Innenpolitik Stuttgart 21

mradefeld
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Re: Stuttgart 21 TAZ ?
geschrieben von mradefeld
als Antwort auf Marija vom 16.11.2010, 07:43:25
Du hast schon Recht damit, dass es Berufschaoten gibt, die entweder auf eigene Faust mal so nebenbei eine Bank verwüsten, Geschäfte stürmen, dabei natürlich auch etwas "herumliegendes" mitnehmen, und sich des Zuspruchs der johlenden Mernge meist dabei auch sicher sein können. Bin sogar überzeugt davon, dass diese Leute nicht direkt von den Veranstaltern der Demos angeheuert werden.
Andererseits sollte man nicht irgendwelche Demonstranten für die absolute Masse halten, die das Interesse ALLER gegen die bösen Kapitalisten und die Regierenden überhaupt, vertritt. Die letzteren wurde schließlich einmal gewählt. Wer sich seiner Mehrheit nicht so sicher ist, der geht offenbar NICHT mehr zu den Wahlen, sondern versucht seinen Willen auf der Straße publikumswirksam auch OHNE Mehrheit durchzusetzen.

Re: Stuttgart 21 TAZ ?
geschrieben von klaus
als Antwort auf Marija vom 16.11.2010, 07:43:25
"Die Friedensdemonstrationen ´89 zeigen auf, wie soziale Kräfte politisch wirksam werden."


Diese 89-er Demonstrationen in der ganzen DDR als "Friedensdemonstrationen" zu bezeichnen ist natürlich falsch.
Diese Aussage widerspricht auch deinem Satz davor, in der du von einer "friedl. Polit-Demonstration" sprichst ( Zahlendreher 1998/1989)
Das waren friedliche Demonstrationen gegen ein verhasstes Regime.

Und du hast völlig Recht, wenn du schreibst, dass Demonstrationen gegen ein ökonomisches Projekt anders einzuordnen sind, da sie nur vergleichsweise wenige Menschen interessieren.

S21 allerdings wurde von einigen Parteien zu einem politischen Problem erhoben, weil man merkte, dass hier Stimmen mit Stimmungen gemacht werden können.
Das halte ich nun wieder bei ökonomischen Problemen für fragwürdig, weil die Projekte dann je nach Parteieninteressen ausgewählt werden.
Motto:
Stuttgart 21 = NEIN
Großflughafen Berlin-Brandenburg = JA
-- obwohl bei beiden große - und sehr ähnliche- Probleme auftreten und kräftig demonstriert wird.
hinterwaeldler
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von hinterwaeldler
Weiß die Bahn noch was S21 kostet und hat sie es jemals überhaupt gewusst? Oder wie man aus 7 Milliarden DM schnell mal 7 Milliarden Eus macht.

Es es existiert in der Stern-Redaktion ein bisher geheimgehaltenes Planungsdokument der Bahn aus dem Jahr 2002 "BAST" genannt, in welchem jeder Posten bis zum letzten Pissoir für S21 und der Neubaustrecke nach Ulm pedantisch aufgelistet sind. In diesem Dokument ist eindeutig von Euro die Rede:


Quelle: Stern-Online, Ralf Klassen vom 24. November 2010 "Bahn verschwieg Kosten für S21"

Noch am gleichen Tag dementiert die Bahn in einer Pressemitteilung, das die Angaben im "BAST" falsch sind und selbstverständlich nicht Euro sondern DM heißen muß.

Zur Erinnerung:
Wikipedia: Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld, drei Jahre später am 1. Januar 2002 erstmals als Bargeld eingeführt.

Das bedeutet, das alle längerfristigen Planungen seit dem 01.01.99, lt. damals gültigen Gesetz, in Euro durchzuführen waren oder galt das für die Bahn nicht?


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mradefeld
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von mradefeld
als Antwort auf hinterwaeldler vom 26.11.2010, 10:47:05
Hoffentlich stimmen die Jahreszahlen!
Hier scheint sich wieder jeder das Beste heraus zu interpretieren. Und das doch nur, um dieses großartige Projekt klein, oder besser (finanziell) zu groß, zu reden, je nachdem, wie gerade die Diskussionslage ist. Auf alle Fälle aber, um soviel Schaden wie nur irgend möglich anzurichten. Später wird man fragen, warum die damalige Gelegenheit, etwas wirkich Großes und zukunftsfähiges zu schaffen, so kleinlich vertan wurde.

entdeckerklaus
entdeckerklaus
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von entdeckerklaus
als Antwort auf mradefeld vom 26.11.2010, 12:02:48
Ich habe mir gestern und heute mal für je 2 Stunden die Übertragung auf Phönix zur Schlichtung des Dilemmas angesehen. Da vergleichen die Gegner Äpfel mit Birnen, und stellen das Ergebnis als Tatsachen hin.
die Worte eines Pastors, Namen konnte ich mir so schnell nicht merken, haben mir sehr gut gefallen. Sinngemäß „Aus einer Sorge wird ein Gerücht, und aus einem Gerücht werden dann die Tatsachen geschmiedet.
eko †
eko †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko †
als Antwort auf entdeckerklaus vom 27.11.2010, 20:03:00
Das Positive, was Dr.Heiner Geißler bislang errei cht hat, ist die Tatsache, dass aus dem ganzen Tohuwabohu insofern die Luft raus ist, als dass doch sehr sachlich miteinander umgegangen wird.

Was letztendlich daraus wird, da müssen wir noch abwarten.

Eines jedoch ist heute schon ganz sicher: Die von den Gegnern geforderte "Volksabstimmung" ist vom Tisch. Wie die Umfragen zeigen, stehen sich Befürworter und Ablehner in fast identischer Stimmenzahl gegenüber. Da würde auch eine Volksabstimmung nichts anderes erbringen.

Außerdem haben Umfragen ergeben (ja! ich weiß wohl, denen kann man nicht trauen!) dass die CDU wieder im Aufwind ist.

Also da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.



e k o

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mradefeld
mradefeld
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von mradefeld
Kleine Bemerkung zu einem fast ebenso bekämpftem Projekt:
Der Mittelteil der Waldschlösschenbrücke in Dresden wird heute eingeschwommen.
Und was haben die Gegner nicht alles versucht,GEGEN den klar formulierten Willen der Dresdner Bevölkerung, in einem Volksentscheid bestätigt, das Bauwerk unter allen Umstränden zuverhindern.
Und ob DRESDEN nun zum Weltkulturerbe gehört oder nicht, das ist den Dresdnern so ....egal. Weniger Besucher kommen deshalb gewiss nicht.
Höchstens ein paar mehr, die einmal sehen wollen, wie die UNO-Leute entschieden haben und mit welchem Recht.

heinzdieter
heinzdieter
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von heinzdieter
als Antwort auf mradefeld vom 18.12.2010, 12:30:42
Die Dresdner hatten sich für für den Bau diesetr etwas unansehnbare Brückenkonstruktion entschieden und dabei inkaufgenommen, dass sie den Status "Weltkulturerbe" verlieren.
Die Alternative, die eine andere unauffälliger Brückenkonstruktion beinhaltete, wurde leider nicht realisiert.

Bei Realisierung der Projektes S 21 wird der Schlossgarten durch einen
minimal 6 Meter hohen Wall, den sogenannten Straßburger Platz bestückt mit gelinde ausgedrückt unförmigen Lichtöffnungen, in 2 Hälften geteilt.
Den Befürwortern - Pro S 21 - ist das glaube ich nicht bewusst oder es mangelt an simplen Vorstellungsvermögen.
Auch in diesem Fall gab es andere Varianten zur Gestaltung der Oberfläche des Tiefbahnhofs.

heinzdieter
mradefeld
mradefeld
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von mradefeld
als Antwort auf heinzdieter vom 18.12.2010, 17:49:21
Sicher gab und gibt es bei solchen Projekten unterschiedlliche Vorstellungen. Diese wurden im Vorfeld über viele Jahre eingehend , auch kontrovers, besprochen und schließlich EINE Lösung favorisiert. Das wird wohl bei jedem Großprojekt so sein. Und, dass ALLE Leute damit einverstanden sind, ist ohnehin unwahrscheinlich.
Alle die, die damals in Dresden FÜR die Waldschlösschenbrücke gestimmt hatten, nun als Geschmacksverirrte darzustellen, ist doch etwas übertrieben. Diese Menschen wussten, dass die Brücke eine wesentliche Entlastung des Innenstadtverkehrs bringen wird, das Kulturgut Dresden also aufwertet und nicht zerstört, wie die weitab sitzenden Funktionäre der UN meinen, beurteilen zu können.
Im übrigen wird es stets so bleiben, dass "allen Menschen Recht gatan, eine Kunst ist, die niemals und von niemand erlernt werden kann".
rolf †
rolf †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von rolf †
als Antwort auf mradefeld vom 19.12.2010, 06:41:15
Wenn wir, die Eltern, Paten, Onkel und Tanten meiner Enkelin bei der Taufe beschließen, was sie mit Einundzwanzig bekommt, kann das in rd. zwanzig Jahren auch völlig unnütz sein.
Soll dem Beschluß deshalb wegen der Einigung trotzdem gefolgt werden?

Mit anderen Worten: Was bei Beginn der, zudem ungenügend durchdachten, Planung für richtig befunden wurde, muß doch heute nicht mehr richtig sein.
Auch am öfftl. Verkehr geht die Zeit doch nicht spurlos vorüber.

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