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Innenpolitik Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?

Elmos
Elmos
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von Elmos
Hallo,

ich glaube, das habe ich kürzlich schon mal geschrieben, dass sich nur sehr wenig über Kindesmisshandlungen aufgeregt wird, das liegt meines Erachtens daran, dass nach wie vor Kinder nicht als vollwertige Menschen betrachtet werden, die irgenwie nur stören (wenn sie grade nicht süss sind), und die in einem Lebensraum leben müssen in dem auf ihre Bedürfnisse einfach keine Rücksicht genommen wird, was die Menschen, die mit ihrer Aufzucht beschäftigt sind, bisweilen vor unlösbare Probleme stellt.

Wenn es zu Tötungen kommt, oder auch bei sexueller Gewalt, da rührt sich des Volkes Seele bisweilen. Aber eben nur bisweilen, wenn es grade saure Gurken Zeit ist, oder eine Tötung besonders weit vom "guten Geschmack" entfernt war. Sonst stünde ja dreimal die Woche auf den Titelseiten von Bild, WAZ und wie die Zeitungen alle heissen davon dass schon wieder ein kleiner Mensch brutal getötet worden ist. Und all die Kinder die durch "sonstige" Gewalt körperlich oder seelisch verstümmelt und verkrüppelt werden, das ist den meisten Menschen eher unangenehm - über die liest man nur zum "Kindertag" (wie jetzt wieder geschehen).

130 Kinder pro Jahr, das ist übrigens keine Steigerung, sondern in etwas die "Normalität" in diesem Land. Dazu kommen noch die ganzen unerkannten Todesfälle sowie "unerfolgreiche" Tötungsversuche.

Was ich übrigens sehr bezeichnend finde, sogar diejenigen, die hier über das Thema "diskutieren" finden es so wenig wichtig, dass es ihnen nicht zu schade ist auch hier (wie überall sonst auch *gääähhhnnn* sich, natürlich wohlerzogen, wie die Kesselflicker zu streiten). Fürchterlich.

Liebe Grüße
Andrea
ttrula
ttrula
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von ttrula
als Antwort auf Elmos vom 02.06.2016, 20:50:20
es ist sehr schwierig einem Kind im Verdachtsfall zu helfen. Wer jemals mit Jugendamt und Polizei, aber auch mit entsprechenden Beratungsstellen zu tun hatte, kann das vielleicht bestätigen.

Ein anderer Weg wäre, die örtlichen Frauenhäuser mit Spendengeldern zu unterstützen, die Frauen mit ihren Kindern Zuflucht und Hilfe geben.
In München gibt es verschiedene Organisationen mit Frauenhäusern. Ich unterstütze Jutta Speidel mit ihrem Verein Horizonte e,V. Sie plant gerade den Bau eines weiteren Hauses.
Frauenhäuser gibt es in ganz Deutschland.
Mir ist bekannt, dass auch Frauen Kinder quälen, missbrauchen und töten. Trotzdem empfinde ich die Unterstützung von Frauenhäusern als wichtigen Schritt.
Bloß schrecklich finden reicht nicht.
Den Mitmenschen zu unterstellen, sie würden sich für Lackkratzer oder Einbrüche mehr interessieren, empfinde ich als unsäglichen Versuch, sich selbst moralisch aufzuwerten.
Elmos
Elmos
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von Elmos
als Antwort auf ttrula vom 02.06.2016, 21:36:01
Hallo,

nun ja, sooo schwierig ist das nun auch wieder nicht. Die "Ämter" haben schon einigen Spieraum. Sei es durch die "Zugabe" von ambulanten Betreuungen, die regelmässig in Familien gehen und dort, vor Ort, den Familien auch helfen oder aber auch, wenns schnell gehen muss, durch Inobhutnahme von gefährdeten Kindern.
Beide meine Geschwister arbeiten in dem Bereich, daher bekomme ich davon einiges mit, leider auch davon, wie schlecht es den Kindern oftmal geht.

Also ich glaube die Mittel sind eigentlich da, und auch die Gesetze. Aber es wird immer noch viel zu selten "gemeldet" dass Kinder misshandelt werden. Von Lehrern, Erziehern, Nachbarn, Ärzten etc.
Wobei es für Ärzte ja besonders schwierig ist, stelle ich mir vor. Denn obwohl sie in dem Fall wohl von der Schweigepflicht entbunden sind, werden Eltern dann Ärzte, von denen bekannt ist, das sie rigeros zum Wohle des Kindes entscheiden, eher nicht aufsuchen...

Bis die Polizei die "Nase" dran bekommt, da muss auch schon einiges passieren. Ich glaube dass eigentlich in erster Linie Nachbarn gefragt wären. Aber die fühlen sich leider, viel zu häufig, nicht zuständig.

Wobei ich zugeben muss (und das ist mal wieder so eine Stelle zum "vor der eigenen Türe kehren) dass ich auch häufig genug wegschaue. Wenn ich im Mehrzweckabteil der Bahn wieder einmal mitbekomme, dass Eltern ihre Kinder, obwohl sie vollends fertig sind und nur noch weinen können, im Kinderwagen anbinden, damit sie nicht mit ihnen herumlaufen oder sie gar auf den Schoss nehmen müssen, da mache auch meistens gar nichts (dabei passiert mir das häufiger, ich nutze dieses Abteil zweimal täglich). Ich bin dann aber auch immer so ausser mir, dass ich gar nichts konstruktives sagen kann (manchmal versuche ich das, aber das tuts selten). Und ich glaube, wenn ich die Eltern "anpupse", damit tu ich dem Kind sicher keinen Gefallen...von daher, solange ich nicht irgendwas "positives" loben kann, halte ich lieber den Mund...richtig ist das sicher nicht...
Das ist jetzt für den einen oder anderen ein kleines Beispiel, aber ich finde, so fängt es an.

Liebe Grüße
Andrea

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ttrula
ttrula
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von ttrula
als Antwort auf Elmos vom 02.06.2016, 22:12:38
Was hälst du von dem Vorschlag, konkret zu beschreiben, wohin man sich wenden kann, wenn man in der Umgebung einen Verdacht auf Kindesmisshandlung hat? Es hört sich so an, als hättest du da erfolgsversprechende Erfahrungen.

Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, zusätzlich Spenden an Frauenhäuser in Betracht zu ziehen.
Edita
Edita
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von Edita
Ich weiß nicht, wie man zu solch einer verqueren Wahrnehmung wie hier tituliert, kommen kann, jedoch alleine ein kriminelles Eigentumsdelikt mit einer Kindesmißhandlung oder einer Kindstötung in der Beurteilung auf eine Schiene zu bringen, zeugt für mich von einer emotionalen Kälte, die schon nicht mehr nur Durchschnitt und zu überbieten ist!
Wo gab es überhaupt einen AUFSCHREI über kriminelle Eigentumsdelikte?
Daß die Polizei ihre neueste Erhebung darüber veröffentlicht ist doch nichts anderes als ein Politikum, damit macht man die permanent personelle und qualitativ funktionelle Unterbesetzung der Polizei öffentlich, in der Hoffnung daß sich in der Bevölkerung Druck aufbaut, damit sich endlich die zuständigen Politiker bequemen und hier aufstocken und auch die dementsprechenden Länderzuständigkeiten zwecks effektiveren Informationsaustausches vernetzt werden!

Ich kann mich nicht erinnern, daß eine bekannt gewordene Kindesmißhandlung oder gar Kindstötung nicht unter
" deutschen (MIT)menschen heiß diskutiert und in den Medien genüßlich ausgebreitet wird, das geht sogar soweit, daß in kriminalistischem Sinne unbeteiligte Nachbarschaft belagert und verfolgt wird, um eventuell ja noch ein Detail herauszubekommen, daß in der Polizeiveröffentlichung noch nicht zu entdecken war!
Und..... es sind, soweit ich mich jedenfalls erinnern kann, die allermeisten Fälle schon unter Betreuung der Jugendämter gewesen, was aber den betroffenen Kindern überhaupt nichts genutzt hat, weil nämlich die Jugendämter auch, ähnlich wie die Polizei, wegen schlechter Bezahlung, permanentem Mitarbeitermangel und fehlender Erfahrung auf ganzer Linie versagt haben!!!
Dieses Versagen "deutschen (MIT)menschen", auch auf dso einen Ausdruck muß man mal kommen , anzulasten, und aber das "Jammern" über den Kratzer im Lack dagegen halten, das grenzt schon an einen echten Verschwörungswahn, damit man ja schön vom Versagen der Politiker ablenken kann!

Nein - die allermeisten "deutschen (Mit)menschen" müssen sich diesen Schuh nicht anziehen!

Edita
Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von klaus
als Antwort auf Lindensee vom 02.06.2016, 16:56:50
"Ich habe etwas andere Wahrnehmungen bei Leuten, denen ich täglich oder meistens begegne. Straftaten gegen die Persönlichkeit bzw. gegen die Gesundheit - und insbesondere von Kindern - werden mit besonderer Bestürzung, ja meist mit Erschütterung wahrgenommen."


Entspricht genau meiner Wahrnehmung!

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Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf klaus vom 03.06.2016, 09:24:02
"Ich habe etwas andere Wahrnehmungen bei Leuten, denen ich täglich oder meistens begegne. Straftaten gegen die Persönlichkeit bzw. gegen die Gesundheit - und insbesondere von Kindern - werden mit besonderer Bestürzung, ja meist mit Erschütterung wahrgenommen."


Entspricht genau meiner Wahrnehmung!


Meiner Wahrnehmung entspricht das auch. Dieser Vergleich der hier
angewendet wird ist total unpassend.
Tina
uki
uki
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von uki
als Antwort auf Elmos vom 02.06.2016, 22:12:38
Wobei ich zugeben muss (und das ist mal wieder so eine Stelle zum "vor der eigenen Türe kehren) dass ich auch häufig genug wegschaue. Wenn ich im Mehrzweckabteil der Bahn wieder einmal mitbekomme, dass Eltern ihre Kinder, obwohl sie vollends fertig sind und nur noch weinen können, im Kinderwagen anbinden, damit sie nicht mit ihnen herumlaufen oder sie gar auf den Schoss nehmen müssen, da mache auch meistens gar nichts (dabei passiert mir das häufiger, ich nutze dieses Abteil zweimal täglich). Ich bin dann aber auch immer so ausser mir, dass ich gar nichts konstruktives sagen kann (manchmal versuche ich das, aber das tuts selten). Und ich glaube, wenn ich die Eltern "anpupse", damit tu ich dem Kind sicher keinen Gefallen...von daher, solange ich nicht irgendwas "positives" loben kann, halte ich lieber den Mund...richtig ist das sicher nicht...
Das ist jetzt für den einen oder anderen ein kleines Beispiel, aber ich finde, so fängt es an.


Ich denke, Elmos, du hast gut daran getan, die Eltern, die ihre kleinen Kinder bei einer, (wahrscheinlich) kürzeren Zugfahrt, im Kinderwagen sitzen lassen, nicht "anzupupsen".
Viel gefährlicher wäre es, sie, die Kinder, auf den Schoß zu nehmen oder mit ihnen im Abteil herumzulaufen.
Ähnlich wie im Auto. Eine unerwartete Schnellbremsung ist immer möglich und auch im Auto besteht Anschnallpflicht.

Du könntest versuchen, die Kinder abzulenken, von dem Grund, den sie evtl. für das Schreien haben. So kann man die anwesenden Eltern miteinbeziehen.

-----------
Zum Thema; die zunehmende Gewaltbereitschaft in allen Bereichen ist sehr schlimm.

~uki~
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf Edita vom 03.06.2016, 08:35:17
Ich weiß nicht, wie man zu solch einer verqueren Wahrnehmung wie hier tituliert, kommen kann, jedoch alleine ein kriminelles Eigentumsdelikt mit einer Kindesmißhandlung oder einer Kindstötung in der Beurteilung auf eine Schiene zu bringen, zeugt für mich von einer emotionalen Kälte, die schon nicht mehr nur Durchschnitt und zu überbieten ist!
Wo gab es überhaupt einen AUFSCHREI über kriminelle Eigentumsdelikte?
Daß die Polizei ihre neueste Erhebung darüber veröffentlicht ist doch nichts anderes als ein Politikum, damit macht man die permanent personelle und qualitativ funktionelle Unterbesetzung der Polizei öffentlich, in der Hoffnung daß sich in der Bevölkerung Druck aufbaut, damit sich endlich die zuständigen Politiker bequemen und hier aufstocken und auch die dementsprechenden Länderzuständigkeiten zwecks effektiveren Informationsaustausches vernetzt werden!

Nein - die allermeisten "deutschen (Mit)menschen" müssen sich diesen Schuh nicht anziehen!
Edita


Edita ich bin voll deiner Meinung. Ich finde es unerträglich wie man hier versucht 2 total unterschiedliche Themen auf eine Schiene zu bringen.
Was will man damit erreichen? Es ist nichts weiter wie eine Unterstellung. Du redest von emotionalen Kälte, was ich auch bestätigen kann. Denn wer hier wiedermal die "deutschen (Mit)menschen" anklagt, so einen ähnlichen Thread gibt es schon, der hat in vielen Dingen was Schutz u Hilfe für schwache Mitmenschen betrifft große Kälte gezeigt. Wie du schon sagst, diesen Schuh müssen sich die allermeisten Mitmenschen nicht anziehen, denn ich kenne keinen der nicht die Augen aufmacht, der nicht Zivilcourage zeigt, wenn es um Kinder geht, die schwächsten Mitglieder in einer Gesellschaft, weil sie sich nicht wehren können.
Tina
ttrula
ttrula
Mitglied

Re: Unterschiedliche Beurteilung von kriminellen Taten in unserem Land?
geschrieben von ttrula
als Antwort auf Edita vom 03.06.2016, 08:35:17
es sind, soweit ich mich jedenfalls erinnern kann, die allermeisten Fälle schon unter Betreuung der Jugendämter gewesen, was aber den betroffenen Kindern überhaupt nichts genutzt hat, weil nämlich die Jugendämter auch, ähnlich wie die Polizei, wegen schlechter Bezahlung, permanentem Mitarbeitermangel und fehlender Erfahrung auf ganzer Linie versagt haben!!!
Edita


Ich habe vor ca. 10 Jahren die Erfahrung gemacht, dass bei einer sozial nicht auffälligen Familie, Vater Gutverdiener, nichts unternommen werden konnte, obwohl dringender Verdacht auf sex. Missbrauch der kleinen Tochter vorlag. Da kann nicht einfach erzieherische Begleitung oder ähnliches angeordnet werden. Nicht mal das Kind darf ohne Einwilligung der Eltern befragt werden. Man wird eher als lästig empfunden, wenn man nachhakt, weil nichts passiert. Es wird auf "Beobachtungen" der Kindergärtnerin gewartet, die - wie sich später herausstellte - gar nicht informiert war von dem Verdacht. usw. Man fühlt sich in so einem Fall sehr hilflos. Die Familie ist nach 2 Jahren weggezogen, an das kleine Mädchen und ihr Schicksal muss ich noch oft denken.

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