Innenpolitik Röslers Wurf

hafel
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Röslers Wurf
geschrieben von hafel

Alle reiben sich die Augen, einschließlich des Arbeitgeberpräsidenten D. Hundt -- und das obwohl Rösler den Arbeitgeberbeitrag festgefroren hat.
Solange es nicht gelingt, die Beiträge stabil zu halten, solange werden auch die Arbeitgeber mit zur Kasse gebeten. Das dann nicht wie bisher durch direkte Einzahlung, aber steigende Zusatzkosten der Versicherten ziehen zwangsläufig eine große Bedeutung in den Tarifverhandlungen nach sich. Und da derzeit ein Facharbeitermangel herrscht, wird den Arbeitgebern zwangsläufig nichts anderes übrig bleiben, als zähneknirschend nachzugeben.

Der größte Fehler des Liberalen besteht aber darin, dass er die absurde Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland nicht nur bekämpft, sondern sogar munter fördert. Das tut er, in dem er den Wechsel in die privaten Krankenversicherungen für Besserverdienende erleichtert, hilft Rösler einer Branche, die reiche Gesunde aufnimmt, aber arme Kranke nicht. Denn letztendlich kämpfen die gesetzlichen Kassen auch deshalb immer wieder mit Defiziten, weil ihr ausgerechnet diejenigen Kunden fehlen, die weniger Kosten verursachen.

Selbst die des Sozialneids völlig unverdächtigen fünf Wirtschaftsweisen haben daher wiederholt ein Ende der Privaten Vollversicherung gefordert. Eigentlich sollte das Rösler zu denken geben. Aber denkt er wirklich?

Hafel
eko †
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von eko †
als Antwort auf hafel vom 23.09.2010, 11:53:45
Zitat hafel:

"Aber denkt er wirklich?"


Also, ich weiß nicht, ob man Politikern grundsätzlich das Denken absprechen kann und darf.

Wir, das Wählervolk, wissen ja nichts oder nur ganz wenig über das, was ein Politiker ständig ausgesetzt ist. Es gibt keine Lobby, die so mächtig und einflussvoll ist wie die Pharmaindustrie z.B.

Sagt ein Gesundheitsminister hüst, ruft die einen, dass er doof ist.

Sagt er hott, rufen es die anderen.

Was auch immer ein Gesundheitsminister macht, er macht es falsch, je nachdem. Das musste Ulla Schmidt schon erfahren.

Ich finde, mit Politikerschelte kommen wir, das Wahlvolk, nicht weiter. Wir müssen auch mal das Denken lernen und da haperts eben bei Vielen noch ganz gewaltig.


e k o
hafel
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von hafel
als Antwort auf eko † vom 23.09.2010, 12:55:30
@ eko:

Ich lasse Deinen Beitrag mal soweit unkommentiert. Vielleicht solltest auch Du noch einmal nachdenken (das kann ja nie schaden), denn ungerechter kann ein Gesetz nicht mehr sein, was Rösler "als den großen Wurf" bezeichnet. Vielleicht beschäftigst auch Du Dich mal mit dem neuen Gesundheitsgesetz. Ich habe das getan.

Hafel

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eko †
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von eko †
als Antwort auf hafel vom 23.09.2010, 13:38:00
@ hafel:

Ich habe Dich nicht zum Denken aufgefordert, Du musst es mir gegenüber auch nicht tun. Lass das bitte! Ja?

apropos: Warum bist dann nicht Du Gesundheitsminister geworden?


e k o
EehemaligesMitglied58
EehemaligesMitglied58
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von EehemaligesMitglied58
als Antwort auf eko † vom 23.09.2010, 12:55:30
Den großen wurf hat es und wird es im gesundheitswesen nicht geben.
Dazu macht die wissenschaft zu große fortschritte und die bevölkerung, die daran nutznießt wird immer älter und bedürftiger.
Man sollte auch nicht alles übel an der privatversicherung festmachen.
Die fehlenden mittel im gesundheitswesen müssen jahr für jahr auch durch steigende zuschüsse aus dem staatshaushalt, also durch steuern ausgeglichen werden.
Steuern aber zahlen auch die privatversicherten, die insofern auch einen geringen teil zur finanzierung der GKV beitragen.
olga64
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von olga64
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 23.09.2010, 15:09:22
Der schlimmste Job, den die Politik zu vergeben hat, ist das Gesundheitsministerium - mit irgendjemandem eckt man todsicher an. Es ist ja wirkich einleuchtend, dass irgendjemand für eines der besten Gesundheitssysteme weltweit aufkommen muss (und der deutsche Krankenversicherte wünscht ja eine Rundum-Versorgung und besucht bis zu 18x jährlich Arztpraxen). In anderen europäischen Ländern sieht dies anders aus - auch diese Menschen dürften nicht gesünder sein als bei uns.
Es ist ja anscheinend Gram`s Lieblingsthema - Privatpatienten! Leider hat er wieder einmal übersehen,dass die meisten niedergelassenen Ärzte ihre Praxen nicht mehr aufrechterhalten , bzw. den persönlichen Luxus nicht mehr finanzieren könnten, wenn nicht ein gewisser Stamm an Privatpatienten sich von ihnen behandeln lassen würde. Dies dürfte ja auch einer der Gründe sein, weshalb keine Nachfolger für Arztpraxen in strukturschwachen Gebieten ohne Privatpatienten gefunden werden.
Wenn das Volk nun denkt, Privatversicherte seien automatisch reicher, dann sollten sie auch bedenken, dass diese dann automatisch mehr und höhere Steuern zahlen. Und der monatliche Beitrag eines Privatversicherten liegt auch um ein Vielfaches über dem des gesetzlich Versicherten - wann man mal von 20-jährigen Männern absieht, die in die PKV zum Niedrigtarif geködert werden. PKV-Sätze basieren ja nicht auf dem Einkommen, sondern können bausteinartig selbst zusammengestellt werden.
Olga

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hugo
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von hugo
als Antwort auf eko † vom 23.09.2010, 14:44:11
Es gibt keine Lobby, die so mächtig und einflussvoll ist wie die Pharmaindustrie z.B. (Eko)

Donnerlüttchen,
na da musste Dir doch etwas dabei gedacht haben, um zu einem solchen Denkergebnis zu kommen..

,stimmt außerdem nicht nur zufällig mit dem Meinen überein,,und da ich weiterspinne (spinnen darf man wohl noch ?) das er früher oder später auch mal an sich denken wird, muss er zur Erkenntnis gelangen das er von Dir, von Mir von der Masse derer für die er eigentlich Politik machen sollte, keine großen Geschenke oder gar einen Zukunftstraumberufsjob bekommen wird.

Ergo ? hm ??
jaa genau, der will doch auch nur spielen, mitspielen im Konzert derer, die sich auf Kosten der Ekos und hugos (die deshalb möglichst wenig denken und schon gar nicht in dieser Richtung nachdenken sollen) ein beachtliches und beträchtliches Stück vom großen Kuchen abschneiden wollen,,und da er von uns kein großes Messer für diese Tätigkeit erwarten kann,,hält er sich an jene die Ihm das hinreichen,,und dafür putzt er bei denen die Klinken logo ??

ich seh auch nicht ein das die Pharma mit 200% Gewinn auf einige Medikamente die sie im Ausland verkauft zufrieden ist, weil sie im Innland 1000% abkassiert und somit eine Mischkalkulation auf unsere Kosten von 500 bis 800% vornimmt.

(ehe hier wieder jemand meine Rechenunfähigkeit bestätigt nur soviel,,,der unterschiedliche Umsatz in den verschiedenen Ländern muss natürlich einbezogen und gewertet werden)
Report

hugo
hafel
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von hafel
als Antwort auf EehemaligesMitglied58 vom 23.09.2010, 15:09:22
Der "große Wurf" war das mit Sicherheit nicht. Außer Rösler selber, erkennt wohl niemand etwas Vernünftiges in diesem Gesetzentwurf.

Dass die Opposition Röslers Reform als Ausverkauf der sozialen Gerechtigkeit anprangert, mag zum politischen Ritual gehören. Aber selbst Röslers Kieler Kollege, Heiner Garg, -ebenfalls ein junger Liberaler - lässt kaum ein gutes Haar am schwarz-gelben Reformwerk.

"Minister der Lobbys" schallt es Land auf Land ab, denn der Versicherte zahlt hier die Zeche.

Aber auch unabhängige Gesundheitsexperten bescheinigen Rösler, mit dem geplanten Sozialausgleich, ein bürokratisches Monstrum zu züchten.

Bedauerlicherweise muss im Bundesrat dem Gesetz nicht zugestimmt werden. Eine breite Länderfront würde dem so nicht zustimmen. Die schwarz-gelbe Schleswig-Holstein-Regierung meldet jedenfalls Korrekturen an.

Hafel
hugo
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von hugo
als Antwort auf hafel vom 23.09.2010, 15:43:45
tja hafel was will man da machen,,ist dieser Phillip Rösler schon in jungen jahren ein abgebrühter Lügner, Betrüger, Prahlhans,,,eben durch und durch Profipolitiker ,,der kann es noch weit bringen,,

erst vor einem Jahr hat er wörtlich gesagt: " Rösler:
Wir beschreiten den Weg in ein robustes Gesundheitssystem, das nicht mehr alle zwei bis drei Jahre reformiert werden muss. Das System wird besser, ohne teurer zu werden. Wir gehen davon aus, dass die Versicherten keine höheren Beiträge zahlen werden, als das heute der Fall ist. "


Rösler:
"Wir sind fest davon überzeugt, dass die Entlastung von Bürgern und Unternehmen der einzige Weg ist, um aus der Krise herauszukommen. Die Zeit der Belastung war die Zeit der schwarz-roten Koalition. Aber die ist zum Glück vorbei"


Rösler:
Wir haben den Grundstein für ein robustes Gesundheitssystem gelegt. Wir sind fest davon überzeugt, dass unser Gesundheitssystem besser wird, aber definitiv nicht teurer.
olga64
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Re: Röslers Wurf
geschrieben von olga64
als Antwort auf hugo vom 23.09.2010, 15:31:44
Befinden sich unter den Diskutanten, die jetzt Herrn Rösler beschimpfen, wieder mal die mitfühlenden Versicherten, die das harte Los der Ärzte mit tränenumflorter Stirn beweinen? Einer Gruppe Akademiker, die die höchsten Einkommenszuwächse in den letzten Jahren erzielen konnten (auch währen der sog. Finanzkrise)? Tja, Leute, dann habt Ihr es nicht besser verdient.
Die Pharma-Industrie beschäftigt Hundertausende von Menschen - schon vergessen? Ihr ist es auch zu verdanken, dass Krebskranke, Aidskranke und viele mehr heute höhere Lebenschancen als noch vor einigen Jahren.
Und diese 0.3% mehr an GKV-Beitrag werdet Ihr doch irgendwie finanzieren können, oder? Bei einer Durchschnittsrente von 1.200.--Euro ist dies ungefähr ein Capuccino (monatlich) - sollte Euch für die Gesundheit schon wert sein. Olga

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