Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Raus, raus, Hauptsache raus

Innenpolitik Raus, raus, Hauptsache raus

wolfgang
wolfgang
Mitglied

Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von wolfgang
Der Rassismus grassiert in Europa. In der Schweiz ist die Krankheit besonders weit verbreitet (vgl.: Abschiebungsentscheid in der Schweiz: Raus, raus, Hauptsache raus (von Paula Scheidt), SPON, 31.10.2010). - Wer stoppt die Rassisten?

--
Wolfgang
Urego
Urego
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von Urego


Es drängt mich dazu, mich zu diesem Artikel zu äußern, -nicht, weil ich Wolfgang ans Leder gehen möchte, sondern weil diese Thematik zur Zeit offensichtlich "in" ist und immer die Tendenz "arme Ausländer" enthält.

Zunächst ist es für mich unverständlich, wie man ganz allgemein die Begriffe "Rassismus" und "Schweiz" miteinander in Verbindung bringen kann. Ich glaube, da hätten wir Deutschen genug Grund, uns an die eigene Nase zu fassen. Das geht so nicht, und da fehlt es dem Initiator etwas an Feingefühl.

Wenn wir denn das Wort "Rassismus" noch verwenden wollen, so müßte es doch wenigstens im Zusammenhang mit dem angegebenen Link etwas mit Rassen zu tun haben. Das kann ich aber nicht sehen. Dort wird ganz allgemein von "Kriminellen", "Sozialmißbrauch" usw. geschrieben. Daß eine Nation sich solche Einwanderungs-Neubürger nicht wünscht, versteht sich wohl von selbst.

Auf der anderen Seite wird hier aber auch klar, welche Gefahren Volksentscheide in sich bergen, und warum sie in unserem
Grundgesetz nicht vorgesehen sind.

Urego
Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von klaus
als Antwort auf Urego vom 31.10.2010, 16:56:13
"Wenn wir denn das Wort "Rassismus" noch verwenden wollen, so müßte es doch wenigstens im Zusammenhang mit dem angegebenen Link etwas mit Rassen zu tun haben."



Du solltest wissen, dass einige hier den Begriff "Rassismus" sehr weit fassen, ohne zu berücksichtigen, dass es meist überhaupt nicht um Rassen geht, denn die gibt es beim Menschen rein biologisch gesehen sowieso nicht.

Also - wenn z.B. ein Engländer in Deutschland sich mit einem Deutschen prügelt und der Deutsche sagt: " Mach das du abhaust du blöder Brite" - so kann durchaus in der Zeitung stehen, dass hier ein rassistischer Angriff stattgefunden hat.

Anzeige

Urego
Urego
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von Urego
als Antwort auf klaus vom 31.10.2010, 18:29:54

@ Klaus

Exakt aus diesem Grunde habe ich die Formulierung gewählt, die ich gwählt habe (deutlicher:" Wenn wir denn..).

Wenn Sie wissen, was ich meine...

Urego
hobbyradler
hobbyradler
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf wolfgang vom 31.10.2010, 15:10:02
Auszug aus dem verlinkten Beitrag:

Ich bin kein Schweizer, also nur allgemein als Europäer von deiner globalen Anschuldigung betroffen.

Bitte erkläre mir was an dem angestrebten Volksentscheid rassistisch ist. Ich würde in mein Haus auch niemanden ein zweites mal einladen, der sich kriminell daneben benommen hat.

Ciao
Hobbyradler

schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von schorsch
als Antwort auf wolfgang vom 31.10.2010, 15:10:02
Aus dem zitierten Link:

"...Die SVP lehnt den Gegenentwurf des Bundesrats ab. Er geht der Partei nicht weit genug. "Ivan S., Vergewaltiger, bald Schweizer?" oder auch "Faruk B., Mörder, bald Schweizer?" - das steht auf den Flugblättern der Rechtspopulisten, die zur Ablehnung des Kompromissentwurfs aufrufen. Sie spielen auf eine mögliche Einbürgerung straffälliger Ausländer an. Der Schriftzug verdeckt die Augen eines Mannes im Unterhemd mit dunklem Bart und Silberkettchen um den Hals. Kommentar Schorsch: Alle Fotos auf den Plakaten wurden von einer internationalen Agentur bezogen; die gezeigten Personen haben also überhaupt nichts mit der Abstimmung zu tun; die Agentur hat sich vehement gegen den Missbrauch der Bilder gewehrt) Mit einem typisch deutschen Namen zielt die Kampagne auch auf EU-Bürger: "Detlev S., Kinderschänder, bald Schweizer?" Mit dem Gegenentwurf könne jeder Verbrecher sich "auf internationale Konventionen und fremdes Völkerrecht berufen, um seine Landesverweisung zu verhindern".

Auch bei der Bevölkerung stößt der Schlichtungsversuch des Bundesrats auf wenig Beifall. Den Umfragen zufolge wollen nur 41 Prozent der Bevölkerung ihn annehmen, während 49 Prozent ihn ablehnen. Kommentar Schorsch: "Die SVP-Initianten der Initiative mussten letzte Woche selber zugeben, dass mit dem Gegenvorschlag des Bundesrates gezielter gegen Verbrecher vorgegangen werden könne. Zitat eines SVP-Vertreters (sinngemäss): ""Unser Text müsste noch überarbeitet werden. Dafür wäre aber bis zur Inkrafttretung des Gesetzes noch genug Zeit vorhanden"".

Kommentar Schorsch: "Warum denn nicht schon im Initiativ-Text die Katze aus dem Sacke lassen? Vielleicht um nachher sagen zu können: So wollten war das ja gar nicht!?"

Anzeige

wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von wolfgang
Mehrheit gegen Minderheit

Die Initiatoren der Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer reiten auf der rassistischen Welle. Die weißen Schafe sollen die schwarzen Schafe aus dem Land kicken. Das ist Rassismus pur.

Fette Beute

Die Initiatoren kalkulieren kühl. Lange war es nicht mehr so leicht, aus dem wachsenden Extremismus der Mitte Nutzen zu ziehen.

--
Wolfgang
Urego
Urego
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von Urego
als Antwort auf wolfgang vom 01.11.2010, 10:12:23


@ Wolfgang

Dies ist endlich mal eine umfassende und erschöpfende Antwort auf die Beiträge der Vordiskutanten. Toll! Zwei neue Links.

Urego
ingo
ingo
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von ingo
als Antwort auf wolfgang vom 31.10.2010, 15:10:02
Warum nur fällt mir bei Deinem Beitrag, Wolfgang, folgende Frageein: Angenommen, Deine Tochter würde Dir einen verurteilten Straftäter als Schwiegersohn ins Haus bringen: Was würdest Du dazu sagen? Ich meine das nicht polemisch, sondern wirklich ernst.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Raus, raus, Hauptsache raus
geschrieben von olga64
als Antwort auf ingo vom 01.11.2010, 14:45:33
[quote=ingo Angenommen, Deine Tochter würde Dir einen verurteilten Straftäter als Schwiegersohn ins Haus bringen: Was würdest Du dazu sagen? Ich meine das nicht polemisch, sondern wirklich ernst.[/quote]

Ich verstehe die Formulierung nicht: "ein verurteilter Straftäter" wandert doch zuerst mal in den Knast, oder? Wenn er seine Strafe abgesehen hat, ist er dann immer noch verurteilt? Von wem? Vom Schwiegervater?
Dieser hat wohl nur zwei Möglichkeiten - entweder Kontakt zu Tochter und deren Mann abbrechen oder es akzeptieren. Die Tochter entscheidet in unseren Breitengraden selbst über ihre Partnerwahl - wir sind ja hier nicht im Einzugsbereich von Zwangsehen, oder? Olga

Anzeige