Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Umgang mit "AFD"-Wählern

Innenpolitik Umgang mit "AFD"-Wählern

karl
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Administrator

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von karl
als Antwort auf ehemaligesMitglied66 vom 11.06.2016, 09:50:09
Och, die rechten Hetzer können einem richtig leid tun. Die armen Kerle werden sogar manchmal beschimpft? Dabei haben Sie doch nur "Ausländer raus" gegrölt oder "Neger ins Klo", vielleicht auch einmal zugelangt oder ein Flüchtlingsheim abgebrannt. Diese armen, verlorenen Seelen sollte man hätscheln und pflegen und Zückerli verteilen. Sie sind doch so gebeutelt vom Leben und völlig frustriert. Das einzige, was ihnen im Leben noch bleibt, das ist, sich besser zu fühlen als "Ausländer", "Neger". Gegen diese sollen sie nun auch noch ausgetauscht werden.

Man muss sie doch verstehen und Mitleid haben?

Mit Ihnen oder mit ihren Opfern?

Karl

P.S.: Übrigens sehr aufschlussreich, dass sich Deiner Meinung nach offensichtlich nur Rechte eine eigene Meinung bilden. Ich würde "bilden" dabei am liebsten in Anführungszeichen setzen.
ehemaligesMitglied66
ehemaligesMitglied66
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von ehemaligesMitglied66
als Antwort auf karl vom 11.06.2016, 13:35:39
Karl,
wenn Du meinen Link gelesen hättest, vielleicht wäre Dir dann aufgegangen, daß es nicht um "rechte Hetzer" geht, sondern um den immer größeren Abstand zwischen Politik und Volk und den Umgang derer, die sich als Erfinder der einzig gängigen Wahrheit (natürlich alternativlos) halten, mit denen, die sich damit nicht anfreunden können.
Dieser Umgang, der auch aus Deinem Beitrag herausscheint, hat dazu geführt, daß die rechten Parteien überall in Europa, da ist die AfD noch hintenan, großen Zulauf haben.
Seit längerer Zeit, findet durch Politik, Medien und deren "Anhänger" eine Treibjagd statt, gegen jeden, der der alternativlosen Politik (Flüchtlingskrise, Energiewende, Griechenland, Euro und Europa) nicht hundertpro zujubelt.
Dabei wird mit den bekannten Subjektiven jeder überschüttet, der auch nur den geringsten Widerspruch anmeldet.
In der Realität sieht das dann so aus, das die rechten Parteien immer mehr Zulauf haben, je übler die Beschimpfungen über sie ausfallen.
Mal sehen, wann auch Du das merkst, einige Parteifunktionäre versuchen schon langsam gegenzusteuern.
Im Moment läuft das ab wie einst in der DDR.
Je mehr die Regierenden auf das unbotmäßige Volk losgingen, je größer wurde die Unzufriedenheit und der Widerstand.
Wieso hat in Österreich der Kandidat der "Einheitsfront" nur mit knappster Mehrheit gegen den Rechten gewonnen?
Sind 50% der Österreicher Nazis oder Rassisten?
Sehr aufschlußreich Dein letzter Satz, in dem Du mir unterstellst, daß sich nur Rechte eine eigene Meinung bilden.
Ich hatte geschrieben, der Verfasser des verlinkten Artikels übrigens auch, daß sich immer mehr Leute eine eigene Meinung bilden.
Du ordnest diese Leute sofort, ohne Argument, ohne nachzudenken als Rechte ein.
Diese Zuordnung aller, die nicht Deiner Meinung sind, sind der Kern des Problems.
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von JuergenS
Ich finde, Ron hat sich redlich bemüht, den Unterschied aufzuzeigen zwischen den Rechtsextremen und denen, die die etablierte Politik nicht in allen Punkten richtig finden.
Natürlich kann man heftig darüber streiten, dass man sich aus Protest ganz nach rechts wendet und dort wählt, wissend, dass die keinen Stich machen dürfen.
Der thread heisst ja nicht Umgang mit der AFD, sondern mit deren Wählern. Das kann nur über Veränderungen der etablierten Parteien passieren, das wissen die auch, dass nicht alles alternativlos ist, was sie tun.
Die AFD-Wähler, da kann jeder von uns beitragen, sollten in Gespräche verwickelt werden, deren Ziel es sein muß, sie daran zu erinnern, was Rechts von Rechts schon mal in D. passiert ist und dass die aktuellen Rechtsrucke in anderen, auch europäischen Staaten einen verhängnisvollen Weg gehen. Nicht bei uns, sondern in vielen anderen Ländern ist nicht verankert, wohin rechter Extremismus hinführen kann.

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karl
karl
Administrator

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von karl
als Antwort auf JuergenS vom 11.06.2016, 17:31:59
Lieber heigl,

ich bin bereit die Unterscheidung zwischen den AfD-Führern und den AfD-Wählern teilweise mitzugehen, obwohl ich mich schon frage, wie kann jemand eine Partei wählen, wenn er Äußerungen eines Höckes, Gaulands oder einer von Storch kennt?

Also, entweder wird diese Partei gewählt, weil man diese Reden nicht kennt, dann wäre das fahrlässige Uninformiertheit, oder aber man teilt in wesentlichen Punkten deren Meinung und wählt die Partei deshalb.

Dann aber würde meine Kritik der AfD-Führer ebenso die AfD-Wähler treffen und daran habe ich nichts zurückzunehmen.

Die Interviews von AfD-Anhängern (Wählern) mögen ja teilweise nicht repräsentativ sein. Ich persönlich würde mich allerdings angeekelt von einer Partei zurückziehen, wenn ich feststellen müsste, dass sie solchen "Meinungen" eine Heimat bietet.

Karl
Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von claude
als Antwort auf karl vom 11.06.2016, 20:09:34
Dann aber würde meine Kritik der AfD-Führer ebenso die AfD-Wähler treffen und daran habe ich nichts zurückzunehmen.

Damit liegst du vermutlich richtig Karl, die AFD wird nicht gewählt weil die AFD Wähler fahrlässig uninformiert sind sondern weil die meisten AFD Wähler die Meinung von Storch, Gauland,Höckes usw teilen.
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf karl vom 11.06.2016, 20:09:34
Karl, du schreibst:

"fahrlässige Uninformiertheit"

Ich denke, die liegt bei der Mehrheit aller Wähler grundsätzlich vor, denn nur ein Mensch, der gewissenhaft allein zu Kernthemen Meinungen von Parteien prüfen und vergleichen würde, hätte wohl viel Zeit aufzuwenden und müßte auch kompetent sein.
Wähler aber sind die, denen gestattet wird, auf den Stimmzetteln verbindliche Kreuze zu machen, aus denen Zahlen ermittelt werden.
Das kann nur ein sehr ungefähres Votum sein, bis auf ein paar Millionen Kompetente.
Mündigkeit glaub ich nennt man das.
Da die Profis der Parteien das wissen, vereinfachen sie Sachverhalte zu Parolen, Verunglimpfungen des Gegners haben immer Vorrang.
Deshalb ist es bei jedem Volk Glückssache, wer wie gekonnt Fakten so einpackt, dass angebissen wird, da haben Gefühle seitens der meisten Wähler Vorrang vor Einsichten.

Jedes Kreuz aber eines Wählers zählt gleich viel.

Gerade D. hat diese Schwäche schon mal das letzte Hemd kosten lassen, und zig Millionen Menschen mit ins Unglück gerissen.

Deshalb ist vielleicht der Titel des threads gar nicht gut, denn wie kann ich als politisch inkompetenter Mensch mit jemandem Umgehen, der für mich gar nicht identifizierbar ist.

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ehemaligesMitglied66
ehemaligesMitglied66
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von ehemaligesMitglied66
als Antwort auf JuergenS vom 12.06.2016, 18:38:58
Heigl,
nach der Wahl in Sachsen/Anhalt (über 20% AfD) hat jemand hier geschrieben, fast 80% haben die Politik von Merkel gewählt.
Das ist demnach ziemlich einfach.
Es gibt die AfD und Du, was Du auch wählst, Du wählst Merkel und gehörst zu den "Guten".
Nun scheint es aber immer mehr ehemalige Wähler von Linken, CDU, SPD, Grünen zu geben, die mit der Politik von Merkel nicht mehr einverstanden sind.
Wen sollen die denn nun wählen?
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von Bruny
als Antwort auf ehemaligesMitglied66 vom 12.06.2016, 18:51:00
FDP
ehemaligesMitglied66
ehemaligesMitglied66
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von ehemaligesMitglied66
als Antwort auf Bruny vom 12.06.2016, 19:01:47
Von mir aus auch FDP, aber sobald die sich an eine Regierungskoalition anklinken kann, ist es aus mit eigener Politik.
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: Umgang mit "AFD"-Wählern
geschrieben von Bruny
als Antwort auf ehemaligesMitglied66 vom 13.06.2016, 15:28:17
Ober sticht unter, wie überall im Leben. Lindner wäre zumindest ein Politiker dem ich noch ein wenig Ernsthaftigkeit abnehmen kann. Die anderen sind mit allesamt zu satt.
Bruny

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