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Innenpolitik Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche

urmelviech
urmelviech
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Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von urmelviech
Senioren triffts weniger.

Verstehe einer die (soziale) Marktwirtschaft.
Wenn Ware knapp wird, erhöht sich der Preis.
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Wenn Arbeitskräfte knapp werden, steigt nicht der Preis (Lohn)
sonder man lässt sie einfach länger arbeiten.
Perkefektes System.

Urmel


Im Spiegel Ökonomen....
Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf urmelviech vom 23.10.2010, 17:41:51
Senioren triffts weniger.

Verstehe einer die (soziale) Marktwirtschaft.
Wenn Ware knapp wird, erhöht sich der Preis.
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Wenn Arbeitskräfte knapp werden, steigt nicht der Preis (Lohn)
sonder man lässt sie einfach länger arbeiten.
Perkefektes System.

Urmel


Im Spiegel Ökonomen....


Es fehlt noch "natürlich 45 Stunden bei gleichem Lohn bzw. Gehalt!"

Wenn Du auf die Seite dieses Institutes gehst und mal etwas intensiver liest wird es schon klarer.
Offiziell unabhängig, mit einer Tochtergesellschaft zum beraten von Unternehmen und Wirtschaft.
Da fehlt jetzt nur noch die Stellungnahme von H.Hundt.

Diese Tour läuft doch schon eine ganze Zeit. Es wird immer mehr über eine Verknappung der Arbeitskräfte gestöhnt. Die Arbeitslosen sind natürlich alle nicht genug ausgebildet oder willig.
Da hilft doch nur noch Arbeitskräfte aus dem Ausland hereinzuholen. Diese Alternative ist in dem Artikel auch klar genannt.Das hat dann den "kleinen" Nebeneffekt das die billiger sind.

Klar ist aber das z.B. durch Rationalisierungen auch immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden um die gleiche Wirtschaftsleitung zu erbringen.

Die Konjunktur zieht an und die Arbeitgeber versuchen Forderungen nach Lohnerhöhungen im Keim zu ersticken.

Das ist nur ein in die Medien gebrachter Artikel der Arbeitgeber.
Wer das nicht abdruckt bekommt dann eben eventuell weniger Anzeigen.

Also, total an der Realität vorbei und ein Wunschtraum der Unternehmer!!!
entdeckerklaus
entdeckerklaus
Mitglied

Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von entdeckerklaus
als Antwort auf urmelviech vom 23.10.2010, 17:41:51
Ich denke die meisten von uns haben ihre Erwerbstätigkeit in einer Zeit begonnen als 45 Stunden noch die Regel war. Sind wir daran zerbrochen? Eigenartiger weise mussten wir aus dem Ausland Arbeitskräfte zur Hilfe holen. Komisch, das die Krankmeldungen bedeutend geringer waren und die Verbrauchsgüter wesentlich billiger waren. Nie hätten wir den Wohlstand erreicht der heute Standard ist. Ich könnte mir vorstellen das dann eine Handwerkerstunde wieder bezahlbar wäre. Das Rumgegammel eines Großteils unserer Mitbürger hätte wohl auch ein Ende. Zur Schwarzarbeit hätten die meisten keine Zeit mehr. Der Erwerb zur Lebensunterhalt währe wieder der Mittelpunkt und nicht die Freizeit. Diese „Spaßgesellschaft „ ist doch krank .

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von schorsch
als Antwort auf urmelviech vom 23.10.2010, 17:41:51
Dass Arbeitgeber in Zeiten der Hochkonjunktur versuchen, ihre Angestellten länger zu beschäftigen, sei ihnen unbenommen.

Wenn sie aber in Zeiten der Arbeitslosigkeit mit dem Unsinn "Rentenalter-Erhöhung" hausieren, dann muss ich mir an den Kopf langen.

Einige werden sich vielleicht fragen, warum in Frankreich ausgerechnet die Jungen am meisten Radau machen gegenwärtig auf den Strassen; die sind doch noch weit weg von ihrer Pensionierung. Sie machen sich aber eben folgende Gedanken: "Wenn die Alten 5 Jahre länger arbeiten, müssen wir Jungen 5 Jahre noch länger darauf warten, eine Arbeitsstelle zu finden". Sind sie dann mal so viel Zeit ohne sinnvolle Beschäftigung, sind sie - falls sie dann eine Stelle finden - so kaputt und des Nichtarbeitens gewohnt, dass sie gar nicht mehr zu gebrauchen sind.
ehemaligesMitglied38
ehemaligesMitglied38
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Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaligesMitglied38
als Antwort auf entdeckerklaus vom 23.10.2010, 20:32:24
Ich denke die meisten von uns haben ihre Erwerbstätigkeit in einer Zeit begonnen als 45 Stunden noch die Regel war. Sind wir daran zerbrochen? Eigenartiger weise mussten wir aus dem Ausland Arbeitskräfte zur Hilfe holen. Komisch, das die Krankmeldungen bedeutend geringer waren und die Verbrauchsgüter wesentlich billiger waren. Nie hätten wir den Wohlstand erreicht der heute Standard ist. Ich könnte mir vorstellen das dann eine Handwerkerstunde wieder bezahlbar wäre. Das Rumgegammel eines Großteils unserer Mitbürger hätte wohl auch ein Ende. Zur Schwarzarbeit hätten die meisten keine Zeit mehr. Der Erwerb zur Lebensunterhalt währe wieder der Mittelpunkt und nicht die Freizeit. Diese „Spaßgesellschaft „ ist doch krank .


So sehe ich das auch.
Als Unternehmer ab 1979 habe ich miterlebt, wie den Leuten die Arbeit madig gemacht wurde, vornehmlich mit dem Ziel, dass sie sich fester um die Gewerkschaften scharen. Die 35 Std. Woche war dann die groesste Dummheit obendrauf.
Auslagerungen und Zeitarbeit waren die Reaktionen der Gegenseite, so sind wir schliesslich zu den heutigen Verhaeltnissen gekommen, wo sich die Arbeitsplatzbesitzer bespassen, das Zeitarbeitsprekariat in staendiger Verunsicherung lebt, und die unten angekommenen es sich harzend und dauerhaft eingerichtet haben
clara
clara
Mitglied

Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von clara
als Antwort auf entdeckerklaus vom 23.10.2010, 20:32:24
Hallo Entdeckerklaus,

einige Gedanken zu Deinem Beitrag: Die Bereitschaft zur langen Arbeitszeit lag darin, dass Alle froh waren, nach dem Krieg zur Normalität zurückkehren zu dürfen und zwar möglichst schnell. Das Land lag darnieder und die Leute wollten sich endlich wieder etwas leisten können. Sicher führte diese Arbeitshaltung, noch von der vorher gegangenen Epoche vertraut, zum späteren Wohlstand. Ärmel hoch krempeln war die Devise. Die einheimischen Arbeitskräfte reichten nicht, viele Männer kehrten aus dem Krieg nicht mehr heim, also holte man ausländische Arbeitskräfte. Darin sehe ich nichts Eigenartiges.

Zu den Krankmeldungen ist zu sagen, dass sie gerade z. Zt. niedrig sind, was auf Ängste vor Arbeitsplatzverlust oder Konkurrenzdruck beruht.

Krankmeldungen

Die Ursachen des wie Du es nennst „Rumgegammele“ bei den meisten Arbeitslosen liegen doch etwas tiefer, oder hast Du eine Lösung, wie man Arbeitsplätze herbei zaubert?

Wenn Du über hohe Löhne bei Handwerkern sprichst, dann musst Du aber auch sehen, wie belastet gerade der Mittelstand, eine wichtige Säule unseres Wirtschaftssystems, ist.

Darin, was Du über die Spaßgesellschaft sagst, gebe ich Dir Recht. Es gibt natürlich auch Leute, die den „Erwerb zum Lebensunterhalt“ – Du meinst die Arbeit nicht als Lebensmittelpunkt, sondern als Mittel zum Zweck ansehen. Die eher französische Auffassung „arbeiten, um zu leben“ steht der eher deutschen, „leben, um zu arbeiten“ gegenüber. Schön wäre es, wenn allen Menschen auch ihre Arbeit Befriedigung und Zufriedenheit verschaffen würde und nicht nur Maloche wäre mit z. T. wenig Anerkennung, auch in Form von Entlohnung. Denn dies kann wirklich krank machen.

Clara

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Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaligesMitglied38 vom 24.10.2010, 11:24:33
Selten so viel Unsinn auf einmal gelesen.

Wie gut würde es uns (oder nur den Unternehmern?) gehen, wenn bei uns chinesische Bedingungen herrschen würden.

Vielleicht auch auf Streik noch eine Strafe wie Arbeitslager einführen?

Dann würde auch keine Arbeit mehr ausgelagert werden! Es sei denn es finden sich irgendwo auf dem Globus Menschen denen es noch schlechter geht und die deshalb für noch weniger Geld arbeiten müssen.

Zum Glück hätte die Bevölkerung dann auch nicht mehr das Bedürfnis nach 45 Stunden Arbeit auch noch Geld auszugeben. Also weiter runter mit den Gehältern.Was sollen die mit soviel Geld?

Nur wer soll dann noch das Produzierte kaufen?

Solchen „guten und tollen “ Unternehmern haben wir es auch zu verdanken das die Probleme entstanden sind! Übrigens wurden Tarifverträge auch zur 35 Stunden Woche nicht nur von den Gewerkschaften sondern auch von den Arbeitgebern unterschrieben.

Wo war und ist das soziale Gewissen? Hauptsache die Gewinne wurden und werden maximiert und die sozialen Lasten und Löhne minimiert!

Vielen Dank den Musterunternehmern dafür. Euch hätte mal ein Kursus Betriebs- und Volkswirtschaft gutgetan.Ihr habt damals schon nicht über Euren Tellerrand sehen können.

Um noch einmal daran zu erinnern, unsere Marktwirtschaft ist eine freie und soziale. Auch wenn manche nur das „freie“ verstehen als Freibrief für jeden unternehmerischen Unsinn und Schikanen.

Wir leben nicht mehr in einer Nachkriegsgesellschaft wo aus Trümmern etwas aufgebaut werden muss. Da ziehen auch die alten Gesetze von 195… nicht mehr.

Zu meinem gro0en Trost gibt es aber auch vernünftige und auch weitsichtige Unternehmer. Die Geschäftserfolge geben Ihnen recht.

Die anderen landen dann früher oder später beim Konkursgericht und das ist auch gut so.
ehemaligesMitglied38
ehemaligesMitglied38
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Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaligesMitglied38
als Antwort auf vom 24.10.2010, 21:29:50
@halli
Tja, dieser dein Beitrag beweist mal wieder die Unvereinbarkeit der Standpunkte.
Da hilft keine Diskussion, sondern nur das entscheidende Urteil der wirtschaftlichen Praxis, es wird eben langer gearbeitet.
Und das ist besser so.
Wenns fuer manche besser ist als fuer andere, sollen die, die sich fuer zu kurz gekommen halten, einfach mal die Seiten wechseln.
Die Erfahrung, einen Betrieb zu fuehren, sich im Markt zu behaupten und fuer puenktliches Gehaelterzahlen zu sorgen, ist durch nichts zu ersetzen,
schon gar nicht durch blosses Nachplappern von uralten klassenkaempferischen Stereotypen.


Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaligesMitglied38 vom 25.10.2010, 09:56:05
@halli

schon gar nicht durch blosses Nachplappern von uralten klassenkaempferischen Stereotypen.


geschrieben von Stephan45

So einfach kann man es sich auch machen.
Lese bitte einmal den Artikel im Spiegel online.
Es ist auch den Arbeitgebern völlig klar das diese Arbeitszeit nicht eingeführt werden kann! Dazu sind die gesellschaftlichen Widerstände viel zu groß.
Vielleicht nicht unter den Ruheständlern , aber im arbeitenden Teil mit Sicherheit.
(Aus eigener Erfahrung da ich noch arbeite).

Aber darum geht es auch gar nicht.
Es soll die Grundlage dafür geschaffen werden endlich billige Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Dies wird nun schon seit langer Zeit immer wieder von der Industrie versucht. Bisher ohne Erfolg. Im EDV Bereich hat es das gegeben, aber nur mit einem Mindestverdienst. Damit war der Versuch auch gestorben.

Ansonmsten empfehle ich Dir und allen die auch für eine Verlängerung der Arbeitszeit sind sind sich ein Mal Gedanken darüber zu machen wie sich die Leistungskurve jedes Menschen über den Tag und die Woche verhält.
Dann wirst Du unschwer erkennen, das eine Verlängerung der Arbeitszeit zum allergrößten Teil durch zusätzliche Fehler und mangelnde Effektivität wieder vernichtet wird. Der Rest durch erhöhte Fehlzeiten!

Sollte dir wenn Du jemals etwas mit Personalführung zu tun hattest nicht unbekannt sein.
Das gehört zumindest heute zum Grundwissen für Führungskräfte.

Nochmals, die alten Rezepte taugen heute nichts mehr, die Wirtschaft und die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind andere geworden!
ehemaligesMitglied38
ehemaligesMitglied38
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Re: Ökonomen rechnen mit 45-Stunden-Woche
geschrieben von ehemaligesMitglied38
als Antwort auf vom 26.10.2010, 19:19:04
Bloses Wunschdenken ruehrt nicht an der Gueltigkeit eherner Grundsaetze der Oekonomie, deren einer heisst "Mehrwert schaffen".
Der Spiegel - ach ja - auch er ist dem Zeitgeist unterworfen, mal ganz links, mal mal weniger links.
Die schlimmsten Klugsch....er in wirtschaftlichen Dingen haben noch nie laenger als Minuten in Werkshallen verbracht, der Rest dieser Spezies bezieht seine Weisheiten aus dem Wochenendstudium an der Akademie fuer Arbeit....
Was mich betrifft, ich habe ueber 2 Jahrzehnte Personal gefuehrt, mir braucht man nichts erzaehlen ...
Alsdann, ich wuensche frohes Schaffen noch bis zur Rente, wann auch immer


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