Innenpolitik Stuttgart 21

hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf hinterwaeldler vom 30.09.2010, 21:50:35
Huch, Ich wage nichtmal den Link zu übernehmen. Erst spielen sie Brandstifter und nun ein Menetekel der Demokratie


Nichts sagt mehr als dieses Bild:



Ist den Polizisten überhaupt bewusst, des es das Kind ihres Kollegen oder ihrer nächsten Verwandten sein könnte?
adam
adam
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von adam

Gleichgültig, wie man zu Stuttgart 21 steht: Was ich gerade in den Nachrichten gesehen habe, ist das ein Rückfall des Verständnisses von Staatsmacht um ein halbes Jahrhundert. So etwas habe ich das letzte Mal bei den Demonstrationen gegen den Schah gesehen.

Wo bleibt das Recht auf Demonstration, wenn die Polizei so brutal vorgeht, nur weil eine Demonstration nicht auf ihre Aufforderung hin abgebrochen wird? Daß es sich bei den Demonstranten zum großen Teil um Schüler handelte, macht die Sache noch schlimmer.

--

adam

eko †
eko †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko †
Was sich in diesen Stunden in Stuttgart abspielt, hat mit Menschlichkeit nicht mehr viel zu tun.

Aber bitte auf beiden Seiten!

Was halt überhaupt auf Bildern nicht zu sehen ist, ist die Tatsache, dass zunächst einmal die Demonstranten die Polizei herausgefordert haben. Das wird gar zu gerne verdrängt und unter den Teppich gekehrt.

Was wissen denn wir als ferne Zuschauer, was dieser Polizeiaktion vorausgegangen ist ?

Nichts!

Was sollen die Jungs von der Polizei denn schließlich tun, wenn sie einer Mauer von johlenden, pfeifenden, völlig enthemmten Demonstranten gegenüberstehen und wie sollen sie denn ihrer gestellten Aufgabe gerecht werden?

Natürlich wird jetzt so getan, als ob sie alle "friedlich" demonstriert hätten. Jetzt will es keiner gewesen sein. Und trotzdem soll die Polizei ohne Vorwarnung und dermaßen brutal zugegriffen haben? Das kann man mir nicht weis machen!

Ich bin froh, nicht in deren Mitte sein zu müssen, weiß aber auch, dass ich persönlich mich niemals zu Gewalttaten und Nötigungen gegenüber der Polizei hinreißen lassen würde.

In Stuttgart ist von beiden Seiten eine rote Linie überschritten worden. Das ist nicht gut !

e k o

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pilli †
pilli †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von pilli †
mit wachsendem entsetzen habe ich den sendungen zu dieser schlacht der staatsgewalt gegen demonstrierende schüler zugeschaut, bei denen die wucht der auf sie gerichteten schlagstöcke jung und alt trafen, bis das blut floss. die ersten kommentare der behandelnden krankenhaus-ärzte werden gesendet.

darf ich die arbeit der sechs hundertschaften, des so bezeichneten "Antikonflikt-Teams" so verstanden wissen?

Ab 1. Oktober endet naturschutzrechtlich die Wachstumsperiode, Bäume dürfen dann bis Februar gefällt werden. Die Projektträger wollten sichtlich keine Zeit verstreichen lassen, sondern Fakten schaffen. „Wir haben Baurecht, das müssen wir auch umsetzen können“, sagte Andriof. Um die Baumfällungen habe man „nie ein Geheimnis gemacht“.
geschrieben von Frankfurter Rundschau


Frankfurter Rundschau

wie die vandalen haben die polizisten Kinder mit Pfefferspray besprüht...


--
pilli
rolf †
rolf †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von rolf †
als Antwort auf pilli † vom 30.09.2010, 23:44:19
Ich bin gespannt, wie und von wem das heute im Bundestag schöngeredet werden wird.
eko †
eko †
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko †
als Antwort auf pilli † vom 30.09.2010, 23:44:19
Zitat:

wie die vandalen haben die polizisten Kinder mit Pfefferspray besprüht...

Stimmt, pilli!

Es ist aber wieder einmal ein typischer Fall, wie Medien die öffentliche Meinung manipulieren. Man hat zwar gezeigt, wie Polizisten Pfefferspray versprühten, aber glaubst Du wirklich, dass die das aus Jux und Dollerei gemacht haben?

Wie diese Jugendlichen, die ich keinesfalls mehr als "Kinder" bezeichnen würde, auf die Polizei losgingen, das hat man natürlich nicht gezeigt.

Der SWR in seiner Funktion als Berichterstatter ist da alles andere als neutral. Der zuständige Redakteur, Herr Clemens Bratzler (in meinen Augen ein junger Schnösel) hat ja die Bilder geliefert, die über die Sender gingen. Dieser Clemens Bratzler hatte heute abend eine Diskussion mit dem CDU-Mann Hauk und dem Grünen Kretschmann moderiert in einer Art und Weise, dass ich ihm am Liebsten in den A...getreten hätte.

Dem CDU-Mann Hauk ist er ständig in die Parade gefahren, wollte ihn nicht ausreden lassen. Zum Grünen Kretschmann hingegen war er scheißfreundlich, der durfte seine Aggressivität voll ausleben und labern, solange er wollte.

So kann man keine Diskussion führen, aber die öffentliche Meinung ganz schön manipulieren. Ich war empört über diese Einseitigkeit.

Wenn diese Polizisten, die ja zum Teil aus anderen Bundesländern herangekarrt wurden, sich den Demonstranten gegenüber so verhalten haben, dann muss dem schon Entsprechendes vorausgegangen sein. Ich halte so eine einseitige Berichterstattung für einen Skandal.

e k o



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Cathalina
Cathalina
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von Cathalina
als Antwort auf eko † vom 01.10.2010, 02:50:07
Warum wurden eigentlich Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke von der Polizei eingesetzt? Was haben die Demonstranten gemacht das sie diese Reaktion der Polizei ausgelöst haben? Haben die Demonstranten die Polizisten mit Steinen oder sonstigen Gegenständen beschmissen, oder fühlten sich die Polizeibeamte von der Masse der Demonstranten bedroht? In den Medienberichten habe ich davon nichts gelesen und kann mir daher auch kein Urteil bilden. Seltsam finde ich diesen Einsatz aber schon.

Cath
miriam
miriam
Mitglied

Re: Schon früher spielte der zivile Ungehorsam eine wichtige Rolle
geschrieben von miriam
als Antwort auf Cathalina vom 01.10.2010, 05:52:06
Die Zeiten des zivilen Ungehorsams, scheinen wieder aktuell zu werden - in der jetzigen, allgemeinen politischen Lage, eigentlich eine logische Konsequenz.

Die Bankenkrise, die vielen Bürgern die letzten Ersparnisse geraubt hat, die Verlängerung der Verträge für die Atomenergie, – Stuttgart 21 - der neue Bahnhof, dessen Errichtung nur im Interesse einiger weniger durchgeführt wird.

Das sind nur drei Beispiele die uns zeigen, wen die jetzige Politik (ob Bund oder manche Bundesländer und Kommunen), vertritt.
Dass darauf mit dem so genannten zivilen Ungehorsam reagiert wird – wen kann das noch wundern?

Es ist ein sehr altes politisches Mittel, bzw. ein bewährtes Mittel, durch welches ein politischer, oder ein Systemwechsel eingeklagt wird.

Einige Sätze des Sozialwissenschaftlers Peter Grottian:
"Der zivile Ungehorsam ist ein öffentlicher Akt. Er ist ein Ungehorsamsakt mit einem moralisch-politischen Hintergrund, den man als ganz normalen Notschrei in der Demokratie auch akzeptieren sollte[…]
Wo wären wir heute bei der Frage Geschlechterdemokratie, Ökologie und vielen anderen Bereichen in Stadtteilen ohne zivilen Ungehorsam? Nur der zivile Ungehorsam hat den Anstoß gegeben noch einmal ein bestimmtes Problem gesellschaftlich zu durchdenken."

Es ist aber genau dieses nochmals durchdenken, das Mitdenken der Bürger und deren Meinungsäußerung, die anscheinend heute (und auch in Stuttgart), nicht erwünscht sind.

Eigentlich auch das ein politisches Signal, über das man nachdenken sollte - und nicht erst bei den nächsten Wahlen.

Miriam

eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von eleonore
als Antwort auf eko † vom 01.10.2010, 02:50:07
@eko,

wenn man deine beiträge zu stuttgart21 liest, hat man dass gefühl, du wirst von DB bezahlt.

es bestand keinerlei grund jugendliche und schulkinder einzukesseln und zu besprühen.

letzte nacht, bzw. heute früh sind die erste bäume gefällt worden unter strengsten polizeischutz.

Die ersten 50 Opfer, so hieß es, seien Schüler gewesen, die an einer angemeldeten Demonstration teilnahmen.

Unter den Demonstranten findet sich der Krimi-Autor Wolfgang Schorlau. Er habe so etwas noch nie erlebt, sagt er, wie die Polizei gegen Schüler vorgehe: "Ein Beamter hat einer etwa 15-Jährigen mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen." Er selbst habe einen Schlag auf den Hinterkopf kassiert - und nun heftige Kopfschmerzen. All dies habe er in Stuttgart nicht für möglich gehalten, sagt der Schriftsteller: "Wir sind ja hier nicht in Berlin."e
geschrieben von spon


ich hab heute morgen mit ein gute bekannte in stuttgart telefoniert, die dabei war.
sie ist reichlich verstört, und auch verletzt.
die bäume werden gefällt, und der platz einbetoniert.
bravo!!!!!! :(


stuttgart heute früh.
karl
karl
Administrator

Re: Stuttgart 21
geschrieben von karl
als Antwort auf eko † vom 01.10.2010, 02:50:07
Wenn diese Polizisten, die ja zum Teil aus anderen Bundesländern herangekarrt wurden, sich den Demonstranten gegenüber so verhalten haben, dann muss dem schon Entsprechendes vorausgegangen sein. Ich halte so eine einseitige Berichterstattung für einen Skandal.
geschrieben von eko
Sorry eko,

aber das kann ich doch nicht so stehen lassen. Wie nur ist es möglich, dass Du nicht auf die vielen Augenzeugenberichte Deiner Mitbürger hörst?

Hier hat eine um ihre Macht fürchtende Obrigkeit zum frühest möglichen Termin gegen das eigene Volk Fakten geschaffen. Ich habe das Interview des Innenministers Rech im ZDF gehört und war entsetzt über diesen Mann, der zurück getreten gehört.

Es wird sich zeigen, ob sich das auszahlt und die Bürger beim Wahltag vergessen haben werden, wer sie gestern hat verprügeln lassen.

Die Strategie, von auswärts ortsunkundige Polizisten herbei zu karren, die von der inhaltlichen Diskussion keine Ahnung haben und diese mit Wasserwerfern, Knüppeln und Pfefferspray auszustatten, war wohl überlegt, aber saudumm; denn ich kann mir nicht vorstellen, dass dies nun dazu führt, dass der Protest abebbt. Nein, es kann gut sein, dass er die Regierung bei den nächsten Wahlen hinweg fegt.

Karl

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