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Innenpolitik Machtwechsel in Hannover?

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von klaus
als Antwort auf karl vom 20.01.2013, 23:20:07
"Das war ein spannender Wahlabend. Könnte das ein Omen für die Bundestagswahl sein? Es wird auch im Herbst knapp werden, aber es könnte für Rot- Grün reichen."
geschrieben von karl


So spannend kann Demokratie sein!
Noch vor einem Monat stand das "Barometer" ganz klar bei Rot- Grün, dann gingen die Werte immer mehr aufeinander zu.
Das Wahlergebnis bestätigt mal wieder, wie genau doch Wahlumfragen sein können, und dass diese auch nicht gefälscht sind, wie es einige hier gelegentlich behaupten.
Das hohe Ergebnis der FDP konnte man sicher nicht voraussagen, da das Zweitstimmenergebnis zugunsten der FDP sicher recht spontan kam.

Von der Landtagswahl auf die Bundestagswahl zu schließen, wäre sicher falsch.
Du schreibst es völlig richtig: "Es wird auch im Herbst knapp werden, aber es könnte für Rot- Grün reichen."
Oder - eben auch nicht, wie dein "könnte" ausdrückt.

Bemerkenswert, dass ausgerechnet die Grünen, die wegen der Überhangmandate das Verfassungsgericht anriefen, ein Überhangmandat bekamen und quasi- wenn man so will- damit die Wahl entschieden.
Wie werden sie das selbst werten?
Ich würde es einfach ignorieren!

Bemerkenswert, dass die Linkspartei mehr als die Hälfte ihrer Stimmen verlor und damit die stärksten Einbußen erlitt. Ich bin alerdings darüber keineswegs traurig.

Ich freue mich über das schlechte Abschneiden der Piraten und bedaure den verpassten Einzug der Freien Wähler in den Landtag, weil gerade diese Freien Wähler kommunale Kompetenz einbringen.

Ansonsten halte ich den komm. Ministerpräsidenten Stephan Weil für absolut fähig, eine Rot-Grüne Koalition erfolgreich zu führen.
Er hat besonders im komm. Bereich viel Erfahrung und scheint mir kein besonders "postengeiler" Politiker zu sein.
hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von hinterwaeldler
Das es so kommt war eigentlich klar, nur nicht das es so knapp wird. Ich frage mich blos, wer von den Schwarzen den Gelben seine Zweitstimme lieh und damit die eigene Position geschwächt hat. Ich dachte Hasard-Spiele sind verboten? Für mich gilt immer noch: Das eigene Hemd ist mir näher als der Rock des Herrn. (Oder besteht NS tatsächlich aus 10% Bänkern?)

Was mich interessiert ist nun viel eher, was aus den 180.000 Fässern radioaktiven Mülls in der Asse wird.

Ps: Einige der Nichtwähler haben trotz des schlechten Wetters und der Unkerei schwarzer Demokraten nicht den Weg zur Urne gescheut.
schorsch
schorsch
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Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf karl vom 20.01.2013, 23:20:07
Das Wort *Macht* stört mich.

Ist es denn nicht eher so, dass diese *Machthaber* Diener am Volke sein sollten?

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Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf klaus vom 21.01.2013, 09:42:26
Noch vor einem Monat stand das "Barometer" ganz klar bei Rot- Grün, dann gingen die Werte immer mehr aufeinander zu.
Das Wahlergebnis bestätigt mal wieder, wie genau doch Wahlumfragen sein können, und dass diese auch nicht gefälscht sind, wie es einige hier gelegentlich behaupten.


Dein Kommentar ist OK, aber beim oben stehenden Teil liegst du total falsch.
Sonntagsfrage Niedersachsen

Reihenfolge der Parteien CDU SPD Grüne FDP Linke Piraten
INFO GmbH Focus T • 1.001
07.12.–14.12. 22.12.2012 38,5 % 33,0 % 12,5 % 3,5 % 4,0 % 4,5 % 4,0 %
Forschungs-
gruppe Wahlen ZDF T • 1.043
03.12.–05.12. 06.12.2012 39 % 32 % 13 % 4 % 4 % 4 % 4 %
Infratest
dimap NDR T • 1.000
30.11.–04.12. 06.12.2012 40 % 33 % 15 % 3 % 3 % 3 % 3 %
GMS CDU in
Niedersachsen T • 1.006
28.11.–30.11. 04.12.2012 41 % 32 % 13 % 4 % 3 % 4 % 3 %

Na und nun studiere mal die Umfragen vor 4 Wochen. Rot /Grün wurde immer sehr real eingeschätzt. Die von NDR in Auftrag gegebene Umfrage ist die Ausnahme, das wurde den Grünen 15 % gegeben
Es war gestern abend auch eine billige Argumentation von Herrn Mc Allister und auch von Frau v. d. Leyen in der Sendung Jauch. Ferner schau dir einmal die gesamten Prognosen an, das sind schon Ausreißer drin, die schon in den Verdacht geraten können, dass sie vielleicht nicht gefälscht sind, doch ein wenig angepasst!
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf klaus vom 21.01.2013, 09:42:26
Splittergruppen wie "Die Linken" und "Die Piraten" können zwar am Anfang viele Unzufriedene und Nichtwähler einsammeln. Wenn diese aber merken, dass nebst grosser Klappe nicht viel Speck dran ist, verfallen sie wieder in Lethargie. Es sei denn, eine solche Splitterpartei hätte einen multireichen Übervater, wie wir es in der Schweiz mit Blocher haben.
Baeke
Baeke
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von Baeke
als Antwort auf karl vom 20.01.2013, 23:20:07
Nach dem spannenden Wahlabend gestern stand war am Ende für mich klar:
die CDU hat hier bei uns in Niedersachsen ein Eigentor geschossen.

Wenn ein Landtagskandidat der CDU in örtlichen Zeitungen mit Anzeigen wirbt:

Erststimme für die CDU, Zweitstimme für die FDP,
dann kann ich nur den Kopf schütteln!

Mit dem Wahlausgang bin ich sehr zufrieden.

Der CDU Kandidat hat übrigens den Sprung in den Landtag von Hannover geschafft, gleich beim 1. Mal.

Spannend wird sein, wie geht es mit der FDP weiter.

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hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf schorsch vom 21.01.2013, 10:18:29
Das Wort *Macht* stört mich.

Ist es denn nicht eher so, dass diese *Machthaber* Diener am Volke sein sollten?
So habe ich es auch verstanden, bis ich in das deutsche Grundgesetz geschaut habe. Darin steht das die Abgeordneten nur gegenüber ihrem Gewissen verantwortlich sind. Gewissen ist aber käuflich.

Dann musst du unterscheiden zwischen Splittergruppen innerhalb einer Partei und kleinen Parteien. In der CDU befinden sich auch mehrere Gruppen, die sich untereinander nicht grün sind. Da gibt es bsw einen Arbeitnehmerflügel und eine Senioren-Union, die oft eigene Meinungen vertreten. Das musst du mal genauer beobachten.

Die Linken und die Piraten hatten noch nie einen großen Einfluß in NS. Das haben auch die Wähler erkannt. Das kann sich aber bis zum Herbst ändern. Dann wird in ganz Deutschland gewählt. Die Linken haben im Osten Deutschlands großen Einfluss und große Traditionen.

Bis dahin muss Rot-Grün in NS erste Ergebnisse zeigen, dann wird der Name Merkel mit hoher Wahrscheinlichkeit im Imperfekt geschrieben. (muss noch erfunden werden )

Zu den Piraten: Übrigens hatten die Grünen auch einmal diese Anfangsprobleme.
hafel
hafel
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von hafel
Man fragt sich: Wer trifft eigentlich die Entscheidungen im Land? Die Demoskopen und die Medien mit ihren nach oben und unten gedrehten Daumen? Oder der Wähler? Letztere zeigten sich gestern als konstituierende Kraft.

Und die Überraschung war dann so groß, dass es den einen oder anderen Beobachter das Mettbällchen vor Schreck aus dem Mund fallen ließ.

Die FDP ist nun nicht, da haben Gabriel und Trittin schon recht, aus sich heraus wundersam erstarkt. Die Partei wurde, weil man sie brauchte, von anderen rasch mal aufgepustet – dies aber sehr gezielt und zu einem politisch entscheidenden Zeitpunkt.
Angela Merkel schien diese Gefahr der Leihstimmen geahnt zu haben, denn sie wiederholte immer wieder: " mit beiden Stimmen die CDU wählen".

Neu ist, dass die entscheidenden Impulse für das gute FDP- Ergebnis nicht in den Parteizentralen entstand, sondern in gut motivierten Netzwerken. Die Medienzukunft lässt grüßen!

Die Wähler von Schwarz – Gelb spürten noch eine Überlebungschance. 36% plus 10 wiegen eben wegen der 5%-Klausel mehr als 42% plus 4 – wenn auch beides 46 ergibt.

Die SPD kann hier wenig jubeln, sie haben einen starken Partner. Die Grünen haben in Niedersachsen das beste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren, da mag auch Gorleben mit geholfen haben. Und dieser Partei der Nachhaltigkeit darf man unterstellen, dass tatsächlich nichts aufgespült ist. Junge grüne Wähler im wahlberechtigtem Alter sind nachgewachsen.

Für mich persönlich brachte die Wahl zwei gute Nachrichten:

1) die Linke hat jegliche Bedeutung verloren. Auf Bundesebene wird das anders sein.
2) Die Piraten haben sich ebenso in die Bedeutungslosigkeit gepustet. Wenn ich mir diesen Haufen betrachte, der bei uns in Schleswig Holstein sein Unwesen treibt, wird es Zeit dass von denen Nix mehr ausgeht. Was gab es hier im Forum für Vorschusslorbeeren für diese wirre Truppe!

Um Karls Frage zu beantworten:

Landtagswahlen sind keine Bundestagswahlen und haben ihren eigenen Ablauf. Dennoch denke ich, kann sich Ähnliches im Herbst auf Bundesebene entwickeln. Mal sehen was aus der FDP wird?

hafel
nerida
nerida
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von nerida
als Antwort auf hinterwaeldler vom 21.01.2013, 10:50:40

Zu den Piraten: Übrigens hatten die Grünen auch einmal diese Anfangsprobleme.


seh ich nicht so,
die waren zwar zu Beginn auch ein wilder Haufen und die absoluten Schocker der Nation - aber sie etablierten sich auch schnell.

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als sie in Niedersachsen mitte der 80er Jahre zum erstenmal in den Landtag gewählt wurden. Ich war an dem Wahlwochenende zu einer Messe in Hannover und als ich mit dem Taxi am Sonntagabend zum Bahnhof fuhr, erlebte ich einen fassungslosen Taxifahrer. Er war sicher, dass künftig die Anarchie und Schlimmeres bei uns Einzug halten wird. Hitler, Stalin und Idi Amin Waisenknaben gegen dieses verlotterte Volk sind.

Als ich dann am Bahnhof ankam geriet ich in eine Massenschlägerei zwischen Fussballhooligans und der Polizei - was mich dann garnicht mehr so sehr erschreckte.

Es kommen jetzt sogar nostaligische Gefühle auf, wenn man an die alten Grünen denkt, die Jutta Ditfurth die Rabiate, die vertruschte Marieluise Beck, das Seelchen, Joschka der Lauser die Petra Kelly und ihr Visionen und und und...
jetzt haben wir Claudia Roth, die mir den letzten Nerv raubt, den Özdemir, der unseren Freund und Familienvorzeigetürken zum Kreischen bringt, von der Künast und dem Trittin im neuen Elder Statesmangewande und die Göring Eckardt muss mich auch erst noch überzeugen.
Tolle Leute finde ich bei den Grünen auf kommunaler Ebene bei uns und die wähl ich auch, in den Bundestag aber niiiiieeee - bei dem Personal
weserstern
weserstern
Mitglied

Re: Machtwechsel in Hannover?
geschrieben von weserstern
als Antwort auf nerida vom 21.01.2013, 11:55:52

Tolle Leute finde ich bei den Grünen auf kommunaler Ebene bei uns und die wähl ich auch, in den Bundestag aber niiiiieeee - bei dem Personal


Unsere Anja Piel aus dem Nachbardorf, hat doch ein klasse Ergebnis erzielt bei der Niedersachsenwahl.

Bis 1991 gab es bei den Grünen noch das Rotationsprinzip, wo alle Ämter turnusgemäß durch Nachrücker neu besetzt wurden.

Heute findet man die "Prominenten" auf den vorderen Listenplätzen , wie auch bei den anderen Parteien.

weserstern

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