Innenpolitik "rechts"- staat

Marija
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von Marija
als Antwort auf hinterwaeldler vom 18.11.2012, 11:18:21
Es gab hier im ST bereits einen thread speziell zum Verfasungsschutz.
Alle Argumente dagegen und die Verwobenheit des Vsch mit dem braunen Gesocks sind dort bereits niedergeschrieben.

Die Erkenntnisse zeigen inzwischen, dass alles damals richtig gesehen worden war, und also gegen den Fortbestand diese Behörde zu argumentieren ....
clara
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von clara
als Antwort auf yuna vom 17.11.2012, 15:36:47

Und wie gesagt - gegen den angeblich so ausgeprägten Fremdenhass der Menschen stand schon die Erziehung der Kinder, besonders in der Schule, die eben immer wieder zu Freundschaft und Frieden aufrief mit allen Menschen.
geschrieben von yuna
An allgemeinen Fremdenhass kann ich auch nicht glauben! Aber ist es nicht ein Widerspruch: Kinder lernen von Freundschaft, während die Staatsmacht Fremden nicht erlaubt, auf "normale" Art einzureisen? Kinder wurden doch auch vor dem zu bekämpfenden Klassenfeind gewarnt, der trotzdem (?) zu "allen Menschen" gehört. Ganz sicher erkannte die Bevölkerung den Gegensatz von Sagen und Tun ihrer Regierung. Wo hatten DDR-Bürger z. B. Kontakt zu sowjetischen Soldaten, wo zu Vietnamesen, ich meine inoffiziell?
Wären die ehemaligen DDR-Bürger von Anfang an alle so furchtbar rechts/ausländerfeindlich gewesen, wie es gerne behauptet wird, hätten sie auch von Anfang an entsprechend gewählt. Das haben sie nicht.
Das ist ein starkes Argument, wenn auch bei diesen ersten Wahlen zunächst der Wunsch und die Hoffnung nach raschem wirtschaftlichem Aufstieg oben standen. Und darin war die BRD Vorbild. Deshalb ist es für mich auch wahrscheinlich, dass sich Rechtsextremismus erst dann richtig entwickeln konnte, als Menschen enttäuscht waren oder sich sogar als getäuscht sahen.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, denn sicher gibt es in den neuen Bundesländern insgesamt verhältnismäßig nicht mehr Rechtsextremisten, als in den alten. Meine Überzeugung ist nach wie vor, dass rechtsextremistische Gefahr mit wirtschaftlichem Abschwung einher geht.

Clara
Marija
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von Marija
als Antwort auf clara vom 18.11.2012, 16:29:47

Deshalb ist es für mich auch wahrscheinlich, dass sich Rechtsextremismus erst dann richtig entwickeln konnte, als Menschen enttäuscht waren oder sich sogar als getäuscht sahen.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden, denn sicher gibt es in den neuen Bundesländern insgesamt verhältnismäßig nicht mehr Rechtsextremisten, als in den alten. Meine Überzeugung ist nach wie vor, dass rechtsextremistische Gefahr mit wirtschaftlichem Abschwung einher geht.

Clara


So sehe ich das auch.

Wirtschaftliche Not, Existenzängste, fehlende Perspektiven nähren den rechten Rand.

Hinzukommt, dass in der DDR das alte Naziwesen in gewissen Teilen der Bevölkerung, ich habe das nach 2000 in Rostock selbst beobachten können, regelrechte Verehrung entgegen gebracht wird, und es manche Sammler gibt, die Vitrinen und Schreine voll von Nazikram ihrer Altvorderen besitzen.

Wenn man sich vor Augen führt, dass mehr als 40 % der ersten DDR Regierung waschechte Ex-Nazis waren, dann wird so manches erklärlich, was sich in der Folge aufbauen konnte.

Man muss sich auch, bei dem m.M.n. offensichtlichen ökonomischen Unrecht, was nach dem Mauerfall geschehen ist nicht wundern .....
Marija

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justus39 †
justus39 †
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf Marija vom 19.11.2012, 08:54:42
Hinzukommt, dass in der DDR das alte Naziwesen in gewissen Teilen der Bevölkerung, ich habe das nach 2000 in Rostock selbst beobachten können, regelrechte Verehrung entgegen gebracht wird, und es manche Sammler gibt, die Vitrinen und Schreine voll von Nazikram ihrer Altvorderen besitzen.

Marija


Das habe ich auch beobachtet.
Nach der Wende haben viele Sammler die Gelegenheit genutzt um solche Trophäen zu erwerben, deren Vertrieb in der DDR bis dahin strafbar war.

justus
olga64
olga64
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 18.11.2012, 16:29:47
Deshalb ist es für mich auch wahrscheinlich, dass sich Rechtsextremismus erst dann richtig entwickeln konnte, als Menschen enttäuscht waren oder sich sogar als getäuscht sahen.

Meine Überzeugung ist nach wie vor, dass rechtsextremistische Gefahr mit wirtschaftlichem Abschwung einher geht.

Clara
[/quote]

Das stimmt sicher alles, Clara. Ich befürchte aber ,dass sich viele der Wendegeneration der früheren DDR es sich zu einfach vorstellten, binnen kürzester Zeit auf den materiellen und beruflichen Standard der BRD-Bürger zu kommen. Das ist eine Art Schlaraffenland-Denken - grossenteils mussten diese Mitmenschen ja ihr Bildungslevel den Erfordernissen der "neuen Arbeitgeber" anpassen und vieles mehr.
Sicher ist wirtschaftlicher Abschwung ein willkommenes Gebiet für Neonazis - das sieht man ja auch in Westdeutschland in den strukturschwachen Gebieten. Das schlimme ist nur, dass dort wie auch in der ehemaligen DDR dann ausländische, friedliche Mitbürger verantwortlich gemacht werden mit dem Motto "die nehmen uns die Jobs weg", was ja in den allermeisten Fällen nicht stimmt. Und dies dann auch in Regionen, wo überhaupt keine Ausländer leben, weil es ihnen schon lange zu gefährlich ist, dies zu tun. Olga
ehemaligesMitglied41
ehemaligesMitglied41
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von ehemaligesMitglied41
als Antwort auf olga64 vom 19.11.2012, 17:29:14
Ich befürchte aber ,dass sich viele der Wendegeneration der früheren DDR es sich zu einfach vorstellten, binnen kürzester Zeit auf den materiellen und beruflichen Standard der BRD-Bürger zu kommen. Das ist eine Art Schlaraffenland-Denken - grossenteils mussten diese Mitmenschen ja ihr Bildungslevel den Erfordernissen der "neuen Arbeitgeber" anpassen und vieles mehr.

..ich befürchte, nein ich behaupte, Frau Olga, dass Ihr Bildungslevel noch immer nicht ausreicht, um nur ansatzweise realistisch nachzuvollziehen, was für Fehler bei der Einheit begangen worden sind.

Es ist unbestritten, dass der Mensch nach einem besseren Dasein strebt, dass er auch dazu beitragen will und dass er auch spürt dazuzugehören.

Ein großer Teil hat nie die Chance bekommen dazuzugehören, ihm wurden jegliche Fähigkeiten abgesprochen (so wie Sie es im obigen Zitat ebenfalls tun).

Nicht jeder Mensch lässt sich in die Schiene pressen, die Sie vorgeben, viele brauchen einen „Leitwolf“.

Kohl hat ja die Rolle glänzend am Anfang übernommen.

Enttäuscht von den „blühenden Landschaften“, Existenzangst und Not und das Gefühl der „Verlierer“ zu sein bilden den Nährboden für den Rechtsextremismus.

Es ist schlimm, dass der Rechtsextremismus so großen Zulauf gefunden hat,
es ist auch schlimm, dass der Staat dies nicht rechtzeitig erkannt hat oder erkennen wollte.

Ich finde es aber unerträglich, wie hier dem System der ehemaligen DDR die Schuld dafür aufgebürdet wird.

Allein das Vorhandensein muss und soll bekämpft werden, egal wo die Verursacher sich aufhalten, Ost oder West.

Einerseits wird dem ach so „unmündigem DDR Bürger“ Unkenntnis über den Wahrheitsgehalt der Medien vorgehalten
und
andererseits versteht es der „Alt Bundesbürger“ noch immer nicht zu differenzieren, er glaubt unverblümt alles, was in den Medien über die DDR berichtet und geschrieben wird.

Frau Olga, es reicht, Ihr Denkapparat bedarf dringend einer Generalüberholung….

…ein…

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hugo
hugo
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von hugo
als Antwort auf Marija vom 19.11.2012, 08:54:42
Hinzukommt, dass in der DDR das alte Naziwesen in gewissen Teilen der Bevölkerung, ich habe das nach 2000 in Rostock selbst beobachten können, regelrechte Verehrung entgegen gebracht wird, und es manche Sammler gibt, die Vitrinen und Schreine voll von Nazikram ihrer Altvorderen besitzen.


seltsam, seltsam,,das ich als Ossi, der nicht weit von Rostock entfernt lebt, solche "Beobachtungen" noch nie machen konnte/musste.

Ich kenne viele Wohnungen,,aber eine Ostwohnung mit Vitrinen voller Nazikram ist mir noch nie begegnet. Ich kann mir auch nicht vorstellen das es hier im Norden nennenswert viele Ossis gibt welche reichlich überschüssiges Geld verfügbar haben und dieses ausgerechnet für Hitlerbüsten, Naziflaggen, brauen Literatur oder sonstige Mistkram aus dem Fenster werfen.

naja und zu DDR Zeiten waren einer solchen Sammelwut sowieso vielfache Riegel vorgeschoben. Da kamen so viele potentielle "Kontrolleure" in fast alle Wohnungen (Krankenschwestern, Versicherungskassierer usw,,,)
also für mich undenkbar,,,

nicht mal die ollen Briefmarken wurden -soweit ich ich erinnern kann- zum offiziellen Tausch angeboten,,

hugo
Marija
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von Marija
als Antwort auf hugo vom 21.11.2012, 08:08:37
Hugo,

es kann sein, dass du nichts mitgekriegt hast !

Ich war nach der wende vor Ort in Warnemünde, die ging einiges ab.
Als Süddeutsche haben mir beim Anblick solcher "Relikte" nicht nur die Augen getränt.
Es ist schon merkwürdig, dass ihr noch nicht einmal bemerkt habt, dass Naziwaffen, SS-Mäntel usw unter dem "Tresen"" verhökert worden sind.
Die Polizei stand schmunzelnd daneben.

Alles Fiktion, hugo ?

Rostock - Lichtenhagen war Fiktion ?
Die Braunen aus Meck-Pomm gewählte Landesvertreter, alles Fiktion ?

Matija
hugo
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von hugo
als Antwort auf Marija vom 21.11.2012, 08:29:48
Rostock - Lichtenhagen war Fiktion ?
Die Braunen aus Meck-Pomm gewählte Landesvertreter, alles Fiktion ?
geschrieben von Matija


nee Fiktion ist das nicht sondern traurige Wahrheit, genau wie die Sonnenhausballaden,,,

aber die darin suggerierten Lügen und Erfindungen das dies aus überwiegenden DDR-Beständen und DDR-Züchtungen resultiert, macht mich wütend.

Ich lass mich nicht gerne so schamlos anlügen, so offensichtlich für Dumm verkaufen wie es nach der Wende speziell beim Thema Neonazi usw geschehen ist.

apropos Lichtenhagen
-war es Zufall, dass die Situation vor dem Sonnenblumenhaus über mehrere Tage immer weiter eskalieren konnte?
- war es Zufall, dass in Rostock stationierte Wasserwerfer einige Tage zuvor ohne ersichtlichen Grund nach Schwerin verlegt worden waren und somit nicht schnell genug zur Verfügung standen?
- war es Zufall, dass die Feuerwehr zunächst keinen Polizeischutz bekam, als sie versuchte, das brennende Haus zu löschen.
-war es Zufall, dass sich die Polizei zwar schwer damit tat, den angereisten Neonazis Ein
-halt zu gebieten, eine kleine Gruppe linker Gegendemonstranten aber relativ zügig verhaftet wurde,
-war es Zufall das die Verantwortlichen Beamten aus dem Westen in ihren Heimatorten gemütlich Nachtruhe hielten und nicht zu bewegen waren nach Rostock zu kommen?
-war es Zufall, das die Rostocker Polizei so gut wie gar nicht für solche Aktionen ausgerüstet war, und die Bremer nicht rankam ??
-War es Zufall das es nachher n Dutzend Jahre dauerte bis die Gerichtsurteile (fast allesamt lächerliche Lobhudeleien und Aufforderungen für Neue Schweinereien,,)zustandekamen?

Mehr lesen: http://www.christoph-koch.net/2007/10/26/das-sonnenblumen-haus/#ixzz2CqITPmwZ

naja marija und was Du hier etwas zugespitzt beschreibst, könnte Jemanden der nicht auch die anderen Seiten beobachtet hat, vermuten lassen, das die Nachwendeossi zu einem großen Prozentsatz Nazis sind.

hugo
justus39 †
justus39 †
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Re: "rechts"- staat
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf hugo vom 21.11.2012, 09:16:48
Ich lass mich nicht gerne so schamlos anlügen, so offensichtlich für Dumm verkaufen wie es nach der Wende speziell beim Thema Neonazi usw geschehen ist.

hugo
geschrieben von hugo


Nach dem verlorenen Krieg bekamen unsere Eltern zu erfahren, wie sie während der Hitlerdiktatur belogen und missbraucht wurden.
Nach der Wende haben wir erfahren müssen, wie uns unsere DDR – Regierung verarscht hat.

Wir werden wohl nicht mehr so lange leben, um zu erfahren, wie wir jetzt belogen und betrogen werden und wie man die Geschichte zurechtbiegt.
Das bleibt nun wieder unseren Kindern und Enkeln vorbehalten.

justus

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