Internationale Politik 91 Atombomben auf Ost-Berlin

wandersmann
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91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von wandersmann
So war der Plan. Der USA. In den 50-ern.

91 Atombomben auf Ost-Berlin

Ja, liebe West-Berliner von damals - die hätten keine Skrupel gehabt, auch euch zu zerstrahlen. Schade um die schönen Care-Pakete aus den "Rosinen-Bombern". Heute Schokolade, und morgen schon Uran - alles vom selben Absender. Deshalb auch immer schön die deutsch-amerikanische Freundschaft hochhalten. Ganz wichtig.
wolfi1611
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Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von wolfi1611
als Antwort auf wandersmann vom 23.12.2015, 19:58:19
Lieber Wandersmann,
mit deinen ollen Kamellen kommst du reichlich spät. Als alter (jetzt ehemaliger) West-Berliner wussten wir das spätestens 1960 das es mit der sogenannten Freundschaft nicht weit her war. Im Übrigen galt das auch zwischen DDR und UdSSR.
Man musste damals nur Augen und Ohren offen halten und nicht der offiziellen Propaganda auf beiden Seiten glauben.
Wolfi1611
Karl
Karl
Administrator

Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von Karl
als Antwort auf wolfi1611 vom 23.12.2015, 20:12:17
Naja, wolfi,

du solltest das nicht wandersmann vorwerfen, dass dies erst jetzt ans Licht kommt. Als ich das heute hörte, war ich auch entsetzt.
Das US-Nationalarchiv hat eine Liste des Militärs aus den Fünfzigerjahren veröffentlicht. Sie zeigt die Ziele, die im Kriegsfall mit Atomwaffen angegriffen worden wären. Ost-Berlin sollte demnach "systematisch zerstört" werden.

...

Ziel: "Bevölkerung"

Ost-Berlin sollte nach den Planspielen der USA im Kriegsfall "systematisch zerstört" werden. Zu den 91 DGZ gehörten Elektrizitätswerke, Bahnhöfe, Treibstofflager, Fabriken sowie Radio- und Fernsehsender. Wie viele Waffen genau auf jedes einzelne Ziel abgeworfen werden sollten, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Doch sowohl für sowjetische Metropolen als auch für Ost-Berlin führte das US-Militär ein weiteres Angriffsziel auf. Es heißt schlicht: "Bevölkerung".

"Es ist verstörend zu sehen, dass Bevölkerungszentren als Ziel galten", sagt William Burr, Historiker an der George Washington University, der "New York Times". Seine Forschungsgruppe hat die Liste, die bislang als "top secret" klassifiziert war, nun erhalten. Die Anfrage hierfür war bereits 2006 gestellt worden.
geschrieben von t-online.de

Wir haben alle nahe am Abgrund gelebt.

karl

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yuna
yuna
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Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von yuna
als Antwort auf Karl vom 23.12.2015, 20:58:11
Ich hab davon über Telepolis erfahren und war genauso entsetzt - wenn auch nicht sonderlich überrascht.

Die Frage, die ich mir aktuell stelle ist: Würden die USA es heute noch genauso machen/planen?
Die Kriege im nahen Osten lassen mich zu "ja" tendieren. :/
Lindensee
Lindensee
Mitglied

Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von Lindensee
als Antwort auf wandersmann vom 23.12.2015, 19:58:19
So war der Plan. Der USA. In den 50-ern.

91 Atombomben auf Ost-Berlin

Ja, liebe West-Berliner von damals - die hätten keine Skrupel gehabt, auch euch zu zerstrahlen. Schade um die schönen Care-Pakete aus den "Rosinen-Bombern". Heute Schokolade, und morgen schon Uran - alles vom selben Absender. Deshalb auch immer schön die deutsch-amerikanische Freundschaft hochhalten. Ganz wichtig.

Ich bin vor wenigen Stunden an den aufgestellten Flugzeugen (glaube, das heißt "Luftbrücken-Denkmal") am Frankfurter Kreuz vorbei gefahren und habe den Blick bewußt dorthin gewendet.
Nun weiß ich, was ich in Zukunft bei der Vorbeifahrt denke - und auch den Mitfahrern sage.
sysiphus
sysiphus
Mitglied

Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von sysiphus
USA wollten im Ernstfall 91 Atombomben auf Berlin abwerfen. Was wäre der Ernstfall gewesen ?

... " dass dies erst jetzt ans Licht kommt. Als ich das heute hörte, war ich auch entsetzt." Karl

Wie gross war dein Entsetzen damals, als die Sowjets den Kalten Krieg anheizten mit der Blokade des Westteils von Berlin, als der Kremlchef Atomraketen in Kuba aufstellen liess ?

Eine Selbsverständlichkeit war es, dass Pläne gemacht wurden. Aber es waren eben nur Pläne. Wie der von General Lucius D.Clay, die Russen-Blokade mit Militär zu durchbrechen. Präsident Truman lehnte die Anwendung von Gewalt ab und stimmte der nie zuvor erprobten Versorgung von 2,3 Millionen Menscheschen aus der Luft zu, verbunden mit ungrheurem Aufwand und entsprechend exorbitanten Kosten. Für die friedliche Lösung der kommunistischen Aggression gegegen eine unschuldige Zivilbevölkerung, war es eine gute Investition.

Zurück zu den USA Plänen mit 91 Atombomben auf Ost-Berlin. Gut. Es waren nur Pläne. Der Einmarsch der Roten Armee in Ungarn und indie Tschechoslowakei, waren brutale Wirklichkeit. Schon die sowjetische Realität konnte Entsetzen auslösen. Die kommunistischen Pläne werden wohl in geheimen Archiven vergraben bleiben. Vielleicht gut so, bleiben der Menschheit eventuell entsetzlichste Pläne unbekannt, kommen nie ans Licht.

sysiphus

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Karl
Karl
Administrator

Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von Karl
als Antwort auf sysiphus vom 24.12.2015, 17:41:52
Frohe Weihnachten, sysiphus,

Deine Fragen kann ich beantworten.
Wie gross war dein Entsetzen damals, als die Sowjets den Kalten Krieg anheizten mit der Blokade des Westteils von Berlin, als der Kremlchef Atomraketen in Kuba aufstellen liess ?


Als die Berlin Blockade West-Berlins durch die Sowjetunion am 24. Juni 1948 begann, war meine Mutter mit mir im 8. Monat schwanger. Dementsprechend habe ich davon nichts direkt mitbekommen, es ist für mich ein geschichtliches Ereignis. Anders war dies bei der Kubakrise 1962, die habe ich als 14jähriger bewusst und mit großer Sorge erlebt. Ich erinnere mich noch daran, wie ich einer meiner Tanten den Ernst der Lage klar machen wollte - und auch meine riesige Erleichterung als die Sowjetunion in diesem Konflikt nachgab.

Wie anders als mit Entsetzen hätte ich denn nun vorgestern auf die Meldung der amerikanischen Pläne zur Vernichtung Ostberlins reagieren sollen? Ich habe damit doch nichts über eventuell existierende Pläne der kommunistischen Seite ausgesagt. Eine Relativierung nach dem Motto "Die Gegenseite war wahrscheinlich nicht besser", scheint mir auch völlig irrelevant, denn wir wären alle zusammen nur einen Tod gestorben.

Meine Aussage "Wir haben alle nahe am Abgrund gelebt" hast Du durch Deinen Beitrag nicht widerlegt. Freuen wir uns gemeinsam, dass wir noch Weihnachten feiern können.

Karl
sysiphus
sysiphus
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Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von sysiphus
als Antwort auf Karl vom 25.12.2015, 09:21:34
" dass dies erst jetzt ans Licht kommt. Als ich das heute hörte, war ich auch entsetzt." Karl

Entschuldige Kerl, den Hinweis auf deine "späte Geburt", verstehe ich nicht. Du warst auch noch nicht geboren als diese Atombomben-Abwurf-Pläne von irgendjemand geäussert worden waren. Was mich am meisten verdutzt, ist es wirklich so, Du als Intellektueller reagierst auf Nachrichten mitunter nicht verstandesmässig, sondern mit Gefühlsregungen ?

"als die Sowjetunion in diesem Konflikt nachgab."

Nein Karl, es handelte sich keineswegs nur um einen Konflikt. Die Kremlführung hatte in unglaublich verantwortungsloser Weise Hassard mit Massenvernichtungswaffen gespielt. Nicht in der Art der klügere gibt nach, beendeten die Kommunisten diese für den Weltfrieden unheimlich gefährliche Aggression, weil ihnen die entsclossene Haltung der USA keine andere Wahl liess, es sei denn sie hätten den atomaren Weltkrieg gewollt.

sysiphus
sarahkatja
sarahkatja
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Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von sarahkatja
als Antwort auf sysiphus vom 25.12.2015, 21:17:28
Hallo sysiphus.
Den Atomkrieg wollten, so denke ich, weder Chrustschow noch Kennedy.
Die USA hatten Atomraketen in der Türkei stationiert und auch in
Deutschland. Das war der Grund, warum Chrustchow Atomraketen nach Kuba sandte.

Kennedy hatte in einem Privatgespräch dem Kremlchef
zugesagt, seine Atomraketen aus der Türkei abzuziehen, wenn es,
um das Gesicht zu wahren, nicht publik würde.
Chrustschow versprach als Gegenleistung seine Schiffe zurückzurufen.

Diese beiden Männer haben, ohne dass es in der Öffentlichkeit bekannt wurde, das Richtige getan.

Als ich Kind war, hörte ich den Ausspruch: Die Politik ist ein Trog, die Schweine wechseln,
der Trog bleibt derselbe. Dieser Spruch wird der Politik nicht gerecht, doch er enthält
Wahrheit. Der Wahnsinn geht weiter.

Sarahkatja
sysiphus
sysiphus
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Re: 91 Atombomben auf Ost-Berlin
geschrieben von sysiphus
als Antwort auf sarahkatja vom 25.12.2015, 22:01:12
Die USA hatten Atomraketen in der Türkei stationiert und auch inDeutschland.
Das ist die Wahrheit. Allerdings nur die halbe. Auch in Grossbritanien und in Italien (Anapulien), waren US-Mittelstrekenraketen stationiert worden.

Das war der Grund, warum Chrustchow Atomraketen nach Kuba sandte.
Nein, das konnte kein Grund gewesen sein. Die Sowjetunion hatte doch bereits ab 1958 atomare Mittelstreckenraketen in der DDR stationiert.

Kennedy hatte in einem Privatgespräch dem Kremlchef zugesagt, seine Atomraketen aus der Türkei abzuziehen, wenn es,um das Gesicht zu wahren, nicht publik würde.Chrustschow versprach als Gegenleistung seine Schiffe zurückzurufen
Privatgespräch ? So was hat nicht stattgefunden. Deshalb ist alles was da gesagt und vereinbart worden sein soll, aus der Märchenwelt.

sysiphus

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