Innenpolitik unverschämtheit

karl
karl
Administrator

Re: unverschämtheit
geschrieben von karl
als Antwort auf ehemaligesMitglied46 vom 10.07.2014, 09:27:13
Auch bei mir im Westen wurden Krieg und Nazizeit im Gymnasium abgehandelt. Ob dies meinen guten Lehrern oder dem Lehrplan geschuldet war, weiß ich nicht, aber ich erinnere mich an unsere engagierten Diskussionen darüber. Karl
Crimmscher
Crimmscher
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von Crimmscher
als Antwort auf sittingbull vom 10.07.2014, 09:16:14
In einem Senioren-Forum darf man Unverschämtheit aus Rechthaberei nicht allzu ernst nehmen.

Es sollte eigentlich dem Austausch von Erfahrungen, Ansichten und Meinungen dienen, doch es wird unbegründet kritisiert und gemobbt, nur weil man den Schreiber nicht mag oder weil er anderer Meinung ist.

Ganz "Schlaue" schulmeistern in ellenlangen Abhandlung ins Nirawana,
kritisieren aber sofort jeglichen gegenläufigen Kommentar als Schulmeisterei.

Damit muss man sich in einem Forum rechthaberischer Senioren abfinden.

Die Erfahrungen lehrten mich, dass es sich zu streiten nicht auszahlt.

Besserwisser muss man nicht unbedingt herausfordern.

Crimmscher
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf ehemaligesMitglied46 vom 10.07.2014, 09:27:13

Dann bist du sicherlich in der DDR zur Schule gegangen.
geschrieben von Candy

So ist es!
Der Lehrer, der uns am ersten Schultag in Empfang nahm, war selbst gerade erst aus dem Krieg zurückgekehrt und ging am Stock. Er hat uns bereits in der ersten Schulwoche die Grausamkeiten des Krieges geschildert.
Ich war davon so beeindruckt, dass ich zu Hause meine Bilderbücher vernichtete in denen Soldaten abgebildet waren.
Ich weiß auch, dass viele Eltern dagegen protestierten, dass uns Kindern bereits Bilder von Konzentrationslagern, Leichenbergen und Gaskammern gezeigt wurden.
Am meisten beeindruckte mich ein Berg von Kinderspielzeug, welches man den Kindern vor dem Gang zur Gaskammer abgenommen hatte.
Eines meiner ersten Bücher behandelte das Schicksal des Judenmädchens Miriam in mehreren Bänden.
Später gehörten Klassiker wie "Nathan der Weise", dessen Ringparabel wir auswendig lernen mussten, ebenso zum Lehrplan wie "Das Tagebuch der Anne Frank" oder "Professor Mamlock".

Der Hass gegen imperialistische Kriege und gegen die planmäßige Vernichtung von Menschen hat sich bei mir tief verankert, und das Märchen von der Verteidigung als Angriffsargument ist so alt und durchschaubar, dass ich es nicht fassen kann wenn immer noch Menschen darauf hereinfallen.

justus

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olga64
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Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 † vom 10.07.2014, 11:46:41
Bei uns im Westen wurden die Greueltaten der Nazi-Wehrmacht ja lange verschwiegen - das war für uns schlimm: weder in der Schule noch zu Hause wurden unsere Fragen beantwortet.
Im Gymnasium wurde es besser - da waren dann endlich auch mal andere Lehrer, weil die alten Nazi-Lehrer allmählich in Pension gingen. Für uns war es auch Pflicht, ein KZ in Dachau zu besuchen und das Tagebuch der Anne Frank stand auch auf dem Leseplan.
Aber alles weitere recherchierten wir - oft mein Bruder, meine Cousine und ich - dann in Detailarbeit selbst und erfuhren dann auch, inwieweit unsere ganze Familie involviert war. Dies führte zu einem unkittbaren Bruch mit dieser Sippe, was aber heute kein Problem mehr ist, da die sowieso längst gestorben sind. Olga
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Crimmscher vom 10.07.2014, 09:45:52
Für diese Aussage bekommst Du jetzt von mir ein dreifach Gefällt mir!!!!!

Zum Krieg kann ich nichts sagen, ich bin ein Nachkriegskind und mein Vater war nie Soldat, er wurde bei der Deutschen Bahn nötiger gebraucht.

Ach ja, in der schule war Krieg bei uns kein Thema. Ich wurde von katholischen Nonnen erzogen, oder sollte ich besser sagen, gezüchtigt.
ehemaligesMitglied46
ehemaligesMitglied46
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von ehemaligesMitglied46
als Antwort auf justus39 † vom 10.07.2014, 11:46:41
Ich verstehe zwar, daß Eltern nicht wollten, daß ihre Kinder mit den Greueln des 2. Weltkriegs konfrontiert wurden, aber andererseits haben Kinder das alles erleiden müssen, da muß man sich schon auch mal die entsetzliche Wirklichkeit vor Augen führen. Was passiert, wenn man alles unter den Tisch kehrt, haben wir ja hier im Westen erlebt.

In meiner Schule wurde oft über diese Dinge diskutiert. Wir hatten nur zwei Lehrer, die den Krieg mitmachen mußten. Einer war als junger Soldat in Stalingrad eingeschlossen und einem anderen fehlten ein Bein und das andere war bis zum Knie amputiert. Die haben beide bestimmt nicht den Krieg verherrlicht. Die jüngern, die es mal gerade in die HJ geschafft hatten, waren sehr diskutierfreudig. Mein Vater war ein überzeugter Nazi-Hasser und auch Pazifist. Von ihm habe ich viel übernommen.

Trotzdem bin ich oft überrascht, was so alles ans Licht kommt, wenn man heute die Dokumentationen übers Dritte Reich ansieht. Auch dieser sog. Angriff der Polen war bis ins Kleinste vorbereitet und lief ab, wie ein gut geprobtes Theaterstück. Trotzdem kann ich nicht verstehen, daß das heute noch jemand glauben kann.

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justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf ehemaligesMitglied46 vom 10.07.2014, 16:55:03
Auch dieser sog. Angriff der Polen war bis ins Kleinste vorbereitet und lief ab, wie ein gut geprobtes Theaterstück. Trotzdem kann ich nicht verstehen, daß das heute noch jemand glauben kann.
geschrieben von Candy

Es glauben ja auch immer noch welche, dass wir am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen müssen.
olga64
olga64
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 † vom 11.07.2014, 16:45:42
Es glauben ja auch immer noch welche, dass wir am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen müssen.


....auf Geheiss des früheren SPD-Verteidigungsministers Struck mussten wir dies - ist ja vorbei und jetzt werden die LÄnder Irak und Afghanistan ihrem mörderischen Schicksal wieder überlassen. Bin gespannt, wie viele Menschen die Flucht zu uns schaffen werden. Olga
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von pschroed
als Antwort auf justus39 † vom 10.07.2014, 11:46:41


Der Hass gegen imperialistische Kriege und gegen die planmäßige Vernichtung von Menschen hat sich bei mir tief verankert, und das Märchen von der Verteidigung als Angriffsargument ist so alt und durchschaubar, dass ich es nicht fassen kann wenn immer noch Menschen darauf hereinfallen.

justus


Danke Justus.

Phil.
lupus
lupus
Mitglied

Re: unverschämtheit
geschrieben von lupus
als Antwort auf olga64 vom 10.07.2014, 16:15:09
Bei uns im Westen wurden die Greueltaten der Nazi-Wehrmacht ja lange verschwiegen - das war für uns schlimm: weder in der Schule noch zu Hause wurden unsere Fragen beantwortet.
Olga


Warum?

lupus

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