich, dass man die "schönen Plattenbauten" die der Hinterwäldler vermisst zuerst abgerissen hat, da kein Mensch mehr drin wohnen wollte.(Ich nehme an, dass der HW auch nicht mehr drin wohnt oder ??? )Diese Kommunen haben schlicht nicht das Geld um dies weiter zu unterhalten, falls der "Linke Frühling" vieleicht wieder kommen sollte. Bis dahin sind alle verottet.Die alten schönen Jugendstilhäuser sind sowieso besser für das Stadtbild als Plattenbauten.

HansPeter

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