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Innenpolitik Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?

pschroed
pschroed
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Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von pschroed

Es mag sein daß viele Wähler die Zusammensetzung einer Parteienlandschaft nicht verstehen oder sich einfach nicht dafür interessieren. Meine Wenigkeit interessierte sich vor ungefähr zehn Jahren überhaupt nicht für die Politik, sei es wegen Zeitmangel oder keine Interesse.
Erst beim Lesen der politischen Beiträge hier im Forum sowie das aufstreben der rechten Parteien wurde mir klar wie wichtig politische Informationen für den normalen Bürger sind.
Ja, es müsste eine politische Aufklärung in all den EU Schulsystemen geben.
Michael Kretschmer möchte mehr als eine Million Euro für politische Bildung ausgeben.
Den ganzen Link lesen, es spricht auch manches dagegen.
Phil.

AFD Waehler Sachsen politische Bildung Aufklaerung Pro und Contra     ZITAT ZEIT ONLINE

AfD-Wähler in Sachsen:Und wo stehen Sie?
Die Kirche in Thüringen will keine Spenden der AfD annehmen – und in Sachsen will die Regierung AfD-Wähler mithilfe politischer Bildung zurückgewinnen. Ist das der richtige Umgang mit dieser Partei? Darüber streiten auch unsere Autoren.

Sollte der Staat mehr politische Bildung auf dem Land betreiben, um AfD-Wähler zu bekehren?
Ja, meint Anne Hähnig: Der Staat hat sogar die Pflicht, vor Ort für sich zu werben.
Das Problem Ostdeutschlands war nie die Aufdringlichkeit des Staates – sondern dessen Abwesenheit. Jeder, der in den vergangenen 20 Jahren auf einem ostdeutschen Dorf gelebt hat, weiß, wie das ist, wenn vieles nach und nach verschwindet: erst die Postfiliale, dann der Einkaufsmarkt und zum Schluss der Bürgermeister aus dem Rathaus. Die Geschichte der Nachwendezeit ist auch die Geschichte eines Staatsrückzugs. Das ist ein Grund dafür, dass die Menschen unzufrieden wurden, ihnen Politik fern vorkam. Dass der Staat das Gespür für die Provinz verlor. Und dass irgendwann die AfD Erfolge feierte.

Das Gegenmittel gegen diese Unzufriedenheit ist ganz einfach: Präsenz.
Es ist deswegen keine schlechte Idee, jetzt Geld für politische Bildung auszugeben – also dafür, dass vom Land bezahlte Menschen auf die Dörfer fahren, um dort mit den Leuten über Politik zu diskutieren. Und ihnen, ja, auch Politik zu erklären. Es ist sogar eine sehr gute Idee.
Mehr als eine Million Euro will Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer für politische Bildung ausgeben, so hat er es versprochen. Jetzt wurde eine Kooperation zwischen der Landeszentrale für politische Bildung und den Volkshochschulen verkündet: Bis zu 220 Veranstaltungen im Jahr soll es geben, vornehmlich in der Provinz, also dort, wo die AfD zur Bundestagswahl stark war. Die sächsische AfD-Fraktion schimpft darüber in einer Mitteilung: "Vielen ehemaligen DDR-Bürgern kommt das Verhalten der Regierenden bekannt vor. Nur dass die staatlich organisierte Gehirnwäsche in der 7. Klasse begann und sich Staatsbürgerkunde nannte."
 

wandersmann_1
wandersmann_1
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf pschroed vom 13.04.2018, 12:25:06

@ pschroed

Geld für Bildung auszugeben ist immer eine Investition in die Zukunft und daher begrüßenswert.

Was hier aber angeregt wird, ist der Versuch, Bürger auf dem Land zu agitieren, um sie vom AfD-Wählen abzuhalten.

" Es ist deswegen keine schlechte Idee, jetzt Geld für politische Bildung auszugeben – also dafür, dass vom Land bezahlte Menschen auf die Dörfer fahren, um dort mit den Leuten über Politik zu diskutieren. Und ihnen, ja, auch Politik zu erklären. Es ist sogar eine sehr gute Idee. "

Auch das kennen die Ostdeutschen zur Genüge, als die Agitatoren übers Land zogen, um den Bauern die Vorzüge der LPG und die Notwendigkeit des Eintretens in die Partei zu erläutern.
Wie so etwas auch deutlich nach hinten losgehen kann, erklärte uns mal Manfred Krug:
 


"Das muss man sich mal vorstellen: Da kommt der Staat, vielleicht mit einem großen Bus oder so, in ein Dorf, in dem viele Menschen AfD gewählt haben, um den ungebildeten Falschwählern einen Nachmittag lang zu erläutern, wie Demokratie funktioniert?
Es würde einen nicht wundern, wenn die Dorfbewohner diesen Bus mit Eiern bewerfen, statt sich die Welt erklären zu lassen."


Weshalb die sächsische Landesregierung aber der Ansicht ist, die AfD-Wähler Sachsen wählen deshalb diese Partei, weil sie zu ungebildet sind, weil sie Politik nicht verstehen, ist unklar.

" Es wurde – natürlich – ersonnen, weil die AfD bei der Bundestagswahl in Sachsen so erfolgreich war. Wo war die AfD in Sachsen wiederum besonders stark? Auf dem Land. Wo will man jetzt besonders eifrig politische Bildung betreiben? Ebendort. Das AfD-Wählen soll wegtherapiert werden. Offensichtlich glauben jene, die in Sachsen für politische Bildung zuständig sind: Wenn wir unseren Ossis richtig erklären, wie es läuft, dann lassen sie auch das AfD-Wählen sein. "

Die Angst vorm Bürger muss übergroß sein.

Aber immer feste Jungs.
Agitiert nur, agitiert nur ....Zwinkern
 
pippa
pippa
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von pippa
als Antwort auf pschroed vom 13.04.2018, 12:25:06

Das Problem Ostdeutschlands war nie die Aufdringlichkeit des Staates – sondern dessen Abwesenheit. Jeder, der in den vergangenen 20 Jahren auf einem ostdeutschen Dorf gelebt hat, weiß, wie das ist, wenn vieles nach und nach verschwindet: erst die Postfiliale, dann der Einkaufsmarkt und zum Schluss der Bürgermeister aus dem Rathaus. Die Geschichte der Nachwendezeit ist auch die Geschichte eines Staatsrückzugs. Das ist ein Grund dafür, dass die Menschen unzufrieden wurden, ihnen Politik fern vorkam. Dass der Staat das Gespür für die Provinz verlor. Und dass irgendwann die AfD Erfolge feierte.
von pschroed

Phil, das ist in westdeutschen Dörfern und sogar in den Städten mittlerer Größe kein bisschen anders.
So richtig schlimm ist, dass Kinder noch nicht mal mehr die Möglichkeit haben, das Schwimmen zu erlernen,
in unmittelbarer Nähe Sport zu treiben oder vielleicht mal ins Kino gehen zu können.
In meiner kleinen Stadt gibt es dies jedenfalls nicht, aber dafür einen Golfplatz und eine Pferderennbahn!!!
Pippa

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lupus
lupus
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von lupus
als Antwort auf wandersmann_1 vom 13.04.2018, 13:52:52
Lachen die Schallplatte habe ich noch irgendwo. Auch "Der Hase im Rausch" ist drauf.
lupus
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von hinterwaeldler

Wenn ein christlicher Politiker von Bildung spricht, dann redet er nicht über historische Wahrheiten aus/in Geschichtsbüchern, sondern wohl über den Inhalt der Bibel.

Holger
Holger
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von Holger
als Antwort auf wandersmann_1 vom 13.04.2018, 13:52:52

Das erinnert wirklich stark an die Zwangskollektivierung in der DDR.
Allerdings wird das ein Schlag ins Wasser und zeigt die Angst und Hilflosigkeit der Regierenden.
Ausserdem ist das eine grosse Unverschämtheit, die Wähler für dumm und ungebildet zu verkaufen.
Wieder eine sogenannte Massnahme um genehmen Vasallen einen  Verdienst zuzuschustern. Geht sicher in den Miotopf im Kampf gegen Rechts ein.  




 


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justus39
justus39
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von justus39
als Antwort auf pschroed vom 13.04.2018, 12:25:06
Bis zu 220 Veranstaltungen im Jahr soll es geben, vornehmlich in der Provinz, also dort, wo die AfD zur Bundestagswahl stark war. Die sächsische AfD-Fraktion schimpft darüber in einer Mitteilung: "Vielen ehemaligen DDR-Bürgern kommt das Verhalten der Regierenden bekannt vor. Nur dass die staatlich organisierte Gehirnwäsche in der 7. Klasse begann und sich Staatsbürgerkunde nannte."
 
Etwa so!?
agitiert nur.jpg
 
 
Monja_moin
Monja_moin
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf pschroed vom 13.04.2018, 12:25:06

Das Problem Ostdeutschlands war nie die Aufdringlichkeit des Staates – sondern dessen Abwesenheit. Jeder, der in den vergangenen 20 Jahren auf einem ostdeutschen Dorf gelebt hat, weiß, wie das ist, wenn vieles nach und nach verschwindet: erst die Postfiliale, dann der Einkaufsmarkt und zum Schluss der Bürgermeister aus dem Rathaus. 

Das gleiche Problem gibt und gab es auch in Westdeutschland in kleinen Gemeinden und Dörfern.

Ein Grund wird auch sein, daß immer mehr jüngere Menschen und Familien weg gezogen sind und es sie in die größeren und großen Städte, zumindest an den Stadtrand zog.
Besondern in den kleineren Einkaifmärkten war der Unsatz nicht mehr so hoch, die Postflialen haben nicht mehr genug Kunden, auch weil inzwischen vieles Online erledigt wird.

Ebenso wurden viele Grundschulen und Kindergärten geschlossen, weil nicht mehr genug Kleinkinder dort leben und es so finanziell nicht mehr tragbar ist.

Sicher ist deshalb dort auch eine gewisse Unzufriedenheit, aber deshalb sind die meisten keine AFD Anhänger geworden oder laufen der PEGIDA nach.

Sie scheinen erkannt zu haben, daß diese Partei und ähnliche Gruppieren überwiegend Fakes verbreiten, neonazistische Parolen verwenden und Femdenfeindlichkeit schüren.
Ihre Probleme werden diese auch nicht lösen wollen und können.

Monja.
pschroed
pschroed
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf Holger vom 13.04.2018, 16:53:15
Das erinnert wirklich stark an die Zwangskollektivierung in der DDR.
Allerdings wird das ein Schlag ins Wasser und zeigt die Angst und Hilflosigkeit der Regierenden.
Ausserdem ist das eine grosse Unverschämtheit, die Wähler für dumm und ungebildet zu verkaufen.
Wieder eine sogenannte Massnahme um genehmen Vasallen einen  Verdienst zuzuschustern. Geht sicher in den Miotopf im Kampf gegen Rechts ein.  
 
Lieber Holger
Ich kannte die Kultur der DDR nicht, ausser aus den TV Dokumentar Beiträgen, sowie aus den Beiträgen von ehemaligen Bürger der DDR hier im ST.

Ich weiß noch wie wir im Westen 1989 mit euch zitterten als die Mauer fiel, ohne daß die damalige Sowjetunion mit Waffengewalt eingriff, wir waren alle erleichtert daß es ohne Blutvergiessung zur Einigung kam, umso weniger verstehe ich nicht daß eine AFD wieder so grossen Zulauf bekommen kann die wieder genau die gleiche  Abschirmung als Zukunft sieht. Grenzen dicht, wir Deutschen bleiben unter uns und fertig.

Besonders Höcke scheut sich nicht wie Goebbels die gleichen Töne in die Mikrofone zu schreien, warum ist das so, warum wird das heute 2018 nach den schrecklichen Erfahrungen aus der Nazi Zeit, wieder hingenommen ?

Beruhigend ist daß es "nur" 12% sind, den meisten DE ist die AFD ein  Dorn im Auge.
Oder liegt es wirklich nur am Unwissen, keine Interesse an den schrecklichen Ereignisse des 2ten Weltkrieges ? 
Phil.

 
barbarakary
barbarakary
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RE: Mehr Bildung, gegen die AFD, ist das die Lösung ?
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf pschroed vom 13.04.2018, 18:59:18

Nichts gegen Dich, lieber Phil, aber ich glaube, es reden viel zu viele über den Osten, die nicht hier gelebt haben! Ich lebe seit 2003 hier und bekomme immer wieder zu hören, dass die aus dem Westen dem Osten die DDR erklären wollen und den Leuten ihre Identität, ihr Leben bis 1989 absprechen - als hätte es diese Zeit nie gegeben! Was soll ich dazu sagen? Als Besserwessi antworten? Ich war immer stolz darauf, nicht auf Anhieb als Westdeutsche erkannt zu werden - es sei denn, mir rutschen mal badische Töne raus.

Die AfD hat es leider geschafft mit publizistischen Mittlen vielen dieser Menschen angeblich Verständnis zu suggerieren....es gibt viel zu tun, um alle Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen....

LG barbarakary


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