Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!

Innenpolitik Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!

rehse
rehse
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von rehse
als Antwort auf olga64 vom 12.08.2014, 16:52:03
Aber ich bitte Sie, Frau Olga, das Beispiel Zimmermann ist auch nach 23 Jahren noch abschreckend genug für Politiker und für die Justiz. Und die Frage war doch, warum man die Politiker nicht haftbar machen kann.
wolfgang
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von wolfgang
offenbar stehen dutzende Länder schlange als potentielle lieferanten von agrarerzeugnissen an russland. -> http://de.ria.ru/society/20140812/269273360.html

gut für russland. das gegensanktonieren scheint sich zu lohnen. zumal auch maßnahmen anlaufen, um russlands agrarwirtschaft autark zu machen.

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w.
luchs35
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von luchs35
als Antwort auf wolfgang vom 13.08.2014, 04:00:42
Russland wird sich nun andere Märkte erschliessen, die Leidtragende der Sanktionen ist die Agrarwirtschaft der westlichen Länder, vor allem der Baltischen Staaten, die als Hauptlieferanten ihrer bäuerlichen Erzeugnisse nach Russland schlimme Zusammenbrüche ihrer
Lebensgrundlage hinnehmen müssen.

Bislang hat sich auch die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied den Sanktionen wiedersetzt, denn auch hier geht es hauptsächlich um die Erzeugnisse der Obst-und Gemüsebauern, die es in erster Linie treffen würde.

Aber die EU-Mächtigen wollen auch den kleinen Staaten, die keine EU-Mitglieder sind, die Sanktionen in geradezu erpresserischer Weise aufdrängen.

Luchs

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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von klaus
als Antwort auf wolfgang vom 13.08.2014, 04:00:42
"gut für russland. das gegensanktonieren scheint sich zu lohnen. zumal auch maßnahmen anlaufen, um russlands agrarwirtschaft autark zu machen."


Wirtschaftssanktionen sind nie eine gute Option, um Fordeungen durchzusetzen.
Schon überhaupt nicht gegen Russland.
Die Russen sind an Mangelwirtschaft über Jahrzehnte gewöhnt und "Weltmeister" im Ausgleich solcher Bedingungen. Die Leidensfähigkeit der Bewohner ist zwar in den letzten Jahren gefallen - aber immer noch hoch.
Russland hat Rohstoffe aller Art ( Öl, Gas, Kohle, Erze aller Art...) in großen Mengen - ist ein Rohstoffgigant.
Russland hat die viertgrößte landwirtschaftliche Nutzfläche (nach China, USA und Brasilien)mit z.T. höchster Bodenqualität.
Die Effektivität der landwirtschaft ist zwar immer noch gering ( siehe Hektarerträge...) aber entwicklungsfähig, wie du auch andeutest.
Russland könnte die Chance nutzen, größere Anstrengungen zu unternehmen, die Effektivität zu steigern.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um Hochtechnologie in verschiedensten Bereichen geht. Hier ist die russische Abhängigkeit vom europäischen Markt größer.
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf luchs35 vom 13.08.2014, 08:56:44
Drei Beispiele aus der EU bei tagesschau.de: Russland-Sanktionen[/url]

[u]Wohin mit dem Gemüse?
Durch die russischen Sanktionen bleiben viele Landwirte in der EU auf Obst und Gemüse sitzen. In den Niederlanden befürchten die Bauern einen Preisverfall, kämen die Produkte auf den Markt. Deshalb verschenken sie ihre Waren lieber.

Überangebot würde Preise ruinieren
Die niederländischen Obst- und Gemüsebauern verschenken ihre Produkte derzeit lieber an Hilfsbedürftige, als sie auf den Markt zu bringen. Ein Großteil ihrer Waren war eigentlich für Russland bestimmt. Kämen die Tomaten, Gurken und Paprika jetzt in den heimischen Handel, würden die Preise wegen des Überangebots drastisch fallen.

Äpfel gegen Putin
Derzeit preisen auch die Belgier ihre Birnen und die Polen ihre Äpfel an, die für den russischen Markt bestimmt waren. Eine Parole dort lautet: "An apple a day, keeps Putin away." Bevor die Ware endgültig vernichtet wird, so Joke Cats, sollten die Bauern auf jeden Fall an Einrichtungen, wie die Tafel in Maassluis denken.

Merkel ruiniert die Landwirtschaft, lt Umfragen hat die Merkel ein Umfragehoch.
adam
adam
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von adam
als Antwort auf klaus vom 13.08.2014, 09:14:23
Wirtschaftssanktionen sind nie eine gute Option, um Fordeungen durchzusetzen.
Schon überhaupt nicht gegen Russland.


Hallo Klaus,

Deine Argumente sind natürlich richtig, aber ich sehe die Bewertung anders.

Der Westen geht mit seinen Sanktionen über den internationalen Finanzmarkt ans Geld und die Bequemlichkeit der Oligarchen. Immerhin wird allein Putins Vermögen auf 40 Milliarden Dollar geschätzt. Wo hat Putin und sein Machtzirkel sein, das ergaunerte Geld, versteckt und gebunkert? Sicher nicht in Russland, sondern über Scheinfirmen auf dem internationalen Finanzmarkt. Die Sanktionen treffen die richtigen Leute. Sie treffen die Ausbeuter des russischen Volkes.

Die russischen Gegensanktionen schaffen in Europa ein Luxusproblem, führen aber ausgerechnet in Russland zu einem Mangel. Während sich die russische Bevölkerung nach den Maßnahmen ihrer Regierung fragen muß, woher sie ihre Vitamine beziehen soll, fragen sich die Europäer, wohin mit dem Überschuss.

Die Argumentation mit den riesigen Anbauflächen Russlands scheint mir eine Milchmädchenrechnung zu sein, denn die russischen Abnehmer für europäische Vitamine wohnen in den Städten und haben weder Zugang zu Anbauflächen, noch zu den ländlichen Gebieten, die sich sowieso selber versorgen und die europäischen Importe nicht brauchen. Es wäre auch zweifelhaft, ob der russische Städter, wie die Stadtbewohner in der restlichen Welt, überhaupt das Knowhow besitzt, sich mal eben im Blumenkasten seinen Kohlrabi selber zu ziehen.

So gesehen treffen die russischen Gegensanktionen eher das eigene Volk als die Europäer, die sich vielleicht über eine Entschädigung ihrer Obst- und Gemüsebauern Gedanken machen müssen, aber keinen Mangel auszugleichen brauchen.

Die westlichen Sanktionen zielten ganz bewußt nicht auf die Bevölkerung der russischen Konföderation, während die Gegensanktionen der russischen Regierung genau dort treffen.

Und ob für die Stadtbewohner Russlands die altgewohnte Argumentation des politischen Masochismus noch gilt, möchte ich bezweifeln und lieber dazu auffordern, die Russen doch bitte als Miteuropäer zu sehen und nicht als leidensfähiges Anhängsel an Putin und seinen Oligarchenclan. Die Russen sind moderne Menschen und sitzen nicht gott- und putinergeben am Don und singen traurige Lieder.

--

adam

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wolfgang
wolfgang
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von wolfgang
russland hat alle möglichkeiten, sich autark zu machen - es ist reich gesegnet mit leicht erschließbaren erdgas- und erdölquellen und hat viel für die landwirtschaft nutzbares land.

autark werden heißt, sich ausklinken aus der globalisierung -> http://de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung, sich unabhängig machen von fremden märkten. autark werden heißt vor allem, sich frei zu machen von der ideologie des fortschritts -> http://de.wikipedia.org/wiki/Fortschritt.

die russische führung unter putin ist auf einem guten weg.

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w.
Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von klaus
als Antwort auf adam vom 13.08.2014, 10:48:28
"Die russischen Gegensanktionen schaffen in Europa ein Luxusproblem, führen aber ausgerechnet in Russland zu einem Mangel."
geschrieben von adam


Ich bin mir auch sicher, dass die beiderseitigen Sanktionen zu einem Luxusproblem führen und das sowohl bei den Konsumenten - als auch bei den Produzenten in den EU-Ländern.
Dass damit z.B. die deutsche Landwirtschaft ruiniert wird, wie HW(13.08.2014 09:18) behauptet, halte ich für unsinnig und mehr für einen "Schlag" gegen einen Lieblingsgegner v. HW.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ev. Mängel an landwirtsch. Produkten und anderen Gütern in Russland die Stellung v. Putin nicht antasten werden.
Die begüterten Russen werden ohnehin Wege finden, diesen Mangel auszugleichen.
Die Modernität der "neuen Stadtrussen" ( blöder Ausdruck!?) ist - so glaube ich - noch nicht mit mitteleuropäischen Maßstäben zu vergleichen.
adam
adam
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von adam
als Antwort auf klaus vom 13.08.2014, 11:51:37
Wir sind da ziemlich einig, Klaus.

Eigentlich wollte ich auf das Luxusproblem der EU aufmerksam machen und daß die Drehe- und Wenderei der Sanktionen sich real gegenteilig darstellt als bei der versuchten Panikmache. Als ginge die EU unter, weil sie nach dem Willen des Putin-Kreml keine Salatköppe mehr nach Russland exportieren darf.

Der "Stadtrusse" klingt wirklich fürchterlich, aber das Problem ist durch den Unterschied Stadt- und Landbewohner ja deutlich gemacht.

Noch schlimmer finde ich allerdings die hässliche Argumentation von der Leidensfähigkeit und demokratischen Unregierbarkeit "der Russen". Wie kann man daraus, daß Menschen Leiden überstanden haben, herleiten, daß man ihnen, besser gesagt ihren Urenkeln, ähnliche Leiden zufügen darf?

Wird Folter an den Nachkommen dadurch legalisiert, daß ein Vorfahr eine Folter überlebt hat? Und wenn jemand ein Land regieren will, hat er sich gefälligst auf die Bedürfnisse der Menschen einzustellen und Schaden von ihnen zu wenden oder darf er sie ausbeuten, wenn er vorgibt, sie seien demokratisch nicht zu "handhaben". Eine Frechheit sondersgleichen.

Naja, ich glaube, bei Klaus renne ich offene Türen ein.

Du kennst Dich doch aus, Klaus. Hat Westeuropa eine Chance, sich in der Zeit von russischen Energielieferungen unabhängig zu machen, in der Putin die Russen zwingt, ihr Gemüse selber anzubauen? Oder werden wir frieren, wenn Putin schon Suppe aus selbst gezogenem Kohl löffelt?

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adam
dutchweepee
dutchweepee
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Re: Sanktionen gegen Russland zeigen bereits Wirkung!
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf adam vom 13.08.2014, 13:14:32
Findest Du Deine Einstellung nicht ziemlich arrogant adam? Die Russen werden nicht darben und schon garnicht nur ihren geliebten Kohl futtern.

"Dutzende Länder stehen nach Worten des russischen Agrarministers Nikolai Fjodorow Schlange, um Moskau ihre Agrarerzeugnisse anzubieten. „Das russische Agrarministerium prüft die Angebote tagtäglich“, sagte der Ressortchef am Dienstag vor der Presse in Botscharow Rutschej bei Sotschi am Schwarzen Meer.

„Ich kann einige Länder nennen: Die Türkei, der Iran, Israel, Marokko, Argentinien, Ecuador, Peru und Brasilien. Die Schlange ist groß genug… Parallel hatten wir unsere zusätzlichen Bedürfnisse aufgelistet und an potentielle Lieferanten verschickt“, sagte der Minister."

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